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US-Märkten laufen die Investoren weg

Markus Fugmann

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Von Markus Fugmann

Die Performance der Märkte spricht Bände: während europäische Indizes wie der Dax in der Spitze über 20% in 2015 gesteigen sind, sind die US-Indizes mehr oder weniger unverändert seit Jahresbeginn. Dass hier ein Umdenken stattgefunden hat, zeigt nun eine Umfrage der Bank of America: demnach ist der Anteil derjenigen Geld-Manager, die die US-Märkte untergewichtet haben, derzeit so hoch wie seit 2008 nicht mehr.

Seit 2009 haben die US-Märkte ihre internationalen Pendants Jahr für Jahr in der Performance übertroffen – doch dieser Trend scheint nun beendet zu sein. So sahen sogar 35% der von der Bank of America Befragten die USA als den schlechtesten Ort für Investments – so viel wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr. So werden die Aktien im S&P500 mit einem durchschnittlichen KGV von 18,5 gehandelt – und damit so hoch wie seit 2010 nicht mehr. Gleichzeitig dürften die Gewinne multinationaler US-Unternehmen durch den starken Dollar weiter einbrechen – das haben die Zahlen von Oracle gestern Abend einmal mehr gezeigt. Die US-Berichtssaison dürfte daher, vorsichtig formuliert, holprig verlaufen.

Gleichzeitig haben Investoren 14 Milliarden Dollar aus ETFs abgezogen, die die US-Märkte abbilden, während 29 Milliarden in ETFs geflossen sind, die internationale Aktienmärkte abbilden – das zeigen von Bloomberg erhobene Daten. Grund hierfür ist vor allem die Aussicht auf Zinsanhebungen durch die Fed einerseits, das QE der EZB andererseits. So erwarten bei der Umfrage von Bank of America 38% der Befragten, dass die europäischen Indizes in 2015 2-stellige Zuwächse verzeichnen können. Europa ist das neue Lieblingskind der Investoren – im Glauben, dass das QE der EZB sich ähnlich auswirken wird wie das QE der Fed in den USA.

Auch an den Optionsmärkten herrscht Skepsis für die US-Märkte: so haben sich die Preise für langfristige Put-Optionen auf den S&P500 in den letzten neun Monaten verdoppelt – was für eine starke Nachfrage nach Absicherungen der Investoren spricht. Goldman Sachs sieht hierin ein Warnzeichen und erwartet eine heftige Korrektur für die US-Indizes: trotz der deutlich steigenden Kosten für Put-Optionen hätten die US-Aktienmärkte die schlechteren Aussichten aufgrund des starken Dollasr bislang nicht eingepreist.

Goldman Puts
(Grafik: Goldman Sachs Global Investment Research; zum Vergrößern anklicken)

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