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US-Wirtschaft: S&P 500 vermittelt falsches Bild

Über ein Warnzeichen, das anzeigt, dass der Wachstumszyklus der US-Wirtschaft zu Ende geht

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Betrachtet man die Entwicklung des US-Leitindex S&P 500 in diesem Jahr sowie die Arbeitslosenzahlen, die sich auf einem 50-Jahrestief befinden, so könnte man ein richtig rosiges Bild der US-Wirtschaft malen. Dass dies aber nicht ganz so der Fall ist, erkennen Volkswirte bei der Betrachtung der Gewinnentwicklung aller 27 Millionen US-Firmen.

US-Wirtschaft und die NIPA-Statistik

NIPA, eine Abkürzung für National Income and Product Accounts, berechnet die Gewinne aller 27 Millionen US-Firmen, vom Kleinunternehmer bis hin zu den großen Firmen aus dem FAANG-Sektor. Dabei ist Volkswirten wie Robin Anderson vom US-Vermögensverwalter Principal Global Investors, aber auch Johannes Müller von der Fondsgesellschaft DWS, aufgefallen:

Die US-Unternehmen sind in schlechterer Verfassung, als es die Gewinne der größten börsennotierten Unternehmen vermuten lassen.

Die Gewinne aller Firmen zusammen sind nach der NIPA-Statistik seit dem Jahr 2015 insgesamt kaum noch gestiegen – anders als die der Konzerne aus dem S&P 500. Daraus ergibt sich die Situation, dass seit dem Jahr 2016 der Gewinnanteil der S&P-500 Unternehmen von 50 auf rund 70 Prozent aller ausgewiesenen US-Gewinne in die Höhe angestiegen ist.

Für den Ökonomen der DWS ist dies ein bedenkliches Zeichen, denn dergleichen war öfters vor Rezessionen zu registrieren. Als Grund für den Gewinnanstieg führt er unter anderem das US-Rechnungslegungswesen US-GAAP an, nach dem die Großen bilanzieren und welches Ihnen mehr Flexibilität erlaubt, sprich: Man kann Ergebnisse ein bisschen schöner aussehen lassen. Anders nicht börsennotierte Firmen, die ihre Gewinne, für die sie inländisch besteuert werden, tendenziell niedriger ansetzen.

Der US-Arbeitsmarkt

Auch wenn die Gewinne der großen Unternehmen im S&P 500 einen so großen Anteil an der US-Wirtschaft ausmachen, so ist dieser im Hinblick auf den Arbeitsmarkt wesentlich kleiner. Denn man schätzt, dass die Großunternehmen nur 15 bis 20 Prozent der Arbeitnehmer im Lande ausmachen. Dies bedeutet, dass sich eine Schwäche der US-Konjunktur wesentlich stärker auf die künftige Zahl der Beschäftigten auswirken würde, als es die S&P 500-Zahlen vermuten lassen. Der Großteil der US-Konsumenten arbeitet eben in den kleineren Unternehmen. Deren Entlassungen würden sich damit auf den Stützpfeiler der 70 Prozent-US-Konsumökonomie auswirken. Bisher haben die niedrigeren Gewinne der Unternehmen, die zu Restrukturierungen, Kosteneinsparungen und Entlassungen führen können, noch keine Spuren am großen Arbeitsmarkt hinterlassen – noch nicht.

Fazit

Es gibt schon ein paar Warnzeichen, dass der Wachstumszyklus der US-Wirtschaft, wie eigentlich nach einem Jahrzehnt üblich, in eine Abschwung – und auch Bereinigungsphase übergeht. Der Konjunkturzyklus ist bereits jetzt der längste in der neueren Wirtschaftsgeschichte.

Die Trumpsche Unternehmenssteuerreform und die gewaltigen Notenbankmaßnahmen haben für eine Verlängerung des Aufschwungs gesorgt und für das Überleben von Zombiefirmen (siehe auch das BBB-Risiko), die den US-Gesamtindex NIPA nach unten ziehen. Was natürlich nicht außer Acht gelassen werden darf, ist das Zerrbild durch das große Aktienrückkaufprogramm, insbesondere der S&P 500-Unternehmen, die die Aktienbewertungen gepusht haben.

Hier muss man immer wieder die Firma Apple nennen, die bereits seit einigen Jahren keine Gewinnsteigerungen im Konzern erzielt, aber infolge der über 100 Milliarden Dollar an „Buybacks“ eine Verdoppelung des Aktienkurses erreichen konnte. Welcher Großinvestor hat das gewusst oder beim gemeinsamen Dinner erfahren?

Kurzum: Aus den neuen Daten kann man wieder einmal den Schluss ziehen, was der US-Wirtschaft höchstwahrscheinlich den Stecker ziehen wird: Ein Anstieg der Kapitalmarktzinsen, damit ein Straucheln der Zombiefirmen, verbunden mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit und in der Folge das zwingende Nachlassen der Konsumneigung, der großen Stütze der US-Wirtschaft. Nicht zu vergessen der mindestens parallel laufende Vermögensverlust durch sinkende Aktienkurse, die Wirtschaftseinbrüche stets vorhersagen, denn Walmart und Co sind natürlich im S&P 500 notiert.

Deshalb auch die prophylaktischen Zinssenkungen der US-Notenbank 2019, dessen mehrere Hundert zuarbeitende Ökonomen Jerome Powell diese allgemeine Statistik bestimmt haben zukommen lassen..

Die US-Wirtschaft ist weniger robust als die Aktienmärkte dies wirklich zeigen

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    Beobachter

    19. Dezember 2019 09:24 at 09:24

    Wieder guter Bericht, mir scheint W.M. war auch schon positiver gestimmt, aber diese Analyse müsste jedem zu denken geben, der denken kann.Es ist auch in andern Ländern so ,dass ca.90% der Arbeitsplätze nicht von den grossen Firmen gestellt werden , sondern von den KMU. Wenn der GröPaz nun einigen Grossen in Sachen Zölle eine Sonderbehandlung gewährt , benachteiligt er ca. 90% der Wirtschaft u.fällt SEINER WÄHLERSCHAFT wieder in den Rücken. Wenn eine Firma wie Apple seine Funktion in der Aktienkurspflege sieht u. keine neuen Produkte hervorbringt, ist das Ende nicht mehr weit.
    Wenn die Grossen dann am Ende sind werden die 90 % Kleinen die negativen Folgen als Zulieferer doppelt zu spüren bekommen.

  2. Pingback: US economy: S&P 500 gives the wrong picture | En24 News

  3. Avatar

    Kritisch on fire

    19. Dezember 2019 10:32 at 10:32

    Hallo, s.g. Hr. Müller!
    In ihrem „Kurzum-Fazit“ beschreiben sie eine eigentlich logische Konsequenz, wie sie von Dr. Krall in seiner Analyse für Europa diagnostiziert wurde. Es wäre schon der Treppenwitz schlechthin wenn der Auslöser für eine Krise nicht von Europa sondern von den USA ausgehen würde. Ich sehe heute schon die Schlagzeilen vor mir, dass den EU-Politikern wieder eine Ausrede für ihr Versagen geliefert wird.
    Fast schon könnte man meinen, dass die Zentralbanken beider Blöcke ihr Gelddruckprogramm nur solange aufrecht erhalten wollen bis der Andere die Krise auslöst um danach den „Sündenbock“ seinen Wählern präsentieren zu können.
    Eigentlich ein Wahnsinn der Extraklasse, sollte es tatsächlich darauf hinauslaufen.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      19. Dezember 2019 11:14 at 11:14

      @Kritisch on fire. Hallo. Da ist was dran. Wir haben nicht nur einen Handelskrieg, sondern auch noch einen Währungs- und Zinskrieg. Dabei sind die Amerikaner Meister in der Verbriefung von schlechten Anleihen (Schulden) und deren Weiterverkauf. Derzeit ist man auch schon wieder dabei schlechte Kredite (im Autosektor) zu bündeln.
      Gruß

  4. Avatar

    Hesterberg

    19. Dezember 2019 12:56 at 12:56

    „Welcher Großinvestor hat das gewusst oder beim gemeinsamen Dinner erfahren?“ Der war gut! :-)

    Die NIPA-Statistik kannte ich noch nicht. Ein genialer Indikator! Vielen Dank für diese Information!

  5. Avatar

    Schaffer

    19. Dezember 2019 15:09 at 15:09

    @ Hesterberg, es sind die gleichen Grossinvestoren, die auch bei den UNABHÄNGIGEN RATINGAGENTUREN gross investiert sind u.beim Dinner oder beim Golfspielen mitbekommen welche Firmen abgeratet werden. Vielleicht können diese Grossinvestoren auch ein gutes Wort für die ARMEN BBBFirmen einlegen.
    Ich meine wenn man gross genug ist u.diese Beziehungen hat, läuft doch da mindestens 50% rein rechtlich gesehen als Insider oder Vorrunner/ Parallelgeschäft ab.
    Ein Financier hat schon vor 30Jahren gesagt,dass man alle Bankräuber laufen lassen müsste, wenn man sieht wie viele Financiers am Rande der Legalität grosse Vermögen scheffeln.
    Darum ist meine Hochachtung vor diesen Milliardenschefflern auch nich sehr gross.
    Das Volk schafft u.die Manager scheffeln.

  6. Avatar

    Gixxer

    21. Dezember 2019 14:02 at 14:02

    Sehr guter Beitrag. Danke!
    Ich sage es immer wieder, dir Zinsen werden nie mehr steigen, da dies nicht möglich ist. Aber was wird dann dazu führen, dass das ganze endlich endet?

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Aktienmärkte: Abkühlung gefällig nach dem Novemberwunder?

Der Börsenmonat November wird in die Statistik eingehen, als Ausnahmemonat für die Aktienmärkte, wie es ihn in Jahrzehnten nicht gegeben hat!

Wolfgang Müller

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am

Wenn es noch ein paar Tage so weitergeht, wird der Börsenmonat November in die Statistik eingehen, als Ausnahmemonat für die Aktienmärkte, wie es ihn in Jahrzehnten nicht gegeben hat. Doch gemach, zieht man die zwei vorherigen Monate mit in die Betrachtung, sieht es schon erheblich unspektakulärer aus. Dennoch lagen die Indizes am gestrigen Börsenschluss wieder deutlich im Plus und die Frage wird täglich aufs Neue gestellt: Wann kommt die Abkühlung?

Aktienmärkte: Die aktuelle Novemberbilanz

Vier Handelstage vor dem Monatsultimo – in den USA wegen Thanksgiving nur zweieinhalb – bahnt sich eine extrem gute Monatsbilanz der Aktienmärkte an. Am Ende des gestrigen Tages lagen sowohl Dow Jones, als auch S&P 500 mit 10 Prozent auf Monatssicht im Plus. Besonders spektakulär das Durchbrechen der 30.000-Punkte-Marke beim altwürdigen Index. Hatte nicht Präsident Trump davon gesprochen, dass die Aktienmärkte dramatisch einbrechen würden, falls er nicht wiedergewählt werden sollte? Ich hatte schon am 5.11. in einem Artikel („Aktienmärkte und Wahlausgang: Warum fallen die Märkte nicht?“) mit historischen Daten belegt, warum die Rolle des Präsidenten für die Aktienmärkte überschätzt werde, es geht um andere Kriterien. Erstaunlicherweise liegt der Dax mit 11,5 Prozent seit der US-Wahl plus noch vor den US-Indizes, sicher auch wegen der Branchenrotation hin zu Value und weil der deutsche Leitindex einfach stets volatiler daherkommt.

Damit hätte der Monat bereits die durchschnittliche Jahresperformance der großen Indizes, über mehrere Jahrzehnte gerechnet, übertroffen. Und dies in einer Phase, in der viele Staaten gerade wieder in eine Rezession abrutschen. Aber das ist wiederum sehr häufig an der Börse, auch wenn Beobachter wieder viele unheimliche Kräfte für das Spiel verantwortlich machen. Wenn ein Wirtschaftsabschwung auf ein Ende zugeht, kommen oft die größten Zuwächse, wenn er dokumentiert wird, die Gewinnmitnahmen. Oder, „wenn die Nacht am dunkelsten ist, ist die Dämmerung am nächsten.“

Die aktuelle Konjunkturlage

Am gestrigen Tag wurde das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts für das dritte Quartal in Deutschland veröffentlicht, es fiel mit plus 8,5 Prozent besser aus, als die vorherige Schätzung. Was aber kurstechnisch keine Rolle spielt, denn „fürs Gehabte gibts nichts“ so ein bekannter Börsenspruch aus der Vergangenheit. Aber vermutlich auch nicht für den Ifo-Index, der bereits zum zweiten Mal in Folge gefallen ist und die ständig weiter nach unten geschraubten Wachstumszahlen für Q4 des laufenden und Q1 des kommenden Jahres. Eine „Double-Dip-Recession“ steht in vielen Industriestaaten an, dennoch dürfte sich der Kursschaden (temporär) sehr in Grenzen halten, denn es gibt gewaltige Gegenkräfte. Doch dazu später mehr.

Die Branchenrotation

Auch wenn es bisher nicht zum Abverkauf der dominanten Hightech-Titel gekommen ist, wie ETFs auf „Information Technology“ beweisen, so ist doch eine gewaltige Rotation hin zu Value, zu Industrietiteln und vor allem zu Nebenwerten erkennbar (Russel 2000). Die Techwerte laufen seitwärts, die Zurückgebliebenen haussieren.

So im SPDR Industrial erkennbar, einem ETF auf amerikanische Industriewerte, genau wie in einem Sammelindex für die Luftfahrtindustrie, in einem Bankenindex, bei Versicherungen, bei Reise- und Freizeitindizes, im Energiesektor und bei Grundstoffwerten. Am stärksten lief die Rally bisher im Nebenwerte-Segment, dessen Index sich schon über 25 Prozent von seinem Aufwärtstrend nach oben abgesetzt hat.

Was sagt uns das alles? Die Aktienmärkte blicken nicht auf die Aktualität, wie eigentlich immer, auch wenn dies viele, gebannt durch die tägliche Berichterstattung nicht wahr haben wollen, sondern deutlich in die Zukunft. Und da erwartet man die Rückkehr zur Normalität, die Coronazeit wird ausgepreist.

Die Notenbankpolitik

Hat nicht vor kurzem eine US-Großbank von einem Re-Balancing bei Mischfonds gesprochen, dergestalt, dass man die Aktien/Anleihe-Relation von 60/40 wiederherstellen müsse und damit bis zum Jahresende weltweit Aktien in Höhe von 300 Milliarden Dollar zu verkaufen wären? Aber was ist diese Summe gegen die Geldflut der Notenbanken (Fed, EZB, BoJ, BoE, SNB), um nur die Größten zu nennen, die demnächst aktiv werden? Soll nicht Janet Yellen neue US-Finanzministerin werden, die ehemalige Chefin von Jerome Powell? Der Fed-Chef wird sich eher mit der Professorin in Verbindung setzen, als mit Steven Mnuchin zu diskutieren, der in gut 30 Handelstagen sowieso nichts mehr zu sagen hat und wenn, könnte es die Neue umgehend wieder korrigieren.

Was nichts anderes heißt, als dass man in der schwierigen Phase des nochmaligen Anschwellens der Coronazahlen die Notenpresse in Gang hält, um zu unterstützen, wie es Jerome Powell erst kürzlich betont hat. In Kürze jährt sich der Kommunikationsgau von Powell zum zweiten Mal, als er 2018 die Aktienmärkte mit „hawkishen“ Bemerkungen bis fast ins Bärenterritorium gejagt hatte. Er wird gerade in der Phase der „transition“, des Übergangs, alles Marktschädliche unterlassen.

Die Impfhoffnung und die möglichen Konsequenzen

Auch wenn die Kursreaktionen nach jeder Impfstoffmeldung abnehmen, verbleibt das Vakzin gegen Covid-19 der fast alles bestimmende Faktor. Hunderte Impfzentren entstehen allein in Deutschland und wie viele werden es wohl weltweit werden, demnächst? Wird die Meldung für die Zulassung eines Impfstoffes und damit dem Beginn der Impfungswelle nicht noch einmal für einen Kurssprung sorgen? Wenn es Realität würde, dass man in 2 Minuten einen Menschen impfen könnte, so wie es in Deutschland berichtet wurde und das tausendfach in hunderten Impfzentren.

Würde dann die Zahl der Geimpften nicht schneller steigen, als es die Zahl bei den Infektionen in der Spitze getan haben – nur dann kontinuierlich? Ist es das, was die Märkte für das nächste Halbjahr einpreisen?

Fazit

Es kommt schon Vieles zusammen im Nebelmonat November. Ein Wahlkrimi, der anlegertechnisch in eine gewaltige Short Squeeze mündete und in eine Branchenrotation, die es nur ganz selten in dieser Ausprägung gab. Dann kamen noch die Impfstoffmeldungen, als Game Changer oben drauf, die das Ganze noch verstärkten. Als Turbo für viele ängstliche Investoren, die plötzlich Licht am Horizont sahen und eine Notwendigkeit für viele Investmentfonds, wenn man nicht endgültig gegen die passiven Vehikel ins Hintertreffen geraten will.

Am 9. November wurde durch die Märkte das Ende von Corona ausgerufen. Das Ergebnis ist eine Euphorie, die in normalen Situationen in einen gewaltigen Kurseinbruch münden würde. Wahrscheinlich aber nicht zum Ende des Coronajahrs 2020, in dem sich zwei Kräfte gegenseitig potenzieren: Die Hoffnung auf einen Anstieg der Wirtschaft zur Jahresmitte 2021, wenn „tote“ Branchen aufgrund der Impfauswirkungen zum Leben erweckt werden und eine Geldversorgung durch Notenbanken, die die Kapitalanleger „noch“ in eine Anlageklasse zwingt. Dennoch: Sollte es tatsächlich noch bis zum Monatsende mit den Kursen weiter nach oben gehen, der Monat November zum Jahrhundertrekord avancieren? Ich denke spätestens dann im Anschluss sollte die Schwerkraft mal kurz und kräftig zuschlagen. Ich bin nur auf den Anlass gespannt, wenn es wieder heißt „die Kurse machen die Nachrichten“  und die Aktienmärkte dann eine Zwischenkorrektur einlegen..

Die Aktienmärkte erleben im November eine Art Wunder

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Finanznews

Aktienmärkte: Alle sitzen im selben Boot! Videoausblick

Die Euphorie der Aktienmärkte scheint grenzenlos: Der Dow Jones mit dem besten Monat seit dem Jahr 1987. Aber alles sitzen im selben Boot!

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte auch gestern mit einem weiteren Anstieg – die Euphorie und die Rally scheinen kein Ende zu nehmen. Das Problem aber ist: alle sitzen auf der selben Seite des Bootes (vor allem in den Aktien, die zu den Corona-Verlierern gehört hatten) – und wenn plötzlich ein unerwartetes Hindernis auftaucht, dann bekommt das Boot Schlagseite und kentert. Nach dem morgigen Thanksgiving (Freitag ist halber Feiertag in den USA) werden Fonds und Pensionskassen ihre Aktien-Bestände reduzieren müssen – und das wird dann ein Gegegnwind für die Aktienmärkte. Der Dow Jones mit dem besten Monat seit dem Jahr 1987, der Russell 2000 mit dem besten Monat aller Zeiten – das Chance-Risiko-Verhältnis wird nun immer ungünstiger..

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Indizes

DAX daily: Ausbruch oder Fehlausbruch, das ist hier die Frage!

Stefan Jäger

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Der Dax beißt sich im gestrigen Handel erneut an der 13.300er Marke die Zähne aus, schließt aber direkt darunter bei 13.292 Punkten. Damit hat der deutsche Leitindex ein Plus von 165 Punkten (1,26 %) eingefahren. Angetrieben wurden die Märkte durch die Meldung, dass die ehemalige dovishe Fed-Chefin Janet Yellen neue Finanzministerin werden soll und weil Donald Trump die Amtsübergabe an Joe Biden eingeleitet hat. Zudem fiel das deutsche BIP besser als erwartet aus, auch der ifo-Index hat nicht so stark wie befürchtet nachgelassen. Die Anleger zeigen sich daher immer risikofreudiger. Wie zuvor liegt der Fokus auf den zyklischen Werten, aber auch bei den Technologie-Aktien wurde wieder vermehrt zugegriffen.

Die Indikatoren nähern sich allmählich Extremwerten bzw. haben diese schon erreicht. Zum Beispiel ist der Fear & Greed Index gestern auf einen Wert von 88 angestiegen, also in den Bereich „extreme Gier“. Während Dow Jones ein neues Allzeithoch erreicht hat, stieg gleichzeitig das Sentiment auf das höchste Niveau seit 15 Jahren an. Somit sehen wir derzeit einen unbegrenzten Optimismus, insbesondere an den US-Börsen. Mittlerweile wurden sogar fast alle Shorties aus dem S&P500 vertrieben, die Quote liegt folglich nur noch bei 1,6 %. Dennoch gibt es bisher keine Anzeichen für eine Korrektur, aber was nicht ist, kann ja noch werden.

News und fundamentale Daten

Seit gestern ist es also offiziell, die Deutsche Börse baut den Dax um. Ab September 2021 beinhaltet der Dax nicht mehr 30 Titel, sondern setzt sich aus 40 Titeln zusammen. Zudem wird auch die Anzahl im MDax gekappt, dieser besteht zukünftig aus 50 anstatt wie aktuell aus 60 Mitgliedern. Das ist folglich die größte Reform im deutschen Leitindex seit 30 Jahren. Wer die Aufsteiger sind, steht aber noch nicht fest, erst im September kommenden Jahres soll darüber entschieden werden. Ein weiteres neues Kriterium für die Aufnahme in den Dax ist, dass Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren einen Gewinn (EBITDA) erzielt haben müssen. Eine zusätzliche Änderung wurde aber nicht übernommen, demnach können Firmen mit Beteiligungen am Waffengeschäft weiterhin in den Dax aufsteigen.

Aufgrund des morgigen Feiertags (Thanksgiving) stehen heute zahlreiche Konjunkturdaten aus den USA auf der Agenda. Zuerst erscheinen um 14:30 Uhr zeitgleich eine Vielzahl an Daten. Zum einen die Auftragseingänge für langlebige Güter sowie die endgültigen Zahlen für das Bruttoinlandsprodukt. Für das dritte Quartal werden 33,2 % Wachstum erwartet. Außerdem sehen wir noch die Erstanträge und Folgeanträge auf Arbeitslosenhilfe. Danach veröffentlicht die Uni-Michigan um 16:00 Uhr die Konsumentenerwartung und das Verbrauchervertrauen. Nebenher erscheinen noch die Verkäufe neuer Häuser. Anschließend folgen um 16:30 Uhr die Rohöllagerbestände. Um 20:00 erscheint dann noch das FOMC-Sitzungsprotokoll. Die Masse an Daten könnte für Schwung an den US-Börsen sorgen und somit auch im Dax.

Gespannt kann man heute auch auf den Corona-Gipfel von Bund und Ländern schauen. Auf dem Gipfel soll entschieden werden, wie der Corona-Winterfahrplan für den Dezember aussieht. Es geht um die bekannten Themen wie die Ausweitung der Lockdown Maßnahmen, Kontaktbeschränkungen, Maskenpflicht an öffentlichen Plätzen sowie Auflagen für Schulen und Kindergärten.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

In der Nacht konnte der Dax seine gestrige Rally fortsetzen, dabei hat er ein Nachthoch bei 13.373 erreicht. Anschließend fiel er aber wieder zurück in die Range. Vorausgesetzt die US-Indizes setzen ihren Aufwärtsdrang fort, könnte der Dax den Widerstand nachhaltig überwinden. Eine erste Hürde befindet sich bei 13.340, dort ist der Index nachbörslich gescheitert. Danach folgt das Nachthoch bei 13.373. Überwindet der Dax auch diesen Widerstand, dann ist der Weg frei zum September-Hoch bei 13.460. Das nächste Ziel befindet sich bei 13.600, dieses ergibt sich aus der Höhe der Seitwärtsrange (ca. 300 Punkte).

Bisher sehen wir nur einen Fehlausbruch über der 13.300. Sollte der Dax erneut beim Versuch scheitern aus der Range auszubrechen, dann dürfte es wieder abwärts gehen. An der 13.270 befindet sich eine erste Unterstützung, diese sollte der Dax als Sprungbrett für den Ausbruch nutzen. Ansonsten ergeben sich weitere Ziele auf der Unterseite. Der nächste Unterstützungsbereich befindet sich an der 13.200. Unterschreitet der Dax auch noch das gestrige Tagestief bei 13.192, dann könnte er über die 13.140 wieder zur Unterkante der Range laufen und die 13.050 testen.

Der Börsen Jäger

Haben Sie Interesse an konkreten Trading-Ideen, dann werfen Sie doch einen Blick auf unseren neuen Service „Der Börsen Jäger“. In dem kostenlosen Börsenbrief nehme ich Sie mit auf die Jagd und vermittle interessante Anregungen zu fundierten Handelsmöglichkeiten sowohl für die bekannten Indizes und Aktien, als auch für die Devisen- und Rohstoffmärkte.

Dax daily: Tagesausblick 25.11. - H1-Chart - Ausbruch oder Fehlausbruch?

Heutige Pivot Punkte (PP):

13.451 – Pivot Punkt R2

13.393 – Pivot Punkt R1

13.288 – Pivot Punkt

13.230 – Pivot Punk.t S1

13.125 – Pivot Punk.t S2

Dax Unterstützungen (US):

13.270 – M15-Chart

13.192 – Tagestief 24.11.

13.137 – Schlusskurs 20.11.

13.054 – Tagestief 20.11.

13.004/020 – Doppelboden (Tief 13.11. / 12.11.)

Dax Widerstände (WS):

13.300 – neuralgischer Punkt

13.336 – Nachbörsliches Hoch

13.373 – Nachthoch

13.460 – September-Hoch

13.600 – Ausbruchsziel Seitwärtsrange

Disclaimer

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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