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US-Wahlen: Das Überraschungsmoment spricht für Trump!

Wenn es eine Überrraschung geben sollte bei den US-Wahlen, dann liegt dieses Überraschungsmoment ganz deutlich eher bei einem Sieg der Republikaner

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Trump steht nicht zur Wahl – dennoch ist es eine Abstimmung über Trump

Klar: Donald Trump steht offiziell gar nicht zur Wahl heute – aber dennoch ist es natürlich eine Abstimmung über den US-Präsidenten, die heute in den USA stattfindet! Und glaubt man den Meinungsforschern, dürfte die Sache klar sein: die Republikaner behalten die Mehrheit im US-Senat, die Demokraten gewinnen jedoch die Mehrheit im US-Abgeordnetenhaus:

 

 

 

 

 

Warum die Meinungsforscher irren könnten!

 

Aber ist die Sache wirklich so klar? Zunächst einmal scheint fast sicher, dass die Republikaner die Mehrheit im US-Senat behalten werden – von den 35 Sitzen, die neu vergeben werden, halten 26 die Demokraten inne. Sie müssten also alle 26 Sitze behalten und gleichzeitig von den neun Sitzen, die derzeit die Republikaner innehaben, mindestens einen gewinnen (derzeit haben die Republikaner 51, die Demokraten 49). Kommen die Demokraten auf 50 Sitze, würde jedoch  der US-Vizepräsident Pence das Zünglein an der Waage sein – und dessen Abstimmungsverhalten dürfte klar sein. Also müssen die Demokraten faktisch auf 51 Sitze kommen – und das erscheint eigentlich fast aussichtslos.

Anders dagegen die Lage im US-Abgeordnetenhaus: dort halten die Republikaner 235 Sitze, die Demokraten 193 Sitze. Mithin müssen also die Demokraten den Republikanern 17 Sitze „abluchsen“, um die Mehrheit zu erringen. Und das könnte schwieriger werden, als manche Demoskopen glauben – schließlich ist die wirtschaftliche Lage der meisten Amerikaner gut, Trump gilt als „Job-Erschaffer“. Nun hat das Meinungsforschungsinstitut Rasmussen gestern eine Umfrage veröffentlicht, wonach 46% für die Republikaner stimmen wollen, jedoch nur 45% für die Demokraten. Und – das ist wichtig – Rasmussen war das einzige Meinungsforschungsinstitut, das den Sieg Trumps bei den Präsidentschaftswahlen 2016 vorhergesagt hatte, während alle anderen Trump faktisch keine Chance gaben (man schätzte seine Siegchancen auf lediglich 10%).

 

Darin liegt das Überraschungsmoment!

 

Nun zeigen Ergebnisse von Rasmussen aus einer Umfrage von Anfang November, dass Wähler der Demokraten ihre politische Orientierung deutlicher kundtun als die Republikaner:

„The latest Rasmussen Reports national telephone and online survey finds that 60% of Likely Democratic Voters say they are more likely to let others know how they intend to vote this year compared to previous congressional elections. This compares to 49% of Republicans and 40% of voters not affiliated with either major political party.“

 

Daraus kann man schließen, dass Wähler der Demokraten auch bei Meinungsumfragen eher geneigt sind wirklich zu sagen, wen sie wählen, als das bei den Wählern der Repubikaner der Fall ist! Daher stellt Rasmussen die rhetorische Frage in der Überschrift zu dieser Untersuchung: „Is another silent red wave coming?“ (Kommt eine neue rote Welle – sprich ein Sieg der Republikaner?).

 

Aus unserer Sicht bedeutet das: wenn es eine Überrraschung geben sollte bei den US-Zwischenwahlen, dann liegt dieses Überraschungsmoment ganz deutlich eher bei einem Sieg der Republikaner, sprich die Partei Trumps könnte überraschenderweise die Mehrheit im US-Abgeordnetenhaus verteidigen. Die Erringung der Mehrheit im US-Senat durch die Demokraten scheint dagegen fast ausgeschlossen.

Ob das gut für die Aktienmärlte wäre ist jedoch eine andere Frage! Das würde zwar bedeuten, dass die Steuersenkungen und Deregulierungen dauerhaft wären, aber eben auch, dass sich Trump in Sachen Handelskrieg bestätigt sehen würde und daher seine harte Haltung nicht nur gegen China, sondern auch gegenüber Europa eher verstärken würde. Und das wäre wiederum ein riesiges Problem für die globale Wirtschaft – Zölle und Protektionismus sind Gift für die Konjunktur (Aufsprengung etablierter Lieferketten, massiv steigende Inflation etc.)  das haben die 1930er-Jahre hinreichend bewiesen!

 

Ergebnis der US-Präsidentschaftswahlen 2016 – rot republikanisch, blau demokratisch

By Ali Zifan – This file was derived from: USA Counties.svg, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=48100980

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Marko

    6. November 2018 21:18 at 21:18

    Und das wäre wiederum ein riesiges Problem für die globale Wirtschaft – Zölle und Protektionismus sind Gift für die Konjunktur (Aufsprengung etablierter Lieferketten, massiv steigende Inflation etc.) das haben die 1930er-Jahre hinreichend bewiesen!“

    Das Problem ist so nicht da, die EZB hat nix gemacht.

    die Amis sind nicht mehr „Weltherrscher“, mit der EZB hält keiner mit !
    Bei einem EUR/USD bei ca. 1,14 sagt der Markt, was man von den Amis hält, nämlich nichts !
    Normarlerweise sollte der EUR/USD auf die Parität fallen, das wäre bei diesen Zinsabständen realistisch – Reaktion des Markets : NULL ! Das sind die Fakten ! Punkt !

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Folgenes Schaubild zeigt, wie aus einem Kauf von Optionen (Calls) auf die Amazon-Aktie im Volumen von 1500 Dollar letztlich Käufe der Amazon-Aktie von 230.000 Dollar resultieren:

Optionen und die Rally von US-Tech-Aktien

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„Während die historische Volatilität die Schwankungsbreite eines Wertpapiers oder Rohstoffs in der Vergangenheit angibt, ist die implizite Volatilität ein Maßstab für die Markterwartungen an die künftige Volatilität.“

Daneben gibt es Begriffe wie „im Geld“ oder „aus dem Geld“. Dirk Schuhmanns hat dieses Prinzip als ein maßgeblichen und wahrscheinlich bewußt inszentierten Treiber etwa für den Höhenflug der Aktie von Tesla ausgemacht – und zeigt, wie oben im Schaubild anhand der Amazon-Aktie dargestellt, wie das in der Praxis funktioniert:

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