Folgen Sie uns

Indizes

US-Transport Index: Deutliche Anzeichen für eine Rezession – und warum der Handelsstreit zunächst in den Hintergrund rücken könnte

In d n USA gibt es eine Indikation, die auf eine ernsthaften Abschwung oder gar auf eine Rezession hindeutet

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Auch wenn es in den USA konjunkturell anscheinend noch gut läuft wie im Konsum oder im Dienstleistungssektor ablesbar, so gibt es doch eine Indikation, die auf eine ernsthaften Abschwung bzw. eine Rezession hindeutet – es ist der US-Transport Index. Hierzu ein paar Fakten:

Werbung: Gratis in Aktien und ETFs investieren. Null-Provision, Null-Aufwand! Erhalten Sie eine Gratisaktie im Wert von bis zu 100€

 

Eine Indikation im Sturzflug

Die inneramerikanischen Frachtraten sinken auf Jahresbasis nun schon sechs Monate in Folge, der größte Rückgang erfolgte im Mai, als die an den Spotmärkten ausgehandelten Transportkapazitäten im Jahresvergleich um 62 Prozent einbrachen.

Auch Daten des Cass Freight Index deuten in den ersten sechs Monaten auf eine wesentlich geringere Aktivität als im Vorjahr hin. Ein Rückgang wie seit dem November 2009 nicht mehr gesehen. Der Index bildet die Transporte mittels LKWs, Eisenbahnen, Flugzeugen und Frachtschiffen innerhalb der USA ab. Während die Bestellungen von schweren Lkws bis ins Jahr 2019 hinein noch florierten, brachen diese laut ACT Research im Mai um 70 Prozent zum Vorjahresmonat ein, auf Monatsbasis um 27 Prozent. Für die ersten fünf Monate des Jahres zeigt sich eine Schrumpfung der Bestellungen um 64 Prozent.

Die USA befinden sich eindeutig in einer Transportrezession. Die Gewinne der Logistikkonzerne jedweder Größe befinden sich ganz klar in einem Abwärtstrend, abzulesen am US-Transportation Index. Wie heißt es im US-Börsenjargon: Am Ende des Tages kehrt der Dow Jones zum Transportindex zurück – und beide Indizes haben sich jüngst ein Stück weit voneinander entfernt.

 

Erste Insolvenzen als Vorboten der Rezession

Das US-Unternehmen New England Motor Freight, die Nummer 19 in der Branchhe musste 2019 schon den Gang zum Konkursrichter antreten, Falcon Transport beschloss erst vor Kurzem 600 Mitarbeiter zu entlassen.

 

Fazit

Das große Thema in nächster Zeit wird nach meiner Ansicht nicht mehr der Handelskrieg als übergeordneter Konflikt sein, als Machtkampf um die Führungsrolle in der Welt. Nein, es wird ein Kampf der beiden Großmächte sein um die Verhinderung einer Rezession für die die Zolleskalation, der Protektionismus und weitere Maßnahmen den Boden bereitet haben. Da kann mir keiner erklären, dass hunderte Ökonomen in beiden Staaten die Anzeichen nicht bemerkt hätten.

Im Falle einer Schrumpfung des Welthandels wäre sowohl das Projekt Seidenstraße In China erstmal verzögert (Verschuldung der chinesischen Firmen mit über 150% zum BIP) und für Trump seine Wiederwahl 2020 ernsthaft gefährdet.

Begründung: Selbst wenn China weiter um 6 Prozent pro Jahr wachsen würde und die USA nur um ein bis zwei Prozent, auch dann wären die USA in 10 Jahren noch vorne. Das ergibt sich schon aus der Größe des Bruttoinlandsprodukts der Großmächte (China 13 Bio.$ – USA 20,4 Bio.$).

Und dass China in den nächsten Jahren um 10% pro Jahr wächst, ist nahezu ausgeschlossen.

Es geht meines Erachtens kurzfristig nur um die Gesichtswahrung vor der Partei (China) oder vor den Wählern (USA) und wie man eine mögliche kommende Rezession meistert. Das Thema Kampf um die Vorherrschaft wird bleiben und nach den Wahlen 2020 so richtig angegangen werden. Im Übrigen sind ein Großteil der beteiligten Herrschaften aus den USA dann bereits sehr alte Männer, wenn die Wachablösung droht. Wilbur Ross, Robert Lighthizer, Larry Kudlow, John Bolton und Donald Trump sind zwischen 71 und 81 Jahre alt und werden die Wachablösung in keinem Amt erleben. Selbst wenn Trump wiedergewählt wird, beträfe das Thema Vorherrschaft erst seinen Nachfolger und auch erst in dessen zweiter Amtsperiode. Im Übrigen geht es Donald Trump vorrangig seit Langem (schon 1989) um eines – der Beendigung des Handelsbilanzdefizits der USA.

Ergo: Aus meiner Sicht werden beide Staaten in nächster Zeit mit einer sehr fundamentalen Konjunkturproblematik zu tun haben, am Ende des längsten Aufschwungs seit 1857. Wann ist in den USA je ein Präsident in einer Rezession wiedergewählt worden, vor allem wenn er den Abschwung durch seine Politik selbst verursacht hat?

Aktuell: Die heutigen Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe aus Japan (schlechtester Wert seit drei Jahren) und China (49,3 Punkte, unterhalb der Wachstumsschwelle) senden wiederum eindeutige Zeichen.

 

Auch wenn es in den USA konjunkturell anscheinend noch gut läuft wie im Konsum oder im Dienstleistungssektor ablesbar, so gibt es doch eine Indikation, die auf eine ernsthaften Abschwung bzw. eine Rezession hindeutet

Von Terabass – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11848631

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Finanznews

Aktienmärkte: Rally – es ist genug für alle da! Videoausblick

Heute der Leitindex S&P 500 wieder auf dem Stand vom 09.11 nach der Pfizer-Meldung – aber die Euphorie ist seitdem noch größer geworden!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Eigentlich ist ja der Montag für die Aktienmärkte der Tag für besonderen Optimismus (normalerweise Impfstoff-Optimismus) – aber der gestrige Montag konnte nicht liefern, vor allem die zuletzt so massiv gestiegenen Energie-Werte waren unter Druck. Nach den gestrigen eher leichtne Kursverlusten verschiebt man offenkundig den Montags-Optimismus einfach auf den Dienstag – Taktgeber heute sind Asiens starke Aktienmärkte nach guten Zahlen aus China. Auffallend ist: das Angstbarometer VIX steht nun genau dort, wo es vor dem Einbruch durch die Coronakrise war. Und der Leitindex S&P 500 steht jetzt da, wo er im Hoch nach der Pfizer/BioNTech-Meldung vom 09.November stand. Seit dem 09.November ist in diesem Sinne eigentlich nichts mehr passiert, aber die Euphorie ist gigantisch..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Indizes

DAX daily: Freundliche Asien-Börsen lassen den Dax wieder steigen

Stefan Jäger

Veröffentlicht

am

Was ein Hin und Her im Dax – gestern drückten die US-Börsen auf die Laune, in der Nacht ziehen die asiatischen Börsen die Kurse wieder hoch. Bereits im gestrigen Handel ging es wild Hin und Her. Zunächst beflügelten wie jeden Montag die Impfstoff-Hoffnungen den Dax, doch anschließend kam Gegenwind auf. Zum Wochenstart sah es gut aus für den deutschen Leitindex, dieser konnte das erste Mal seit September wieder über die Marke von 13.400 Punkten ansteigen. Mit einem Tageshoch bei 13.445 durfte der Dax sogar am September Hoch schnuppern, danach hat sich das Blatt jedoch gewendet. Auslöser für die Dax-Rally war erneut eine Impfstoff-Meldung, diesmal von Moderna. Der US-Pharmakonzern gab bekannt, dass man als erstes Unternehmen seinen Impfstoff in der EU beantragen will. Damit wurde die Hoffnung auf eine baldige Normalisierung auch hierzulande weiter angetrieben.

Die US-Börsen haben sich diesmal aber nicht von der Impfstoff-Euphorie anstecken lassen. Während die US-Futures am Montagvormittag bereits Schwäche andeuteten, hat der Dax den Anstieg im Alleingang absolviert. Mit der Eröffnung der US-Börsen ist ihm schließlich die Puste ausgegangen. An der Wall Street setzten nämlich zum Ende eines sehr erfolgreichen Börsenmonats November deutliche Gewinnmitnahmen ein. Dem konnte sich der Dax auch nicht entziehen und gab seine Gewinne vollends wieder ab. Zum Handelsschluss musste der deutsche Leitindex letztendlich einen Verlust von 44 Punkten (-0,33%) verbuchen und schloss bei 13.291 Punkten. Unter dem Strich bleibt ein Kursgewinn von historisch einmaligen 15 % für den November. Für einen Schlusskurs über 13.300 hat es allerdings nicht gereicht. Aber starke Wirtschaftsdaten aus China und gut aufgelegte asiatische Börsen machen es für den Dax möglich das September-Hoch anzupeilen.

News und fundamentale Daten

Nachdem gestern bereits der Einkaufsmanagerindizes für die Industrie (EMI) aus China für eine positive Überraschung sorgte, konnte auch der heute Morgen veröffentlichte HSBC Einkaufsmanagerindex die Erwartungen übertreffen. Dieser ist mit einem Wert von 54,9 um 1,4 Punkte höher als erwartet ausgefallen (Prognose 53,5; Vormonat 53,6). Von den guten Zahlen konnten auch die Börsen in China und Hongkong profitieren, die allesamt Gewinne verzeichnen. Um 9:55 Uhr folgen dann die deutschen EMI-Daten für das verarbeitende Gewerbe. Zudem erscheinen gleichzeitig die Daten zur Veränderung der Arbeitslosigkeit und die Arbeitslosenquote für den November. Danach geht es mit den  Konjunkturdaten aus der Eurozone weiter. Um 10:00 sehen wir zuerst den EMI der Industrie, anschließend folgt um 11:00 Uhr der Verbraucherpreisindex. Die zahlreichen Daten aus Deutschland und der Eurozone könnten folglich Bewegung in den Dax bringen.

Außerdem werden am Nachmittag Wirtschaftsdaten aus den USA veröffentlicht. Den Auftakt machen die EMI-Daten um 15:45 Uhr sowie der ISM Einkaufsmanagerindex um 16:00 Uhr. Zeitgleich findet um 16:00 Uhr die Stellungnahme von Fed-Chef Powell vor dem Kongress statt. Sollte der Fed-Vorsitzende Hinweise auf die zukünftige Geldpolitik geben, dann dürfte es zu Volatilität an den Märkten kommen.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Nachdem der Dax im gestrigen nachbörslichen Handel Abgaben zu verzeichnen hatte, konnte er diese während der Asien-Rampe wieder zurückgewinnen. Im frühen Handel notiert der Leitindex nahe der 13.400. Darüber erstreckt sich eine breite Widerstandszone. Zuerst kommt das Nachthoch bei 13.423, danach folgt des gestrige Tageshoch bei 13.445 und zuletzt befindet sich das September-Hoch bei 13.460. Dieses Bollwerk muss der Dax überwinden, um den Anstieg fortzusetzen.  Dadurch würden sich weitere Ziele bei 13.530 und 13.600 ergeben. Mit dem Erreichen der 13.600 hätte der Dax die vorherige Seitwärtsrange nach oben abgearbeitet, dann wäre der Index

Ein Scheitern an dem Bollwerk könnte den Dax wieder unter die 13.300er Marke befördern. Zuvor könnte er aber an dem Unterstützungsbereich bei 13.340/320 Halt finden. Durchbricht der Dax auch diese Zone, dann folgen bei 13.256 und 13.235 weitere Unterstützungen. Ein Unterschreiten der Tiefs würde Abwärtspotenzial bis 13.140 freisetzen. Darunter bietet die Unterkante der vorherigen Range bei 13.020/004 weiteren Halt.

Der Börsen Jäger

Haben Sie Interesse an konkreten Trading-Ideen, dann werfen Sie doch einen Blick auf unseren neuen Service „Der Börsen Jäger“. In dem kostenlosen Börsenbrief nehme ich Sie mit auf die Jagd und vermittle interessante Anregungen zu fundierten Handelsmöglichkeiten sowohl für die bekannten Indizes und Aktien, als auch für die Devisen- und Rohstoffmärkte.

Dax daily: Tagesausblick 01.12. - H1-Chart - asiatische Märkte unterstützen

Heutige Pivot Punkte (PP):

13.551 – Pivot Punkt R2

13.434 – Pivot Punkt R1

13.330 – Pivot Punkt

13.213 – Pivot Punk.t S1

13.108 – Pivot Punk.t S2

Dax Unterstützungen (US):

13.330 – vormals WS

13.235 – Tagestief 25.11.

13.137 – Schlusskurs 20.11.

13.054 – Tagestief 20.11.

13.004/020 – Doppelboden (Tief 13.11. / 12.11.)

Dax Widerstände (WS):

13.423 – Nachthoch

13.460 – September-Hoch

13.530 – 261,8 % Extension

13.600 – Ausbruchsziel Seitwärtsrange

Disclaimer

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

weiterlesen

Finanznews

Aktienmärkte: Trotz Impfstoff-Hoffnung Verluste – warum? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte heute trotz neuer Impfstoff-Hoffnungen im Minus – und das an einem Montag, dem Wochentag, an dem eigentlich Gewinne fast garantiert waren in den letzten Wochen. Warum also steigen die Aktienmärkte nicht mehr trotz guter Nachrichten? Dafür gibt es wohl zwei Antworten: die erste ist, dass alle schon drin sind – wer soll also noch kaufen? Und die zweite Antwort dürfte sein, dass Profi-Investoren (Pensionsfonds, Investmentfonds etc.) in Aktien übergewichtet und in Anleihen untergewichtet sind und nun ihre Portfolios adjustieren müssen (siehe den heutigen Videoausblick) – sie treten daher bis Jahresende tendentiell als Verkäufer und nicht als Käufer auf. Trotz guter Saisonalität für die Märkte besteht also weiteres Korrektur-Potential..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage