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US-Wirtschaft: Warum der Stimulus bald kommen muß!

Die US-Wirtschaft ist stark abhängig vom Konsum. Daher darf und kann es nicht mehr lange dauern, bis der nächste Stimulus beschlossen wird!

Wolfgang Müller

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am

Seit Wochen zieht sich schon der Hickhack um den nächsten Stimulus (der Fünfte!) zwischen den beiden großen Parteien in den USA hin: Er wird bald kommen müssen, denn nicht nur aus humanitären Gründen brauchen die Millionen Arbeitslosen finanzielle Unterstützung, es geht auch um die für die US-Wirtschaft so zentrale Kaufkraft dieser Menschen. Denn in den USA hat eines eine zentrale Bedeutung für die Wirtschaft – es ist der Konsum.

US-Wirtschaft: Itˋ s the Economy, stupid – daher muß der Stimulus kommen

Auf diese Formel hatte US-Präsident Bill Clinton das Wesentliche seiner Wahlkampagne im Jahre 1992 heruntergebrochen. Ein Spruch, der sehr populär wurde und in vielerlei Varianten verwendet wird.

So könnte man ihn eigentlich heutzutage auch auf den US-Konsum kaprizieren, zu groß ist die Abhängigkeit der US-Wirtschaft von der Konsumlaune seiner Verbraucher geworden. Als man im März die Dimension eines möglichen Wirtschaftseinbruchs realisierte – das humanitäre Problem wurde lange Zeit heruntergeredet – begann die Administration umgehend zu reagieren.

Die US-Regierung hat daher seit März bereits vier Stimuluspakete verabschiedet, um die Folgen der Pandemie abzumildern und natürlich, um den Konsum nicht einbrechen zu lassen. Das dickste Paket gab es am 27. März (Nummer drei) mit CARES, abgekürzt für Coronavirus Aid, Relief and Economic Security. Ausgestattet mit 2,2 Billionen Dollar für Finanzhilfen der in Not geratenen Unternehmen, für eine Aufstockung der Arbeitslosenhilfe um 600 Dollar pro Woche, Steuervergünstigungen, Darlehen und Staatsbürgschaften und die Stärkung des Gesundheitsschutzes. Eine letzte Erweiterung gab es im Juni in Höhe von 484 Milliarden Dollar, auch um endlich die Coronatests auszuweiten.

Auch wenn die US-Wirtschaft im zweiten Quartal um 32,9 Prozent (auf Jahressicht), in unserer Rechenart um 9,5 Prozent eingebrochen war, entstand die skurrile Situation, dass das Einkommen der Amerikaner aufgrund der staatlichen Hilfen im Schnitt um 10 Prozent gestiegen war. In einem US-Bundesstaat bekamen Arbeitslose tatsächlich sogar etwa 4500 Dollar Unterstützung/ pro Monat.

Aber diese umfangreichen Hilfspakete vom Frühjahr sind zum Großteil Ende Juli ausgelaufen und es fließen keine Sozialtransfers aus dem Bundeshaushalt mehr.

Die Entwicklung der Zahl der Arbeitslosen ist hierbei eine entscheidende Determinante. Im April 2020 erreichte sie offiziell mit 23,08 Personen ihren Höhepunkt, um sich bis zuletzt im November auf 10,7 Millionen zu halbieren. Eine „offizielle“ Arbeitslosigkeit, die mit herzlich geschönten 6,7 Prozent immer noch deutlich über den Vor-Corona-Zeiten notiert.

Der große Anteil des Konsums am US-BIP

In den USA beträgt der Anteil der Konsumausgaben in Relation zum BIP sehr hohe 67,9 Prozent, skurrilerweise liegt nur Griechenland mit 68,0 Prozent etwas darüber. In Deutschland sind es 52 Prozent, ein Platz im Mittelfeld, in China sind es gar nur 38,5 Prozent (Zahlen von 2019, Quelle statista).

Die Pandemie um Covid-19 hat natürlich Auswirkungen auf die Länder, in denen dieser Anteil besonders hoch ist. In den USA hätte ein Rückgang des Konsums aufgrund der gigantischen Verhältnisse gewaltige Dimensionen für die US-Wirtschaft.

21,433 Billionen Dollar hatte das Bruttoinlandsprodukt der USA im Jahre 2019 betragen, der Anteil des Konsums betrug demzufolge 14,55 Billionen Dollar. Oder anders ausgedrückt: Der US-Konsum wäre nach Zahlen immer noch die zweitstärkste Wirtschaftsnation der Welt, vor China. Der Konsumhunger der Amerikaner repräsentierte damit im letzten Jahr 17 Prozent der Weltsozialprodukts (86,6 Bio $), bei einem Bevölkerungsanteil von 4,3 Prozent. Kaum auszudenken, was passieren würde, sollte sich der Rest der Welt amerikanische Konsumgepflogenheiten zu eigen machen.

Betrachtet man dazu im Vergleich den Industriesektor, so macht dieser nicht einmal 19 Prozent des US-BIPs aus.

Die Bedeutung der staatlichen Stimuli zu Zeiten der Pandemie

Über die große Not der unteren Bevölkerungschichten wurde in diesem Forum schon viel geschrieben. Fast jeder vierte Haushalt in den USA, schätzen Ökonomen der Northwestern University im Bundesstaat Illinois, ist derzeit auf Lebensmittelmarken angewiesen. Das könnten mehr als 70 Millionen Bürger sein. Hungernde Bürger im reichsten Staat der Welt, was für eine Spreizung der Einkommensverhältnisse. Einer Studie der Notenbank zufolge ist fast die Hälfte der Bevölkerung nicht einmal in der Lage 400 Dollar für Ersatzbeschaffungen oder Reparaturen aufzubringen. Und jetzt beschleunigt die dritte Welle von Corona noch einmal die Arbeitslosigkeit in den USA.

Aktuell liegt ein parteiübergreifender Vorschlag in Höhe von 908 Milliarden Dollar auf den Tisch, für zusätzliches Arbeitslosengeld oder für Geld an kleine Unternehmen. Vieles läuft zum Jahresende aus und wenn es bald keine Einigung gibt, würden demnächst zig Millionen Amerikaner ohne Unterstützung dastehen, bei zunehmendem Räumungen von Wohnungen und auch bei Hospitalisierungen infolge von Covid-19. Ein Teil Amerikas hungert, da wird sogar den Politikern mulmig. Die Speakerin der Demokraten Nancy Pelosi sagte daher gestern über den Stimulus: „Wir können hier nicht ohne ein Gesetz abreisen.“

Fazit

Aus den genannten Fakten wird einmal mehr klar, warum die US-Wirtschaft so stark davon abhängt, dass ihre Bürger konsumieren was das Zeug hält, insbesondere unter Verwendung zahlreicher Kreditkarten. Nicht umsonst betont Fedchef Jerome Powell in jeder Sitzung den gesetzlichen Auftrag der Federal Reserve: „Maximum Employment and Price Stability“. Die Zahl der Arbeitslosen hat maßgeblichen Einfluss auf die Konsumausgaben im Lande. Wobei wir wieder einmal bei der Zinspolitik der Notenbank wären. Die ultralaxe Geldpolitik füttert den 40 Billionen Dollar schweren Aktienmarkt und bringt die Raten für die Immobilienkredite in den USA auf niedrigste Levels. Auch Letztere werden zum Zwecke des Konsums beliehen, als weitere Geldquelle der Amerikaner. Man braucht aber auch die Konsumausgaben der unteren Schichten: Deshalb wird das nächste Stimulusprogramm in den USA kommen (müssen). Nach dem Motto: Itˋs the Consumption, Stupid!

Die US-Wirtschaft ist abhängig vom Konsum - daher muß der Stimulus bald kommen

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Jerome Powell – seine Aussagen auf der PK + Live-Feed – Impressionen einer surrealen Veranstaltung..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Was wird Jerome Powell heute sagen? Im Statement der Fed kein Wort zu den jüngsten spekulativen Exzessen – werden die Journalisten diesmal nachhaken und die wirklich wichtigen Fragen stellen?

– Powell muss erstmal tiefer durchatmen..

– Wirtschaftsentewicklung hängt von Virus ab – Wirtschaft hat sich wieder abgeschwächt, Konsum hat sich abgeschwächt

– Immobilienmarkt hat sich erholt (FMW: eine Umschreibung für massiv steigende Preise..)

– Arbeitsmarkt bleibt schwach, Menschen mit geringem Einkommen am stärksten betroffen

– Inflation bleibt niedrig, aber könnte anziehen wegen Impfungen

– Wirtschaft aber robuster als zu befürchten war

Ups, das war kurz – Powell „hat schon fertig“, jetzt kommen Fragen..

—–

Und gleich die Frage nach Gamestop, wow.. Powell: ich äussere mich nicht zu bestimmten Firmen (FMW: sondern behaupte einfach, dass wir mit unserer Geldpolitik nicht Blasen begünstigen…)

– Powell: beobachten Finanzbedingungen sehr genau

– jetzt Steve Liesman von CNBC zu Bewertungen, am Beispiel von Bitcoin, Gamestop etc. (FMW: Liesman ist der einzige, der ernsthafte Fragen stellt!). Und sinngemäß sagt Powell: wir kümmern uns um die Wirtschaft, nicht um Blasen..

– Powell: es ist nicht die Geldpolitik der Fed, die Bewertungen der Märkte bedingt, sondern die Sache mit dem Impfstoff (FMW: viel dreister kann man eigentlich nicht die Unwahrheit sagen! Klar: der Impftstoff ist ein zentraler Treiber, aber wo stünden die Aktienmärkte ohne die Fed??)

– Powell zu Inflation: wird vielleicht vorübergehend steigen, aber nicht nachhaltig, weil deflationäre Trends seit langem bestehen. Es sei viel schwieriger, mit Deflation umzugehen als mit Inflation (FMW: puh..)

– jetzt die Frage, ob die Fed-Mitglieder bereits geimpft seien..Powell: ich wurde einmal geimpft und hoffe die zweite Dosis bald zu bekommen

– jetzt redet Powell über die Wirtschaft und Menschen – aber was hat die Fed mit Menschen und Wirtschaft zu tun??

– Frage von einem Bloomberg-Moderator: seid ihr als Fed überhaupt noch handlungsfähig, weil ihr die Zinsen weder senken noch anheben könnt? Powell: unsere Geldpolitik funktioniert, zum Beispiel am Immobilienmarkt

– Powell: es gibt keinen Grund. bei Erholung der Wirtschaft nicht die Zinsen anzuheben und unsere ultralaxe Geldpolitik einzustellen (FMW: is klar, Jerome..)

– Powell insistiert: nachhaltige Inflation unwahrscheinlich..

– Powell: werde gut mit Yellen zusammen arbeiten, habe aber mit ihr noch nicht gesprochen, auch nicht mit Biden

– Frage nach Furcht vor Immobilienblase oder Blase bei Unternehmensanleihen – Powell: extrem steigende Nachfrage nach Immobilien vorübergehend, bei Unternehmensanleihen sehe ich die Tatsache, dass es weniger Insolvenzen gibt (FMW: es wird immer surrealer, wie Powell versucht, die Blasen-Bildungen weg-zureden!)

FMW: bleiben sie dran bei FMW – wir bringen die Zahlen von Tesla, Facebook und Apple und die Marktreaktionen darauf!

Der Live-Feed:

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Jerome Powell über das Evangelium der Fed

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Fed: Das sagt das Statement der US-Notenbank – weit und breit keine Blasen, nirgends..

Markus Fugmann

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Von der US-Notenbank Fed ist eigentlich heute nicht viel neues zu erwarten. Eigentlich. Aber wird dennoch etwas gesagt im Statement der Notenbank zur derzeitigen Spekulations-Euphorie? Hier die wichtigsten Aussagen der Notenbank in Stichpunkten:

– Wirtschaftswachstum hat sich abgeschwächt: „The pace of the recovery in economic activity and employment has moderated in recent months, with weakness concentrated in the sectors most adversely affected by the pandemic“
Beim letzten Statement hatte es noch geheißen in Sachen Wirtschaft: „Economic activity and employment have continued to recover but remain well below their levels at the beginning of the year.“

– keine Erwähnung spekulativer Exzesse (Gamestop!)

– wenn Situation verschlechtert, wird Notenbank handeln: „would be prepared to adjust the stance of monetary policy as appropriate if risks emerge that could impede the attainment of the Committee’s goals“

– Inflation bleibt moderat wegen Ölpreisen: „Weaker demand and earlier declines in oil prices have been holding down consumer price inflation“

FMW: Subtext der Fed – kauft alles, wir bailen euch aus. Gamestop ist cool!

Das Statement im Wortlaut:

The Federal Reserve is committed to using its full range of tools to support the U.S. economy in this challenging time, thereby promoting its maximum employment and price stability goals.

The COVID-19 pandemic is causing tremendous human and economic hardship across the United States and around the world. The pace of the recovery in economic activity and employment has moderated in recent months, with weakness concentrated in the sectors most adversely affected by the pandemic. Weaker demand and earlier declines in oil prices have been holding down consumer price inflation. Overall financial conditions remain accommodative, in part reflecting policy measures to support the economy and the flow of credit to U.S. households and businesses.

The path of the economy will depend significantly on the course of the virus, including progress on vaccinations. The ongoing public health crisis continues to weigh on economic activity, employment, and inflation, and poses considerable risks to the economic outlook.

The Committee seeks to achieve maximum employment and inflation at the rate of 2 percent over the longer run. With inflation running persistently below this longer-run goal, the Committee will aim to achieve inflation moderately above 2 percent for some time so that inflation averages 2 percent over time and longer‑term inflation expectations remain well anchored at 2 percent. The Committee expects to maintain an accommodative stance of monetary policy until these outcomes are achieved. The Committee decided to keep the target range for the federal funds rate at 0 to 1/4 percent and expects it will be appropriate to maintain this target range until labor market conditions have reached levels consistent with the Committee’s assessments of maximum employment and inflation has risen to 2 percent and is on track to moderately exceed 2 percent for some time. In addition, the Federal Reserve will continue to increase its holdings of Treasury securities by at least $80 billion per month and of agency mortgage‑backed securities by at least $40 billion per month until substantial further progress has been made toward the Committee’s maximum employment and price stability goals. These asset purchases help foster smooth market functioning and accommodative financial conditions, thereby supporting the flow of credit to households and businesses.

In assessing the appropriate stance of monetary policy, the Committee will continue to monitor the implications of incoming information for the economic outlook. The Committee would be prepared to adjust the stance of monetary policy as appropriate if risks emerge that could impede the attainment of the Committee’s goals. The Committee’s assessments will take into account a wide range of information, including readings on public health, labor market conditions, inflation pressures and inflation expectations, and financial and international developments.

Voting for the monetary policy action were Jerome H. Powell, Chair; John C. Williams, Vice Chair; Thomas I. Barkin; Raphael W. Bostic; Michelle W. Bowman; Lael Brainard; Richard H. Clarida; Mary C. Daly; Charles L. Evans; Randal K. Quarles; and Christopher J. Waller

Die Fed - was wird sie heute sagen?

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Aktien

Mit Zocken reich werden – der neue „American dream“ ersetzt den Traum vom eigenen Haus

Claudio Kummerfeld

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American Dream Symbolfoto

Man erinnere sich an die Zeiten von Bill Clinton und George Bush, und auch von Notenbank-Chefs wie Alan Greenspan. Die inoffizielle Staatsraison der 1990er und 2000er in den USA war (unter anderem): Jedem Amerikaner solle es möglich sein in seinem eigenen Haus zu leben. Das war der American Dream. Unterschwellig (so meine Meinung) war damit die Aussage an die eigene Bevölkerung verbunden, dass man sagen konnte: Schaut her, wir sind das größte, reichste und stärkste Land der Welt. Unsere Bürger können sich alle ein eigenes Haus leisten.

Die Regulierungen am US-Häusermarkt wurden dramatisch runtergefahren. Millionenfach wurden von der Regierung befeuert Hauskredite vergeben an Menschen, die in vielen Fällen noch nicht mal eine Arbeit hatten. Sie hatten noch nicht mal bei beschönigender Betrachtung irgendeine Art von Bonität. Die Katastrophe war vorprogrammiert, und das ganze Kartenhaus brach ab 2007 zusammen – was wir heute als Finanzkrise 2008 bezeichnen. Es war ein großer Traum, der für viele Amerikaner zum Albtraum wurde und für viele mit einem Schlafplatz unter einer Brücke endete.

Im Corona-Jahr 2020 entstand offenbar ein neuer American Dream. Nicht mehr Häuser auf Kredit kaufen, sondern ohne Arbeit, Wissen, Recherche oder sonst etwas reich werden, vom eigenen Computer, von zuhause aus. Durch stumpfes, sinnbefreites Zocken in Aktien, die man selbst gar nicht kennt. Einfach drauf los zocken, und schnell und einfach reich werden. Das ist wohl der neue amerikanische Traum. In der Coronakrise hockten auf einmal Millionen Amerikaner zuhause, betätigungslos. Sehr üppige staatliche Hilfen beschwerten Millionen arbeitsloser Amerikaner ein höheres monatliches Einkommen, als sie es vor Corona mit Arbeit hatten.

Klar erkennbar war die daraufhin folgende Welle an Millionen neuer Brokerkonten in den USA. Unglaublich aber wahr. Unzählige Menschen kauften sich von den staatlichen Hilfen nichts zu essen (sinnbildlich ausgedrückt), sondern überwiesen die Gelder auf ihre frisch eröffneten Brokerkonten. Hinzu kommen die neuen Broker wie „Robinhood“, bei denen man ganz ohne Gebühren zocken kann. Dadurch wurde es möglich auch mit Kleinstbeträgen von mehreren hundert Dollar drauf los zu zocken. Rein, raus, rein, raus, immer weiter.

Robinhood-Chef beschreibt den neuen American Dream

Vlad Tenev, CEO und Mitbegründer von Robinhood, des bekanntesten dieser neuen Broker für die junge wilde Zocker-Meute, hat heute einen Gastkommentar auf CNBC veröffentlicht (hier nachzulesen). Er spricht davon, dass es der neue American Dream sei ein „Investor“ zu werden, nach dem vormaligen Traum vom eigenen Haus. Er erwähnt, dass viele seiner Kunden Aktien kaufen und dann langfristig halten würden. Will da jemand Kritik am stumpfen und sinnbefreiten Zocken vorbeugen? Die Mission von Robinhood sei es nach seinen Worten, das Finanzwesen zu demokratisieren – dies sei im amerikanischen Idealismus verwurzelt. Amerika sei schon immer stolz auf seine Fähigkeit gewesen, Aufwärtsmobilität und Chancen mit wenigen Barrieren zu fördern. Dieses nationale Ethos des „American Dream“ sei so alt wie die Nation selbst. Im 20. Jahrhundert habe sich alles um den Erwerb von Wohneigentum gedreht, was unter anderem durch die 30-jährige Hypothek vorangetrieben wurde. Jetzt, wo es im Börsenhandel keine Provisionen und Mindestbeträge mehr gibt, sei die Bühne frei für einen neuen amerikanischen Traum, bei dem nahezu 100 Prozent der US-Bürger Investoren werden sollen. „Lassen Sie uns das schaffen – gemeinsam“, so seine finalen Worte.

Dazu möchte ich final anmerken: Ist das noch „Investieren“, was wir derzeit am US-Aktienmarkt sehen? Wohl kaum. Völlig wertlose Unternehmen unbegrenzt nach oben traden, ohne jeglichen Sinn und Verstand? Auf Dauer kann das nicht gut gehen. Wir haben es auf finanzmarktwelt.de die letzten Tage mehrfach angesprochen (hier der letzte Video-Kommentar von Markus Fugmann heute früh). Die ganz frische Generation von Tradern hat das Platzen der Dotcom-Blase und die Finanzkrise 2008 gar nicht erlebt. Damals waren diese Trader gerade erst geboren oder noch in der Grundschule. Sie kennen nur steigende Kurse, nur Party, nur nach oben, völlig sinnbefreit. Auch sie werden wohl eines Tages einen großen Knall erleben. Einige von ihnen werden auch nach so einem Crash immer noch kräftig Geld auf der Kante haben – andere werden nach dem „All In“ wohl ähnliches erleben wie viele Menschen nach der Zwangsräumung ihrer Häuser in den Jahren 2005, 2006 und 2007.

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