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USA: Der schlechteste Deal aller Zeiten wurde upgedatet

USA Flaggen Symbolfoto

USMCA heißt der Nachfolger des nordamerikanischen Freihandelsabkommens NAFTA. Die Namensänderung täuscht darüber hinweg, dass es sich lediglich um einen überarbeiteten, aber keinen neuen Deal handelt. Vor- oder Nachteil für die USA?

Zeitgemäßer und etwas besser für die USA

In meinem jüngsten Artikel „Trump – der Joker des Establishments“ sparte ich nicht mit Kritik am US-Präsidenten. Daher ist es nur fair, auch einen Erfolg seiner bisherigen Amtszeit zu erwähnen. Eines kann man zu Präsident Trumps bisher größtem Handelsdeal sagen: Die neue Version des NAFTA-Abkommens zwischen den USA, Mexiko und Kanada bring den Amerikanern mehr Vorteile und bezieht auch Themen mit ein, die beim Zustandekommen des NAFTA-Abkommens vor 25 Jahren noch keine Rolle spielten.
Bereits vor einem Jahr ließ sich Trump für den USMCA-Deal feiern, der ökonomisch betrachtet aufgrund der intensiven Handelsverflechtungen zwischen den drei Staaten eine größere Bedeutung hat, als ein möglicher Deal mit China. Die Freihandelszone umfasst ca. 500 Mio. Menschen mit einem Handelsvolumen von ca. 1,4 Billionen US-Dollar pro Jahr.

Bislang hatten die oppositionellen Demokraten, die seit November 2018 die Mehrheit im Repräsentantenhaus innehaben, die Verabschiedung des Abkommens blockiert. Einerseits wollten sie eine Reihe weiterer Anpassungen zum Schutz amerikanischer Arbeitnehmer durchsetzen und anderseits den Erfolg nicht ganz dem Präsidenten und seinem Verhandlungsteam überlassen – daher die Verzögerung.

Grund für Euphorie gibt es jetzt dennoch nicht. Wie die Internationale Handelskommission der USA (USITC) in ihrem Bericht „U.S.-Mexico-Canada Trade Agreement: Likely Impact on the U.S. Economy and on Specific Industry Sectors“ über die wahrscheinlichen Auswirkungen des Abkommens schätzt, sind die positiven Effekte für die Vereinigten Staaten überschaubar: Das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) der USA soll dank des neuen Abkommens mittelfristig um 68,2 Mrd. US-Dollar oder 0,325 Prozent höher ausfallen, als dies unter Fortführung des Vorgängerabkommen (NAFTA) der Fall gewesen wäre. Die Beschäftigung in den USA könnte dank USMCA um ca. 176 000 Jobs zulegen. Zum Vergleich: Allein im Monat November wurden in den USA 266.000 neue Jobs geschaffen.

Ein Grund für den geringen ökonomischen Effekt sind beispielsweise die Zölle, die bereits unter dem alten NAFTA-Abkommen so gut wie eliminiert waren. Die größten Effekte sind von den neuen Bestimmungen für den digitalen Handel und für die Automobilindustrie zu erwarten (zulasten der europäischen und asiatischen Hersteller).

Mindestlöhne, Rechtssicherheit, digitaler Handel

Die wichtigsten Errungenschaften aus Sicht der USA, die aus dem neuen Handelsabkommen resultieren, sind der Druck, speziell auf Mexiko, höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen, mehr Rechte für Arbeitnehmer (Aufbau von Gewerkschaften), strengere Emissionsvorschriften und höhere Industriestandards zu realisieren.

Darüber hinaus sollen US-Farmer besseren Zugang zum kanadischen Markt erhalten, wo sie bislang vom Milchmarkt fast gänzlich ausgeschlossen waren. Kanada konnte im Gegenzug einen besseren juristischen Schutz der heimischen Holzindustrie bei Dumping-Vorwürfen durchsetzen. Mexiko kann im Gegenzug die volle Kontrolle über seine Ölvorkommen behalten.

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