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US-Steuerreform: Der Stand der Dinge

Warum die Abstimmung im US-Senat über die US-Steuerreform bis in die Nacht (deutscher Zeit) dauern dürfte..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Eigentlich hätte der Senat schon gestern über seine eigene Version der US-Steuerreform abstimmen sollen, aber bekanntlich kam es dazu nicht. Der Grund war, dass einige Republilakaner unter der Führung von Bob Corker – einem Intim-Parteifeind von Donald Trump – Bedenken wegen des absehbaren Anstiegs der US-Verschuldung anmeldeten, nachdem das überparteiliche Joint Committee on Taxation verkündet hatte, dass die derzeitige Fassung der Steuerreform des Senats 1,4 Billionen Dollar an geringeren Einnahmen bringen würde in den nächsten zehn Jahren, jedoch dabei nur wenig über 400 Milliarden Dollar an Einnahmen aufgrund größeren Wachstums bringen würde. Bliebe also eine Differenz von einer Billionen Dollar neuer Schulden, die auf die derzeit 20 Billionen noch oben drauf kämen!

Nun ist es eine gute alte Tradition der Republikaner, gegen den unbegrenzten Anstieg der US-Staatsverschuldung zu opponieren. Der massive Anstieg der US-Verschuldung unter Präsident Obama war vielen Republikaner stets ein Dorn im Auge, in der Partei von Donald Trump gibt es seit Jahrzehnten sogenannte „deficit hawks“, also „Defizit-Falken“, die scharf gegen eine weiteren Anstieg der Verschuldung der USA angehen wollen.

Daher wurden und werden Lösungen gesucht, um auch die Bedenken-Träger wie Bob Corker (Tennessee), Jeff Flake (Arizona), Ron Johnson (Wisconsin) oder James Lankford (Oklahoma) zur Zustimmung zu bewegen. Bob Corker hatte einen sogenannten „trigger“ vorgeschlagen, der graduelle Wiederanhebungen der Steuern vorsah, falls das US-Wachstum im Gefolge der US-Steuerreform geringer ausfallen würde als erwartet – doch drohten dann andere Republikaner, der Steuerreform bei Implementierung eines solchen „triggers“ die Zustimmung zu verweigern.

Also müssen jetzt andere Lösungen her! Derzeit wird diskutiert, die zunächst auf 20% von 35% zu senkende Unternehmenssteuer im Lauf der Jahre wieder graduell anzuheben – was jedoch auf den erbitterten Widerstand von Präsident Trump stoßen dürfte, der die 20%-Marke als undiskutierbar bezeichnet hatte. Für Trump wäre eine solche graduelle Anhebung ein massiver Gesichtsverlust nach den von ihm gegebenen Versprechungen.

Eine weitere Variante ist die Beibehaltung der sogenannten „alternative minimum tax“, ein Spitzensteuersatz für extrem Wohlhabende, die eigentlich mit dieser Steuerreform abgeschafft werden sollte.

So oder so: der Begin der Abstimmungen ist auf 17Uhr deutscher Zeit terminiert, aber es handelt sich um vermutlich sehr viele Abstimmungen, da es sehr wahrscheinlich „Amendments“ (Änderungsvorschläge) geben wird, über die dann jweils abgestimmt werden muß, bevor es dann zur großen Abstimmung kommen kann. Faktisch bedeutet das: das kann sich bis tief in die Nacht (deutscher Zeit) hinziehen!


Der US-Kongreß
Von Diliff – Uploaded by Diliff, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=517895

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    baeuerin

    1. Dezember 2017 13:11 at 13:11

    Nur wird die Steuerreform, den zum groessten Teil fuer die Arbeiter nichts nutzen.
    Trump weis als knallharter Business Man,wie man dumme Waehler fuer sich gewinnt!
    In DE ist das leider normal(Mehrheit)…

    • Avatar

      Dr.Schaarschmidt

      2. Dezember 2017 04:32 at 04:32

      Trumps Steuerreform wird die Verschuldung nochmals beschleunigen. Ein ausgeglichener Haushalt scheint den US Amerikanern also nicht wichtig. Schon jetzt beträgt das Defizit fast 750 Milliarden US-DOLLAR jährlich. Dazu kommen nun nochmal 250 Milliarden US-DOLLAR durch diese Reform, sowie den steigenden Zinsen.
      Wo soll das alles enden….?

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Impfstoff-Montag 3.0

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Den dritten Montag in Folge veröffentlicht ein Pharmahersteller einen konkrete Impfstoff-Meldung.

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SAP nach Kurssturz antizyklisch kaufen? – Werbung

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Lieber Börsianer,

das war nicht das Gelbe vom Ei, liebe SAP! Während die US-Konkurrenz in den Coronazeiten mit Cloud und anderen digitalen Anwendungen punktet, tritt die europäische Branchengröße auf der Stelle. Unter dem Strich sank der Umsatz um 4 %, während der operative Gewinn sogar um 12 % schrumpfte.

Offensichtlich sind die schwachen Quartalszahlen keine Eintagsfliege. So hat man die Umsatz- und Gewinnprognosen auch für die Jahre 2021 und 2022 gleich nach unten korrigiert. In der Folge erlebte die Aktie einen mächtigen Ausverkauf und verlor zeitweise über 20 % ihres ursprünglichen Wertes. Das kommt einem mittelprächtigen Erdbeben gleich.

Wo hakt es bei der SAP, warum kann das Unternehmen aus Walldorf zunächst nicht an die starken Wachstumsraten der vergangenen Jahre anknüpfen? Ich sehe drei Faktoren:

1)
Negative Währungseffekte: Die Dollarschwäche bzw. Eurostärke hat die Gewinnentwicklung spürbar belastet. Die US-Konkurrenz hingegen profitiert vom weichen Dollar.

2)
Das Covid-Virus: Die Software-Palette des Unternehmens ist nur eingeschränkt Corona-fest. Ein Beispiel: Mit der SAP-Software Concur planen die Unternehmenskunden der SAP Dienst- und Geschäftsreisen ihrer Mitarbeiter. Es bedarf keiner besonderen Erklärung: Diese Anwendung war in diesem Jahr kein Verkaufsknüller, sondern schlichtweg überflüssig.

3)
Schwächen in der Cloud: Aus der Branche hört man, dass SAP derzeit Defizite im Cloud-Geschäft hat. Die Kunden streben in die Cloud, allein SAP konnte nicht immer liefern. Hier gilt also: US-Konkurrenten wie Oracle und Salesforce haben hier die Nase vorne. Deshalb schwächelt das Neugeschäft der SAP.

Gleichwohl haben die Investoren – wie so oft – das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Der Kursrücksetzer war zwar notwendig, aber in seiner Dimension stark übertrieben. SAP verfügt über eine treue Kundenbasis. Rund 74 % des Umsatzes beruhen auf langfristigen Software-Verträgen. Mit anderen Worten: Das Unternehmen wird auch künftig gut verdienen und verfügt über die Mittel, um den technologischen Rückstand im Cloud-Geschäft wettzumachen.

Trotzdem: Kurzfristig ist die SAP-Aktie sicherlich noch kein Kauf. Wie gesagt es wurde schon Porzellan zerschlagen und Vertrauen verloren. Das deutsche Software-Unternehmen muss sich also nun…..

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Achtung Trader: Deutsche Börse führt „Xetra Trade-at-Close“ ein

Claudio Kummerfeld

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Achtung Trader! Ab 24. November bietet die Deutsche Börse für Trades über Xetra eine neue Handelsmöglichkeit an, die „Xetra Trade-at-Close“ Order. Sie bietet laut aktueller Aussage der Deutschen Börse eine zusätzliche Möglichkeit für Handelsteilnehmer zum offiziellen Schlusskurs zu handeln. Der Service steht dann für alle Wertpapiere im Xetra-Handel zur Verfügung. Hier die Details zu dem neuen Angebot im Wortlaut von der Deutschen Börse:

„Schlussauktionen gelten als Säule der Marktstabilität und des Anlegerschutzes. Sie bündeln die Liquidität pro Wertpapier zu einem Zeitpunkt und gewährleisten eine effiziente Preisbildung unter Berücksichtigung aller relevanten Informationen. Xetra Trade-at-Close adressiert die wachsende Nachfrage nach Orderausführungen am Ende des Handelstages“, sagt Michael Krogmann, Geschäftsführer der Frankfurter Wertpapierbörse.

Der neue Service bietet verschiedene Vorteile: Mit Xetra Trade-at-Close können Marktteilnehmer Aufträge auch nach Ende der Schlussauktion auf Xetra eingeben. Sie profitieren davon, zu einem festen Preis zu handeln, ohne an der Preisbildung in der Schlussauktion teilzunehmen. Außerdem erhalten sie eine zusätzliche Möglichkeit, Positionen vor Ende des Handelstages zu schließen und dabei mit zusätzlicher Liquidität im börslichen Handel zu interagieren.

Wird die Option Trade-at-Close für eine Order ausgewählt, werden Aufträge, die in der Schlussauktion nicht ausgeführt wurden, automatisch in die Trade-at-Close-Phase übertragen. Während der Trade-at-Close-Phase können auch neue Orders eingegeben werden. Der Schlusskurs wird vor allem von Buy-side-Kunden wie Pensionskassen oder Investmentfonds zur Berechnung von Portfoliorenditen, zur Bewertung von Investmentfonds und als Grundlage für viele Derivategeschäfte verwendet.

Xetra-Bildschirme der Deutschen Börse
Xetra-Bildschirme. Foto: Deutsche Börse AG

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