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USA: Die Ängste der Amerikaner vor dem Coronatest

Viele Menschen in den USa haben Angst vor einem Coronatest: Das amerikanische „Hire-and-Fire“-System schlägt in manchen Bundesstaaten unerbittlich zu

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Die Pandemie um Covid-19 hat viele Schwächen des Gesundheitssystems in den USA offengelegt, wie auch die Nachteile eines schwachen Sozialstaates während einer Krise. Trotz bester medizinischer Versorgung (für die zahlungskräftige Klientel) sowie führender Forschungseinrichtungen liegen die USA mit ihren Infektionszahlen sowie Infektionsopfern ganz vorne in den Statistiken der John-Hopkins-Universität. Etwa 20 Prozent der registrierten Fälle in beiden Kategorien bei einem Anteil der Weltbevölkerung von gut vier Prozent. Und es spricht Vieles dafür, dass die wahre Zahl noch deutlich höher liegt.

USA – Coronatests und dann?

Quarantäne wegen Covid-19, ein Schreckgespenst für viele Amerikaner.

Für uns Deutsche ist dies bestimmt auch keine angenehme Zeit, für manchen Bürger in den USA jedoch eine existenzielle Angelegenheit. Dies führt derzeit zu sehr makaberen Verhaltensweisen der Menschen.

Zum Beispiel bei der Kommunikation zwischen Eltern, dass sie ihre Kinder nicht wegen verräterischer Erkältungszeichen für die Schule krankschreiben sollen, sondern andere banale Erkrankungen als Begründung aufführen sollen. Denn bereits bei wenigen Kindern mit Covid-19 wird die ganze Schule geschlossen und für die berufstätigen Eltern beginnt ein weiteres Problem. Das amerikanische „Hire-and-Fire“-System schlägt in manchen Bundesstaaten unerbittlich zu, bereits zwei Wochen Quarantäne führen zur Entlassung mancher Arbeitnehmer. Arbeitslosenunterstützung ist rar und selbst in der unfreiwilligen häuslichen Isolation wird in manchen Branchen die Lohnzahlung eingestellt. Die Folge: Aus Angst vor einem positiven Coronatest wird der Test umgangen, im Frühjahr gab es zu wenig Testmöglichkeiten, jetzt werden sie aus den besagten Gründen umgangen.

Selbst an Universitäten wird aus ähnlichen Gründen das Testsystem boykottiert – was das für Folgen für eine Eindämmung der Infektionskrankheit haben muss, dürfte auch immunologischen Laien klar sein. Hinzu kommt der nachhaltige Schaden, den der US-Präsident bei seinen Anhängern hinterlassen hat: Das Maske-Tragen wurde von ihm lange Zeit verhöhnt, die Krankheit bagatellisiert. Alles sicherlich Gründe, warum die USA offiziell bereits über 11,5 Millionen Corona-Fälle registrieren und leider auch über 250.000 Corona-Opfer. Dies in der „Greatest Nation on Earth“. Aber das dürfte nur die Spitze des Eisbergs in Sachen Covid-19 sein.

Wie viele Corona-Infektionen hat(tte) man wirklich?

Aufgrund der eben dargelegten Nachrichten aus den USA muss davon ausgegangen werden, dass aktuell Tausende von Coronainfizierten durch das Melderaster fallen und dass viele jüngere Personen die Krankheit unregistriert mit wenig Symptomen auskurieren. Aber natürlich eine Zeitlang als mögliche Spreader fungieren. Die aktuellen Zahlen sind absolut rekordverdächtig: In der Spitze über 184.000 Registrierte pro Tag, in nur sechs Tagen eine Million neu infizierte Menschen.

Aber wie viele Ungemeldete waren es im letzten Winterausklang, als es überhaupt keine Testkapazitäten gab? Hatte man nicht im Frühjahr im Nachgang von Antikörpertests aus New York berichtet, dass in manchen Regionen des Staates New York 25 Prozent und mehr der Getesteten Antikörper auf Covid-19 aufwiesen? Als täglich Millionen mit der Metro in New York ohne Masken und ohne Kenntnis einer Gefahr zur Arbeit fuhren, Viele davon als Pflegepersonal in Krankenhäuser und in Altenheimen beschäftigt? Sprach nicht selbst der Leiter der Seuchenbehörde in den USA (Centers for Disease Control and Prevention -CDC) Robert Redfield, davon, dass die Infektionsraten in manchen Bundesstaaten mit einem zweistelligen Faktor angegeben werden müssten?

Gibt nicht die Zahl der Corona-Toten einen Hinweis auf die Zahl der möglichen Infektionszahlen in den USA? Zwischen 0,2 und 0,5 Prozent soll die Mortalitätsrate bei Covid-19 betragen, laut mehreren wissenschaftlichen Studien. Das ergäbe bei 252.000 Todesopfern (an oder infolge Corona) eine Spanne von 50 bis 125 Millionen Amerikaner? Klingt unglaublich aber bereits die untere Zahl wäre bereits ein großer Schritt in Richtung Herdenimmunisierung, auch ohne Impfstoff.

Fazit

Die Pandemie um Covid-19, egal wie harmlos oder lebensbedrohlich man sie einstufen mag, zeigt wie krank einige soziale Strukturen in den USA sind. Ob ein fehlender Versicherungsschutz in einem Gesundheitssystem, welches auf Gewinnmaximierung getrimmt ist oder die Abfederung einer unverschuldeten Phase der Erwerbstätigkeit – der neue Präsident wird es registriert haben. Ob er es in seiner Amtszeit mit den Mehrheitsverhältnissen im Kongress ändern kann, steht auf einem anderen Blatt. Er hat als Vize das Blockadesystem schon hautnah miterleben können.

Einen Vorteil könnte man aus der aktuellen Situation dennoch ableiten, auch wenn es in Teilbereichen eine grausame Erkenntnis ist. Die Durchseuchungsrate in den USA dürfte in der Hightech-Nation schon sehr viel weiter fortgeschritten sein, als zum Beispiel in Deutschland. Wir werden in den nächsten Stunden die offizielle Ein-Prozentgrenze bei den Infektionen erreichen (USA 3,5 Prozent) bei einer vermutlich erheblich niedrigeren Dunkelziffer als in Übersee. Das Virus ist in den USA damit prozentual erheblich schon weiter „ausgeschaltet“ als hierzulande, allerdings durch einen sehr hohen Preis, den man dafür entrichten musste.

Viele Menschen in den USA haben Angst vor einem Coronatest

 

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    franco33

    19. November 2020 01:19 at 01:19

    Schlussfolgerung für die Zukunft also:Wir gehen vom homo sapiens zum homo higienicus.
    Es gab gerade einen neuen Virusausbruch in Bolivien,allerdings mit einer hohen
    Ansteckungs/Todesrate.Im Frühjahr kommenden Jahres soll ja Covid 21 kommen,wesentlich
    gefährlicher.Impfen soll man sich ja unbedingt,aber bitte dann auch 3-4 mal im Jahr,denn
    wenn ein Virus nicht mehr mutieren kann,stirbt er.
    Also,keinerlei soziale Kontakte mehr (der Mensch ist ein soziales Wesen),bitte nur noch
    Home-Office und natürlich auch nicht mehr aus dem eigenen Bundesland reisen bitte !
    Wenn das die Zukunft / das Handeln von Virenbekämpfung sein soll,wird dies mit Sicherheit
    unsere Menschheit drastisch reduzieren.Die Meisten werden allerdings aus Existenznot und
    Angstpsychosen sterben.Aus Existenznot allerdings noch mehr die Menschen in der Dritten Welt.Unser Sozial/Krankensystem wird dann allerdings nicht mehr so sein wie heute.
    Mein Vorschlag: Lebe das hier und jetzt – lebe dein eigenes Leben,bitte mit Empathie !

  2. Avatar

    Stratege

    19. November 2020 09:34 at 09:34

    Sehr guter Artikel, könnte den Optimisten, die Corona börsenmässig schon abgehakt haben ,zu denken geben.Die Amis haben das teuerste Gesundheitssystem aber die Verteilung stimmt nicht. Viel Geld wird auch für Schönheits- OP ausgegeben bei den Privilegierten während Viele keine Minimalversorgung haben.
    Da gibt es Parallelen zu der Vermögensverteilung die ja gerade in die total falsche Richtung läuft.
    Wann wird die intelligente Börse, die doch immer die Zukunft vorausnimmt , die Folgen dieser Entwicklung wahrnehmen? Wenn es wirklich die Chinesen wären , die das Virus bewusst eingesetzt hätten ( Trump These ) dann hätten sie ihre Gegner wirklich an der verletzlichen Stelle getroffen.
    PS. Ich glaube auf FMW hat es vor einiger Zeit einen guten Bericht über die hohen,steigenden Krankenkassenkosten der USA gegeben. ( Zipfel oder Müller oder irgendein Knüller)

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Immobilien: Der Boom läuft immer weiter – aktuelle Daten

Claudio Kummerfeld

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Innenansicht eines Einfamilienhauses

Es ist wirklich erstaunlich. Auch wir bei FMW hatten zu Ausbruch der Coronakrise und im brutalen wirtschaftlichen Absturz im Frühjahr erwartet, dass auch der Markt für Immobilien beeinträchtigt sein wird. Schließlich haben derzeit ja zahlreiche Menschen massive Existenzängste, leben dank Kurzarbeitergeld auf Kante, oder haben als Selbständige ihre Existenz gleich ganz verloren. Da müssten die Preise für Immobilien doch eigentlich einbrechen? Die Nachfrageseite für Häuser und Eigentumswohnungen müsste so schwach sein, dass man spürbare Rückgänge bei den Preisen sehen müsste?

Nichts da. Offenbar bringt die große Gelddruck-Orgie der Notenbanken und die Alternativlosigkeit zu Aktien und Immobilien immer noch genug Anleger und Kaufwillige dazu, die Preise für Immobilien immer weiter klettern zu lassen. Und die Rettungsmaßnahmen der Bundesregierung sind wohl derart umfangreich, dass genug Menschen in prekären Situationen (Arbeiter in der Autoindustrie etc) noch nicht ihre Häuser verlieren, welche auf dem Markt folglich auch nicht für ein Überangebot an Häusern und Eigentumswohnungen sorgen können.

Preise für Immobilien weiter am Steigen

Aktuelle Zahlen der Anbieter F+B sowie Dr. Klein zeigen weiter steigende Preise für Immobilien. Der F+B-Wohn-Index Deutschland als Durchschnitt der Preis- und Mietentwicklung von Wohnimmobilien für alle Gemeinden in Deutschland stieg im 3. Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,6 Prozent. Wie gesagt, diese Steigerung von +5,6 Prozent kommt zustande, weil ich auch Mieten enthalten sind. Und die sind dank Corona doch tatsächlich leicht rückläufig mit -0,9 Prozent im Quartalsvergleich (und noch +0,1 Prozent im Jahresvergleich).

Mieten bremsen nur den Gesamtschnitt aus Immobilienpreisen + Mieten

Im Bundesdurchschnitt gehören damit exorbitante Mietensteigerungen laut F+B endgültig der Vergangenheit an. Auch die Betrachtung der Top 50-Standorte in Deutschland mit dem höchsten Mietenniveau lege eine ähnliche Interpretation für diesen Trend nahe. So seien im Vergleich zum Vorquartal in 28 der 50 teuersten Städte Deutschlands die Mieten bei der Neuvermietung gesunken (im Vergleich der Quartale Q2/2020 zu Q1/2020 betraf dies 18 Städte). Im Vergleich zum Vorjahresquartal 2019 gab es reale Mietpreisrückgänge in 10 der teuersten 50 Städte. Nach Beobachtungen von F+B hätten die Corona-bedingten wirtschaftlichen Verwerfungen als Nachwirkungen des ersten Lockdowns vom Frühjahr 2020 zu noch stärkeren Rückgängen bei den Mieten geführt, wenn es die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen nicht gegeben hätte. Wir möchten ergänzen: Hunderttausende Wohnungen in Berlin sind vom dortigen Mietendeckel betroffen, was die Mietpreisentwicklung bundesweit ebenfalls beeinflusst. F+B bespricht dieses Thema in seiner Veröffentlichung ebenfalls.

Nachfrageschub

Im Vergleich zum dritten Quartal 2019 liegen die Preissteigerungen bei Eigentumswohnungen laut F+B mit 5,5 Prozent weiterhin deutlich hinter den Ein- und Zweifamilienhäusern mit 8,6 Prozent. Eigenheime dominieren damit endgültig die Gesamtperformance des Wohn-Index von F+B. Man sei der Auffassung, dass die Corona-Pandemie hier einen zusätzlichen und offenbar auch nachhaltigen Nachfrageschub – bei gleichzeitig beschränktem Angebot – erzeugt hat, so F+B. Im Chart sehen wir seit dem Jahr 2004 die Preisentwicklung verschiedener Arten von Immobilien seit dem Jahr 2004. Eigentumswohnungen liegen langfristig klar in Führung.

Entwicklung der Preise für Immobilien seit dem Jahr 2004

Preise in Nordrhein-Westfalen steigen weiter

Der Anbieter Dr. Klein berichtete erst vor wenigen Tagen, dass das Volumen pro Immobilienkredit neue Rekordhochs erreicht hat (hier die Details). Heute berichtet Dr. Klein über die neuesten Preisentwicklungen für Immobilien in Nordrhein-Westfahen. Der bis 2015 zurückreichende Chart zeigt auch jetzt keinen Abknick bei der Preisentwicklung. Im mondänen Düsseldorf dürfe es gerne ein bisschen mehr sein – auch bei den eigenen vier Wänden: Der Trend gehe hin zu mehr Exklusivität und Geräumigkeit. Köln und Dortmund vermelden indessen neue Rekorde bei den Immobilienpreisen. Die Details finden Sie beim Klick an dieser Stelle.

Preise für Immobilien in Nordrhein-Westfalen

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BioNTech, Pfizer und Moderna, erfüllen sich die Impfstoff-Erwartungen?

Wolfgang Müller

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Erfüllen sich die hohen Erwartungen an die Impfstoffe von BioNTech und Pfizer sowie Moderna? Die Börsen sind im Jahresendspurt: Immer wieder werden derzeit die aktuellen Wirtschaftsdaten als Indikatoren herangezogen, verbunden mit dem großen Optimismus vieler Investoren, die nach Korrektur schreien. Aber dies ist neben dem monetären Faktor nicht der entscheidende Treiber für Börsenkurse. Es zählt die mittelfristige Aussicht, auch wenn man in einer Rezession oder in einem Lockdown etwas anderes verspürt. Was die Märkte antizipieren, sind die Fortschritte in der Impfstoffentwicklung und deren Anwendung. Dies kann man auch aus einem Interview schlussfolgern, welches eine Reporterin der Welt am Sonntag aktuell mit dem Chef von Moderna, Stéphane Bancel, geführt hat.

BioNTech & Co: Die große Wende bis zum Sommer 2021

Bei aller Skepsis über die Geschwindigkeit und Validität der Entwicklung eines Impfstoffes ist es nicht zu übersehen: Die Nachrichten über den Fortgang des Kampfes gegen Covid-19 überschlagen sich, Unternehmen für Unternehmen berichtet von den Ergebnissen aus der klinischen Studie-3 und der baldigen Beantragung für eine Zulassung des eigenen Vakzins. Es ist daher sicher interessant, was der langjährige Chef eines der Unternehmen an vorderster Front dazu zu sagen hat, auch unter Berücksichtigung der subjektiven Darstellung des eigenen Unternehmens. Hier die Kernaussagen des CEOs von Moderna:

Der Chef von Moderna fühlt sich von der Erstmeldung von BioNTech und Pfizer nicht überfahren. Man bräuchte mindestens vier oder fünf Unternehmen, um die Welt mit 7,6 Milliarden Menschen impfen zu können.

Bemerkung: Fraglich, ob es zur Impfung von so vielen Menschen durch westliche Impfstofffirmen kommt. China impft sich selbst (1 Mio. Chinesen wurden schon geimpft), ebenso Russland. In Indien sind 750 Millionen Menschen unter 25 Jahre alt, ein ähnliches Verhältnis dürfte auch für den Milliardenkontinent Afrika gelten. Und wie viele Menschen werden sich einer Impfung verweigern?

Zur Frage, warum BioNTech/Pfizer schneller waren: Pfizer sei100-mal größer als Moderna, man habe vorher noch nie eine Studie mit 30.000 Menschen durchgeführt. Zudem wurde das Vakzin gemeinsam mit der US-Gesundheitsbehörde NIH entwickelt und mit staatlichen Stellen dauere es etwas länger, sich untereinander abzustimmen.

Der US-Staat hat Moderna mit einer Milliarde Dollar unterstützt, aber man brauche das Geld, um im kommenden Jahr eine Milliarde Impfstoffdosen herzustellen. Für die Beschaffung von Grundmaterialien.
Zum Impfstoffpreis: Man werde zwischen 25 und 37 Dollar aufrufen, je nachdem, wie viel die Regierungen bei Moderna bestellen. Damit liege man im Bereich wie bei einer Grippeimpfung, die zwischen 10 und 50 Dollar kostet. Das sei ein fairer Preis, wenn man bedenkt, wie hoch die Kosten für das Gesundheitssystem sind, wenn ein Mensch schwer an Covid-19 erkrankt. Die teuerste Impfung der Welt sei derzeit Pfizers Impfstoff Prevnar gegen Pneumokokken mit 300 Dollar je Dosis.
Zur Dauer der Impfung: Das hänge davon ab, wie viele Impfstoffe das Rennen machen. Wenn es beim Impfstoff von BioNTech und Moderna bliebe, würde es bis zum nächsten Sommer dauern, bis allein die Menschen in Europa und den USA geimpft sind. Für den Rest der Welt würde es vermutlich bis Ende 2022 dauern.
Bemerkung: Reichlich optimistisch, so viele Menschen (mehr als eine halbe Milliarde, auch wenn sich viele verweigern) innerhalb von sechs Monaten zu impfen.

Zur Hektik bei der Notzulassung: Bancel betrachtet jede Morgen die Zahlen der John-Hopkins-Universität. Es gebe täglich weltweit 11.000 Coronaopfer und dies dürfte sich im nächsten Monat noch steigern. Die Impfung habe bereits bewiesen, dass sie wirke und sicher sei. mRNA werde innerhalb von 48 Stunden nach der Impfung im Körper abgebaut, das Lipid als Trägerstoff ebenfalls. Danach sei man geschützt vor Covid und den teilweise schlimmen Langzeitfolgen. Deshalb sei seine Entscheidung klar.

Beim Vergleich mit Biontech-Chef Ugur Sahin: Bancel bezeichnet sich selbst als nicht besonders guten Verkäufer. Was er aber könne sei komplizierte Wissenschaft einfach zu erklären. Zum Beispiel warum mRNA die größte medizinische Revolution seit der Erfindung von kleinen Molekülen wie Aspirin sei.
Zum Stand der Genforschung: Man lebe im Zeitalter der Sequenzierung. Es würde nur fünf Dollar und ein paar Stunden Zeit kosten, bis man das Genom eines Virus entschlüsselt habe, dank mRNA habe man jetzt die Möglichkeit, sehr schnell wirksame Medikamente zu machen. Dies katapultiere die analoge Medizin in das Zeitalter der Digitalisierung. Dieser Erfolg sei aber nicht über Nacht gekommen, wie viele Leute denken. BioNTech und Moderna arbeiten daran seit zehn Jahren.
Bei der ultimativen Frage nach dem eigenen Impfzeitpunkt sagt Bancel: Er könne es gar nicht abwarten, hätte das gern schon vor Monaten getan, denn er wolle sein altes Leben zurück.

Fazit

Egal, wie man die Aussagen eines Unternehmensvorstands zum eigenen Produkt bewertet. Es ist schon erstaunlich, wie konkret die Informationen zu dem Jahrhundertprojekt Impfstoffentwicklung gegen Covid-19 bereits gediehen sind. Sollte es tatsächlich keine gravierenden Nebenwirkungen des Impfstoffes geben, so könnte man tatsächlich von einer Normalisierung der Verhältnisse im Hinblick auf die Pandemie bereits im Jahre 2021 rechnen. Sollte es tatsächlich dazu kommen, wäre es ein neuer Meilenstein in der Entwicklung des medizinischen Fortschritts der Menschheit. Noch ist Vieles im Konjunktiv.

Erfüllen die Impfstoffe von BioNTech oder Moderna die hohen Erwartungen?

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Warum für Deutschland im Winter eine technische Rezession ansteht

Claudio Kummerfeld

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Leere Restaurants im zweiten Lockdown befeuern die Rezession

Die Industrie liefert wieder, und China als Abnehmer deutscher Waren hilft kräftig mit bei der Erholung der Konjunktur. Aber es ist klar. Die Dienstleistungen vermasseln derzeit der deutschen Wirtschaft die tiefgreifende Erholung. Die Rezession steht bevor oder startet wohl gerade wieder, und das Bruttoinlandsprodukt könnte schrumpfen. Und das nicht nur, weil die Dienstleistungen wie Gastronomie wegen dem aktuellen „kleinen“ Corona-Lockdown zu großen Teilen gar nicht stattfinden. Nein, da ist noch ein Faktor, der auf den ersten Blick übersehen werden kann.

Bevorstehende Rezession befeuert durch höhere Mehrwertsteuer

Eine aktuell womöglich schon gestartete technische Rezession für diesen Winter dürfte ab Anfang Januar verschärft werden. Denn ab 1. Januar wird die seit Juli 2020 geltende Mehrwertsteuersenkung wieder rückgängig gemacht. Dann dürften die Verbraucherpreise wieder steigen. Wer schon lange Zeit vor hatte einen neuen Fernseher, Küche, Auto oder sonstige hochpreisige Einrichtungsgegenstände anzuschaffen, hat dies wohl schon in den letzten Monaten getan, und dabei nette Mehrwertsteuerbeträge gespart. Umso kräftige dürfte der Konsumrückgang ab Januar ausfallen. Oder darf man mutmaßen, dass die Politik in Berlin dem noch schnell entgegenwirkt, und die Mehrwertsteuer bis zum Sommer 2021 auf reduziertem Niveau belässt? Die Kurzarbeiter-Regelung hat man ja schließlich auch gerade erst bis Ende 2021 verlängert.

Dr. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, bringt es in einer aktuellen Kurzanalyse auf den Punkt. Warum er sich gerade jetzt äußert? Heute um 10 Uhr wurde mit dem ifo-Index das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer veröffentlicht (hier die Details). Er fiel von 92,5 auf 90,7 Punkte. Die Zahlen waren zwar leicht besser als gedacht, aber eben doch schlechter als im Vormonat. Wie der Chart (geht bis 2016 zurück) zeigt, geht es aktuell wieder leicht bergab mit dem Geschäftsklima in Deutschland.


source: tradingeconomics.com

Experte spricht von bevorstehender technischen Rezession

Deutschland droht eine technische Rezession, das Winterhalbjahr wird hart. Das kann durch die robuste Entwicklung in der Industrie kaum verhindert werden. Erst die wärmeren Temperaturen im Frühling und die Impfungen werden die Wirtschaft vor allem in der zweiten Jahreshälfte deutlich anziehen lassen, so Jörg Krämer. Ein Monat Lockdown koste fast ein Prozent Wachstum beim Bruttoinlandsprodukt. Krämer erwartet eine technische Rezession im Winterhalbjahr, auch wenn sich das verarbeitende Gewerbe super halte. Im folgenden Chart der Commerzbank sehen wir, wie die Industrie in gelb weiter ansteigt, während die Dienstleistungen wieder abschmieren.

Chart zeigt Tendenz der Rezession dank schwachen Dienstleistungen

Laut Jörg Krämer ist ein Abwärtstrend bei den Corona-Neuinfektionen noch nicht erkennbar. Die Bundesländer dürften den Lockdown nach seiner Meinung bis mindestens Weihnachten verlängern und die Kontaktbeschränkungen verschärfen. Sehe man von möglichen Lockerungen rund um Weihnachten ab, dürfte der Lockdown mindestens bis Ende Dezember gelten. Weil die kalte Jahreszeit die Infektionen begünstigt, erwarte man, dass Restaurants, Kneipen, Hotels, Fitness-Center etc auch während des ersten Quartals überwiegend geschlossen bleiben.

Basierend auf dem Anteil der betroffenen Branchen an der gesamten Wertschöpfung drücke ein Monat Lockdown das quartalsweise Bruttoinlandsprodukt wie gesagt um fast 1 Prozent. Entsprechend dürfte laut Jörg Krämer das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal um 2 Prozent schwächer ausfallen als ohne Lockdown – es werde vermutlich schrumpfen. Das dürfte die robuste Entwicklung in der Industrie nicht verhindern. Auch im ersten Quartal, das ohnehin durch die Mehrwertsteuererhöhung zum 1. Januar belastet wird, sei kaum mit einem Plus zu rechnen. Deutschland drohe eine technische Rezession. Die Wirtschaft gehe durch ein hartes Winterhalbjahr, bevor die wärmeren Temperaturen und die Impfungen die Wirtschaft vor allem in der zweiten Jahreshälfte deutlich anziehen lassen.

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