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US-Notenbank Fed platzt mit der Wahrheit heraus

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Die Zentrale der Fed in Washington DC

Noch im Mai hatte Fed-Chef Powell geleugnet, die Verschuldung der USA hätte Einfluss auf die Geldpolitik der US-Notenbank. Seine jüngste Rede vor dem Kongress rückt den großen Weißen Elefanten nun verstärkt in den Fokus und weist den Weg für die zukünftige US-Geldpolitik.

US-Notenbank Fed lernt von der Bank of Japan

Bereits mehrfach hatte der Präsident der US-Notenbank, Jerome Powell, neben den konjunkturellen Risiken, die er vor allem im Ausland verortet, auch die historisch hohe Verschuldung der US-Unternehmen adressiert. So auch gestern wieder in seiner Rede vor der turnusmäßigen Anhörung vor dem US-Kongress. Mit 6,5 Billionen US-Dollar per ultimo Juni 2019 (letzte verfügbare Daten) stehen die US-Unternehmen außerhalb des Finanzsektors sowohl in absoluten Zahlen als auch im Verhältnis zum US-Bruttoinlandsprodukt auf Rekordniveau in der Kreide. Doch diese Verschuldung von Corporate America ist nicht die Folge von wachstumstreibenden Investitionen – das frische Fremdkapital wurde bei den Kapitalgesellschaften hauptsächlich dazu verwendet, eigene Aktie zurückzukaufen und in den US-Unternehmen die laufenden Rechnungen und Zinsen zu bezahlen. Die Zombifizierung der US-Ökonomie ist zwar in einem früheren Stadium als in Europa und v. a. Japan, wo die Bank of Japan mittlerweile den kompletten Staatshaushalt aus der Notenpresse finanziert, aber dieser Prozess schreitet auch im Land der einst unbegrenzten Möglichkeiten dynamisch voran. Gesamtverschuldung der US-Unternehmen außerhalb des Finanzsektors:

Fed Grafik mit Schulden der US-Unternehmen

Und was für die Verschuldungssituation in den USA und in anderen entwickelten Volkswirtschaften gilt, das gilt auch für die Schwellenländer-Ökonomien (Emerging Markets):

OECD Grafik mit Risiken am Markt für Unternehmenskredite

Uncle Sam mitten in der Schuldenspirale

Bei den US-Staatsschulden (Uncle Sam´s Debt), die gerade erst die Marke von 23 Billionen Dollar überschritten hat, sieht das Bild nicht weniger dramatisch aus: Stagnierenden bis rückläufigen Einnahmen der Bundesregierung stehen explodierende Ausgaben gegenüber, was in einem atemberaubend schnellen Defizitaufbau und explodierenden Zinskosten resultiert. Noch im Fiskaljahr 2017/2018 lag das US-Budgetdefizit bei 860 Mrd. US-Dollar. Im vergangenen Fiskaljahr stieg es um 16 Prozent auf über 1 Billion US-Dollar an. Für das laufende Fiskaljahr bis Ultimo September 2020 rechnet der US-Bundesrechnungshof (CBO) mit einem Defizitanstieg um signifikante 30 Prozent auf dann 1,3 Billionen US-Dollar.

Bereits jetzt drückt die US-Bundesregierung eine Zinslast von 600 Mrd. US-Dollar jährlich, die sich nur dank der erneuten Zinssenkungen und Rückgänge der Renditen am Kapitalmarkt auf hohem Niveau stabilisieren kann.

Fed-Grafik mit Zinszahlungen der US-Regierung

Noch im Jahr 2015 betrugen diese Zinskosten mit 229,15 Mrd. US-Dollar nur gut die Hälfte. Der Anteil am Gesamtbudget betrug lediglich 6,03 Prozent. Im Fiskaljahr 2017/18 stieg der Anteil der Zinskosten bereits auf 7,6 Prozent und im letzten Fiskaljahr auf 9 Prozent des Gesamtbudgets. Die Neuverschuldung im aktuellen Fiakslajahr entspricht, gemäß der Wachstumsprojektionen der Fed of Atlanta von 2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für diesen Zeitraum, rekordverdächtigen 6,1 Prozent des BIP. Für jeden Dollar US-Wachstum wird die US-Regierung also 3,10 US-Dollar ausgeben müssen. Ja, das ist wahrlich die erfolgreichste Ökonomie der Welt und der Weltgeschichte, wie Präsident Donald Trump es vorgestern wieder in seiner Rede vor dem Economic Club of New York wiederholte. Die Frage ist nur, in welcher Kategorie die USA am erfolgreichsten sind (Schuldenexplosion)?

Keine Schulden – kein Wachstum

Gesamtwirtschaftlich sieht es noch dramatischer aus: Das ökonomische Defizit, dass das Verhältnis zwischen Verschuldung und Wachstum bezogen auf das reale Bruttoinlandsprodukt beschreibt, ist auf nicht nachhaltige Niveaus angestiegen und erzwingt eine Daueralimentierung der Wirtschaft durch die US-Notenbank Fed. Andernfalls würde das Zentrum des weltweiten Kapitalismus zeitnah kollabieren. So schön der Schein einer dynamischen, fortschrittlichen, innovativen und leistungsorientierten US-Wirtschaft auch sein mag, dieser Schein trügt.

Ökonomisches Defizit

Würde man die zentralplanirische US-Notenbank Fed nebst ihrer akkommodierenden Zins- und Geldmengenpolitik aus der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung entfernen und das Kreditangebot sowie den Zins den Marktkräften überlassen, würde die größte Wirtschaftsnation seit Menschengedenken inklusive ihres ballonartig aufgeblasenen Kapitalmarktes innerhalb weniger Tage zu Staub zerfallen.

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7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    Kritisch on fire

    14. November 2019 10:51 at 10:51

    Hauptsache ist doch, dass das Rating der USA durch die „unabhängigen und objektiven Agenturen“ zwischen AAA und AA+ liegt, wobei dieser Umstand nicht nur für die USA gilt. Wahscheinlich wird bei diesen Rating-Agenturen die Bewertung hauptsächlich dadurch ermittelt ob der jeweilige Staat in der Lage ist genügend Rohstoffe für die Banknoten-Druckerpressen herstellen zu können. Eigentlich steigt ja weltweit nicht nur die Zombifizierung von Unternehmen sondern vorallem von Staaten. Wenn diese Blase einmal platzen sollte, na dann gute Nacht Marie!

    • Avatar

      Fabricio Kunze

      14. November 2019 13:41 at 13:41

      Wie…Rohstoffe?
      Ist doch ohnehin nur Buchgeld!!!!

      Das drucken von Papiergeld wäre doch nun wirklich zu kostspielig!!!

  2. Avatar

    sabine

    14. November 2019 11:36 at 11:36

    Eigentlich kann man sagen, daß beide große Wirtschaftsmächte China und Usa wirtschaftlich tot sind. Jetzt ist nur noch die Frage, wer eher offiziell stirbt. Das lese ich zumindest aus den Zahlen. Der Aufstand in Hongkong ist da nicht unwichtig.

  3. Avatar

    Übelkeit

    14. November 2019 12:28 at 12:28

    Optisch mag der Beginn irgendwo 1982 liegen. (Gestrichelte Linie) In Wahrheit hängt es mit der Goldbindung ein paar Jahre zuvor zusammen. Im Zeitraum vor der Entkoppelung gab es reales Wachstum durch den Wiederaufbau nach dem WW2. Irgendwann begannen die USA Dollars zu drucken, da sich das Wachstum abschwächte, sodass man den Goldstandard nicht aufrechterhalten konne. Anschließend gab es Wachstum auf Pump mit positivem Effekt bis 2000. Ab da wurde der Effekt immer geringer und seit dem flüchtet der Markt in Sachwerte.

    Zwar erreichen die Aktienmärkte neue Hochs im Papiergeld, jedoch nicht mehr gemessen in Sachwerten wie Gold.

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    barthez72

    14. November 2019 14:46 at 14:46

    JePo´s wichtigste Aussage gestern „…we are Riskmanager “ Ich habe immer gedacht die FED gibt die Richtung vor !! Das heisst ja, erst kommt das Ereignis und dann wird Risk-gemanagt. Dann erscheint der Abverkauf 18/19 und die Repoereignisse in einem ganz neuen Licht.

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    sabine

    14. November 2019 15:53 at 15:53

    Die FED hat immer (!) die Blasen aufgeblasen und dann mit großem Maul gelöscht und sich als Retter dargestellt. Natürlich haben die Mainstreammedien diese Sicht gepusht.

  6. Pingback: Aktuelles vom 14.11.2019 – Teil 2! | das-bewegt-die-welt.de

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Handelskrieg: Trumps Kampf gegen China

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Die Deadline läuft im Handelskrieg von Donald Trump gegen China: wird der US-Präsident am 15.Dezember mit den neuen Strafzöllen sämtliche Importe aus China bezollen? Woher stammt seine geradezu obsessive Haltung, dass die USA von China betrogen würde?

Die Antwort lautet, wie meist bei Trump: aus dem Fernsehen! Dabei hatte Trump in den 1980er-Jahren zunächst Japan als Hauptgegener ausgemacht, aber mit der Krise Nippons in den 1990er-Jahren wurde Japan unbedeutender – und China nahm aus der Sicht Trumps dann die Rolle als Hauptkonkurrent der USA ein. Der Handelskrieg ist dabei ein Mittel, diesen Konkurrenten am Aufstieg zu hindern, indem er dessen Wirtschaft schwächt.

In der folgenden US-Dokumentation kommt vor allem Steve Bannon ausführlich zu Wort, der die Sicht Trumps auf China aus Insider-Sicht beschreibt. Dazu zeigt die Doku die Folgen der Strafzölle in den USA – auch und gerade im gespräch mit Betroffenen:

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China: Unternehmen fliehen aus dem Reich der Mitte

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Guangzhou ist eine der Mega-Städte in China

Die Unsicherheiten wegen des Handelskriegs mit den USA sowie billigere Wettbewerber in Südostasien locken Unternehmen aus China weg.

China hat ein Demografie- und Kostenproblem

Der chinesisch-amerikanische Handelskrieg hat bereits viele Handelsketten aufgesprengt und sorgt nachhaltig für Unsicherheit bei Investitionsentscheidungen. Die nachvollziehbare Strategie des Landes, seine Abhängigkeit von dem zunehmend als unzuverlässig geltendem Handelspartner USA zu reduzieren, ist verständlich. Die Entkoppelung der beiden Volkswirtschaften zwingt jedoch viele Unternehmen, die dort aktuell noch für den US-Markt produzieren, ihren Standort zu verlagern. Natürlich gibt es keine Sicherheit, dass in Zukunft nicht auch die neuen Lieblingsdestinationen für Neuinvestitionen wie Vietnam, Kambodscha, Indonesien, die Philippinen oder Indien ebenfalls in den Fokus amerikanischer Strafzölle geraten. Aber es sprechen noch mehr Gründe für diese neuen angesagten Standorte in Südostasien. Vor allem die deutlich niedrigeren Arbeitskosten und die weitaus günstigere Bevölkerungsstruktur geben einem Investment in den 10 ASEAN-Staaten eine interessante Perspektive.

China hatte im Jahr 1979 aus Angst vor einer unkontrollierten Bevölkerungsexplosion die Ein-Kind-Politik eingeführt – mit nachhaltigen Folgen für die Altersstruktur. Noch im Jahr 1960 lag die Reproduktionsrate bei 5,5 Kindern pro Frau. 1975 hatte sie sich bereits auf 3,0 reduziert und fiel in Folge der kommunistischen Familiensteuerung bis Mitte der neunziger Jahre auf unter 2,0 Kinder pro Frau. Gemäß den Daten der Weltbank sank die Geburtenrate im Jahr 2016 auf nur noch 1,6 Prozent. Parallel dazu stieg die Lebenserwartung, bedingt durch den steigenden Wohlstand der Chinesen, von 43,7 Jahren im Jahr 1960 auf 76,25 Jahre im Jahr 2016.

Diese Entwicklung konfrontiert das bevölkerungsreichste Land der Welt früher als geplant mit den Herausforderungen einer Überalterung der Gesellschaft. Der Grund dafür ist die sogenannte Nettoreproduktionsrate, bei der nur weibliche und damit gebärfähige Nachkommen eine Rolle spielen. Da in China aus traditionellen Gründen Jungen gegenüber Mädchen als Nachwuchs präferiert wurden, fällt diese Rate sehr ungünstig aus. Die Anzahl der Töchter je Frau liegt in China bei nur noch 0,726 und damit weit unter der Erhaltungsrate von 1. In Deutschland, das bereits mit den Herausforderungen der auf den Kopf gestellten Alterspyramide konfrontiert ist (z. B. im Rentensystem), gibt es ein Mutter-Tochter-Verhältnis von 0,688. Schaut man sich jedoch die ASEAN-Staaten, wie die Philippinen an dann liegt diese Rate dort bei 1,414 Töchter pro Mutter, in Indonesien bei 1,137 und in Bangladesch bei 1,022.

Im Vergleich mit westlichen Industriestaaten und Japan hat China bei dem Durchschnittsalter seiner Bevölkerung seit Einführung der Ein-Kind-Politik ebenfalls stark aufgeholt: In Deutschland liegt diese im Durchschnitt bei 42,1 Jahren und im „Land der Vergreisung“ in Japan bei knapp 43 Jahren. In China bereits jenseits der 38 Jahre.

Durchschnittsalter in China

Alle damit einhergehenden Probleme, wie Gesundheitsversorgung, Pflege, Rentenfinanzierung und altersgerechter Umbau von Gebäuden und Infrastruktur, stehen China noch bevor. Aber vor allem junge, motivierte Fachkräfte werden, siehe Japan und Deutschland, zur Mangelware im Reich der Mitte. Und das ist ein nachhaltiges Problem für die Industrie. Die Frage, inwieweit China diese Herausforderung durch qualifizierte Migration lösen kann, ist in Anbetracht der stark eingeschränkten Freiheitsrechte und der zunehmenden Totalüberwachung der Bevölkerung in dem diktatorischen Land noch offen. Aber mit ausreichend Geld kann man natürlich versuchen, Fachkräfte zu locken. Manchem ist Geld ja wichtiger als Freiheit.

Die Karawane zieht nun weiter

Der Trend, Produktion zu verlagern, dreht sich nun jedenfalls in eine andere Richtung – weg von China. Neues Hauptziel der Investoren sind die kostenmäßig weitaus günstigeren und mit einer jüngeren Bevölkerung gesegneten ASEAN-Staaten und zunehmend auch Afrika. Die Bevölkerung Indonesiens ist beispielsweise im Schnitt nur 29,7 Jahre alt, die in Bangladesch gar nur 26,4 Jahre.

Die Arbeitskosten liegen in den ASEAN-Staaten nur bei einem Bruchteil der zuletzt in China stark gestiegenen Löhne. Die Betriebskosten in China sind auch deshalb gestiegen, weil das Land versucht, seine Lieferketten von einem exportorientierten zu einem konsumgetriebenen Modell umzugestalten, was hohe Anlaufinvestitionen und später operativ deutlich weniger Effizienz bedeutet (Geringere Produktivität im Dienstleistungssektor als im Industriesektor). Außerdem sind die Löhne in den letzten Jahren vor allem in den Ballungszentren und in den Wirtschaftssonderzonen stark angestiegen.

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Florian Homm: Warum die EZB scheitern wird

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Florian Homm ist inzwischen vor allem über seinen YouTube-Channel als kritischer Begleiter der Finanzmärkte bekannt. Auch wenn man nicht immer seiner Meinung sein muss, so sind doch seine Bestandsaufnahmen inhaltlich oft bestechend. In seinem folgenden aktuellen Video bespricht er im Grundsatz, warum seiner Meinung nach die Politik der EZB zum Scheitern verurteilt sein soll. Es geht darum schwache Inflation und Konjunktur mit immer tieferen Zinsen und immer mehr Gelddrucken bekämpfen zu wollen. Florian Homm erwähnt in dem Zusammenhang diverse Faktoren, die so viel stärker sind, und eine Wirksamkeit der EZB-Maßnahmen unmöglich machen. Da wären zum Beispiel die Digitalisierung und der Demografiewandel. Die hieraus entstehenden Veränderung zum Beispiel in Sachen Arbeitsplatzabbau wären so groß, dass die Maßnahmen der EZB verpuffen würden (sinngemäß zusammengefasst). Aber Florian Homm hat noch viel mehr zu bieten. Schauen Sie dazu bitte das folgende Video.

Florian Homm

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