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Konjunkturdaten

USA trotz steigender Exporte mit größtem Handelsbilanzdefizit seit sechs Jahren

Heute haben die US-Statistiker für den Monat November die US-Handelsbilanz veröffentlicht. Un die wird immer schlechter. Das Defizit liegt alleine im November bei 50,5 Milliarden Dollar nach…

Redaktion

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FMW-Redaktion
d
Heute haben die US-Statistiker für den Monat November die US-Handelsbilanz veröffentlicht. Und die wird immer schlechter. Das Defizit liegt alleine im November bei 50,5 Milliarden Dollar nach -48,9 Milliarden Dollar im Oktober (erwartet für heute waren knapp unter 50 Milliarden Defizit). Und die Exportseite sieht im Monatsvergleich eigentlich ganz gut aus für die USA mit +4,4 auf 200,2 Milliarden Dollar.

Nur leider steigt die Importseite mit +6 auf 250,7 Milliarden Dollar noch stärker an. Das ist das Problem. Man verfuttert noch mehr Importgüter, also man an zusätzlichen Exportgütern in die Welt hinausschickt. Das dürfte nicht im Sinne von Donald Trump sein. Die Details machen es noch schlimmer. Das Defizit im Warenhandel stieg um 1,7 auf 70,9 Milliarden Dollar. Dem gegenüber steht für die USA ein Überschuss bei Dienstleistungen mit dem Ausland in Höhe von 20,4 Milliarden Dollar (+0,1 Milliarden).

Das Defizit von 50,5 Milliarden Dollar ist das höchste seit fast genau sechs Jahren (Januar 2012). Wenn man Donald Trump dazu noch die beiden folgenden Haupt-Handelsmärkte der USA unter die Nase reiben würde, dürfte ihm das gar nicht gefallen. Das Defizit gegenüber China legt trotz höherer Exporte Richtung China zu auf 33,5 Milliarden Dollar im November, weil die Importe aus China stärker gestiegen sind als die Exporte.

Das selbe Bild zeigt sich im Handel der USA mit der EU. Hier steigt das US-Defizit im November weiter an um 1,5 auf 13,5 Milliarden Dollar. Die US-Exporte Richtung Europa fielen sogar leicht um 1 Milliarden Dollar, während die Importe aus der EU um 0,5 Milliarden Dollar zulegten. Was nun Mr. President? Sind erneute Grantler-Reden angesagt über Strafzölle? Müssen es wie im Handel mit Kanada vielleicht genauere Untersuchungen europäischer Konkurrenten sein, zum Beispiel bei Airbus? Hat man sich vielleicht ganz schlimme Vorteile gegenüber Boeing verschafft, in einer Art bösartigen Verschwörung gegen die benachteiligte US-Volkswirtschaft? War nur so eine Idee!

Wie auch immer. Donald Trump konnte im ersten Jahr seiner Präsidentschaft (das nachvollziehbarerweise noch wenig Einfluss auf große volkswirtschaftliche Daten haben kann) die Ausweitung des Defizits nicht aufhalten. Also muss die US-Volkswirtschaft (Staat, Unternehmen und Konsumenten) noch mehr als ohnehin schon Geld aus dem Ausland ansaugen (über Kredite), um diesen Konsumrausch bezahlen zu können.

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Steve

    6. Januar 2018 13:40 at 13:40

    Target2 ist im gleichen Zeitraum um gute 50 mrd gestiegen ….zuuuufälle gibts :D

  2. Avatar

    Steve

    6. Januar 2018 13:46 at 13:46

    Mit +51,5 Mrd EUR zum Vormonat November (!) wurde im Dezember 2017 damit der drittgrößte jemals gemessene Monatsanstieg verzeichnet!
    Nur 2011 und 2012 gab es je einen größeren Anstieg in nur einem Monat. …Peter Boehringer

  3. Avatar

    Gerd

    6. Januar 2018 15:59 at 15:59

    Und was sagt uns das in Bezug auf den gestiegenen Euro gegenüber Dollar?

    Wir schauen alle viel zu sehr nur auf die Zinsdifferenz. Um in der EU Waren einzukaufen, brauchen die Amerikaner Dollar, sie fragen den Dollar nach.

    War der EURO vielleicht viel zu billig in der ersten Jahreshälfte 2017? Wäre ein Kurs von 1,35 nicht viel angemessener?
    Was den Handel mit der wichtigsten Volkswirtschaft im Euroraum betrifft, mit Deutschland, allemal.

    Und das Schönste, die deutschen Unternehmen kämen damit sogar zurecht. Auch wenn das die Börsianer nicht glauben mögen.

    • Avatar

      Gerd

      6. Januar 2018 16:08 at 16:08

      Die Amerikaner fragen natürlich den Euro nach, nicht den Dollar, um im Euroraum kaufen zu können. Womöglich resultiert daraus die relative Stärke zum Dollar.

      (Gut, dass mein Lektor noch mal Korrektur gelesen hat).

  4. Avatar

    Beobachter

    6. Januar 2018 20:36 at 20:36

    @ Gerd,nicht nur dass die Amis für die Bezahlung der Importe Euros kaufen sondern dass die EU u. Deutschland mit grossen Handelsüberschüssen u.mit einer schwarzen SCHÄÜBLE – NULL bei der Verschuldung stabiler u.vertrauenswürdiger sind als de Amis mit dauernd steigenden Schulden.
    Es könnte auch sein, dass der Euro wegen Griechenland
    U.Brexit zu stark verprügelt wurde.Die unfehlbaren Goldmänner meinten ja letztes Jahr,dass der Euro unter
    1 Dollar hätte fallen sollen.Vielleicht werden die reichen Amis,wenn ihreAktien u.Bonds ausgereizt sind ihre Steuergewinne in Europa anlegen u.dann würde der Euro noch stärker.Wie du ev. schon gehört hast, gibt es den bekannten BIG-MAC-INDEX der die Kaufkraft abbilden sollte.Gemäss diesem Index ist der Euro ( Stand Juli 2014) ca.22% unterbewertet.Eigentlich schon erstaunlich
    dass der Exportweltmeister (dank Draghio Mari ??? )
    eine so günstige Währung hat.Dieser Vorteil wird natürlich durch andere ( spätere ) Nachteile zunichte gemacht.

  5. Avatar

    Beobachter

    6. Januar 2018 21:04 at 21:04

    Nachtrag zu 20:36
    Haüptling gelber Skalp hätte sicher Freude ,wenn die wegen seinen Verdiensten starken Aktiengewinne in Länder mit besseren CRV abfliessen würden..DiesenGeldfluss der Fonds kann er nicht kontrollieren.
    Es gibt ja jetzt schon US- Fondmanager ,die das so sehen.Spätesten wenn die durch seine Politik aufgeblasene Blase platzt u.er dafür verantwortlich sein
    muss wird er durchdrehen.

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