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USA haben Vollbeschäftigung! Zerlegen wir mal die „Participation Rate“

Redaktion

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Von Claudio Kummerefeld

Die Arbeitslosenquote in den USA liegt derzeit bei 5,3%. Immer öfter hört man in US-Medien derzeit das Wort „Vollbeschäftigung„, auch Mitglieder der US-Notenbank „Federal Reserve“ nehmen dieses Wort inzwischen in den Mund, und nutzen diese phantastisch niedrige Prozentzahl u.a. als Begründung für die bevorstehende Zinserhöhung in den USA am 16./17. September.

Vollbeschäftigung in den USA?

Wir hatten das Thema Arbeitslosenquote in den USA schon mehrfach analysiert bzw. zerpflückt. Wir möchten uns heute nochmal die entscheidende und umstrittene „Participation Rate“ vornehmen, also den Anteil der US-Bevölkerung, der überhaupt noch am Arbeitsmarkt teilnimmt (der Arbeit hat oder Arbeit sucht).

Vollbeschäftigung und gleichzeitig sinkende Participation Rate
Grafik: US Bureau of Labor Statistics

Rentner vs Nachrücker

Oft gibt es den Einwand die Participation Rate in den USA sinke deshalb so kontinuierlich, weil die Zahl derjenigen, die in Rente gehen, immer weiter steigt im Verhältnis zu jungen Menschen, die auf den Arbeitsmarkt „nachrücken“. Das stimmt natürlich auch. Genau dafür gibt es die folgende Grafik, um den Effekt der Rentner herauszurechnen, die die Participation Rate „verzerren“. Die unten gezeigte Grafik zeigt den Anteil der 25-54jährigen arbeitenden Menschen in Relation zur Gesamtbevölkerung.

Participation Rate 25-54

Dieser Anteil steigt zwar seit 2010 bis heute wieder von 75 auf 77%. Aber direkt vor der Krise 2008 lag diese Quote bei 80%. Im Vergleich zur Arbeitslosenquote von 5,3% sind also eine ganze Menge Menschen „verloren gegangen“. Wo sind sie alle? Tot? Verschwunden? Ausgewandert?

Arbeitslose, die sich „nicht bemühen“

Arbeitslose in den USA, die sich nach der Definition der Ämter dort „nicht aktiv um Arbeit bemühen“, oder die sich einfach nicht beim Amt arbeitslos melden, weil sie keinen Anspruch auf Leistungen und keine Aussicht auf Jobs haben, fallen gleichermaßen aus der Anzahl der Arbeitslosen und aus der Participation Rate raus und tauchen somit gar nicht mehr auf.

Letztlich ist der „Federal Reserve“ ja nur wichtig, was das Bureau of Labor Statistics, das US-Pendant zur Bundesagentur für Arbeit, offiziell als Arbeitslosenquote ausweist. Und da ist die Vollbeschäftigung ja quasi schon Realität. Die Zinsen können daher angehoben werden, da die Wirtschaft „kurz davor ist zu überhitzen“. Eigentlich müssten bei Vollbeschäftigung automatisch die Löhne anziehen, aber die Lohnzuwächse sind, wie jüngste Daten zeigen, auf einem historischen Tief in den USA. Merkwürdig. Kein Druck bei den Löhnen. Ein Konjunktur- und Statistikwunderland auf der anderen Seite des Atlantiks.

Dass ein paar Millionen aus der Statistik gestrichene Menschen irgendwie kein Einkommen haben… egal, solange man es nicht sieht.

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Aktien

Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

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