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US-Medien: Chinas Abschwung ist gut für uns!

FMW-Redaktion

In den USA mehren sich die Stimmen, die den Abschwung in China für kein großes Problem für die USA halten. Im Gegenteil: die Probleme Chinas, so der Tenor, könnten durchaus sehr positiv für die USA sein. Das etwa ist der Grundaussage eines Artikels im einflußreichen „Wall Street Journal“.

Warum das? Zunächst einmal, so die Argumentation, sorgt eine Abkühlung Chinas für weiter tiefe Rohstoffpreise – und das sei gut für den amerikanischen Konsumenten. Doch scheint diese Argument durchais zweifelhaft – schließlich ist etwa der Ölsektor in den USA bedeutend – viele Jobs gehen verloren, wenn die Rohstoffpreise länger auf Depressions-Niveau verbleiben.

Gewichtiger ist da schon folgendes Argument: durch den Abschwung sei China verstärkt zu Reformen gezwungen – und diese Reformen liefen darauf hinaus, den Dienstleistungsektor weiter zu stärken, um die Überkapazitäten in der produzierenden Industrie abzubauen. Und Dienstleistung ist die Spezialität der Amerikaner: Software, Entertainment etc. – Stärken der US-Writschaft dürften dann in China gefragt sein, so die Argumentation.

Und überhaupt: wenn China abkühlt, dauere es lännger, bis China die USA als erste Wirtschaftsmacht der Welt überholen werde – wenn überhaupt. Das ist in den USA ein wichtiger Punkt, da die Vorstellung vielen Amerikaner geradezu unerträglich ist, dass man nicht mehr die Nummer 1 ist. Und wenn China abkühlt, würde das auch das chinesische Wirtschaftsmodell in Frage stellen, das den Staat als Treiber der Wirtschaft sieht – und nicht wie in den USA, unternehmerische Innovation durch gedankliche Freiheit, wenig Staat. Man sieht: den Amerikanern geht es um Grundsätzliches, um den american way of life gegenüber dem chinesischen Dirigismus.

Konsens herrscht in den USA – das zeigen etwa Aussagen von US-Poltikern und Vertretern der Fed – dass eine Abkühlung Chinas keine großen direkten Auswirkungen auf die USA habe, weil etwa der Anteil an US-Exporten nach China nur bei 1% liege. Auch die chinesische Investitionen in den USA betragen nicht einmal 1% aller ausländischen Investitionen in den USA. Paul Ashworth, Ökonom bei Capital Economics, argumentiert daher: wenn China von der Landkarte verschwinden würde, wäre die Folge angesichts der geringen Bedeutung des Landes für die USA „not even a recession“.

Der entscheidender Punkt aber für die Amerikaner ist, dass ihre eigene Wirtschaft weiter robust ist, während Chinas Wirtschaft abkühlt. Das hebt das Selbstwertgefühl – und, das ist besonders wichtig – verschiebt die Machtbalance wieder stärker in Richtung der USA. Nicht zuletzt auch deshalb, weil China angesichts seiner ökonoischen Probleme gezwungen sein dürfte, seine Militärausgaben weiter zurück zu fahren, wie etwa der ehemalige Obama-Berater Ted Truman forrmuliert:

„It’s one thing to expand your military budget 10 % a year, when you’re growing 7% a year. It’s another thing to do it when you’re growing 4%. It would eat up the rest of the budget. That would lessen China’s challenge to U.S. dominance.“

In der Selbstwahrnehmung der US-Medien steht also die Dominanz der USA im Vordergrund. Ein aufgrund wirschaftlicher Abkühlung schwächeres China wird in den USA daher zunehmend positiv gesehen..



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1 Kommentar

  1. Na, hier dürfte wohl der Wunsch Vater des Gedanke sein. Die Entwicklungsdelle in China bei der Umsetzung seiner Wirtschaftsstrategie hin zu stärkeren binnenwirtschaftlichen- und Dienstleistungsschwerpunkten ist natürlich mit Steinen und nicht mit einer Asphalt Autobahn gepflastert.
    Aber man sollte sich nicht zu früh freuen. Die Spielräume des chinesischen Staates sind immens. Sowohl auf wirtschaftlicher als auch finanztechnischer Seite.
    Aber eins passiert auf keinen Fall, das man US Konzernen die Erlaubnis erteilt irgendwie wie in China noch Füsse auf den Boden zu bekommen. Und wenn dann unter starker Kontrolle. Dieses Land ist nicht mehr aufzuhalten. Und was die militärische Seite betrift sind die verbündeten RU und China in kürzester Zeit zu solch immenser Stärke gekommen, das die US Amerikaner auf Dauer nicht mithalten werden können. Vor allem wenn der Dollar, auch in kleinen Schritten die Hoheit über den Welthandel verliert.

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