Folgen Sie uns

Allgemein

US-Notenbanker erklärt, warum der Schulden-Exzess kein Problem sein soll

Redaktion

Veröffentlicht

am

Die Staatsverschuldung in den USA geht immer weiter durch die Decke. Ist da irgendwann mal das Ende erreicht? Mit dieser Fragestellung hat sich vorhin schon Dirk Schuhmanns beschäftigt (hier nachzulesen). Aktuell gibt es auch von einem US-Notenbanker eine Erklärung, warum es kein Problem sei, dass die USA sich immer weiter verschulden, und das in einem immer obszönerem Tempo. Der Grund für die Neuverschuldung ist klar. Dank der Coronakrise waren gigantische Rettungsmaßnahmen notwendig, damit Millionen Amerikaner wortwörtlich nicht verhungern!

Derzeit wird in Washington DC verhandelt, wie nun ausgelaufene Rettungsprogramme verlängert werden können. Klar ist: Die Schuldenlast der USA explodiert immer weiter, und weiter, und weiter. Noch im Februar kurz vor dem Ausbruch der großen Coronakrise lag die US-Staatsverschuldung bei 23 Billionen Dollar, jetzt sind es laut US-Finanzministerium bereits 26,5 Billionen Dollar. Tendenz: Weiter stark steigend! Ist das alles überhaupt ein Problem? Die USA werden diesen Schuldenberg eh nie zurückzahlen, und man kann jetzt sowieso nicht mehr zurück? Aber was, wenn diese neuen Staatsschulden massenhaft von ausländischen Investoren gekauft werden? Dann wären die USA ja quasi abhängig von ausländischem Geld, und von der Versorgung mit immer neuen Geldern durch diese Investoren?

Neel Kashkari erklärt die „entspannte Lage“

Und genau da können sich die USA entspannt zurücklehnen. Zumindest sieht das Neel Kashkari so. Er ist Chef der Federal Reserve Bank of Minneapolis, und damit auch einer der wichtigen Funktionäre der Federal Reserve in Washington DC. Denn, so Kashkari, in den USA sei durch die Coronakrise die Sparquote extrem stark angestiegen bei denjenigen Amerikanern, die nicht arbeitslos geworden seien. Vor der Krise noch bei 8 Prozent, würde sie jetzt bei 20 Prozent liegen. Denn es ist klar. Die Amerikaner konnten oder können nicht essen gehen, ins Kino, in Freizeitparks usw. Zwar konsumieren viele Amerikaner wie wild, aber ein anderer Teil der Bevölkerung häuft zusätzliches Sparguthaben an.

Und Neel Kashkari scheint die ganze Situation gesamt-volkswirtschaftlich zu betrachten. Denn diese nun viel höhere Sparquote bedeute eigentlich, dass die USA als Land viel mehr Ressourcen hätten, um diejenigen zu unterstützen, die entlassen worden sind. Und während man sich in den USA historisch gesehen Sorgen machen würde zu viele Schulden zu machen, so würde man derzeit Sparrücklagen selbst erwirtschaften. Dies bedeute, dass der Kongress über die Mittel verfüge, um diejenigen zu unterstützen, die am meisten leiden, so Kashkari in einem Interview bei CBS.

Nicht abhängig von ausländischem Geld

Sei der immer höhere Schuldenstand der USA auf lange Sicht ein Problem, so die Frage an ihn? Antwort: Derzeit würden die USA nun mal viel mehr Ersparnisse generieren als zuvor. Die immer höheren Schulden seien einfach kein Thema, weil die USA nicht ins Ausland gehen müssten, um diese zusätzlichen Mittel dort aufzunehmen – für das zusätzliche Geld für das CARES-Gesetz oder was auch immer kommen möge. Es sei im Moment eine große Erleichterung. Und wenn man langfristig schaue, sei die Inflation in den USA eher niedrig. Und die Inflationserwartungen driften weiter nach unten. Im Moment können sich die USA zu sehr, sehr niedrigen Raten finanzieren. Der Kongress sollte diese Gelegenheit nutzen, um das amerikanische Volk und die amerikanische Wirtschaft zu unterstützen. Ich mache mir darüber keine Sorgen. Wenn wir die Wirtschaft zum Wachsen bringen, werden wir in der Lage sein, die Schulden zu tilgen, so Neel Kashkari im Wortlaut.

Tja, also immer munter weiter mit der großen Schulden-Party in den USA? Zumal man sogar derzeit unabhängig ist von ausländischen Geldgebern? Und im Notfall, da kann die Fed selbst eh alles aufkaufen, was da an neuen Schulden ausgegeben wird?

Neel Kashkari
Minneapolis Fed-Chef Neel Kashkari.

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    Peter Sallister

    4. August 2020 14:39 at 14:39

    Fed-Chef Neel Kashkari ist ein richtig pfiffiges Kerlchen! Muß er bei Robhood abgeschaut haben.
    Robhood sagte im März zur Großmutter: „Du leih mir Deine 50.000 $, Du hast ja jetzt besonders viel gespart, ich beerbe Dich ja ohnehin, und ich brauche das Geld jetzt dringenst weil ich Hertz-Aktien kaufen muß, und … was soll passieren? Das Geld bleibt doch in der Familie! “

    „Allerdings nur das was übrig bleibt!“ möchte ich boshaft hinzufügen wenn man mich ließe.

    Neel Kashkari stellt eine neue Dimension von dreister Argumentation dar. Ich nehme den Leuten die „20 % Erspartes“ ab und schenke es Arbeitslosen und Firmen ohne Gegenleistung zum Überleben. Und sage dann schaut her, alles bleibt in der Familie, wir müssen nicht Fremde anbetteln um Hilfe, wir sind autark.

    Daß dann alle plötzlich mit durchlöcherter Kleidung dastehen und die Gallone Sprit 10 $ kostet, was solls? Dann muß man halt statt arbeiten auf der Börse sein Geld machen, um frühere Wohlhabenheit zurückzugewinnen!

  2. Avatar

    thinkSelf

    4. August 2020 14:47 at 14:47

    „Wenn wir die Wirtschaft zum Wachsen bringen, werden wir in der Lage sein, die Schulden zu tilgen“
    Aufhören, aufhören, ich krieg schon keine Luft mehr durch die Lachkrämpfe.

  3. Avatar

    Marcus

    4. August 2020 15:31 at 15:31

    Der Neel Kashkari, der „Dünnbrettbohrer“ und „Andre Agassi für Arme“ (das ist hängengeblieben@ Markus Fugmann) erklärt also dass man einfach nur mehr Wachstum braucht und schon löst sich alles von alleine. Wenn man höhere Sparquoten hat, muss man es aber denjenigen die es haben erstmal über Steuern wegnehmen. Jedes mal der Blödsinn von „Wachstum tilgt Schulden“! Diesen Sch… erzählt man sich unter Ökonomen seit Jahrzehnten und nie ist es wirklich passiert, sonst wären die Schulden ja jetzt nicht höher als vorher.

  4. Avatar

    Quintus

    4. August 2020 18:39 at 18:39

    Herr Neel Kashkari vergaß etwas ganz fundamentales zu erwähnen: VERTRAUEN!
    Vertrauen in die Fed und ihre Geldpolitik. Dieses Vertrauen jedoch erodiert zusehends.

    Hören wir doch einmal Russell Napier zu, wie er die Lage der Zentralbanken einschätzt:
    (Russell Napier ist Autor des Solid Ground Investment Report und Mitgründer des Investment-Research-Portals ERIC. Er arbeitet seit mehr als 25 Jahren im Anlagegeschäft und schreibt seit 1995 makroökonomische Strategiepapiere für institutionelle Investoren.)
    https://themarket.ch/interview/die-zentralbanken-sind-irrelevant-geworden-ld.2327

    «Die Zentralbanken sind irrelevant geworden»
    „Der Marktbeobachter Russell Napier warnt, dass sich Investoren schon für das kommende Jahr auf Inflationsraten von 4% und mehr vorbereiten sollen. Regierungen hätten die Kontrolle über die Geldmenge übernommen“

    „Zahlreiche Ökonomen und Marktbeobachter haben in den Jahren nach der Finanzkrise angesichts der expansiven Geldpolitik der Notenbanken vor steigenden Inflationsraten gewarnt. Sie lagen immer wieder falsch.
    Russell Napier gehörte nie zu ihnen. Der schottische Marktstratege hat seit zwei Jahrzehnten – korrekt – Disinflation als das dominierende Thema für die Finanzmärkte gesehen. Aus diesem Grund sollten Investoren ihm Gehör schenken, wenn er jetzt vor steigenden Inflationsraten warnt.“
    Wie soll man sich als Anleger auf Ihr Inflationsszenario einstellen?

    Sie dürfen unter KEINEN Umständen Staatsanleihen kaufen.
    Inflationsgebundene Anleihen in Europa sind dagegen attraktiv, weil sie so niedrige Teuerungsraten einpreisen. Gold ist ein langfristiger Vermögenswert erster Güte. In den nächsten paar Jahren dürften sich auch Aktien gut entwickeln. Etwas mehr Inflation und höheres Nominalwachstum ergibt ein gutes Umfeld für die Börsen. Historisch gesehen waren erst Inflationsraten von über 4% nicht mehr gut für Aktien.

    • Avatar

      Lausi

      5. August 2020 04:29 at 04:29

      @Quintus – ein interessantes Interview! Aber – was Napier auch sagt – werden die Regierungen bei ihrem Geldmengenausweitungs- bzw. Inflationierungs-Programm auf die Mithilfe der Zentralbanken angewiesen sein. Ein mutiger Zentralbanker könnte dem durchaus Einhalt gebieten. Und Napier geht von einer kontrollierten bzw. relativ gemäßigten Inflation über Jahre (Jahrzehnte) aus. Ich könnte mir vorstellen, dass das alles relativ schnell außer Kontrolle gerät – in welche Richtung auch immer.

  5. Avatar

    GläubigerAbzocker

    4. August 2020 19:49 at 19:49

    Wunderbare Schuldenwelt, Argentinien lässt grüssen. Anscheinend ist es so , je mehr Schulden man hat ,umso eher muss man gerettet werden. Gerade am Radio gehört, Argentinien wurde umgeschuldet, alte hochverzinsliche Schulden wurden zu etwa 50% abgeschrieben u.sie bekommen neues Geld für ca.3,5 %.
    Natürlich hat Blackrock auch wieder die Finger im Spiel. Soll mir mal einer diese NEUE ÖKONOMIE erklären. Warum kann ich als Privatschuldner nicht von solchen Aktionen profitieren? Für Blackrock soll es
    rentabel sein, für Argentinien sicher auch, jetzt frage ich mich wer der Sponsor ist, der diese beiden Parteien so glücklich macht.Ziemlich sicher sind es auch Leute die grenzenloses Verschulden gut finden. ( Gruss an Herr Scheer)

    • Avatar

      Gabriel Scheer

      5. August 2020 00:07 at 00:07

      Hallo GläubigerAbzocker.
      Ich denke, Sie haben mich gemeint. Ich meinte, nicht das die grenzenlose Verschuldung grundsätzlich gut sei. Ich meinte lediglich, dass die Verschuldung exponentiell steigen wird, ohne das großartig die Inflation parallel ansteigen wird.
      Meine Meinung fußt auf die Grundlage des Vertrauens in den Staat, der seine Schulden zuverlässig tilgen wird.
      Als sinnvolle Quelle habe ich diesen Link gefunden:
      https://www.youtube.com/watch?v=zvut4oK9S80
      Einen schönen Abend

  6. Avatar

    Lausi

    4. August 2020 20:29 at 20:29

    Die Augen von Herrn Cashkari/Kashkari scheinen die Märkte widerzuspiegeln – vollkommen gedopt… ;-)

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Weniger Konsum: So deutlich ändert sich das Verhalten bei Gering- und Normalverdienern

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Brieftasche wird zusammengepresst

Grundsätzlich ist es kein Geheimnis. Durch Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und Zukunftsängste geht der Konsum bei vielen Menschen in der Coronakrise deutlich zurück. Und je weniger Konsum, desto schlechter geht es den Betrieben, die Konsumprodukte zur Verfügung stellen. Schaut man dieser Tage auf zahlreiche Aussagen von Politik und Ökonomen, dann läuft die Konjunkturerholung derzeit auf Hochtouren, und wir haben die Lücke zur Vor-Corona-Zeit fast schon wieder geschlossen. Aber wer sich die Innenstädte, Restaurants, Einzelhandel, Reisebüros, Fluggesellschaften uvm anschaut, kann an so eine glatte, wunderschöne Erholung nicht so recht glauben. Ganz abgesehen von dem Heer der Solo-Selbständigen, die quasi unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit in ein Desaster schlittern, und direkt bei Hartz4 landen, ohne Sonderhilfen.

Der Anbieter Creditreform (Deutschlands führender Anbieter von Wirtschaftsinformationen und Lösungen zum Forderungsmanagement) hat heute eine repräsentative Umfrage veröffentlicht, die sich vor allem dem Konsum der Gering- und Normalverdiener in der Coronakrise widmet. Ende August mussten demnach hochgerechnet rund 15,5 Millionen Haushalte in Deutschland auf einen Teil ihres Haushaltseinkommens verzichten. Auffällig sei, dass es besonders die Gering- und Normalverdiener betreffe, die ein dünneres Finanzpolster hätten als Gutverdiener. So fehlten laut der Umfrage rund drei Viertel der Befragten bis zu 30 Prozent ihres regulären Einkommens.

Verhalten beim Konsum geändert

So haben die Menschen lauf Creditreform ihr Verhalten beim Konsum bereits geändert. So gaben 55 Prozent der Befragten Ende August an, krisenbedingt weniger Geld für den Konsum und die Lebenshaltung auszugeben. Das entspricht rund 22,7 Millionen Haushalten. Fast jeder Dritte sei sich unsicher, ob das Geld in den kommenden zwölf Monaten reicht, um alle finanziellen Verpflichtungen wie Miete und Nebenkosten, Kredite oder Versicherungsbeiträge bezahlen zu können. Gut jeder Zehnte gab sogar an, die Ratenzahlungen für Konsum-, Immobilien- oder Kfz-Kredite gestundet zu haben.

In Notzeiten schauen die Menschen laut aktueller Aussage von Creditreform strenger auf ihr Geld und verzichten eher auf unnötigen Konsum. Die Menschen würden den Rotstift demnach zuerst bei Urlaub, Bekleidung oder Schmuck ansetzen. Bei Medikamenten, der Altersvorsorge oder ihren Haustieren seien sie hingegen kaum zu Abstrichen bereit. Diese Ausgabenvorsicht helfe derzeit noch, die finanzielle Situation der Haushalte zu stabilisieren. Aber sollten die Menschen langfristig auf Teile ihres Einkommens verzichten müssen, rechne man mit einem starken Anstieg der überschuldeten Verbraucher. Besonders brisant würden die kommenden Wochen, da die von der Bundesregierung beschlossene Aussetzung der Insolvenzantragspflicht für zahlungsunfähige Unternehmen im Oktober wieder aufgehoben sei. Die Folge wären nicht nur steigende Insolvenzzahlen bei den Unternehmen, sondern auch ein Anstieg der Arbeitslosigkeit, so Creditreform.

Grafik zeigt Gründe für sinkende Einkommen

Grafik zeigt wo Verbraucher beim Konsum sparen

weiterlesen

Allgemein

Gewerbeumsatz im August rückläufig – warum es tatsächlich aber ein Anstieg ist

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Sprühender Funken bei Industrieproduktion

Den Gewerbeumsatz prognostizieren die Statistiker vom Statistischen Bundesamt aus den monatlichen Umsatzsteuervoranmeldungen. Daher können sie heute für den Monat August vorläufig sagen, dass der Umsatz in der gewerblichen Wirtschaft (gemeint sind die Bereiche Industrie, Bau sowie Handel und Dienstleistungen) im Vergleich zu Juli um 1,3 Prozent gesunken ist. Der Wert für August liegt vor Revision um 4,7 Prozent niedriger als im Februar 2020, dem Monat vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland. Diesen Abwärtshaken beim Aufschwung erkennt man auch im Chart am Ende des Artikels, der den Indexverlauf seit Anfang 2015 anzeigt.

Dieser aktuelle Rückgang kann aber täuschen. Man achte zum Beispiel auf die aktuellen Worte von Jörg Krämer, Chefökonom der Commerzbank. Die deutschen Unternehmen hätten zwar im August 1,3% weniger umgesetzt als im Juli gemacht. Aber der ohnehin starke Juli-Umsatz sei nach oben revidiert worden. Juli und August zusammen liegen jetzt 9,2 Prozent über dem 2. Quartal, und beim BIP zeichne sich ein starkes Plus von 9 Prozent ab, so seine Worte.

Und siehe da, schauen wir uns doch mal den Juli-Indexwert in der heute veröffentlichten Grafik der staatlichen Statistiker an. Er liegt bei 128,0 Indexpunkten. Schaut man auf die Original-Veröffentlichung der Statistiker für Juli vom 27. August, dann sieht man hier einen Juli-Indexwert von nur 125,9. Also, in der Tat. Der Juli-Wert wurde heute von 125,9 auf 128 kräftig nach oben revidiert. Von daher ist der heutige Rückfall auf 126,3 im August immer noch höher als in der Erst-Veröffentlichung für Juli aus dem Vormonat. Geht man also nach den jeweiligen Erstschätzungen, dann klettert der Gewerbeumsatz von Juli auf August weiter an.

Rückläufig ist der heutige August-Wert nur, weil man einen aktuellen Schätzwert in Relation zu einer revidierten Zahl setzt. Sinn macht es aber nur, wenn man entweder zwei Schätzwerte oder zwei revidierte Werte miteinander vergleicht. Man darf vermuten, dass der August-Wert, welcher Ende Oktober veröffentlicht wird, nach oben revidiert wird. Denn die Statistiker erwähnen heute auch, dass sich die Werte aufgrund von Nachmeldungen durch Revision noch erhöhen können. Der Anstieg im Gewerbeumsatz in Deutschland geht also vermutlich weiter, ohne unterbrechenden Abwärtshaken.

Chart zeigt Verlauf im Gewerbeumsatz seit 2015

weiterlesen

Allgemein

Meine Absage an Panikmache und Alarmismus – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

die Zentralbanken fluten derzeit wieder den Markt mit frischem Geld. Zunächst senkte die US-Fed den Leitzins im März praktisch auf Null (0-0,25 %). Die US-Regierung erprobte daneben gleich einmal eine Art Helicopter-Geld und unterstützte Arbeitslose mit 600 USD pro Monat.

Dann feuerte die EZB in den Markt und stockte im Rahmen des sog. PEPP-Programms (Pandemic Emergency Purchase Programme) die turnusmäßigen Anleihenkäufe um 600 Milliarden Euro auf. Derweil wurde die PEPP-Maßnahme nochmals erweitert. Nunmehr lassen die Währungshüter um Christine Lagarde bis Juni 2021 insgesamt 1,35 Billionen Euro rollen, um die angeschlagene Konjunktur zu stabilisieren.

Nie zuvor haben Notenbanken und nationale Regierungen derartige Summen mobilisiert in solch kurzer Zeit in den Markt gegeben. Im Vergleich dazu mutet die Geldpolitik der vergangenen Jahre geradezu konservativ und zurückhaltend an.

Vor diesem Hintergrund mehren sich die Stimmen, die nicht nur steigende Inflation prognostizieren, sondern zumindest für den Euro wieder die Existenzfrage aufwerfen. Die Sorgen vieler Marktteilnehmer spiegeln sich eindrücklich unter anderem in steigenden Preisen für Gold und Silber. In dieser Situation sucht man Substanz, und einer Papierwährung trauen diese Substanz üblicherweise nicht zu. Nichts als bedrucktes Papier, so der verbreitete Tenor.

Aber schauen wir uns die Fakten an. Ist es im digitalen Zeitalter überhaupt noch zulässig von einer Papierwährung zu sprechen? Tatsächlich laufen gegenwärtig in der Euro-Zone Geldscheine und Münzen im Wert von rund 1,4 Billionen Euro um. Das entspricht also grob der Bewertung der Apple-Aktie vor vier Wochen. Heute hat Papiergeld streng genommen kaum noch eine wirtschaftliche Funktion außerhalb des Dienstleistungssektors bzw. des Einzelhandels. Papiergeld brauchen wir um Semmeln beim Bäcker zu holen und um ein Eis auf die Hand beim Stadtbummel zu kaufen.

Alle modernen Währungen sind heute elektronisch. Die wahren Geldmassen lagern heutzutage auf Konten, in Depots oder sind in Immobilien gebunden. So wiegt etwa der private Immobilienmarkt allein in Deutschland rund 5 Billionen Euro. Der DAX, also nur die 30 größten Unternehmen hierzulande, wiegen derzeit rund 1 Billion Euro. Noch ein Beispiel: Der französische Leitindex CAC 40 ist noch schwerer. Seine Unternehmen sind gegenwärtig rund 1,5 Billionen Euro schwer.

Möglicherweise sind diese Marktwerte aufgebläht. Diese Aussage ist zulässig. Die Aussage, dass eine moderne Währung ungedeckt von Sachwerten wäre, hingegen ist Humbug. Ich halte ganz generell die Sorgen um den Kollaps des Euro bzw. einer anderen westlichen Währung für übertrieben. Die Sorge, dass eine…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen