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Varoufakis: Unverstanden, gemobbt, von Gegnern umzingelt…

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Von Claudio Kummerfeld

Unverstanden, gemobbt, von Gegnern umzingelt! Yanis Varoufakis über seine Amtszeit, das 3. Griechenland-Hilfspaket, seine Eurogruppen-„Terroristen“ und wer Schuld an allem ist.

Yanis Varoufakis in-seiner-Lieblingsrolle
Griechenlands Finanzminister in seiner Lieblingspose. Reden und allen anderen die Welt erklären.
Foto: Robert Crc/Wikipedia (FAL)

Varoufakis zum 3. Rettungsprogramm

In einem ersten Lebenszeichen seit seinem Rücktritt teilt Yanis Varoufakis kräftig aus und zieht den Vergleich zum Versailler Vertrag von 1919 zwischen dem Deutschen Reich und den Siegermächten des 1. Weltkriegs aus dem Hut. Wortwörtlich schreibt er von „der Heimsuchung Europas durch einen neuen Versailler Vertrag“.

Nie zuvor hätte die Europäische Union ein Abkommen getroffen, dass das Fundament der europäischen Integration so sehr untergraben hätte wie dieses. Das Projekt der europäischen Integration sei in den letzten Tagen „tödlich verwundet worden“. Wir meinen: da hört man ganz klar den Varoufakis der letzten Monate raus, der überall nur noch Terroristen und Kriminelle (IWF/EZB) um sich herum sieht. Nicht Syriza habe den Traum eines demokratischen und vereinten Europas getötet, so Varoufakis in seinem gestrigen Blogeintrag. Egal wie man zu seinen Inhalten steht, muss man dazu anmerken: Genau wie Varoufakis und Tsipras sind Merkel, Schäuble, Dijsselbloem und Hollande alle durch ihre Völker gewählt worden. Also saßen Menschen zusammen, die alle demokratisch legitimiert waren, und die mussten auch die Interessen ihrer Wähler vertreten, genau wie Syriza die ihrer Wähler zu vertreten hat. Wo da die Tötung eines demokratischen Europas sein soll, wenn gewählte Politiker sich auf Kompromisse einigen, ist nicht nachzuvollziehen!

Und es geht immer so weiter. Statt über die Inhalte der Einigung schreibt Varoufakis über die „Kapitulation“ Griechenlands und darüber, dass es fortan ein Vasallenstaat der Eurogruppe sei. Bei dem Einigungspapier gehe es nicht um Ökonomie, sondern um eine Politik der Demütigung. Das Papier signalisiere die komplette Annullierung der nationalen Souveränität Griechenlands.

Varoufakis über seine Amtszeit

Dem britischen Magazin „New Statesman“ gab Varoufakis jetzt ein Interview und gab Einblick in seine Sicht auf die letzten fünf Monate als Finanzminister.
Die Eurogruppe sei komplett unter der Kontrolle von Wolfgang Schäuble. Immer wenn Varoufakis seinen Eurogruppen-Kollegen inhaltliche Argumente geliefert hätte, sei er mit leeren Blicken bedacht worden. Er hätte auch die schwedische Nationalhymne singen können, das Resultat wäre das selbe gewesen. Zu seinem Rücktrittsgrund nannte er ein interessantes Detail. Es hätte eine Abstimmung im griechischen Kabinett gegeben über seinen Vorschlag, dass man die griechische Notenbank von der Europäischen Zentralbank abtrennt und Schuldscheine ausgibt. Dieser Vorschlag sei mit 4 zu 2 Stimmen abgelehnt worden.

Das war für ihn wohl ein Nackenschlag. Dazu muss man auch anmerken: Dass ein Euro-Mitglied seine Notenbank aus dem EZB-„Eurosystem“ herauslöst, ist einfach jenseits jeglicher Realität. Die einzelnen Notenbanken haben ja ihre Souveränität mit dem Beitritt zum Euro freiwillig an die EZB abgegeben. Sie wurden damit fester Teil des „Eurosystems“. Mal eben so die Notenbank dort herauszulösen, zeugt von mangelndem Realitätssinn, möchte man meinen. Als Theoretiker und Ökonom, wie Varoufakis einer ist, kann an sich in einem Uni-Seminar alles vorstellen und alles durchspielen, aber als Finanzminister kann man nicht solche sinnfreien Ideen zur Abstimmung in sein Kabinett einbringen. Immerhin werden dort Entscheidungen für ein ganzes Volk getroffen.

Über das 3. Griechenlandpaket sagte Varoufakis Zitat:

“absolutely impossible, totally non-viable and toxic …[they were] the kind of proposals you present to another side when you don’t want an agreement.”

Also absolut unmöglich, nicht realisierbar, toxisch. Es sei diese Art von Vorschlägen, die man der anderen Seite mache, wenn man gar keine Vereinbarung wolle.

Varoufakis familiär verhindert?

Yanis Varoufakis schreibt in seinem Blog, dass er in den nächsten Tagen als Abgeordneter im Parlament die Vereinbarung mit der Eurogruppe genau prüfen wird. Erstaunlich, dass er gerade auf seine Anwesenheit im Parlament Bezug nimmt, denn kurz nach seinem Rücktritt als Finanzminister wäre es letzten Freitag seine Pflicht als vom Volk gewählter Abgeordneter gewesen im Parlament zu erscheinen, wo es um das Pro und Contra zum Rettungspaket ging. Aber Yanis Varoufakis war gerade an dem Tag „familiär verhindert“.

Nur dumm, dass er auf einer Fährüberfahrt zu seinem Wochenendhaus auf der Insel Aegina abgeknipst wurde. Varoufakis sah sich dann später genötigt diese Fährüberfahrt mit einem Treffen mit seiner Tochter zu rechtfertigen, die kurz darauf nach Australien abreisen wollte. Da kann man sich nur fragen: Hätt seine Tochter nicht auf umgekehrtem Weg mit der Fähre nach Athen schippern können? Ein kurzer Blick auf die Landkarte zeigt: die Insel liegt nur 15Km von Athen entfernt in der Bucht direkt gegenüber der Stadt – also keine wirkliche Entfernung. Mit einem Treffen in Athen hätte er Beruf und Privatleben verbinden können – denn mal ganz nebenbei: Diese Abstimmung war verdammt wichtig!

Aber warum erschien er nicht? Verletzter Stolz, dass Tsipras ihm den „Mantel reichte“? Verletztes Ego, weil niemand bei den Eurogruppen-Treffen ihn leiden konnte? Frust, weil niemand ihn verstehen wollte? Alle sind böse, alle wollen ihn fertig machen, nur er hat Recht. Kann man das so zusammenfassen? Selbstreflektion? Auch im gestrigen Blogeintrag las man nicht ein Wort der Selbstkritik, z.B. dass er mit Beleidigungen Richtung IWF, EZB und EU (Terroristen und Kriminelle) sämtliches Porzellan zerschlagen hatte? Nichts von all dem. Es müssen sich wohl alle um ihn herum gegen ihn verschworen haben. Wir meinen: Egal ob man Varoufakis mag oder nicht: es wäre seine Pflicht als gewählter Abgeordneter gewesen im Parlament bei so einer wichtigen Abstimmung anwesend zu sein!

Fakten und Inhalte

Mit keinem Wort erwähnt Yanis Varoufakis, dass Griechenland für seine strukturelle Misere in erster Linie selbst verantwortlich ist. Es geht bei ihm immer nur um die Schuld der anderen. Eine nachvollziehbare Sichtweise, denn sie macht alles so viel einfacher. Wenn man die Schuld auf jemand anders schieben kann, ist man selbst fein raus. Aber jetzt zu seinen Thesen, die er auch im aktuellen Blogeintrag wiederholt. Er schreibt Zitat:

„The crucial question is: Does the Greek economy stand any chance of recovery under these terms? This is the question that will preoccupy me during the Parliamentary sessions that follow in the next hours and days. The greatest worry is that even a complete surrender on our part would lead to a deepening of the never-ending crisis.“

Hat die griechische Volkswirtschaft mit den neuen Sparauflagen eine Chance auf Erholung? Das ist die Kernfrage, so Varoufakis in seinem Papier. Selbst die „totale Kapitulation“ Griechenlands würde in die Vertiefung einer nie endenden Krise führen. Da mag er inhaltlich in der Tat recht haben.

Auch schreibt Varoufakis (wie wir finden ebenfalls zurecht) über das Problem einer Währungsunion ohne Wirtschaftsunion. Dieses Problem wird aber von vielen anderen Experten ebenfalls schon lange besprochen. Zitat:

„Back in 1971 Nick Kaldor, the noted Cambridge economist, had warned that forging monetary union before a political union was possible would lead not only to a failed monetary union but also to the deconstruction of the European political project. Later on, in 1999, German-British sociologist Ralf Dahrendorf also warned that economic and monetary union would split rather than unite Europe. All these years I hoped that they were wrong. Now, the powers that be in Brussels, in Berlin and in Frankfurt have conspired to prove them right.“

Am Ende liest man wieder die „Schwarz Weiß“-Sichtweise von Yanis Varoufakis. Die Mächte in Brüssel, Berlin und Frankfurt würden „konspirieren“.

Zu seinen monatelang geäußerten Thesen, Griechenland sei total überschuldet und komme ohne Schuldenschnitt nicht wieder auf die Füße, meinen wir: da mag Yanis Varoufakis inhaltlich Recht haben. Nur nützt in der derzeitigen Lage Griechenlands eine Grundsatzdebatte über ökonomische Theorien? Als Staatsmann wäre es wohl seine Aufgabe gewesen im Rahmen einer Kompromissfindung mit seinen europäischen Partnern (Pardon, Kriminelle und Terroristen) das Bestmögliche für Griechenland rauszuholen, was in diesem Augenblick möglichst ist. Über die Restaurierung eines Fachwerkhauses kann man sich erst grundlegend unterhalten, wenn man den Brand im Dachstuhl gelöscht hat. Man kann nicht mit dem Feuerwehrmann über die Renovierung sprechen, während er gerade den Brand löscht.

Lesen Sie hier unseren Artikel „Griechenland erhält Treuhandanstalt 2.0“

Hätte Yanis Varoufakis seit seinem Amtsantritt seine Thesen und Wünsche zum Thema Schuldenschnitt etc in einer offensiven, aber dennoch sachlichen und respektvollen Ausdrucksweise seinen Euro-Partnern vorgetragen, hätte er durchaus eine Einigung erreichen können, die z.B. zu einer drastischen Laufzeitverlängerung der Schulden geführt hätte, vielleicht auch mit einer Umschuldung der IWF-Schulden auf den ESM mit Tilgungsaussetzung und und und. All dies wäre vielleicht möglich gewesen, wenn er nicht aus ideologischen Gründen „den Feind“ ständig übelst beleidigt hätte. So schafft man kein Vertrauen. Oder möchten Sie mit jemandem vertrauensvoll zusammenarbeiten, der sie ständig öffentlich als Verbrecher bezeichnet? Denn egal wie man die Eurogruppen-Partner ansieht, als Helfer oder als Unterdrücker: man sollte nicht vergessen, dass die Steuerzahler der Euroländer mit gigantischen Milliardenbeträgen bürgen. Und wenn Griechenland zusammenbrechen sollte, werden sie diese Bürgschaften auch real bezahlen müssen. Bei Yanis Varoufakis scheint die Parole zu lauten: wer nicht genau das tut, was ich mir wünsche, ist mein Gegner.

16 Kommentare

16 Comments

  1. Avatar

    ollifred

    15. Juli 2015 11:26 at 11:26

    ein sehr reißerrischer Artikel mit Fakten zur glaubhaftigkeit Aufgewertet. Ich lese sehr deutlich zwischen den Zeilen das Sie diesen Mann nicht mögen. Gleichzeitig belehren Sie sein Verhalten.
    Bei aller emotionalen Verdummungsberichterstattung unserer Medien: Ich halte es mit Kostolany „Wenn du wissen willst warum auf der Welt etwas geschieht, verfolge den Weg des Geldes.“ der hätte das der hätte jenes besser so…. alles Quatsch. Varoufakis war nur ein Stolperstein der aus dem Weg geräumt wurde. Die Party geht fröhlich weiter mit Hilfspaket und Treuhand2.0

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      admin

      15. Juli 2015 13:57 at 13:57

      Hallo ollifred. Jeder bildet sich ja eine persönliche subjektive Meinung über Menschen. Als Varoufakis ins Amt kam, kannten wir ihn auch nicht. Wie im Artikel geschrieben: Inhaltlich mag er mit vielen Dingen Recht haben. Nur derartige Beleidigungen ständig auszustoßen, das zerstört jede seriöse Basis für eine Zusammenarbeit. Was meinen Sie?

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        ollifred

        15. Juli 2015 17:30 at 17:30

        Ein 54jähriger mit einem derartigen Lebenslauf und Lebenslaufbahn benimmt sich plötzlich nachdem er Finanzminister ist wie ein Elefant im Porzelanladen?
        Seine Äußerungen sind nicht wegzudiskutieren, aber Meinung und Berichterstattung wird heute überwiegend durch weglassen von Fakten gemacht. Gelogen wird meiner Meinung nach nur selten. Dadurch entstehen ganz andere Zusammenhänge und Bilder.
        Kaum ist er aus dem Amt, schon fangen die Griechen mit den zustimmenden Ja-Nicken an? Der letzte Ministerpräsident der ein griechisches Referendum abhalten wollte war dann auch nicht mehr lang im Amt. Des Volkes Stimme und Wille ist Gift für die Kariere.
        Mich wundert es nicht das keiner mehr mit ihm reden wollte. In Wikipedia habe ich folgendes Zitat von Ihm gefunden:

        „Der Euro ist nicht zukunftsfähig. Die Art und Weise, wie die EU diese Krise anging, war monumental idiotisch. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Situation nicht unter Kontrolle, Europas Bankensystem bleibt weiterhin fragmentiert, und wir bewegen uns eher in Richtung Nationalisierung der Politik als in Richtung Fiskalunion. Wenn wir Europas Probleme weiterhin so behandeln wie bisher, wird es in ein paar Jahren keinen Euro mehr geben.“

        – Yanis Varoufakis

        Und es wird wohl keiner wirklich ernsthaft behaupten wollen das der nun eingeschlagene Weg der richtige ist der die Problleme lösen wird oder?

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        BS

        16. Juli 2015 21:14 at 21:14

        Hallo Admin
        das ist doch wohl die übliche doppelmoral. Da kommt ein kluger ökonom der weiß worum es geht und der versucht sein volk vor dem humanitären gau zu retten und das einzige Problem was sie sehen sind seine „Beleidigungen“ ??????????????
        Nicht das ist was die Zusammenarbeit zerstört. Siehe auch Interview mit H.Varoufakis im the new Stateman
        Eine beleidigung ist es das sie glauben das wir normalsterblichen die gleichschaltung der presse nicht mitbekommen.

  2. Avatar

    Michael Leist

    15. Juli 2015 11:49 at 11:49

    „Es hätte eine Abstimmung im griechischen Kabinett gegeben über seinen Vorschlag, dass man die griechische Notenbank von der Europäischen Zentralbank abtrennt und Schuldscheine ausgibt. Dieser Vorschlag sei mit 4 zu 2 Stimmen abgelehnt worden. Das war für ihn wohl ein Nackenschlag. Dazu muss man auch anmerken: Dass ein Euro-Mitglied seine Notenbank aus dem EZB-„Eurosystem“ herauslöst, ist einfach jenseits jeglicher Realität. Die einzelnen Notenbanken haben ja ihre Souveränität mit dem Beitritt zum Euro freiwillig an die EZB abgegeben.“

    Wenn ein souveräner Staat freiwillig seine Monitoren Hoheitsaufgaben auf den Verbund der Eurozone auf die Rechtsperson der EZB überträgt, so kann er dieses unveräußerliche Hoheitsrecht der EZB auch wieder entziehen. Es sollte dann sehr einfach sein ein eigenes wie auch immer geartetes Geld/Schuldscheinwesen unter die Leute zu bringen. Damit wäre dann der Euroaustritt, den Varoufakis wohl immer angestrebt hat, Realität gewesen. Herr Kummerfeld bitte beachten Sie die juristische Normenhierarchie im Blick ansonsten ließe sich ja auch behaupten, dass die Regierung ihre Gewalthoheit unwiderruflich an die Polizei abgegeben hätte. Dem ist aber nicht so! Die Polizei ist ebenso wie die EZB nur Vollzugsbeamter. Das Problem das wie in Europa haben, ist doch vielmehr die Matrixhierarchie. So ist die griechische Notenbank sowohl der EZB aus auch der Regierung weisungsgebunden. Wenn ein Staat nun entgegen der EZB Schuldschein über seine Notenbank ausgeben möchte, was ist daran bitte Realitätsfern?

    • Avatar

      Michael Leist

      15. Juli 2015 12:00 at 12:00

      Wenn ein souveräner Staat freiwillig seine monetären Hoheitsaufgaben auf den Verbund der Eurozone auf die Rechtsperson der EZB überträgt, so kann er dieses unveräußerliche Hoheitsrecht der EZB auch wieder entziehen. Es sollte dann sehr einfach sein ein eigenes wie auch immer geartetes Geld/Schuldscheinwesen unter die Leute zu bringen. Damit wäre dann der Euroaustritt, den Varoufakis wohl immer angestrebt hat, Realität gewesen. Herr Kummerfeld bitte behalten Sie die juristische Normenhierarchie im Blick ansonsten ließe sich ja auch behaupten, dass die Regierung ihre Gewalthoheit unwiderruflich an die Polizei verloren hätte. Dem ist aber nicht so! Die Polizei ist ebenso wie die EZB nur Vollzugsbeamter. Das Problem, dass wir in Europa haben, ist doch vielmehr die Matrixhierarchie. So ist die griechische Notenbank sowohl der EZB aus auch der Regierung weisungsgebunden. Wenn ein Staat nun entgegen der EZB direktive Schuldschein über seine Notenbank ausgeben möchte, was ist daran bitte Realitätsfern?

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      admin

      15. Juli 2015 13:59 at 13:59

      Hallo Herr Leist. Natürlich kann Griechenland seine Notenbank aus dem Eurosystem lösen. Das würde aber automatisch den Grexit bedeuten, denn das Eurosystem ist ja integraler Bestandteil der Währung. Griechenland ist ja freiwillig in dieses Eurosystem eingetreten. Tritt es wieder aus, verlässt es auch den Euro.

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        Michael Leist

        15. Juli 2015 14:38 at 14:38

        Vielleicht habe ich den Autor ja flasch verstanden. Mir stötzt dann nur der nachfolgende Satz zu der hier beschrieben Grexitvariante sauer auf: „Als Theoretiker und Ökonom, wie Varoufakis einer ist, kann an sich in einem Uni-Seminar alles vorstellen und alles durchspielen, aber als Finanzminister kann man nicht solche sinnfreien Ideen zur Abstimmung in sein Kabinett einbringen.“

        Ich finde aber mann kann diesen Vorschlag machen, mann sollte ihn sogar als Finanzmister eines insolventen Landes machen vorallem als Ökonom, wie Varoufakis einer ist!

        Nun ist er aber damit gescheitert der Euro in Grischenland lebt weiter und nun können sich alle freuen, dass im Kabinatt wohl nur zwei Leute für den Grexit waren.

        • Avatar

          admin

          15. Juli 2015 14:48 at 14:48

          Hallo Herr Leist,

          zu Ihrem Satz

          <<>>

          Ich meine er kann diesen Vorschlag nicht machen, denn es bedeutet automatisch auch den Austritt des Landes aus dem Euro. Es gibt hier nur entweder oder. Aber Herr Varoufakis wollte anscheinend den Euro behalten, aber seine Notenbank aus dem Eurosystem ziehen. Geht nicht. Entweder Euro mit EZB oder eigenständige griechische Notenbank, dann aber mit Drachme!

          • Avatar

            Michael Leist

            15. Juli 2015 16:07 at 16:07

            In einer Welt in der Giralgeld aus dem Nichts entsteht und erst in dem Augenblich wieder verschwindet sobald es getilgt wird kann ich mir auch vorstellen das man die neue Drachme als Euro dotierten Schuldschein hätte laufen lassen können. Genauso wie ich Dollar als Petrodollar bezeichnen kann. Ob ich für nen Dollar wirlich Öl oder für grischische Euro-Schuldscheine wirklich einmal Euros bekomme ist doch eine Glaubensfrage.

            Das Kernfrage ist doch: Wer ernennt den Bischoff, der Kaiser oder der Papst?
            Wer veranlssst das Drucken von neuen Euros die EZB oder die Mitgliedstaaten auf Ihren Hoheitsgebiet?

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    JohnD

    15. Juli 2015 11:56 at 11:56

    Schon der Titel zeigt, in welche Richtung dieser Artikel geht. Herrn Varoufakis zu diskreditieren, indem man ihn als isoliert, als Theoretiker, als potentiell wahnhafthaft und natürlich seine Pflichten nicht wahrnehmend hinstellt.Ich persönlich finde die Einblicke, die Herr V. über das Innenleben der EU gegeben hat, mehr als interessant. Hier realisieren sich schlimmste Befürchtungen. Und tatsächlich ist es so, dass studierte Ökonomen oft zur theoritsich sind. Aber im Gegensatz zur Herrn Schäuble, dem ich ein hier wirklich Wahnhaftigkeit unterstelle, ist V. mit ökonmischen Ursache-Wirkungsprinzipien vertraut und hat keine juristische Bürokratieprägung.Seine schon seit 2010 geäusserte ökonmischen Einschätzungen sind für mich viel realistsicher als das, was die Troika bisher abgeliefert hat. Und wie der Vorkommentator gesagt hat: Herr V. ist nur ein Stolperstein, der aus dem Weg geräumt wurde…

    • Avatar

      Michael Leist

      15. Juli 2015 12:26 at 12:26

      Was ich an diesem Artikel gefährlich finde, ist dass hier einem Staat die Kompetenzkompetenz über seine Notenbank abgesprochen wird. Wenn dieses Denken so weitergeht, dann ist es für uns bald auch nochmal dass amerikanische Gesetze auf deutschen Boden durch deutsche Beamte entgegen deutschem Recht vollstreckt werden. Dann sind unsere Gefängnisse bald genauso überfüllt wie die amerikanischen.

  4. Avatar

    WErner

    15. Juli 2015 12:07 at 12:07

    Es gibt einen interessanten Kommentar zur Methodik der „Einigung mit Griechenland“ von einer indischen Ökonomin:
    http://www.flassbeck-economics.de/the-failed-project-of-europe-jayati-gosh-zur-deutschen-rolle-in-europa/ (in englisch und deutsch!)

    Man gewinnt den Eindruck, dass Varoufakis-Bashing der Gegenpol zur Härte der EU-Haltung ist.

    Ich verfolge Varoufakis Internet-Auftritt schon mehrere Jahre, und mir scheint hier eine wohl überlegte ökonomische Interpretation vorzuliegen, die ihre Wurzeln im Werk von JM Keynes hat. Varoufakis‘ ökonomisches Wissen ist ganz offensichtlich dem Wissen der meisten EU-Politiker überlegen. Leider scheint er dies in Überschätzung seiner politischen Möglichkeiten in einer überheblichen und arroganten Art angegangen zu sein, die auf der anderen Seite pure Abwehr und Ablehnung( Varoufakis:“Loathing“, d.h. Ekel, Abscheu) zur Folge hatte – nun ja, Diplomatie ist nicht seine Stärke.

    Andererseits halte ich ihn für lernfähig, wer weiß, ob er nicht einmal Tsipras Nachfolger wird…

    • Avatar

      ollifred

      15. Juli 2015 17:45 at 17:45

      …ich glaube der Zug ist abgefahren. Und: da steht ein Mann im Raum. Rundherum eine Party und Orgie. Alle huren herum, besaufen sich, koksen, fressen vom Buffett was das Zeug hält.
      Dieser Mann ruft: Alkohol ist schädlich, vom rumhuren bekommt man Geschlechtskrankheiten, vom koksen werdet ihr süchtig, vom fressen dick und faul und sterbt füher.!
      Was wird wohl geschehen? Man schmeisst ihn raus. Egal ob er höflich ist (und die Partypeople als Terroristen beschimpft) oder nicht. Spielverderber dürfen nicht mitspielen!

  5. Avatar

    Michael

    15. Juli 2015 18:24 at 18:24

    Wenn man in die Hand beißt, die einen füttert, muss man sich nicht wundern, wenn man mit einem Tritt in den Hintern vom Hof gejagt wird. Genau das hat die griechische Regierung doch getan. Die Banken geben Griechenland kein Geld mehr. Weil es bankrott ist. Durch EIGENES Verschulden. Die Regierungen der Eurozone, die EZB und der IWF garantierten die griechischen Schuldscheine. Das war ein Fehler, denn seit 5 Jahren wurden die Probleme nicht ansatzweise gelöst. Wenn das unmöglich sein sollte geht nicht um europäische Integration, sondern nur darum, dass Griechenland den Euro zu verlassen hat. Inakzeptabel sind 50% Jugendarbeitslosigkeit und 25% Arbeitslosigkeit allemal. Das trifft nicht nur für Griechenland zu. Der Euro hat keine positive Zukunft, wenn so „gehaushaltet“, wie in Frankreich, Italien, Spanien, Österreich, Portugal, e.t.c. wird. So funktioniert keine Währung. Nur Obamas noch schlimmerer Schluderei mit dem Dollar ist es zu verdanken, dass die Eurozone noch nicht auseinandergeflogen ist.

    Es ist erstaunlich, dass sich die Geldbesitzer das Märchen von finanzieller Repression gefallen lassen. Keine Zentralbank der Welt kann dagegen anstinken, wenn die Geldbesitzer ihre Konten räumen oder sogar Gold oder ernster zu nehmende Währungen als Bargeld kaufen. Wenn der Räumungsverkauf losgeht steigen die Zinsen und dann ist am manipulierten Anleihenmarkt Schicht im Schacht. Nach Adam Ries nächstes Jahr.

  6. Avatar

    BS

    16. Juli 2015 19:54 at 19:54

    „Hätte Yanis Varoufakis seit seinem Amtsantritt seine Thesen und Wünsche zum Thema Schuldenschnitt etc in einer offensiven, aber dennoch sachlichen und respektvollen Ausdrucksweise seinen Euro-Partnern vorgetragen, hätte er durchaus eine Einigung erreichen können“
    WAS FÜR EIN UNSINN
    !!!! Wäre H.Varoufakis als guter Untertan aufgetreten hätte man ihn einen Knochen hingeworfen!!!
    Für wie Dumm halten sie uns eigentlich. Und H. Varoufakis hat es eigentlich gut auf dem Punkt gebracht wenn er von Kriminellen! Terroristen ! spricht. Ich würde es sogar mit Psychopathen uns Soziopathen ergänzen. Aber was für einen Artikel erwartet man von der Finanmarktwelt.

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Zinskosten: So gigantisch sind die Ersparnisse für Kreditnehmer im Langzeitvergleich

Claudio Kummerfeld

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Dass Kreditnehmer in einem jahrelangen Umfeld immer weiter fallenden Zinsen die großen Gewinner sind, das ist kein Geheimnis. Aber es ist mal interessant zu sehen, wie viel Zinsen ein Häuslebauer vor 20 Jahren gezahlt hat, im Vergleich zu einem heutigen Abschluss, bei selber Kreditsumme und Tilgungshöhe. Die Interhyp AG hat aktuell einen Vergleich veröffentlicht, der die tatsächliche Dimension aufzeigt, wie viel Geld man heutzutage spart.

Hat man im Jahr 2000 abgeschlossen, entstanden bei einer Darlehenssumme für einen Immobilienkredit über 300.000 Euro und 2 Prozent Tilgung in 10 Jahren insgesamt 172.000 Euro an Zinskosten. Damals lagen die Zinsen bei 6,5 Prozent. Mit heute nur noch 0,8 Prozent hat man gerade mal noch 22.000 Euro Zinskosten! Das lohnt sich natürlich besonders für Häuslebauer, weil die Darlehenssummen hier so hoch sind, so möchten wir anmerken – aber die Sache hat einen Haken. Wo man als Kreditnehmer für Häuschen oder Eigentumswohnung extrem stark bei den Zinskosten spart, da zahlt man auf der anderen Seite drauf bei den in den letzten Jahren explodierten Immobilienpreisen.

Sicherlich sind die aktuellen Informationen der Interhyp AG auch eine schlecht versteckte Eigenwerbung, aber sei es drum. Die Experten sagen, auszugsweise im Wortlaut:

Auch wenn vielerorts die gestiegenen Immobilienpreise höhere Darlehenssummen erfordern, bleiben die Raten für viele Menschen leistbar. Der Zinsvorteil ermöglicht in vielen Fällen eine höhere Tilgung als früher. Die Expertin rät Eigenheimbesitzern, die Sparchancen für ihre Anschlussfinanzierung zu nutzen und sich schneller zu entschulden. Bauherren und Käufer sollten die Finanzierung wohlüberlegt angehen. Wichtig sei, bei der Finanzierung einen möglichen Zinsanstieg in Zukunft einzukalkulieren und mit langen Zinsbindungen und hohen Tilgungen vorzusorgen.

Hier auszugsweise weitere Aussagen von Interhyp. Zitat:

Im März 2020 sind die Zinsen auf ein neues Allzeittief von rund 0,7 Prozent im Mittel gefallen und auch jetzt liegen sie nur knapp darüber, berichtet Interhyp. Zum Teil sind sogar Bestzinsen von unter 0,5 Prozent möglich. Die Monatsrate für einen Musterkredit über 300.000 Euro (0,8 Prozent) beträgt im Herbst 2020 bei einer zweiprozentigen Anfangstilgung nur noch 700 Euro. Die Zinskosten über 10 Jahre liegen dafür heute nur bei 22.000 Euro – einem Bruchteil der Kosten bei Abschluss im Jahr 2000.

Rat der Experten: Sparchancen für schnelle Entschuldung nutzen

Um die Zinsersparnis zu verdeutlichen, hat Interhyp in der Beispielrechnung immer mit der gleichen Anfangstilgung gerechnet. Der Rat der Finanzierungsexperten ist jedoch, heute eine höhere Tilgung zu wählen. Das sei möglich mit Raten, die nicht wesentlich über denen früherer Jahre liegen. Mirjam Mohr: „Unsere Daten zeigen, dass Kreditnehmer ihre Entschuldung im Blick behalten. Die anfängliche Tilgung bei Bauherren und Käufern ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten von unter zwei im Mittel auf über drei Prozent gestiegen. Bei der Anschlussfinanzierung ist sie sogar von unter drei Prozent auf rund sechs Prozent gestiegen.“ Viel sparen im Vergleich zu früher könnten vor allem Eigenheimbesitzer mit Bedarf für eine Anschlussfinanzierung. Bauherren und Käufer sollten mit Blick auf hohe Kaufpreise und Darlehenssummen auf Sicherheit achten, zum Beispiel, indem sie günstige Zinsen mit langen Zinsbindungen festschreiben oder viel tilgen. „Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass sich das Zinsniveau über die Jahre deutlich ändern kann“, sagt Mirjam Mohr.

Grafik zeigt im Langfristvergleich sehr stark gesunkene Zinskosten

Chart zeigt langfristig extrem stark sinkende Zinsen

Grafiken und Daten: Quelle Interhyp

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Marc Friedrich mit 5 Top-Investment-Ideen für die nächste Dekade

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Marc Friedrich

Der Bestsellerautor Marc Friedrich spricht in seinem aktuellen Video „Der größte Vermögenstransfer der Geschichte“ über viele aktuelle Kapitalmarktthemen. Vor allem geht es um die große Anfeuerung von bestimmten Assetklassen, verursacht durch die immer größeren Gelddruck-Orgien der Notenbanken.

Marc Friedrich mit 5 Investment-Ideen

Im späteren Verlauf des Videos spricht Marc Friedrich seine fünf Top-Investment-Ideen für die nächste Dekade an. Auffällig dabei ist, dass die Kategorien Aktien und Immobilien nicht dazu gehören. Eben diese Assetklassen haben die letzten Jahre massiv von der Geldschwemme der Notenbanken profitiert. Marc Friedrich präferiert Gold, Silber, Bitcoin, Minenaktien und Diamanten. Gut, es sind doch Aktien vertreten, aber nicht als Gesamtkategorie, sondern nur weil es um Firmen geht, die Rohstoffe aus dem Boden holen.

Knappe Güter bevorzugen

Marc Friedrich spricht auch ganz konkret an, warum diese Ideen nach seiner Meinung die besten Investment-Ideen der nächsten Jahre sein sollen. Sie würden andere Assetklassen in der nächsten Dekade des „Vermögenstransfers“ outperformen. Sie seien (und das ist ein wichtiger Aspekt) begrenzt durch die Natur (Edelmetalle) oder durch die Mathematik (Bitcoin). Tja, und in der Tat, andere Assets wie das Fiat-Geld auf Bankkonten kann beliebig stark vermehrt werden. Je mehr Geld, desto stärker der Verwässerungseffekt, und desto stärker womöglich in Zukunft der Vertrauensverlust der Bürger in das Finanzsystem? Und alles was in seiner Menge limitiert ist, wird immer begehrter?

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Aktuell: Pelosi schürt wieder Stimulus-Optimismus, Aktienmärkte mit Erholung

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Soeben Nancy Pelosi auf ihrer Pressekonferenz: man habe Fortschritte gemacht bei den Gesprächen mit den US-Repubikanern, man sei fast am Ziel („progress has been made this week“; „we are just about there“).

Und die Aktienmärkte wieder mit einer Erholung, nachdem der Leitindex S&P 500 das Tief vom Montag unterschritten hat..

Aber Vorsicht: möglich ist, dass sich Pelosi nicht auf das gesamte Stimulus-Paket bezieht, sondern nur auf einen kleinen Teil davon:

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