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USA: Hoppla, 340 Milliarden Dollar mehr Staatsschulden über Nacht!

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Wo gibt´s denn so was? Hoppla, die USA haben über Nacht 340 Milliarden Dollar neue Staatsschulden. So weist es zumindest aktuell das US-Finanzministerium aus. Es gibt dafür eine einleuchtende Erklärung, die aber nicht öffentlich kommuniziert werden kann…

USA Schuldenobergrenze Staatsschulden
US-Staatsverschuldung (links die Tage, rechts Gesamtschulden in Billionen Dollar. Daten: US-Finanzministerium

Vom 30. Oktober auf 2. November, also übers Wochenende (über Nacht klingt besser) hat sich die Staatsverschuldung der USA um 340 Milliarden Dollar erhöht. Damit haben die USA statt 18,15 jetzt 18,49 Billionen US-Dollar Schulden, was 102% des Bruttoinlandsprodukts entspricht. Hut ab, da spielt man in einer Liga mit Italien und Griechenland!

Aber woher kommt dieser erstaunliche plötzliche Zuwachs an Schulden? Erst letzte Woche hatten sich Demokraten und Republikaner im US-Kongress darauf geeinigt die US-Schuldenobergrenze, die bis letzte Woche noch bei 18,1 Billionen Dollar lag, aufzuheben. Und wie es der Zufall so will, lag die offizielle Gesamtverschuldung der USA bis zum Zeitpunkt der Einigung auf genau diesen 18,15 Billionen Dollar vom 30. Oktober. Und ganz plötzlich, sofort nach der Einigung, steigt die Staatsverschuldung wie durch Zauberhand über Nacht um 340 Milliarden auf jetzt 18,49 Billionen.

Die einzige logische Schlussfolgerung: US-Finanzminister Timothy Lew hat die letzten Monate auf Biegen und Brechen sämtliche Tricks eingesetzt um zusätzlich aufgenommene Schulden in Höhe dieser 340 Milliarden Dollar nicht in die offizielle Statistik einbauen zu müssen. Zuletzt konnte er dann nicht mehr tricksen und musste vorletzte Woche die Aufnahme neuer Anleihen über 26 Milliarden Dollar verschieben, was jetzt schleunigst nachgeholt wird. Ganz nebenbei: Nach der Aufhebung der Schuldenobergrenze bis März 2017 wurde bis heute noch keine neue Summe als Grenze festgesetzt. Sie wurde offiziell „erst einmal“ ausgesetzt – sie existiert im Augenblick de facto nicht.

Man hat sich im US-Kongress jetzt zwar auf 1 1/2 Jahre Zeit bis März 2017 geeinigt, und dann soll neu verhandelt werden – aber da man die Grenze erst einmal aufgehoben hat, kann man fast dazu übergehen ohne Scheuklappen auf die Schuldenorgel zu drücken – in 2017 soll dann, so wie man es herausliest, die Schuldenobergrenze auf dem dann vorherrschenden Schuldenstand neu festgesetzt werden. Wir hatten vorletzte Woche schon mal in den Raum geworfen, dass die Schuldenobergrenze, wenn man denn wieder eine konkrete Zahl einführen wollte, von 18,1 auf grob 19 Billionen angehoben werden müsste, wenn man bis März 2017 Luft haben will. Traut sich im US-Kongress oder im Finanzministerium nur keiner, eine Zahl mit der 19 am Anfang in den Ring zu werfen? Wie auch immer, so lange immer weiter jemand US-Staatsanleihen kauft, geht die Party weiter.

USA Staatsschulden Schätzung
Schätzung der Entwicklung der US-Staatsschulden. 2020 sollen die 22 Billionen Dollar erreicht werden. Quelle: US White House Budget Office

16 Kommentare

16 Comments

  1. Avatar

    T2015

    4. November 2015 15:49 at 15:49

    Ich würde eher auf die Anschaffung der neuen Bomber setzen, die ja letzte Woche durch die Presse ging. Hat man wahrscheinlich gerade genehmigt bekommen und musste es irgendwo „unterbringen“.

  2. Avatar

    Mo Gerret

    4. November 2015 15:50 at 15:50

    Naja,dafür hat Griechenland Jaaaaahre gebraucht. Nun frage ich mich ernsthaft, ob der Dollar noch als Weltleitwährung geeignet ist? Diese Schuldenfortschritte(die einzigen Fortschritte der USA) sind zerstörerisch! Mir wird übel bei diesen Zahlen

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    bigben

    4. November 2015 16:43 at 16:43

    alles lachhaft … , hauptsache man regt sich über irgendwelche abgaswerte auf.

  4. Avatar

    tm

    4. November 2015 16:56 at 16:56

    Wo genau liegt denn nun das Problem? Die Staatsschuldenquote fällt doch seit Q1 2014 und wird auch nach den vorliegenden Zahlen weiter fallen.

    Die Frage ist doch eher, was so eine unisnnige Schuldenobergenze soll. Das Parlament beschließt einen Haushalt, der ein gewisses Defizit vorsieht, weigert sich dann aber, dieses Defizit zu finanzieren?

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      Siggi50

      4. November 2015 18:43 at 18:43

      Solange die Welt den Amis ihre Army finanziert, muß sie wohl oder übel auch die Konsumschulden finanzieren. So einfach ist das.

      Wenn die Welt das nicht will, muß sie den Amis klar machen, dass sie bis auf weiteres keine US-Dollar benötigt, weil sie den zwischenstaatlichen Handel in den Währungen der am Handel beteiligten ausführt.

      • Avatar

        tm

        4. November 2015 20:21 at 20:21

        Inwiefern sollte die USA das stören? Das Leistungsbilanzdefizit ist moderat und es sind doch Länder wie China, die ihre Währung nicht freigeben und somit den Handel in einer Drittwährung notwendig machen. Welchen Vorteil sollten die USA daraus ziehen?

    • Avatar

      Trigo

      4. November 2015 23:36 at 23:36

      Hier zum Nachrechnen…. http://www.usdebtclock.org/ Daumen hoch für die USA!

  5. Avatar

    Chris

    4. November 2015 18:32 at 18:32

    Die Schutzgelderpressung der Amerikaner funktioniert genauso lange,bis,wie in deutschen Städten,andere Gangs auftauchen&brutaler vorgehen!(Albaner,Libanesen etc.)Wer könnte das sein?Fallen mir eigentlich nur die Sehschlitze ein!

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    Ostdeutscher

    4. November 2015 19:54 at 19:54

    Sagen wir es mal so, lang macht der Ami nicht mehr! Wenn denen ihre Staatsanleihen auf den Markt geworfen werden, müssen sie alle aufkaufen und der Dollar bricht auf kurz oder lang zusammen! Und China besitzt 2/3 davon!Wenn die Chinesen alle mit einmal auf den Markt werfen, dann gute Nacht Amerika???

    • Avatar

      Christian

      5. November 2015 17:19 at 17:19

      Wenn das passiert, dann bricht der Krieg mit China aus.

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    Imre

    5. November 2015 09:48 at 09:48

    Wäre es da nicht überaus weise, unser Boot von dem dann mit
    absoluter Sicherheit untergehendem Tanker ab zu koppeln?
    Man kann da auch gern in moralischen Kategorien diskutieren…
    Wer ist also die Hauptursache für fast alle Probleme dieser Welt?!

  8. Avatar

    Comment

    5. November 2015 20:45 at 20:45

    Interessante Zahlen, wenn Sie stimmen.
    Das Fehlen von belastbaren Inflationszahlen im Euro Raum, macht mich genauso krank wie die gefakten zahlen der Migranten.

  9. Avatar

    TMMFX

    19. November 2015 08:25 at 08:25

    Bei einem Land, dessen Wirtschaft komplett auf der Schuldensäule steht, kann man wohl nicht erwarten, dass die Staatsschulden abnehmen. In den USA sind Schulden der Wachstumsmotor, gerät dieser ins Stocken, brauchen wir uns erstmal nicht mehr über China, Russland oder gar Griechenland Gedanken machen…

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EZB ebnet argumentativen Weg für lang anhaltende Rettungsmaßnahmen

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Seit der Finanzkrise 2008 veranstaltet die EZB ein Anleihekaufprogramm nach dem nächsten. Die Zinsen sinken im großen Bild gesehen immer weiter. Egal wie gut es der Konjunktur in der Eurozone zwischen 2008 und 2020 wieder ging. Die EZB druckte immer weiter Geld, kaufte immer weiter Anleihen. Länder wie Italien wurden mit EZB-Geld und immer weiter sinkenden Zinsen am Leben erhalten. Nach der Krise war vor der Krise.

Und nun, kommt nach der Coronakrise (die Impfstoffe kommen ja bald) wieder die nächste Krise, nämlich die Rettung der überschuldeten Unternehmen? Deswegen muss die EZB (wie es auch die Fed macht) zusammen mit den Regierungen der Mitgliedsstaaten immer weiter retten, retten und retten. Denn ja, wir wissen es alle. Mit gigantischen Kreditprogrammen, Zuschüssen, Kurzarbeitergeld uvm werden in Europa die Nöte der Coronakrise gemildert, und Probleme optisch versteckt. Am besten erkennt man das beim Thema Kurzarbeitergeld. In Deutschland wurde die ausgeweitete Funktion dieses Instruments erst letzten Freitag im Bundestag bis Ende 2021 verlängert – welch ein Zufall, bis zur Bundestagswahl kann die Kurzarbeit in ihrer jetzigen Form also weiterhin als neuer Dauerzustand für eigentlich arbeitslose Arbeitnehmer genutzt werden. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

EZB kommt mit „Nicht zu früh aufhören“-Argumentation

Aber zurück zur EZB. Die einfache wie auch clevere Aussage der EZB lautet am heutigen Montag (frei und sinngemäß zusammengefasst): „Wenn wir die Hilfen zu früh einstellen, gefährden wir den Erfolg“. Tja, und wann das Ende der Hilfen angebracht ist, das ist bei der EZB bekanntermaßen eine sehr dehnbare Ansichtssache (siehe Anleihekäufe seit 2008 bis heute – hier eine wunderschöne historische Übersicht zu dem Thema). Im Rahmen ihres heute veröffentlichten Finanzstabilitätsberichts hat die EZB auch einen einzelnen Artikel veröffentlicht, bei dem es um die „Bewertung von Schwachstellen von Unternehmen“ in der Eurozone geht.

Und die Schwachstelle scheint offenbar darin zu bestehen, dass EZB und Regierungen ihre Hilfsprogramme zu früh auslaufen lassen könnten. Man sieht die Probleme wohl auch vor allem beim Zugang zu Krediten und bei steigenden Finanzierungskosten. Die Unterstützung durch die Geldpolitik der EZB habe dazu beigetragen, die tatsächlichen Insolvenzen bisher unter Kontrolle zu halten. Staatliche Kreditgarantien und Konkursmoratorien hätten eine groß angelegte Welle Unternehmenspleiten verhindert. Aber eine beträchtliche Anzahl von Unternehmen könnte gezwungen sein Konkurs anzumelden, wenn diese Maßnahmen zu früh aufgehoben werden oder die Kreditvergabebedingungen der Banken verschärft werden, so die heutige Aussage der EZB. Tatsächlich deute die historische Ko-Bewegung des Anfälligkeitsindikators mit den Unternehmensinsolvenzen und dem BIP-Wachstum darauf hin, dass sowohl die Regierungspolitik als auch die niedrigen Fremdfinanzierungskosten dazu beigetragen hätten, die Auswirkungen der Verschlechterung des Gesundheitszustands der Unternehmen auf die tatsächliche Zahl der Insolvenzen zu dämpfen – auch wenn die Auswirkungen je nach Land, Sektor und Unternehmensgröße unterschiedlich seien.

Dieser neu entwickelte Indikator mache laut EZB deutlich, dass die Anfälligkeit des Unternehmenssektors auf ein Niveau gestiegen ist, das zuletzt während der Staatsschuldenkrise im Euroraum beobachtet wurde. Finanzierungsrisiken hätten sich dank verschiedener Unterstützungsmaßnahmen bisher nicht materialisiert, aber die Anfälligkeit der Unternehmen könne weiter ansteigen und ein Niveau erreichen, das während der globalen Finanzkrise beobachtet wurde. Insbesondere wenn die zweite Welle der Pandemie die wirtschaftliche Erholung zum Stillstand bringe und das Wachstum schwächer ausfällt als prognostiziert, könnte ein frühzeitiger Ausstieg aus den Stützungsmaßnahmen schließlich zu einem deutlichen Anstieg der Unternehmenskonkurse führen, mit Auswirkungen auf die Finanzstabilität auch für die Banken im Euroraum, so die EZB.

Aus Rettung wird Dauerzustand

Tja, haben sie es auch rausgelesen? Diese Aussagen (wie auch jüngst die Warnung von Christine Lagarde vor der Rezession) bieten die perfekte Vorlage, damit KfW-Kredite, Null- und Negatzvinsen, Kurzarbeitergeld, Anleihekäufe in Billionenhöhe etc immer so weitergehen, Jahr für Jahr. Nicht denkbar? Nochmal, ich möchte erinnern an die letzten zwölf Jahre seit der Finanzkrise! Natürlich sind viele Maßnahmen sicherlich gut und richtig wie die KfW-Kredite, Zuschussprogramme etc. Aber vor allem was die EZB da anrichtet mit ihren Kaufprogrammen und abgeschafften Zinsen. Diese Maßnahmen, wenn sie jahrelang immer weiter beibehalten werden, schaffen ein Gesamtumfeld, das nicht mehr ohne zinslose Kredite leben kann, und Staaten die nicht mehr ohne negative Anleiherenditen leben können. Man gewöhnt sich an diese schöne neue Welt sehr schnell – oder besser gesagt, man hat sich längst daran gewöhnt. Ein Ende dieser Geldpolitik der EZB, ist die überhaupt noch vorstellbar bei der Schuldenexplosion bei Staaten und Unternehmen? Entweder immer so weitermachen, oder man riskiert einen großen Knall.

EZB-Grafik zur Verwundbarkeit der Unternehmen
Grafik: EZB

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Coronavirus: Die Impfung und die praktischen Folgen

Deutschland rüstet sich für die ersten Impfungen gegen das Coronavirus. Aber was passiert nach erfolgreicher Impfung? Wie wird man mit den verschiedenen Gruppen im praktischen Leben umgehen?

Wolfgang Müller

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Deutschland rüstet sich für die ersten Impfungen gegen das Coronavirus. Impfzentren werden bereits für Mitte Dezember vorbereitet, obwohl noch gar kein Vakzin zugelassen ist. Die Politik macht Druck.

Mindestens 96 Corona-Impfzentren sollen allein in Bayern bis Mitte Dezember einsatzbereit sein. In jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt im Freistaat ist mindestens ein Impfzentrum geplant, so ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Donnerstag.

Aber was passiert nach erfolgreicher Impfung? Wie wird man mit den verschiedenen Gruppen im praktischen Leben umgehen? Darüber wird man bald diskutieren.

Coronavirus: Immunisiert oder nicht

Im Prinzip müsste es im neuen Jahr vier verschiedene Gruppen innerhalb der Bevölkerung geben: Menschen, die bereits eine Infektion mit dem Coronavirus überstanden haben. Und dann die, die  registriert sind: eine diffuse Gruppe mit Bürgern, die selbst nicht genau wissen, ob sie vielleicht nicht schon infiziert waren, die große Gruppe derer, die sich noch vor der Infektion geschützt haben – und schließlich die Geimpften. Wie verfährt man in Zukunft mit den Menschen, die die Infektionskrankheit überwunden haben und die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit immun sind gegen die Krankheit und auch als Spreader des Coronavirus für die Mitmenschen wegfallen? Gibt es nach erfolgreicher Impfung so etwas wie einen Impfpass?

Der Impfpass, jetzt eine zweifelhafte Angelegenheit?

In Kürze, wenn die Zulassung des Impfstoffes vollzogen ist, wird es rasch zwei Gruppen von Bürgern geben, die annehmen können, die Krankheit bezwungen zu haben – die vormals Infizierten und die Geimpften. Nach dem Stand der Wissenschaft gilt eine rasche Wiederinfektion mit dem Coronavirus als unwahrscheinlich. Bei Abermillionen von Infektionen müsste dies schon aufgefallen sein. Die Zahl der Infizierten in Deutschland nähert sich der Ein-Millionen-Grenze (Ende dieser Woche?), die Dunkelziffer dürfte in Deutschland bei Faktor 3 bis 5, liegen, so die Annahme einiger Wissenschaftler aufgrund der Antikörpertests.

Jedenfalls wird die Zahl der „Immunen“ bald im Millionenbereich liegen. Während man den ehemals Infizierten nach langen Diskussionen keinen Immunitätsausweis zusicherte, so wird nach einer Impfung gegen Covid-19 sicherlich eine Impfbescheiningung ausgestellt werden, wie beim Impfpass nach jeder Standardimpfung.

Was wird passieren, wenn sich geimpfte Menschen sagen, „so jetzt bin ich geschützt, warum weiter eine Maske tragen?“ Nur eine von vielen praktischen Fragen.

Aber da beginnt bereits das Dilemma. Die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes sieht eine „Impf- und Immunitätsdokumentation“ vor. Was wird diese für Folgen haben? Eine Wiedergewährung von Mobilitäts- und Freiheitsrechten? Der Ethikrat ist bereits bei der Beratung der Problembereiche.

Wo könnte der Impfpass Anwendung finden?

Trotz aller ethischen Bedenken, werden Impfungen bei Reisen in fremde Länder empfohlen oder sind sogar Verpflichtung (z.B. gegen Gelbfieber in bestimmten afrikanischen Ländern). Wie werden asiatische Länder auf die Impfung reagieren, Staaten wie Taiwan, Vietnam, Thailand, Südkorea, Australien, Neuseeland, die die Infektion bisher erfolgreich eindämmen konnten? Könnte ein Impfausweis nicht Voraussetzung werden, dass man nach der Einreise von Menschen aus Risikogebieten keine 14-tägige Quarantäne absolvieren muss?

Gibt es aktuell vor einer Reise mit einem Kreuzfahrtschiff nicht bereits die Verpflichtung zu einem Corona-Schnelltest, in dieselbe Richtung laufen Bestrebungen im Luftverkehr?

Und was ist eigentlich mit den vielen Unternehmen aus den Corona-geschädigten Branchen, sei es der Kulturbereich, bei Messen, oder jeglichen Veranstaltungen (Fußball) mit größerem Publikumsverkehr? Werden diese sich für das ethisch etwas zweifelhafte Instrument Impfbescheinigung einsetzen, weil es ihnen sofort Luft zum Atmen bringen würde? Oder wird dies der Staat abwiegeln und versuchen, die Branchen mit immer weiteren Notgeldern über Wasser halten? Eines ist doch schon heute absehbar: Bei einer Bevölkerungszahl von 83 Millionen Menschen, abzüglich der bereits Betroffenen und den Impfverweigerern wird es lange dauern, bis all die Freiwilligen oder auch Zwangsläufigen (Pflegepersonal?) im großen Umfang gegen das Coronavirus geimpft sind.

Fazit

Sicher ist es noch etwas früh, sich über die praktischen Folgen einer Impfung Gedanken zu machen. Allerdings werden Regelungen kommen, ja vermutlich sogar gefordert werden. Schließlich steht manchem Unternehmer das Wasser bis zum Hals und man sehnt sich nach Kunden, nach Menschen, die kein Risiko in Sachen Coronavirus darstellen, für sich und für andere. Wann werden die Diskussionen über die neue Sachlage starten?

Was werden die praktischen Auswirkungen der Impfungen gegen das Coronavirus sein?

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Was den schwachen Goldpreis aktuell bewegt

Claudio Kummerfeld

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Ein Barren aus Gold

Der Goldpreis ist die letzten Tage ohne Stärke unterwegs. Eigentlich ist das merkwürdig, denn der US-Dollar schwächelt seit Tagen, und müsste Gold (das in Dollar gehandelt wird) daher doch eigentlich Auftrieb geben. Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) hat binnen einer Woche von 92,80 auf 92,18 Indexpunkte verloren.

Corona-Impfstoffe dämpfen Aufwärtstrieb im Goldpreis

Mit aktuell 1.865 Dollar sieht man, dass die seit Donnerstag letzter Woche kurz aufgeflackerte Erholung mit Anlauf Richtung 1.900 Dollar wieder verpufft ist. Eindeutig ist zu sehen, dass die Anleger, die über das Vehikel der ETF (Exchange Traded Funds, hier die Begriffserklärung) in Gold investieren, letzte Woche auf der Verkäuferseite waren mit gut 30 Tonnen. Der folgende aktuelle Chart der Commerzbank zeigt seit Jahresanfang in gelb den Goldpreis-Verlauf, und in schwarz die Gold-ETF-Bestände. Die Nachfrage schlafft derzeit ab.

Chart zeigt ETF-Bestände in Gold im Vergleich zum Goldpreis

Die letzte wie auch die vorletzte Woche waren die Kapitalmärkte gefangen im Fieber der Corona-Impfstoff-Hoffnung. Nach Biontech und Pfizer kam letzte Woche Moderna mit einem fertigen Impfstoff, und heute früh dann auch noch AstraZeneca. Daher laufen die Aktienmärkte auch heute zum Wochenstart erfreulich nach oben. Alles was die Märkte positiv stimmt für eine Erholung der Weltwirtschaft, schwächt tendenziell den „Sicheren Hafen“ namens Gold. Im Chart sehen wir den Goldpreis im Verlauf der letzten 30 Tage. Der große Absturz in der Mitte des Charts rührt her von der ersten Impfstoff-Meldung gegen das Coronavirus vom 9. November von Biontech und Pfizer.

Laut heutiger Aussage des Commerzbank-Analysten Carsten Fritsch dürfte der aktuelle Optimismus hinsichtlich der Impfstoffe dagegen sprechen, dass es schon in Kürze zu einem neuerlichen Run auf die Gold-ETFs kommt. Entsprechend gedämpft sei der kurzfristige Ausblick für den Goldpreis. Die spekulativen Finanzanleger seien seiner Meinung nach durch den Preisrutsch Mitte letzter Woche offensichtlich auf dem falschen Fuß erwischt worden. Denn sie weiteten ihre Netto-Long-Positionen in der Woche zum 17. November auf gut 90.000 Kontrakte aus, nachdem sie diese in der Woche zuvor reduziert hatten. Entsprechend dürfte der Preisrückgang auf rund 1.850 Dollar letzten Mittwoch seiner Meinung nach auch durch spekulative Verkäufe begünstigt worden sein.

Mittel- und langfristig bergauf?

Bleibt es bei dem Szenario, welches wir letzte Woche schon erwähnten? Kurzfristig bleibt der Goldpreis trotz schwachem US-Dollar und dank der Corona-Impfstoff-Hoffnungen schwach? Aber mittel- und langfristig sieht man wieder Kurse über 1.900 Dollar und auch Richtung 2.000 Dollar? Das ist die Frage. Denn im großen Bild, da ist die Meinung der Notenbanker ja relativ eindeutig, wie man die letzten Tage und Wochen auch bei der EZB heraushören konnte. Die Geldpolitik (Anleihekäufe und Zinsen) wird noch sehr lange Zeit extrem locker bleiben, um die wirtschaftliche Erholung der Volkswirtschaften zu unterstützen. Also weiterhin Optimismus im größeren Bild für einen steigenden Goldpreis? Dieses Szenario bleibt vorhanden.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf in den letzten 30 Tagen

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