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US-Steuerreform: Chef der größten Bank der USA sagt, was die Unternehmen tatsächlich mit dem zusätzlichen Geld machen werden

Die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Steuerreform tatsächlich kommt, wird immer größer. Es geht um gigantische Summen. Sehr große Ersparnisse dürften die massiven Steuersenkungen für…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Steuerreform tatsächlich kommt, wird immer größer. Es geht um gigantische Summen. Sehr große Ersparnisse dürften die massiven Steuersenkungen für Unternehmen bringen. Im Klartext: Sie haben dann einfach eine deutlich größere Gewinnspanne, und somit mehr Cash in der Kasse. Donald Trumps für die Öffentlichkeit propagierte Logik lautet: Dieses zusätzliche Cash werden die Unternehmen investieren, in neue Jobs, neue Fabriken, Innovationen, und und und.

Hierdurch soll ein wirtschaftlicher Stimulus entstehen, der nach mehreren Jahren mehr zusätzliche Steuereinnahmen bringt, als der Staat jetzt kurzfristig durch die Steuersenkungen verliert. Am Ende sollen alle gewinnen. So einfach geht das, in der Theorie. Die hat in der Praxis aber noch nie funktioniert, egal wo auf dem Planeten. Aber egal, die US-Steuerreform wird wohl kommen, und erst einmal werden die Staatsschulden dann weiter steigen. Die breite US-Öffentlichkeit interessiert das ohnehin nicht.

Aber werden die US-Unternehmen dieses zusätzliche Cash wirklich in mehr wirtschaftliche Aktivität investieren? Dazu hat sich Jamie Dimon, der Chef der größten Bank der USA JP Morgan aktuell geäußert. Bei einer Konferenz sprach er genau zu dem Thema US-Steuerreform. Dazu sagte er, dass diese schon vor 15 Jahren hätte durchgeführt werden müssen. Die USA bräuchten endlich ein konkurrenzfähiges Steuersystem. Die Unternehmen hätten dann mehr Kapital zur Verfügung, das sie nach und nach auch einsetzen würden. Auch aus dem Ausland würden vielleicht 1 Billion Dollar in die USA zurück transferiert werden – nach und nach würde das Wachstum der US-Wirtschaft dadurch ansteigen.

Und wofür die US-Unternehmen nun konkret das Zusatz-Cash verwenden, welches ihnen schon bald zur Verfügung stehen wird dank niedrigerer Steuersätze? Eben nicht für Investitionen. Dimon sagte dazu klar, dass einige Unternehmen vielleicht Löhne erhöhen würden. Andere Unternehmen würden das Geld für Übernahmen nutzen. Und wiederum andere würden damit ihre Dividendenzahlungen erhöhen oder vermehrt eigene Aktien zurückkaufen. Es wäre schlecht, nicht so zu handeln. Das sei ja schließlich das Geld der Unternehmen, so Dimon.

Man könne dieses Extra-Cash als eine Art QE4 betrachten. Damit spielt er auf die bisherigen drei Anleihekaufprogramme der Federal Reserve an, die die Wirtschaft stützen sollten. Tja, also kann man quasi sagen: Was dem US-Steuerhaushalt an Einnahmen fehlt, wandert als zusätzliches Geld auf die Konten von Aktionären, und teilweise auf die Gehaltszettel von Angestellten. Aber von einem Mehr an Investitionen war keine Rede. Das ist genau so wie bei der (eigentlich schönen) Idee, dass man einfach jedem Bürger (egal in welchem Land) eine Summe X in die Hand drückt, damit die Realwirtschaft angekurbelt wird durch ein Mehr an Konsum. Dass viele Bürger mit diesem Extra-Cash Kredite zurückzahlen, oder das Geld aufs Sparbuch packen würden, zerstört auch diese Theorie.


Jamie Dimon. Foto: World Economic Forum / Wikipedia (CC BY-SA 2.0)

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Rainer Köhler

    14. Dezember 2017 12:31 at 12:31

    Besonders große Unternehmen mit Oligopolstellung werden das Geld natürlich nicht nutzen um neue Investitionen zu tätigen. Wieso auch? Sie haben einen sicheren Stand. Sie werden das verfügbare Kapital einfach als Notgroschen für schlechte Zeiten aufbewahren und anlegen – zum Beispiel in Immobilien.

    Ich verstehe bis heute nicht, warum es überhaupt noch Ökonomen gibt, die so argumentieren, wenn es doch offensichtlich ist, dass das Modell der Vollkommenen Konkurrenz (was die Voraussetzung für die gesamte Mainstreamökonomie ist) völlig an den derzeitigen realen Verhältnissen vorbeigeht.

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    Dreistein

    14. Dezember 2017 15:04 at 15:04

    Die Ökonomen sind doch zur Lobby der Großkonzerne / Banken verkommen. Macht diese Steuerreform für den ärmeren Teil der Bevölkerung und es wird mehr konsumiert. Konsum bedeutet mehr Arbeit, mehr Arbeit bedeutet Investitionen und neue Arbeitsplätze. Hierdurch mehr Steueraufkommen also eine win, win Situation für alle. Das gleiche gilt für Deutschland, beim kleinen Mann wird die Steuerschraube immer mehr angezogen, die Renten werden nun ab 9000€ also monatlich 750€ versteuert, die Löhne werden gedrückt durch Zeitarbeit und Minijobs. Der Export auf Pump läuft noch aber die binnen Konjunktur geht den Bach runter, Gewinner: Banken und Konzerne, Verlierer der “normale Arbeiter“. Autos können keine Autos kaufen und wie bei vielen wird kein dritter Job angenommen dann kann man lieber von H4 leben als in Arbeit, die einen doch nicht weiter bringt, zu ersticken.

    • Avatar

      Gerd

      14. Dezember 2017 17:15 at 17:15

      „…eine win, win Situation für alle…“

      Haben wir doch in Deutschland.
      Es kriegt zwar nicht der am Existenzminimum krebsende Einzelne nennenswert mehr auf die Hand, aber dafür gibt es seit ein paar Jahren viel mehr Einzelne als vorher, die was auf die Kralle bekommen. Und das hat genau den von Ihnen beschriebenen Effekt. „…es wird (insgesamt) mehr konsumiert. Konsum bedeutet mehr Arbeit, mehr Arbeit bedeutet Investitionen und neue Arbeitsplätze. Hierdurch mehr Steueraufkommen …“
      Und mehr Einzelne kaufen auch Waschmaschinen, Fernseher, Kühlschränke und später auch mal (gebrauchte) Autos.

      Ob der Prozess nun durch Steuersenkungen initiiert wird oder ob das mittels einer „Nicht-Steuersenkung“ geschieht, wobei stattdessen die Gelder über das Solzialbudgets verteilt werden. Dem Finanzminister ist das egal, das Geld ist weg bzw. jemand anders hat es.

  3. Avatar

    bigben

    14. Dezember 2017 15:58 at 15:58

    es macht sinn, WENN die nafta als ganzes sich durch zölle abschottet.
    wir hier in deutschland sollten mal darüber diskutieren, das zölle ansich nichts diabolisches sind. mfg and good trades

    p.s.: steuern sind zum steuern da !!!

  4. Avatar

    Beobachter

    14. Dezember 2017 16:06 at 16:06

    @Dreistein,genau so ist es.Die US -Staatsquote ist seit ca.2009 von ca.41 auf ca.35 % gefallen.Das ist einerseits natürlich schön ,anderseits sind das die sicheren guten Staatsstellen, die durch tiefere Steuern eher noch weniger werden. Diese Steuersenkung wird die Schere zwischen Arm u.Reich bis zum Exzess weitertreiben u.kann sogar soziale Unruhen hervorrufen.
    Was gewisse Ökonomen betrifft erstaunt mich auch,habe ich doch gestern einen jungen Ökonomen gesehen der bei einem TV-Talk einen 70 jährige Börsenguru vom Bitcoin Schneballsystem als seriöse Sache zu überzeugen versuchte.

  5. Avatar

    Enka Latineg

    14. Dezember 2017 16:13 at 16:13

    Ich habe immer noch nicht verstanden, warum Firmen weniger Steuern zashlen müssen, als Menschen.

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Aktien

Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

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