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Warum Apple und Amazon hoffen müssen, dass Donald Trump nicht US-Präsident wird

FMW-Redaktion

Es wird also auf den Kampf zischen Donald Trump und Hillary Clinton in den USA herauslaufen – so viel ist inzwischen wohl klar. Aber was passiert, wenn Trump Präsident wird? Der Immobilien-Tycoon hatte immer wieder gesagt, dass er Importzölle auf chinesische Waren erheben werde – eine Reflexion auf die in den USA durchaus gängige Parole „China steales our jobs“ (China klaut unserer Jobs).

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Donald Trump
Foto: Gage Skidmore / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Nun hat das Peterson Institute for International Economics untersucht, was das für die amerikanischen Konsumeten bedeuten würde. Und es gibt vor allem zwei Produkte, die von einer Einführung solcher Zölle besonders betroffen wären und die für den Alltag der Amerikaner von überragender Bedeutung sind: Smartphones und Laptops. Über Dreiviertel aller in den USA gekauften Smartphones werden nämlich aus China importiert, darunter vor allem natürlich die Apple-Smartphones, die bekanntlich in China gefertigt und dann in die USA verschifft werden. Diese Apple-Phones würden dann durch eine Einführung von Zöllen deutlich teurer, was Apple in den USA eine heftige Einbuße von Marktanteilen brächte – Firmen wie Samsung wären der klare Gewinner unter einem Präsidenten Trump (wenn der sich an sein Wahlversprechen halten sollte).

Und Apple würde es wohl doppelt hart treffen: denn würde Trump Zölle auf chinesische Waren erheben, dürfte Peking das nicht auf sich sitzen lassen und den Marktzugang für amerikanische Firmen im Reich der Mitte erheblich erschweren – und den in China tätigen US-Unternehmen das Leben schwer machen. Apple gilt den Machthabern in Peking ohenhin als Sicherheitsrisiko, als Einfallstor potentieller amerikanischer Spionage. Apple würde daher sehr wahrscheinlich einen großen Teil seines nach den USA zweitwichtigsten Absatzmarktes verlieren. Wer also auf einen Sieg von Donald Trump bei den US-Wahlen spekuliert, könnte das mit einem Short auf Apple spielen – und einer Long-Position auf Samsung!

Trump selbst hatte Apple scharf attackiert: „Wir werden Apple dazu bringen, ihre verdammten Computer in diesem Land zu bauen“, so Trump. Apple-Chef Cook erwiderte daraufhin, man werde im Falle eines Sieges die USA verlassen. Ähnliches gilt übrigens auch für Amazon, das die „Washington Post“ gekauft hatte, eine Zeitung, die sich dezidiert kritisch zu Trump äußert:

Sollte Trump Präsident werden, bekommen also die Tech-Giganten Apple und Amazon Probleme – was das etwa für einen Index wie den Nasdaq bedeuten würde, wenn zwei der größten Schwergewichte im Index derart unter Druck kommen, kann man sich ausmalen. Gewinnt Trump, ist ein Nasdaq-Short also keine schlechte Idee!

Bei 825 von 5000 Produktkategorien liegt der chinesische Anteil der US-Importe höher als der aller anderen Ländern zusammen, das gilt inbesondere für Laptops (93% aller in den USA verkauften Laptops werden aus China eingeführt). Es ist also vor allem die Elektronik-Industrie, die von einem Sieg Trumps stark betroffen wäre. Sollte Clinton gewinnen, bleibt vieles wie es ist (mit Ausnahme der Pharma-Industrie, die sie stärker an die Kandarre nehmen will). Sollte Trump gewinnen, hat dagegen die amerikanische Tech-Industrie ein sehr ernstes Problem..



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3 Kommentare

  1. Das macht mir keine Sorgen. Mac Pros werden bereits heute in der USA produziert, und die Produktion der iPhones für den kleinen Heimmarkt kann man ohne Probleme in die USA verlagern, ist ja fast vollautomatisiert. (foxconn hat 50% der Belegschaft durch Roboter ersetzt, auch damit Apple das Thema Arbeitsbedingungen in den Griff kriegt, meine Meinung)

  2. The Donald-all are hating him,not me!Trumptip=Freihandel mit Regeln zum Nutzen der eigenen Bevölkerung hat überzeugendere Reize,als TTIP&CETA!Amazon&Apple werden im Falle eines Wahlsieges von „The Donald“Amerika verlassen?Um etwas verlassen zu können,muss man erstmal dagewesen sein!Dazu passt:Europäische Unternehmen fühlen sich in China zunehmend gegängelt&nicht adäquat behandelt!Auch wir Europäer bräuchten einen Donald.Stattdessen haben wir nur die 6malige mächtigste Frau der Welt,den Hollande&den Rottomattore!Grazie für die Luschen,Ausbilder Schmidt!!!

  3. Zwischen stählen und stehlen besteht ein kleiner Unterschied. Ich rate, den Original-Kommentar nochmal genau anzusehen…

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