Folgen Sie uns

FMW

US-Produktion zerstört Illusionen – OPEC muss weiter dagegenhalten

Die OPEC muss weiter kräftig dagegenhalten, wenn sie im Laufe des Jahres steigende Ölpreise haben will. Das ist einmal mehr die (traurige?) Wahrheit hinter den Zahlen, die aus den USA kommen. Während OPEC sowie…

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Die OPEC muss weiter kräftig dagegenhalten, wenn sie im Laufe des Jahres steigende Ölpreise haben will. Das ist einmal mehr die (traurige?) Wahrheit hinter den Zahlen, die aus den USA kommen. Während OPEC sowie einige Nicht OPEC-Staaten ihre Förderung um 1,8 Millionen Barrels pro Tag gekürzt haben, zerstören die rein privatwirtschaftlich arbeitenden einzelnen Fracking-Buden in den USA den Traum einer wunderschönen Verknappung auf der Angebotsseite.

Wie Daten vom Freitag zeigen, steigt die Anzahl der aktiven Öl-Bohrstellen in den USA nun die 14. Woche hintereinander. Letzte Woche waren es +5 auf jetzt 688. Damit gibt es nun insgesamt gesehen einen elfmonatigen Ausbau der aktiven Bohrstellen. Damit hat sich die Zahl der Bohrstellen binnen eines Jahres verdoppelt! Aussagekräftig hierfür ist auch der folgende Chart der US-Energiebehörde EIA. Er zeigt seit dem Jahr 2000 die US-Ölproduktion in Millionen Barrels pro Tag

2015 lag der Höhepunkt bei 9,61 Millionen Barrels pro Tag. Aktuell gehen die USA wieder zügig in Richtung Rekord, denn man liegt aktuell bei 9,25 Millionen Barrels pro Tag, was gegenüber letztem Jahr eine Steigerung von 10% ausmacht. Vergleicht man die Volumensteigerung von 10% mit der Steigerung der Anzahl der aktiven Bohrlöcher von gut 100%, dann kann man durchaus vermuten, dass im Rahmen von Verzögerungseffekten mehr Fördermenge von den neu hochgefahrenen Bohrstellen in den nächsten Monaten hinzukommt.

Natürlich fördert nicht jede Bohrstelle gleich viel Öl – aber die Differenz zwischen +10% und +100% ist doch zu groß. Ein Nachholeffekt bei der Fördermenge ist durchaus anzunehmen. Im Augenblick ist keine Trendwende in Sicht, obwohl der Ölmarkt die letzten Jahre unberechenbar war. Wenn die USA so weitermachen, gehen sie auf die 10 Mio-Marke zu und ziehen mit den Saudis gleich. Die Commerzbank hatte erst letzte Woche prognostiziert einzelne OPEC-Staaten würden aus einer fortgesetzten Fördermengen-Kürzung ausscheren, wenn sie sehen wie deutlich ihr Verlust an Marktanteilen ist.

Das glauben wir auch. Wenn erst so richtig offensichtlich wird, dass US-Ölabnehmer immer mehr bei US-Frackern kaufen, und wenn die OPEC-Staaten ihre Mengen woanders absetzen müssen, sehen sie ihre jahrzehntealten Marktanteile in Gefahr, und denken schnell nur noch an sich selbst. Löst man dann diese Kürzungsvereinbarung auf, war es das mit einer gemeinsamen Linie. Eigentlich müsste man Ende Mai bei der möglichen Verlängerung der Kürzung in Wien kräftig draufhauen und vielleicht von 1,8 auf 2 Mio Kürzung pro Tag erhöhen – oder noch mehr sogar? Das wäre vielleicht das kräftige Zeichen, welches den Ölpreis nach oben treiben könnte. Aktuell liegt WTI-Öl knapp unter 50 Dollar.

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Olaf

    24. April 2017 12:04 at 12:04

    Schöne heile Welt , neue Krediete für die Fracking -Buden viel neu gedrucktes Geld für die Rüstung und niemand hetzt mehr gegen Trump . Es sind alle wieder gute Freunde . Am Horizont die Sonne scheint und den Abgrund auf den alle mit Volldampf zurasen sieht keiner . Alles klar auf der Andrea Doria

    • Avatar

      Thomas

      24. April 2017 13:53 at 13:53

      Die USA importieren immer noch 4-5 Mio. Barrel Öl pro Tag, weil Fracking (LTO) nicht komplett zu WTI verarbeitet werden kann. Diese Meldungen sagen nichts über die tatsächliche Energieversorgung aus und unterstellen, es gibt genug ÖL auf der Welt. Fracking ist teuer und alle Unternehmen schreiben hohe Verluste und lagern ihre LTO-Bestände auf den Tankern dieser Welt, da in Summe nicht handelbar. Der Energieüberschuss ist schwach und stellt unser gesamtes Finanzsystem auf die Probe.

      • Avatar

        Kramer

        25. April 2017 00:26 at 00:26

        Leider merkt man es bem Benzinpreis nicht, denn der müsste, beim Barrel von ca. 49 , um 10 Cent niedriger sein.

  2. Avatar

    Walter Schmid

    24. April 2017 14:13 at 14:13

    Na, das kann ja ein schönes Pulverfass werden. Ich glaube auch, dass die Fördermengenkürzungen der OPEC bald Geschichte sein werden und jeder sich selbst der Nächste sein will. Wenn der Ölpreis wieder nach unten abdriftet, kann die Fracking-Industrie in den USA kein Geld mehr verdienen. Wenn man sie aber mit Subventionen am Leben erhalten wird, dann gute Nacht OPEC-Länder. Viele können ohne sprudelnde Gewinne aus dem Ölgeschäft ihre Schuldenberge dann nicht mehr stemmen. Viel zu sicher waren sich die Ölförderländer, dass die Öl-Party ewig weiter gehen wird.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Finanznews

Aktienmärkte: Großer Verfall – es steht viel auf dem Spiel! Videoausblick

Das für die Aktienmärkte wichtigste Ereignis ist heute der große Verfall – und es steht viel auf dem Spiel! Überlegungen zur Rally – und warum sie endete!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Das für die Aktienmärkte wichtigste Ereignis ist heute der große Verfall (die Laufzeit von Futures und Optionen mit Laufzeit September endet heute) – und es steht extrem viel auf dem Spiel! Denn die massiven Käufe von Call-Optionen von Privatinvestoren haben zu einer Mechanik bei Brokern geführt, die die extreme Rally vor allem der großen US-Tech-Aktien bis Anfang September weitgehend erklärt – und auch den Abverkauf dieser Aktien seitdem! Wenn nun diese Optionen verfallen sind, könnte es richtig turbulent für die Aktienmärkte werden, da die Broker dann viele Positionen verkaufen werden (die sie eingegangen waren, um die Calls der Privatinvestoren zu hedgen)..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

weiterlesen

Finanznews

Aktienmärkte: Haben wir „Peak Fed“ gesehen? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Während der gestrigen Pressekonferenz gerieten die Aktienmärkte plötzlich unter Druck – und ein zentraler Grund dafür scheint zu sein, dass die US-Notenbank eine Erhöhung des QE verweigerte und den Ball der US-Politik zuschob. Die Aktienmärkte wiederum hatten den fehlenden Stimulus durch die US-Politik erstaunlich gut verdaut – wohl weil man glaubte, mit der Fed jederzeit noch ein Ass im Ärmel zu haben. Nun formuliert ein US-Analyst: wir haben den Hochpunkt (peak) der Fed-Unterstützung bereits hinter uns. Nach teilweise herben Verlusten an der Wall Street (zwischenzeitlich waren sowohl im Dow Jones als auch im Nasdaq 100 alle Aktien im Minus)haben sich die Indizes wieder erholt, der zwischenzeitlich ebenfalls abgesackte Dax handelt wieder im Bereich der 13.200er-Marke. Der morgige große Verfall könnte für weitere Turbulenzen sorgen..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

weiterlesen

Finanznews

Aktienmärkte: Warum geht es nach der Fed bergab? Videoausblick

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte sind im Gefolge der gestrigen Fed-Sitzung und der Pressekonferenz von Jerome Powell unter Druck geraten – und das, obwohl die US-Notenbank extrem dovish war und bis 2023 Nullzinsen garantierte. Warum also die Enttäschung der Märkte – und die plötzliche Dollar-Stärke? Offenkundig hatten die Märkte gehofft, dass die Fed ihr QE noch stärker ausweiten würde, zumal der staatliche Stimulus in den USA bisher ausbleibt (was die Märkte bislang in der Hoffnung auf die Fed ignoriert hatten). Nun schwenkt Trump um und fordert entgegen den Wünschen seiner eigenen Partei ein größeres Stimulus-Paket, aber die US-Demokraten sitzen jetzt am längeren Hebel. Die Chancen steigen, dass Trump die Wahlen verlieren wird..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen