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US-Regierung flutet die heimischen Airlines mit Geld

Airlines werden von US-Regierung gerettet - Beispielbild für American-Flieger

Die USA haben aus gesundheitlicher  Sicht vermutlich zu zögerlich auf die Coronakrise reagiert? Aber wenn die Amerikaner eine Eigenschaft haben, dann ist es schnelles und flexibles Handeln in Krisenzeiten, wenn man die Krise denn erkannt hat! So auch bei den heimischen Airlines. Man kann es gut vergleichen mit der Finanzkrise 2008. Wir erinnern uns. Jahrelang haben Regierungen in Europa rumgewerkelt oder gar nichts getan, um ihre eigenen Banken zu retten oder zu rekapitalisieren. Bis heute sind sie oft kaputt oder angeschlagen. Die USA verteilten damals sofort an die größten Banken Eigenkapital auf Steuerzahlerkosten. Auch wenn es damals einen Aufschrei der Öffentlichkeit gab. Das Vertrauen in die US-Banken war damit schnell wieder hergestellt, und sie kamen schnell aus der Krise heraus.

US-Regierung rettet heimische Airlines großflächig

Läuft es so auch nach der Coronakrise bei den Airlines in den USA? Denn die US-Regierung hat beschlossen quasi per Gießkanne (wie gesagt, Parallele zu US-Banken in der Finanzkrise!) den zehn größten heimischen Airlines mit einer Mischung aus Krediten und Fördermitteln zu helfen. Laut Berichten soll es sich um eine Summe von gut 25 Milliarden Dollar handeln. Zu den Empfängern sollen unter anderem  Southwest, JetBlue, United, Alaska und American Airlines gehören. American erhält zum Beispiel 5,8 Milliarden Dollar. Auch Delta Airlines ist mit dabei. Die Airline hat aktuell veröffentlicht, dass man sich von der US-Regierung 5,4 Milliarden Dollar abholt.

Mit den Hilfsgeldern der Regierung könne man Zwangsbeurlaubungen und Gehaltskürzungen bis Ende September verhindern, obwohl der Flugverkehr um 95 Prozent eingebrochen sei, so Delta. Die Airline gibt Einblick, wie die US-Regierung konkret Geld zuschießt. 5,4 Milliarden Dollar erhalte von vom Unterstützungsprogramm für Gehälter. Enthalten sei ein zehnjähriger nachrangiger Niedrigzinskredit über 1,6 Milliarden Dollar. Und Delta gewährt der US-Regierung fünf Jahre lang die Option 1 Prozent der Delta-Aktien zu einem Kurs von 24,39 Dollar zu kaufen.

US-Airlines die Gewinner der Krise?

Folgendes Szenario ist möglich: Während weltweit viele eh schon kaputte und wackelnde Airlines durch die Coronakrise endgültig aus dem Markt ausscheiden, werden die Airlines in den USA großflächig von der US-Regierung gestützt, und können nach der Krise ihre weltweiten Marktanteile ausbauen. Das dürfte auch für einige Airlines in den Golfstaaten gelten, die mit den Petro-Dollars der Scheichs durch die Krise kommen können. Dass die Marktbereinigung außerhalb der USA wohl gerade dabei ist sich in Gang zu setzen, sieht man aktuell am Beispiel der norwegischen Airline „Norwegian“.

Die Aktie der Airline verlor gestern nach Wiederaufnahme des Handels nach dem Osterwochenende 44 Prozent an Wert, von 8,27 auf 4,60 Kronen! Norwegian war schon vor der Coronakrise hoch verschuldet. Das Wachstum musste ja irgendwie finanziert werden. Es gibt einen Rettungsplan, aber es scheint derzeit auf der Kippe zu stehen, ob die Gläubiger dem Plan zustimmen. Es könnte sein, dass der Anbieter bald aus dem Markt ausscheidet. Bei der Lufthansa wird vermutlich immer noch mit dem Bund verhandelt, ob und wie man Staatshilfen annehmen wird. Vermeidbar ist dieser Schritt wohl kaum (hier mehr zu dem Thema).



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