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USA und Iran erwägen weitere Waffenstillstandsgespräche

Blockade, Drohungen, Chaos. Dennoch könnten USA und Iran neue Gespräche führen. Ein Überblick der Gemengelage.

Donald Trump. Foto: Bloomberg

Die USA und der Iran erwägen weitere Verhandlungen zur Verlängerung eines zweiwöchigen Waffenstillstands, während Präsident Donald Trump eine Seeblockade vorantreibt, um die Ölexporte des Iran einzudämmen. Der Schritt zielt darauf ab Zugeständnisse in den Friedensgesprächen zu erwirken.


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USA und Iran mit neuen Gesprächen?

Das Ziel ist es neue Gespräche zu führen, bevor der am 7. April verkündete Waffenstillstand nächste Woche ausläuft, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen laut Bloomberg berichten. „Wir wurden heute Morgen von den richtigen Leuten, den zuständigen Personen, angerufen, und sie wollen eine Einigung erzielen“, sagte Trump am Montag im Weißen Haus, wenige Stunden nachdem die US-Marine begonnen hatte, die Blockade der strategisch wichtigen Straße von Hormus umzusetzen, um Schiffe auf dem Weg zu und von iranischen Häfen und Küstengebieten abzufangen.

Die Aktien stiegen und der Ölpreis fiel, nachdem der Präsident seine Bereitschaft zur Wiederaufnahme der Gespräche signalisiert hatte, was die Erwartungen auf eine mögliche Einigung steigerte, die den sechswöchigen Krieg beenden könnte. Der MSCI All Country World Index kletterte um 0,4 % und steuerte auf den achten Tag mit Kursgewinnen zu, was die längste Gewinnserie seit September wäre. Asiatische Aktien folgten dem Aufwärtstrend an der Wall Street. Brent-Rohöl fiel am Dienstag um bis zu 2,9 % auf 96,50 US-Dollar pro Barrel, und der Dollar schwächte sich gegenüber den meisten Währungen der G10 ab.


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Der jüngste Vorstoß zeigt, dass beide Seiten die Diplomatie nicht aufgegeben haben, nachdem ihre erste Runde direkter Verhandlungen in Pakistan zu keiner Einigung geführt hatte. Der Krieg, der begann, als die USA und Israel am 28. Februar eine Bombardierungskampagne gegen den Iran starteten, hat Tausende Todesopfer gefordert, die Infrastruktur beschädigt und den Energiefluss über den Persischen Golf hinaus unterbrochen, was die Märkte erschütterte und einen weltweiten Preisanstieg auslöste.

Waffenpause und Drohungen

Die Kämpfe haben seit der Vereinbarung des Waffenstillstands weitgehend aufgehört, doch Trumps Blockade – angekündigt nach den ergebnislosen Friedensgesprächen am Wochenende – wird dessen Beständigkeit auf die Probe stellen. „Wir können nicht zulassen, dass ein Land die Welt erpresst oder ausbeutet“, sagte Trump und warnte den Iran davor, Gebühren für die Durchfahrt von Schiffen durch die Meerenge zu erheben.

Ein Schiff, das unter US-Sanktionen steht und Verbindungen zu China hat, durchquert derzeit die Straße von Hormus und testet damit die Blockade. Die „Rich Starry“, ein Mittelstreckentanker, der früher als „Full Star“ bekannt war, versucht zum zweiten Mal in weniger als 24 Stunden, die Wasserstraße zu verlassen.

Der Iran warnte, er werde Häfen im gesamten Persischen Golf ins Visier nehmen, sollten seine eigenen Schifffahrtsknotenpunkte bedroht sein, was das Risiko einer umfassenderen Konfrontation erhöht. Seine Streitkräfte erklärten, die Sicherheit in der Region müsse „entweder für alle oder für niemanden“ gelten, und bezeichneten jeden Schritt der USA zur Blockade der Meerenge als „Akt der Piraterie“, wie der staatliche Sender IRIB News berichtete.

Saudi-Arabien, ein wichtiger Partner der USA, drängt Washington, die Blockade zu beenden, da es befürchtet, dass dies Teheran dazu veranlassen könnte, die Spannungen zu eskalieren und andere regionale Schifffahrtsrouten zu stören, berichtete das Wall Street Journal unter Berufung auf namentlich nicht genannte arabische Beamte.

Störungen in der Meerenge stellen ein Risiko für China dar, das nach wie vor Irans größter Ölabnehmer und ein wichtiger Handelspartner ist. Peking hat zu einem sofortigen Waffenstillstand aufgerufen und gewarnt, dass eine Blockade den globalen Handel bedrohe.

Iran-Blockade

Trump wiederholte die Behauptung, die Verhandlungen seien gescheitert, weil der Iran auf der Beibehaltung seines Atomprogramms bestehe, und betonte, dass jedes Abkommen erfordern würde, dass Teheran seine atomaren Ambitionen aufgibt. Vizepräsident JD Vance, der die US-Delegation in der ersten Verhandlungsrunde leitete, überließ den nächsten Schritt Teheran.

„Wir haben bei den Verhandlungen durchaus Fortschritte erzielt“, sagte er am Montag in einem Interview mit Fox News und fügte hinzu, dass die Gespräche dazu beigetragen hätten, rote Linien zu klären. Auf die Frage nach einem weiteren Treffen sagte Vance, diese Frage solle man „am besten den Iranern stellen, denn der Ball liegt wirklich bei ihnen.“

Atomprogramm zeitlich befristet aussetzen?

Die New York Times berichtete unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Personen, dass die USA eine 20-jährige Aussetzung der nuklearen Aktivitäten vorgeschlagen hätten, während der Iran mit einem Plan konterte, diese für bis zu fünf Jahre auszusetzen – ähnlich einem Angebot vom Februar. Der Iran machte die USA für das Scheitern der Gespräche am Wochenende verantwortlich, ließ aber die Tür für weitere Verhandlungen offen. Präsident Masoud Pezeshkian sagte laut einer Erklärung auf einem Nachrichtenportal der Regierung, der Iran sei bereit, die Gespräche im Rahmen des Völkerrechts fortzusetzen.

Trump-Drohungen

Trump hatte kurz nach Ablauf der Frist gewarnt, dass die USA iranische Schiffe mit denselben Taktiken ins Visier nehmen würden, die sie in den letzten Monaten gegen mutmaßliche Drogenboote in der Karibik angewandt hatten. „Was wir nicht angegriffen haben, sind ihre wenigen, wie sie es nennen, ‚Schnellangriffsschiffe‘, weil wir sie nicht als große Bedrohung angesehen haben. Warnung: Sollte sich eines dieser Schiffe auch nur annähernd unserer BLOCKADE nähern, wird es sofort ELIMINIERT, und zwar mit demselben Vernichtungssystem, das wir gegen die Drogenschmuggler auf Booten auf See einsetzen“, schrieb er in einem Social-Media-Beitrag.

Schiffe passierten Meerenge

Dennoch versuchte Trump, die Bedenken hinsichtlich weiterer potenzieller Schocks für die globalen Energiemärkte herunterzuspielen, und behauptete in einem separaten Beitrag, dass am Sonntag 34 Schiffe die Meerenge passiert hätten, „die mit Abstand höchste Zahl seit Beginn dieser törichten Sperrung“. Bloomberg hatte zuvor berichtet, dass am Sonntag 19 Schiffe die Wasserstraße in beide Richtungen passiert hätten.

Die USA haben gewarnt, dass sie Schiffe, die den Iran verlassen, abfangen oder umleiten werden, während neutrale Schiffe passieren dürfen, allerdings könnten diese auf Schmuggelware durchsucht werden. Die Blockade werde gegen Schiffe durchgesetzt, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen, teilte das US-Zentralkommando mit.

Während die USA und Israel ihre Angriffe auf den Iran ausgesetzt haben, setzt Israel seine Offensive im Libanon gegen die Hisbollah fort. Der Konflikt bleibt ein zentraler Knackpunkt in den umfassenderen Waffenstillstandsverhandlungen, wobei Gespräche zwischen Israel und dem Libanon für Dienstag in Washington angesetzt sind.

FMW/Bloomberg



Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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2 Kommentare

  1. achso, diesmal sind es die „richtigen Leute“ aus der Führung Irans. Der ganze Aufriss in Pakistan war dann wohl nicht zielführend. Dass „die Märkte“ nun wieder auf so etwas anspringen, ist wirklich putzig. Meines Erachtens sind die Nachrichten bewusst veröffentlicht, um Retail in die Buy the Dip Rally reinzuholen. Institutionelle haben schon vor dem Iran Krieg massiv verkauft und für viele wird das die nächsten Wochen böse enden.

  2. Staatspräsident Dr. Massud Pezeshkian fordert zu recht, daß mögliche weitere Verhandlungen ausschließlich im Rahmen des Völkerrechts erfolgen können. Dieses hat jedoch beim 47. US-Präsidenten Donald John Trump keinen Stellenwert, nachdem er das JCPOA-Abkommen 2015 völkerrechtswidrig aufkündigte, und zwei völkerrechtswidrige Angriffskriege gegen das OPEC+-Mitgliedsland Islamische Republik Iran führte.

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