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IfW Kiel, Commerzbank, Allianz USA zahlen 96 % der US-Zölle laut Ökonomen selbst – Konkurrenz ist anderer Meinung

Trumps Zölle werden laut aktueller Daten von Ökonomen zu 96 % von den USA selbst getragen. Andere Ökonomen äußern sich abweichend.

Zölle
Grafik: ChatGPT

Derzeit kommen Ökonomen zu verschiedenen Aussagen in Sachen US-Zölle. So ziemlich alle Analysten, Ökonomen und auch Journalisten (auch wir bei FMW) hatten damit gerechnet, dass die von Donald Trump erhobenen Importzölle die US-Inflation deutlich anheben würden. Aber bis dato halten sich die Preissteigerungen in Grenzen. Die Frage ist: Wie stark dringen die Importzölle durch auf Unternehmen und Verbraucher in den USA? Das Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel) kommt heute zu einer ganz klaren Meinung.

Zölle zu 96 % auf Kosten der USA – laut IfW Kiel

Demnach bleiben die Kosten der US-Zölle nicht an Exporteuren im Ausland hängen, sondern sie treffen die amerikanische Wirtschaft selbst. Importeure und Verbraucher in den USA tragen 96 Prozent der Zolllast, so zeigen es laut heutiger Aussage des IfW Kiel neue Forschungsergebnisse. „Die Zölle sind ein Eigentor. Die Behauptung, dass ausländische Staaten diese Zölle tragen, ist ein Mythos. Die Daten zeigen das Gegenteil: Die Amerikaner bezahlen die Rechnung“, so die Ökonomen. Die Zölle würden wie eine Konsumsteuer auf importierte Waren wirken.

Das Forschungsteam des IfW Kiel analysierte laut eigener Aussage über 25 Millionen Lieferungsdatensätze mit einem Gesamtwert von fast vier Billionen US-Dollar an US-Importen. Die Ergebnisse seien eindeutig: Die US-Zolleinnahmen der USA stiegen 2025 um etwa 200 Milliarden US-Dollar. Ausländische Exporteure absorbierten nur etwa vier Prozent der Zolllast, 96 Prozent wurden an US-Käufer weitergegeben. Das Handelsvolumen brach ein, aber die Exportpreise fielen nicht.

Andere Ökonomen mit anderen Aussagen

Wenn das IfW Kiel wirklich mit seiner Analyse recht hat, hätten entweder die Gewinnmargen der US-Importeure kollabieren müssen, oder die Verbraucherpreise in den USA wären bereits deutlich angestiegen. Oder ein Mix aus beiden Faktoren wäre erkennbar gewesen. Am 10. Januar berichteten wir über Aussagen der Allianz und der Commerzbank. Der Chefökonom der Allianz, Mohamed El-Erian sagte, dass die US-Importzölle die US-Verbraucher weit weniger stark getroffen haben als erwartet. Die Kosten seien stattdessen von Exporteuren und Importeuren getragen worden. Bislang trage der Verbraucher in den USA die geringste Last der Zölle. „Ich kann Ihnen sagen, was derzeit in den Unternehmen vor sich geht: Sie gehen Produkt für Produkt durch, prüfen die Elastizitäten und überlegen, welche Preiserhöhungen die Verbraucher ihrer Meinung nach verkraften können, ohne dass die Nachfrage einbricht. Und sie stellen fest, dass sie nicht so viel von den Preiserhöhungen weitergeben können, wie sie möchten.“, so Mohamed El-Erian.

Die Ökonomen der Commerzbank sagten, die US-Importeure und ihre Lieferanten hätten auf das Errichten der Zollmauern rasch reagiert. Sie hätten ihre Lager vor Inkrafttreten der Zölle aufgefüllt. Damit hätten sie die Wirkung zollbedingt steigender Preise zumindest verzögern können. Die höheren Zölle schlugen damit nicht sofort durch. Vielen Unternehmen seien auch Ausnahme- und Übergangsregeln für „lebenswichtige“ Einfuhren eingeräumt worden. Ebenso wichtig sei gewesen, dass Importe aus Mexiko und Kanada (immerhin rund 27 % der Gesamteinfuhren) USMCA-kompatibel gemacht wurden, sie also in den Genuss der niedrigen Zollsätze in der nordamerikanischen Wirtschaftszone kamen.



Claudio Kummerfeld

Über den RedakteurClaudio Kummerfeld

Claudio Kummerfeld hat langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.

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1 Kommentar

  1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Bei der US – Inflationsrate wird doch gelogen ….das sich die Balken biegen….die wahre Inflation liegt doch beim Dreifachen der veröffentlichten Inflation….

    Ich war im September 24 ..wieder mal in Charlotte …im Bundesstaat North Carolina zu Besuch….da kostete der VW Passat in Vollausstattung noch 36 500 US-Dollar… bei sofortiger Barzahlung ( obwohl das in den USA unüblich ist, aber es wird angeboten)…

    Jetzt müssen 46 700 US-Dollar für das gleiche Model gezahlt werden…wie ich jetzt sehen konnte….

    Und das ist nur ein Beispiel von vielen….

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