Die Staatsverschuldung in den USA wie auch die Zinslast für die US-Regierung explodieren regelrecht. Dazu kommt eine gigantische Neuverschuldung der KI-Konzerne, die am Anleihemarkt sozusagen Geld von Anlegern absaugen. Ihre Nachfrage nach Fremdkapital sorgt dafür, dass die US-Regierung bei der Suche nach Anlegerkapital einen neuen großen Konkurrenten dazu bekommen hat, der die Renditen insgesamt nach oben treibt.
US-Staatsverschuldung fast bei 40 Billionen Dollar
Gestern frisch verkaufte US-Staatsanleihen zeigen die höchste Emissionsrendite seit der Finanzkrise. Dies ist offenkundig die Folge einer völlig ausufernden Finanzpolitik, nicht erst seit Donald Trump regiert. Da ist kein US-Präsident besser oder schlechter als der andere. Je mehr Nachfrage nach einer Ware, desto höher der Preis. Je mehr die Regierung Schulden nachfragt aufgrund einer explodierenden US-Staatsverschuldung, desto höher der Preis, also die Rendite! Und wie gesagt: Die KI-Giganten verschärften den Aufwärtsdruck der Renditen, weil sie auch Geld nachfragen.
Schauen wir auf den folgenden Chart: Wir sehen seit dem Jahr 2000 die Entwicklung der US-Staatsverschuldung, von damals unter 6 Billionen Dollar auf heute 39,9 Billionen Dollar laut Daten des US-Finanzministeriums. Zu Zeiten der Finanzkrise im Jahr 2008 waren es nur 10 Billionen Dollar, und bei Ausbruch der Coronakrise 27 Billionen Dollar. Binnen sechs Jahren sehen wir also einen Anstieg der Schulden um gut 13 Billionen Dollar. Das zeigt die dramatische Schieflage im US-Staatshaushalt – deutlich mehr Ausgaben als Einnahmen, die über neue Schulden finanziert werden.
Zinslast annualisiert 1,24 Billionen Dollar
Der folgende Chart zeigt die explodierende Zinslast. Annualisiert zahlt die Regierung derzeit 1,24 Billionen Dollar Zinsen auf die US-Staatsverschuldung, pro Jahr! Noch vor sechs Jahren waren es gut 500 Milliarden Dollar. Auch wenn die Zinsen selbst sinken sollten – der Schuldenberg ist derart groß, dass die Zinsbelastung weiter ansteigt, auch weil der Großteil von alten noch laufenden Schulden höhere festgelegte Zinszahlungen beinhalten würde.
Neu ausgegebene Staatsanleihen mit höchster Rendite seit Finanzkrise
Bei einer Auktion zehnjähriger US-Staatsanleihen kam es gestern zur höchsten Emissionsrendite seit dem Jahr 2007, laut Bloomberg News. Dies bewirkte eine solide Nachfrage von Investoren, die für die Finanzierung der US-Regierung eine höhere Entschädigung verlangen. Die Rendite bei der 42 Milliarden Dollar schweren Auktion am Mittwoch lag bei 4,683% und war damit so hoch wie seit der globalen Finanzkrise nicht mehr. Sie lag knapp über dem Sekundärmarktniveau vor Ablauf der Gebotsfrist um 13 Uhr in New York. Dies deutet darauf hin, dass die Nachfrage nur geringfügig hinter den Erwartungen zurückblieb.
Heute steht eine Auktion 30-jähriger US-Staatsanleihen im Fokus. Sie dürfte zum höchsten Finanzierungssatz seit einem Vierteljahrhundert stattfinden. Eine Inflation oberhalb des Ziels der Federal Reserve und wachsende Haushaltsdefizite tragen zu den erhöhten Renditen langlaufender Anleihen bei.
“Für die Renditen ist es weiterhin schwierig zu sinken angesichts übergroßer Defizite, eines soliden Wachstums, des Krieges und einer Inflation über dem Ziel der Fed”, sagte Gregory Faranello, Chef des US-Staatsanleihehandels bei AmeriVet Securities.
Neben der hohen Kreditaufnahme setzen auch makroökonomische Faktoren langlaufende Anleihen unter Druck. Die Erholung der Rohölpreise wird von den Spannungen im Nahen Osten angetrieben und droht die Inflation hartnäckig hoch zu halten. Zugleich könnte sie den Einfluss des Rohstoffs auf langlaufende Schuldtitel verstärken.
Das robuste US-Wachstum schwächt unterdessen die traditionelle Nachfrage nach US-Staatsanleihen als sicherem Hafen. Gleichzeitig zwingt ein umfangreiches Angebot an Unternehmensanleihen staatliche Schuldtitel zu einem stärkeren Wettbewerb um Investitionen.
Der Druck ist global. Die Renditen japanischer Staatsanleihen steigen angesichts der Erwartung, dass die Bank of Japan ihre Geldpolitik normalisiert. Dadurch werden heimische Schuldtitel attraktiver und entziehen US-Staatsanleihen eine entscheidende Quelle ausländischer Nachfrage.
Fazit
FMW: Auch wenn letzte Woche Freitag und gestern schwache bzw. wie erwartet gemeldete US-Konjunkturdaten auf ganz kurze Sicht gegen höhere Zinsen sprechen, und einige Beobachter sogar auf Zinssenkungen der Fed hoffen könnten. Das große Bild zeigt die dramatisch steigende US-Staatsverschuldung, welche die Rendite für US-Staatsanleihen hoch hält und weiter ansteigen lassen könnte. Das bedeutet folglich neben dem Staat auch höhere Kreditkosten für Verbraucher und Unternehmen in den USA.
FMW/Bloomberg
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Die Geldscheine… die Sie hier sehen… wurden alle erst während bzw nach der Finanzkrise neu in Umlauf gebracht .. als die FED die Geldmenge stark anwachsen ließ…
Die FED Bilanz liegt jetzt beim Zehnfachen der Jahrtausendwende…somit ist die amerikanische Notenbank zum größten Gläubiger für US- Staatsanleihen mutiert…
Unvorstellbar früher..heute die Regel…im Moment vergrößert die FED ihre Bilanz um 40 Mrd monatlich…