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Doppelter Kanada-Zoll über Nacht abgesagt USA starten neue Zölle – EU kündigt Vergeltungsmaßnahmen an

Neue Zölle der USA sind jetzt in Kraft getreten. Die EU meldete sich sofort zu Wort. Es soll Gegenzölle über 26 Milliarden Euro geben.

Ursula von der Leyen
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Foto: Bloomberg

Chaos pur! Gestern noch tönte Donald Trump großspurig in einem Posting auf Truth Social, er werde die Stahl-Zölle gegenüber Kanada mal eben verdoppeln, weil Kanada einen Zoll auf Stromexporte Richtung USA einführt. Nun setzt Kanada diesen Zoll aus, und die USA setzen auch ihre Verdoppelung der Stahl-Zölle aus. Was für ein Chaos. Aber abgesehen davon sind aktuell zahlreiche Zölle in Kraft getreten, und die EU meldet sich sofort sofort zu Wort mit anstehenden umfangreichen Gegenmaßnahmen. Einer Eskalation des Handelskriegs zwischen USA und EU wird nun der rote Teppich ausgerollt.

Trumps Zölle auf Metalle treten in Kraft

Die von Donald Trump auf den Weg gebrachten Zölle auf Importe von Stahl und Aluminium sind am heutigen Mittwoch in Kraft getreten. Damit betrifft der Handelskrieg der USA nun weitere ihrer wichtigsten Handelspartner. Bloomberg berichtet: Der US-Präsident versucht damit auf riskante Weise, die industrielle Basis des Landes wiederzubeleben, die über Jahrzehnte ins Ausland abgewandert ist. Im vergangenen Monat hatte Trump angekündigt, Stahl und Aluminium mit Abgaben von 25% zu belegen. Diese Zölle werden nun ohne Ausnahmen wirksam.

Die jüngsten Zölle treten nach einem turbulenten Tag im Weißen Haus in Kraft. Trump hatte gedroht, die Abgaben auf Metalleinfuhren aus Kanada auf 50% zu verdoppeln. Dann machte er einen Rückzieher, als die kanadische Provinz Ontario sich bereit erklärte, ihre Pläne für die Erhebung eines Aufschlags auf Stromlieferungen in die USA fallen zu lassen.

Die Abgaben auf Metalle gelten weltweit und betreffen damit auch enge Verbündete der USA wie die EU, Australien, Südkorea und Japan. Unmittelbar nach Inkrafttreten der Zölle stieg der Aluminiumpreis an der London Metal Exchange um 0,3%. Warmgewalzte Coils – ein wichtiges Stahlprodukt – verteuerten sich an der Shanghai Futures Exchange um 0,4%.

Übersicht über neue Zölle der USA

EU kündigt nach Trumps Metallzöllen Vergeltungsmaßnahmen an

In Reaktion auf die neuen US-Zollmaßnahmen auf Metalle hat die EU heute früh Gegenmaßnahmen eingeleitet. Auf amerikanische Waren will sie nun Zölle im Wert von 26 Milliarden Euro erheben. Bloomberg berichtet hierzu: Die Ankündigung erfolgte wenige Stunden, nachdem die US-Regierung in einer massiven Eskalation des Handelskriegs zwischen den langjährigen Verbündeten Zölle von 25% auf Stahl- und Aluminiumimporte verhängt hatte.

Die EU wird unverzüglich Konsultationen mit den Mitgliedsstaaten aufnehmen. Die Verabschiedung der Zölle wird für Mitte April erwartet. “Die Europäische Union muss handeln, um Verbraucher und Unternehmen zu schützen“, sagte die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen. “Die Gegenmaßnahmen, die wir heute ergreifen, sind stark, aber verhältnismäßig.”

Für Europa sind die neuen Zölle fast viermal so hoch wie ähnliche Abgaben, die während Trumps erster Amtszeit verhängt wurden, als die USA unter Berufung auf nationale Sicherheitsbedenken Metallexporte im Wert von fast 7 Milliarden Dollar ins Visier nahmen. Die EU indessen will Zölle auf US-Stahl- und Aluminiumprodukte sowie Textilien, landwirtschaftliche Erzeugnisse und Haushaltsgeräte erheben. Wie im früheren Handesstreit mit Trump sollen auch amerikanische Produkte wie Boote, Bourbon und Motorräder im Fokus stehen.

FMW/Bloomberg



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5 Kommentare

  1. Moin, moin,

    es bleibt abzuwarten, wie lange sich die EU einig ist.

  2. Wegen winzigen Nachteilen steigt die EU in einen Streit mit Trump ein. Man sollte langsam wissen, dass dessen Reaktion heftig werden wird. Vielleicht fehlt der EU ja die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit? Ich meine, die haben Kanada und Mexiko, das geht gar nicht. Wir wollen uns auch mit Trump zoffen!!!!!

    1. Man sieht doch, dass dies der richtige Weg ist und Trump immer wieder zurückzieht. Sobald er merkt, dass es schlecht für die US-Wirtschaft mit spürbaren Auswirkungen ist, kommt doch die Wende. Ist bei Kanada und Mexiko doch genauso. Daher verstehe ich nicht, warum man es ihrer Meinung nach einfach lassen sollte.

      1. Zölle für Kanada und Mexiko haben echte Nachteile für Trumps Wähler. Bei Exporten aus Europa ist das anders, da ist nichts kritisch. Der Hammer in Bezug auf Zölle gegen die EU kommt übrigens erst noch. Ich glaube im April. Angekündigt hat Trump dicke Zölle gegen Autos aus der EU, wobei sich Käse, Wein und französische Luxusprodukte auch anbieten würden, da auch die eher nicht von Trumps Wähler gekauft werden. Man muss auch berücksichtigen, dass die EU einen dicken Überschuss bei Produkten hat, das dicke Defizit bei Dienstleistungen ist dagegen kein Thema für Trump.

        Also, wäre besser gewesen den Blall flach zu halten. PS: Bei chinesischen Zöllen wankt Trump auch nicht.

        1. Waren aus der EU und aus China werden sich durch die Zölle spürbar verteuern. US-Bürger werden das zahlen. Ausweichmöglichkeiten können nicht mal eben in 1-2 Jahren geschaffen werden. Und Produkte aus den USA wären teurer.

          Das wird noch ein großes hin und her mit Zöllen. Man kommt mit Trump aber besser klar, wenn man auch Gegenmaßnahmen ergreift. Dann ist er deutlich interessierter an einer Lösung. Für ihn zählt ja immer nur der Deal. Und er will sich als der Gewinner präsentieren können. Wenn man sich allerdings zu klein macht, will er einen zu großen Vorteil beim Deal. Das kann nicht im Interesse der EU sein.

          China: Die sind ja selbst für Trump auch die Bösen. Da wird er wohl am wenigsten oder überhaupt nicht nachlassen.

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