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USA: Reindustrialisierung? Jobwunder? Die große Lüge entlarvt!

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Reihenweise werden derzeit neue Fabriken gebaut, Amerika schafft wieder Industriearbeitsplätze. Das Wort „Reindustrialisierung“ der USA macht die Runde. Wohin man guckt, geht es aufwärts? Nein. Wenn selbst die geschönten Zahlen der US-Bürokratie das Gegenteil beweisen, handelt es sich hierbei um eine große Lüge…

Reindustrialisierung Boeing neue Fabrik in den Südstaaten
Foto: Jeff McNeill /Altair78 / Wikipedia (CC BY-SA 2.0)

Boeing hat 2011 eine Produktionslinie im strukturschwachen South Carolina für den Dreamliner eröffnet. Die Hauptfabrik für z.B. die 747-8 steht weiterhin in Seattle. Bei der neuen Produktion in South Carolina handelt es sich nicht um eine zusätzliche Fabrik, sondern um die Verlagerung von Arbeitsplätzen weg aus dem Nordwesten der USA in den Süden, um die Gewerkschaften in Norden unter Druck zu setzen mit den Südstaaten-Arbeitern, die schlechter bezahlt und idR nicht gewerkschaftlich organisiert sind.

Statistik-Märchen

Das US „Bureau of Labor Statistics“ (BLS), eine Art Mischung aus Arbeitsagentur und Statistikbehörde, veröffentlicht umfassendes Datenmaterial über historische, aktuelle und für die Zukunft prognostizierte Daten zum US-Arbeitsmarkt. Die US-Bürokratie tut alles um ihre Zahlen zu frisieren, so dass man derzeit eine quasi-Vollbeschäftigung mit nur 5,3% Arbeitslosen in den USA präsentieren kann. Wir haben uns gesagt: Wenn bei den massiven Verzerrungen und Manipulationen am Ende immer noch Zahlen rauskommen, die dem Märchen der Reindustrialisierung in den USA entgegenstehen, dann kann man sie ernst nehmen!

Reindustrialisierung in den USA

Überall hört man es derzeit, gestern auch wieder auf Spiegel Online. Dank der günstigen Energiepreise in den USA (stimmt ja auch) würden so viele neue Industriebetriebe entstehen, dass eine richtige Reindustrialisierung in den USA stattfindet, also die Wiederkehr großflächiger Industrieproduktion, so wie es in den 50ern, 60ern und 70ern noch war. Es gibt z.B. neue Autofabriken in den Südstaaten – diese wurden aber vorher in den Nordstaaten dicht gemacht, weil die gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter dort zu hohe Gehälter und Sozialleistungen durchgesetzt hatten. Die neuen Arbeiter im Süden haben all das nicht. Auch gibt es eine von der Obama-Regierung subventionierte grüne Industrie, ähnlich wie bei uns vor Jahren die aufgepäppelte Solar- und Windindustrie. Aber per Saldo verschwindet deutlich mehr Industrie, als neue dazukommt.

Rückblick und Ausblick zerstört die Illusion

Ein genauer Blick auf diese Statistik zerstört die Illusion von der Reindustrialisierung der USA. Das „BLS“ zeigt hier (oberer roter Kasten) eine Rückschau auf die Veränderung bei den Industriearbeitsplätzen in den USA von 2002-2012. In diesem Zeitraum gingen 3,3 Millionen Industriearbeitsplätze verloren (21,5%). Gerade seit dem Beginn des Fracking-Booms (Öl und Gas) seit 2010 hätte eigentlich eine spürbare Wende eintreten müssen.

Von 15,2 in 2002 ist man bis 2012 auf 11,3 Millionen Arbeitsplätze in der Industrie geschrumpft. Für den Zeitraum von 2012 bis 2022 prognostiziert das BLS einen weiteren jährlichen Rückgang von 0,5% – insg. wären es bis 2022 noch mal 550.000 Industriearbeitsplätze weniger – also nichts mit großer Reindustrialisierung!

Reindustrialisierung USA
Grafik: US Bureau of Labor Statistics

Wo werden neue Jobs geschaffen?

Dies kann man weiter unten in der Statistik sehen (großer roter Kasten). Mehrere Servicebereiche schaffen neu Jobs in den USA und können von der Anzahl der Arbeitsplätze her (!) den Rückgang in der Industrie auffangen – diese „tollen neuen Jobs“ sind schlechter bezahlt, versteht sich. Kräftig zulegen sollen die Dienstleistungsbereiche Bildung und Gesundheit.

Kenner der US-Wirtschaft spotten schon seit Jahren mit den Worten „Manufacturing´s Loss is Bartender´s Gain“, was sinngemäß bedeutet „was die Industrieproduktion an Arbeitsplätzen verliert, wird bei den Barkeepern neu geschaffen“. Damit beschreibt man den finanziellen Abstieg vieler ehemaligen Industriearbeiter, die zwar neue Jobs in der Dienstleistung finden, aber eben deutlich schlechter bezahlt. Und in der Tat entstehen viele dieser neuen Jobs z.B. im Bereich „Freizeit & Bewirtung“, bis 2022 sollen 1,3 Millionen neue Arbeitsplätze hinzukommen.

Dazu die Anmerkung: An der Arbeit als Barkeeper oder Kellner ist natürlich nichts auszusetzen. Nur kann eine Volkswirtschaft von 320 Mio Menschen wie die USA oder wie Deutschland mit 80 Mio Menschen sich selbst tragen, wenn die Masse der Menschen in relativ schlecht bezahlten Dienstleistungsjobs arbeiten? Wohin das führt, sieht man in strukturschwachen Ländern (Mittelmeerregion), wo keine Industriebasis vorhanden ist, die als gesundes Fundament für die Volkswirtschaft dienen kann.



Bereits im Mai hatten wir uns mit der historischen Betrachtung der Entwicklung der Industrieproduktion in den USA beschäftigt. Den Artikel finden Sie hier.

13 Kommentare

13 Comments

  1. Avatar

    Chris

    27. August 2015 15:39 at 15:39

    Herr Kummerfeld.Sie sind ein arroganter, ekelhafter,betriebsratsverseuchter Nihilist der alternativlosen,momentanen Topkonjunktur!Es brummt überall,ich habe schon massiven Tinnitus&sie ergehen sich in Untergangsphantasien!Haben Sie bis hier durchgehalten,freuen Sie sich.Ab jetzt kommen Sie um einiges besser weg!Ich bin(Privatier wg.Erbschaft)war früher knapp 40Jahre im kontinuierlichen Früh(Spät/Nachtdienst bei einem Energieversorger tätig&äusserst aktiver,von der Geschäftsleitung sehr gehasster Betriebsrat.Noch heute,bis zu meinem Lebensende,zahle ich meinen Beitrag!Ich bin ein Mensch,welcher nie im Leben ein Parteibuch besessen hat&wird.IM Erika&ihre neoliberalen Nigger(äh Nicker bzw.Farbige)a la Pofalla oder Kauder tun einem intelligenten Menschen,zu dem ich mich selbstherrlich erkläre, einfach nur weh!Die,früher natürliche Vertretung der Arbeitnehmer,hat sich leider unter Schröder&Siechmar zum blinddarmartigen Wurmfortsatz der Rautenpartei entwickelt!Ich hoffe für meine 2 Kinder,dass Leute wie Sie Kommentare dieser Art schreiben um sie vom Mehltau der „Alternativlosen“alternativlos unabhängig zu machen!

  2. Avatar

    tm

    27. August 2015 16:50 at 16:50

    Wieso verwenden Sie Schätzungen von Dezember 2013, wenn doch aktuelle Zahlen vorliegen? Seit dem Tief im Februar 2010 sind bis Juli 2015 897 Tsd. Jobs direkt im verarbeitenden Gewerbe entstanden, im gesamten produzierenden Gewerbe 1,942 Mio. zusätzliche Jobs. Die Daten finden sich auf der gleichen Homepage, die Sie oben zitieren.

    • Avatar

      Chris

      27. August 2015 17:25 at 17:25

      Sie reden von Jobs.Genau das meinte ich.Jobs,nicht menschenwürdig bezahlte Arbeitsplätze!Zu meinen Zeiten gab es das Wort Aufstocker noch nicht.Sei es wie es ist,oder wie Typen wie Sie es interpretieren.Ich bin unangreifbar,weil raus aus dem menschenverachttenden System,welches Sie ,warum auch immer verteidigen!

  3. Avatar

    admin

    27. August 2015 17:24 at 17:24

    Hallo tm. Diese Rückschau des BLS galt für 10 Jahre, und die Vorschau auch für 10 Jahre. Es handelt sich hierbei also um langfristige Betrachtungsweisen. Sie haben recht, dass neue Jobs geschaffen wurden. Bedenken Sie aber bitte auch, dass diese seit gut 6 Monaten in großem Tempo gerade in der Fracking-Industrie und bei großen Ölkonzernen wieder abgebaut werden.

  4. Avatar

    tm

    27. August 2015 17:56 at 17:56

    @Chris Ich spreche von Jobs, weil das der übliche Sprachgebrauch ist.

    @admin Die Schätzungen des BLS von 2013 beruhen auf Daten bis 2012 und schreiben mehr oder weniger einen Trend fort und zwar üblicherweise unter den Gegebenheiten zum Zeitpunkt der Prognoseerstellung. Das macht das CBO etwa bei den Budgetschätzungen auch so. Wir sehen doch aber nun, dass diese Schätzungen viel zu pessimistisch waren.

    Ganz direkt in der Öl- und Gasförderung sind ohnehin nur relativ wenige Menschen beschäftigt, im Juli waren es 193,8 Tsd, und damit 7,7 Tsd weniger als im Oktober 2014, aber deutlich mehr als in der Rezession. Mag sein, dass sich das nun wieder ändert, wobei der niedrige Ölpreis auch für die USA in Summe positiv sein dürfte.

    Also klar ist es illusorisch zu glauben, eine Re-Industrialisierung (die statfindet), würde wieder zu einer Vielzahl an Industriejobs führen, wie es sie in den 1960er bis 90er Jahren gab (der große Abbau fand ab dem jahr 2000 statt). Dennoch steigt die Industrieproduktion in den USA kräftig an und es entstehen dort auch wieder neue Jobs. Beides sind Dinge von denen Europa weit entfernt ist…

    • Avatar

      admin

      27. August 2015 18:32 at 18:32

      Hallo Chris,

      im Großen und Ganzen stimmen wir überein :-)
      Ja, es gibt neu geschaffene Industrieproduktion in den USA, was besser läuft als in Gesamt-Europa. Aber das mit den Öl-Jobs ist so eine Sache. 7.000 weniger als im Oktober 2014. Ich könnte Dir diverse Firmen aus der Ölindustrie auflisten, die pro Unternehmen mehr als 7.000 Mitarbeiter entlassen dieses Jahr. Vielleicht werden sie statistisch in anderen Branchen erfasst, aber gut. Wir sollten uns nicht zu sehr im Klein Klein „aufreiben“ :-)

      Fakt ist in der Tag: In Europa siehts per Saldo noch schlechter aus. Niemand in der europäischen Politik scheint sich ernsthaft mit der Neuansiedlung großer Produktionen zu beschäftigen.

  5. Avatar

    Siggi50

    27. August 2015 18:15 at 18:15

    Nicht aufregen, tm ist überzeugter transatlantiker und wird in anderen chats auch nur noch belächelt.

    • Avatar

      tm

      27. August 2015 19:09 at 19:09

      Es regt sich – außer Ihnen – doch niemand auf, oder? Im Gegenteil, der Admin stimmt mit mir doch weitestgehend überein.

      Und an welche „Chats“ denken Sie da, wo ich Ihrer Meinung nach belächelt werde? Ich bin gespannt. Sind Sie eigentlich der Siggi aus dem NVA-Forum?

  6. Avatar

    tm

    27. August 2015 18:29 at 18:29

    @Siggi50
    Weder das eine noch das andere (wobnei ich gar nicht chatte). ich nehme an, Sie meinen Foren und da stoße ich in der Regel nur bei den üblichen VT-Foren auf den erwarteten Widerspruch, bei seriösen Diskussionen überzeuge ich mit Argumenten. Sie haben hier ja nun auch nur einen persönlichen Seitenhieb zu bieten und keinerlei Argument….bezeichnend. Oder was genau haben Sie nun auf meine sachlichen Aussagen zu erwidern?

  7. Avatar

    tm

    27. August 2015 18:38 at 18:38

    @Admin

    Ich nehme an, ich war zuletzt gemeint.

    Also exakt, selbst in Deutschland stagniert die Industrieproduktion seit mehreren Jahren, von Italien oder Frankreich brauchen wir erst gar nicht sprechen. Von den vielgerühmten BRICS weist ohnehin nur China überhaupt eine nennenswerte Industrieproduktion auf (ok, die nicht nur nennenswert, sondern gewaltig). Wir erleben offenbar weltweit den Rückgang der Industriebeschäftigung, mindestens als Anteil an allen Beschäftigten, oftmals auch in absoluten Zahlen.

    P.S.: Die Liste mit Unternehmen aus der Ölindustrie, die alleine jetzt mehr als 7.000 entlassen würde ich gerne sehen. Die meisten Fracking-Unternehmen haben ja nichtmal so viele Mitarbeiter.

  8. Avatar

    admin

    27. August 2015 20:16 at 20:16

    Schlumberger, Halliburton, Chevron etc.

  9. Avatar

    Cource

    27. August 2015 20:36 at 20:36

    Ein echter Kapitalist würde auch auf Halde produzieren lassen nur um seine vorteilsposition zu halten

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Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

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Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

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Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

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Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

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Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

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