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US-Staatsanleihen: Japan überholt China als größter Besitzer

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Einmal im Monat veröffentlicht das US-Finanzministerium mit sechs Wochen Verzögerung, welches Land welches Volumen an US-Staatsanleihen hält. Eine lange Zeit war China der größte ausländische Eigentümer von US-Staatsanleihen. Aber ganz aktuell mit Stand Ende Juni hat sich das geändert. Japan ist jetzt der größte Halter von US-Papieren mit einem Volumen von 1,123 Billionen Dollar. Gegenüber Mai ist das Volumen um 22 Milliarden Dollar gestiegen, und gegenüber Dezember 2018 um satte 83 Milliarden Dollar.

US-Staatsanleihen und der Handelskrieg?

Und China? Hat das Land im Zuge des Handelskriegs seine “nukleare” Option gezogen und in großem Umfang US-Staatsanleihen auf den Markt geworfen? Nein. Von Mai zu Juni ist das Volumen sogar um 2 Milliarden Dollar gestiegen – die Japaner hatten halt noch viel mehr gekauft, und sind deshalb an den Chinesen vorbeigezogen! Im Vergleich zu Dezember 2018 ist das Volumen von China gehaltener US-Papiere um 11 Milliarden auf jetzt 1,112 Billionen Dollar gesunken. Im Vergleich zu Juni 2018 ist es ein Rückgang von 79 Milliarden Dollar.

Das ist schon ein nennenswerter Rückgang binnen 12 Monaten, aber als Ausrufezeichen um Donald Trump nervös zu machen, dafür sind die Rückgänge vor allem in den letzten Monaten doch viel zu gering. Da müssten die Chinesen schon stärker auf die Verkaufstaste drücken, wenn Steve Mnuchin (Finanzminister) in Panik im Weißen Haus anrufen soll! Und sonst? Drittgrößter ausländischer Halter von US-Staatsanleihen ist Großbritannien. Das Volumen ist von Dezember bis Juni deutlich angestiegen von 288 auf jetzt 341 Milliarden Dollar.

Ausländische Eigentümer von US-Staatsanleihen Stand Juni
Daten und Grafik: US Treasury

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    tm

    16. August 2019 09:46 at 09:46

    “Drittgrößter ausländischer Halter von US-Staatsanleihen ist Großbritannien.”

    Nein, das ist sicher nicht so. Ermittelt wird, aus welchem Land heraus die Anleihen gekauft werden, aber nicht wer die Anleihen hält. Im Falle von Großbritannien ist es ganz sicher nicht der britische Staat, der die Anleihen hält und vermutlich auch nur zu einem kleinen Teil britische Bürger. Die Anleihen werden schlicht über den Finanzplatz London erworben. Ähnliches gilt für die Karibikstaaten, Luxemburg, die Schweiz etc.

    “Hat das Land im Zuge des Handelskriegs seine „nukleare“ Option gezogen und in großem Umfang US-Staatsanleihen auf den Markt geworfen? Nein.”

    Natürlich nicht – China konterkariert die Zölle über eine Abwertung des Yuan, ein Verkauf von US-Staatsanleihen wäre da kontraproduktiv.

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    Übelkeit

    16. August 2019 09:57 at 09:57

    Wenn man wissen will wie kaputt das System ist muss man sich nur die Liste ansehen. Schweiz, Luxemburg und Cayman Islands,…

  3. Avatar

    Ranzentier

    16. August 2019 10:10 at 10:10

    …ich denke auch, dass Trump mit Japan einen Deal geschlossen hat, dass die Ihre Positionen aufstocken und er dafür die Japaner in Ruhe lässt…Premier Abe wirkt neben Trump immer sehr devot…ich denke das der im Endeffekt vieles machen wird, um von den Amis in Ruhe gelassen zu werden…

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EZB-Bilanz explodiert immer weiter – zu großer Hunger auf deutsche Papiere

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Die Zentrale der EZB in Frankfurt

Seit gestern liegt die EZB-Bilanz für den Stichtag 29. Mai vor. Am Ende dieses Artikels drucken wir die Übersicht der Aktiva ab, woraus auch die gigantischen Anleihekäufe der EZB ersichtlich sind. Die gesamte Bilanzsumme wuchs binnen einer Woche um 40,8 Milliarden auf 5,596 Billionen Euro! Noch im Februar waren es 4,7 Billionen Euro. Tja, das Geld für all die aufzukaufenden Staatsschulden und für die Kredite an die Banken muss irgendwo her kommen. Euros aus dem Nichts erschaffen, das bläht die Bilanzsumme auf! Die zu “geldpolitischen Zwecken gehaltene Wertpapiere” (Anleihekaufprogramme) haben jetzt ein Volumen von 3,019 Billionen Euro erreicht – ein Plus von 24 Milliarden Euro in nur sieben Tagen.

Die längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte (Kredite an Banken) wuchsen um 18 Milliarden Euro im Vergleich zur Vorwoche. Die EZB-Bilanz macht nun 47 Prozent der Wirtschaftsleistung der Eurozone aus. Abgesehen von der Summe ist auch diese prozentuale Relation ein Rekord! Interessant ist auch, dass die EZB derzeit offenbar mehr deutsche Staatsanleihen aufkauft, als es nach dem Kapitalschlüssel angedacht wäre. Schon mal vorsichtshalber viele deutsche Papiere aufkaufen, bevor es der Bundesbank nach dem Urteil aus Karlsruhe endgültig verboten wird an den Anleihekäufen der EZB mitzuwirken? Im folgenden Chart sehen wir den Verlauf der EZB-Bilanz seit der Entstehung der Zentralbank.


source: tradingeconomics.com

EZB-Bilanz mit Stand 29. Mai

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USA: Fed-Bilanz, Arbeitslosigkeit und Staatsverschuldung im Vergleich

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Die Zentrale der Fed in Washington DC

Wie auch in Europa, so wird in den USA in gigantischem Ausmaß gedruckt, gepumpt und verschuldet. Hier schauen wir uns die Orgie des frischen Geldes mal in Form von Charts an, alle seit dem Jahr 2002. Im ersten Chart sehen wir die Bilanz der Federal Reserve. Sie musste in gigantischem Ausmaß jüngst Geld drucken, um damit Staatsanleihen und viele andere Instrumente aufkaufen zu können. Die Bilanz stieg seit 2002 von gerade mal 719 Milliarden Dollar auf aktuell über 7 Billionen US-Dollar! Noch Ende Februar, kurz vor dem Start der ganzen Rettungsorgien, waren es noch 4,1 Billionen US-Dollar.

Bilanz der Fed seit dem Jahr 2002

Im Vergleich zum Wachstum der Fed-Bilanz sehen wir im folgenden Chart seit dem Jahr 2002 die Entwicklung der offiziellen Arbeitslosenquote in den USA. Damals noch bei 5,7 Prozent, stieg sie in der Spitze der Finanzkrise bis auf 10 Prozent an. Dann in den Boomjahren danach die Erholung bis auf nur noch 3,5 Prozent im Februar 2020. Was für eine Vollbeschäftigung! Ein Paradies in jeder Hinsicht? Und dann der große Knall durch die Coronakrise. Binnen weniger Wochen die Explosion der Arbeitslosigkeit auf 14,7 Prozent.

Offizielle Arbeitslosenquote in den USA seit 2002

Die US-Staatsverschuldung, die entwickelt sich völlig unabhängig von Konjunkturzyklen oder Notenbank-Bilanzen! Dies sieht man im folgenden Chart, auch seit dem Jahr 2002. Egal ob während der Finanzkrise oder danach in einem jahrelangen Konjunkturboom, wo der Staat eigentlich Gelegenheit hätte Schulden abzubauen. Die Verschuldung der US-Regierung wächst konstant weiter an, von 6 Billionen US-Dollar im Jahr 2002 auf aktuell über 25 Billionen Dollar, was hier im Chart noch nicht final aktualisiert wurde. Die nächsten Monate wird diese Zahl wohl deutlich anwachsen, aufgrund der Rettungsmaßnahmen in Folge der Coronakrise.

US-Staatsverschuldung seit 2002 wächst kontinuierlich an

Aber zum Schluss nochmal zurück zur Arbeitslosigkeit in den USA. Der folgende Chart zeigt die Entwicklung seit den 1950er-Jahren. So erkennt man besser die aktuelle dramatische Lage!

Arbeitslosigkeit in den USA seit den 1950er Jahren
Charts: St. Louis Fed

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Anleihen

Deutschland verkauft Schulden – Investoren mit Nachfrage-Explosion!

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Geldmünzen und Scheine

Ja, so was sieht man nicht oft. Deutschland hat heute neue Schulden verkauft, und die Nachfrage… die war so hoch wie seit 13 Jahren nicht mehr. Fast schon unfassbar. Der deutsche Staat hat heute zwei Jahre laufende Bundesschatzanweisungen mit einem Zinskupon von 0,00 Prozent verkauft. Die Negativrendite der Emission lag bei -0,66 Prozent (vorher -0,68 Prozent). Angeboten hatte der Bund ein Emissionsvolumen von 5 Milliarden Euro. Die Finanzagentur Deutschland GmbH, die für Bundesfinanzminister Olaf Scholz das Anleihemanagement durchführt, zeigt in ihren frisch veröffentlichten Details zu dieser Emission, dass die Nachfrage bei unglaublichen 13,26 Milliarden Euro lag!

Tja, wenn man eh weiß, dass die EZB sowieso den ganzen Markt aufkauft (vereinfacht ausgedrückt), wo ist da noch das Risiko für Investoren? Außerdem ist Deutschland eh der solventeste Schuldner? Aber halt. Mit -0,66 Prozent Rendite macht der institutionelle Anleger mehr Verlust, als wenn er sein überschüssiges Geld auf einem Bankkonto parken würde, wo er zwar auch Negativzinsen auf große Einlagen zahlt, aber noch nicht -0,66 Prozent. Also warum dieser Ansturm auf diese Bundesschatzanweisungen?

Die Anleger könnten darauf spekulieren, dass in Zeiten von Gelddrucken, Coronakrise und Staatsschulden-Orgien die Rendite-Niveaus der Anleihen jetzt weiter, weiter, und noch weiter ins Negative rutschen. Weiter sinkende Renditen bedeuten automatisch immer weiter steigende Anleihekurse. Wer also jetzt in die Auktion stürmt, hofft auf einen höheren Verkaufskurs seiner Anleihe in einigen Tage, Wochen, oder Monaten.

Der deutsche Staat macht wie seit Jahren so richtig kräftig Kasse mit seinen Emissionen. Von wegen Haushaltsdisziplin oder sparsame Finanzminister Schäuble und Scholz. Die guten Herren verdienen ihr Geld durch den Verkauf neuer Schulden. Geld im Schlaf verdienen sozusagen – das kann jeder! In diesem Fall, bei dieser einzelnen Transaktion, ist mal wieder eine beträchtliche Gewinnsumme angefallen. Bei 5 Milliarden Euro Angebot hat der Bund tatsächlich 4,07 Milliarden Euro verkauft. 930 Millionen Euro gingen in die Marktpflegequote – damit wird der laufende Anleihehandel nach der Emission liquide gehalten.

Bei 4,07 Milliarden Euro Nominalwert muss exakt diese Summe in zwei Jahren an die Inhaber der Papiere zurückgezahlt werden. Zu einem heutigen Emissionskurs von 101,35 Prozent wurden sie aber heute über Nominalwert verkauft, wodurch die Negativrendite für die Anleger entsteht. Daher hat der Bund heute tatsächlich 4,125 Milliarden Euro eingenommen, und per sofort einen Gewinn in Höhe von 55 Millionen Euro eingestrichen. Summiert man alle Emissionen der letzten Jahre mit Negativrenditen zusammen, entstehen da Milliarden-Gewinne, nur durch den Verkauf neuer Anleihen! Die Zeche zahlen tun diejenigen, die solche Anleihen nicht zum Zweck der Kursgewinne halten, sondern weil sie es zum Beispiel als Fonds oder Pensionskasse oder Rentenversicherung per Satzung tun müssen, nämlich “sichere Anleihen” im Portfolio halten.

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