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Venezuela mit 1 Million Prozent Inflation – totaler Kollaps wie in Weimarer Republik

Claudio Kummerfeld

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Venezuela kollabiert völlig, nur irgendwie geht es doch immer weiter? Wie weit denn noch? Dieses Jahr wird man die 1 Million Prozent-Marke bei der Inflation erreichen, so prognostiziert es aktuell der Internationale Währungsfonds (IWF). Damit werde der Zustand genau so schlimm wie in der Weimarer Republik in Deutschland oder in den 2000ern in Zimbabwe, so der IWF.

Aber nicht nur das. Die Wirtschaftsleistung (BIP) werde dieses Jahr um 18% schrumpfen. Das ist mehr als eine Katastrophe. Wie sich die Regierung da noch an der Macht halten kann, ist ein Rätsel. Der Rückgang des BIP soll in 2018 das dritte Jahr in folge eine zweistellige Prozentzahl aufweisen. Das klingt alles so merkwürdig für ein Land, dass die weltweit größten Öl-Reserven im Boden hat, noch vor Saudi-Arabien und Russland. Es ist die unfassbare Misswirtschaft und mangelnder Sachverstand in der Regierung – aber für die ist das alles natürlich verursacht durch das böse Ausland, dass dem Land nur schaden will.

Es ist eine Todes-Spirale. Länder aus der Golf-Region, die sich auf ihren Öl-Quellen ausruhen und ihre Staatseinnahmen nur aus Öl beziehen, sollten sich mal angucken, wozu das führen kann, wenn an der Staatsspitze falsche Entscheidungen getroffen werden. Venezuela hatte sich wohl jahrelang auf die schönen Öl-Einnahmen der staatlichen Öl-Gesellschaft PDVSA verlassen. Aber deren Fördermenge ist von Jahr zu Jahr, von Monat zu Monat rückläufig. Keine technische Ausrüstung, nicht bezahlte Gehälter, Korruption. Und je weniger Öl gefördert wird, desto weniger Geld ist da um zu investieren für mehr Öl-Förderung.

Der IWF erwartet, dass die Regierung in Caracas das weiter steigende Staatsdefizit durch immer mehr Gelddrucken auffangen wird, was die Inflation nur noch weiter anfeuere. Ganz konkret verweist der IWF auf die Lage in Deutschland im Jahr 1923 (Weimarer Republik) oder in Zimbabwe in jüngster Vergangenheit. Ja, und gegen Ende dieses Jahre sollte die Inflationsrate in Venezuela die 1 Million Prozent erreichen, so der IWF.

In Venezuela kollabiere die wirtschaftliche Aktivität, es gäbe Hyperinflation sowie einen Kollaps der öffentlichen Versorgung (Medizin, Wasser, Transport, Sicherheit). All das sowie die Lebensmittel-Knappheit führten derzeit zu einer massiven Auswanderung in die Nachbarländer Venezuelas. Tja, was hilft da? Der IWF gibt keine Empfehlung ab. Aber mal ehrlich. Ist eine Volkswirtschaft erstmal so weit gekommen wie Venezuela, hilft eigentlich nur noch eine Maßnahme. Den Stecker ziehen, Neustart, Staatspleite. Dann eine Währungsreform und ein Neubeginn.

Aber mit dieser Regierung würde man zügig genau das selbe nochmal durchleben. Aber wer sind wir, dass wir den Menschen in Venezuela empfehlen wollen, wen sie wählen sollen… aber auch in Sachen Demokratie kann man sich fragen, ob Venezuela noch ein wirklich demokratisches Land ist, wo die Regierung das Parlament entmachtet hat, und es quasi durch eine Art wohl gesonnenes Ersatz-Parlament aushebelt, in dem mehrheitlich Freunde der Regierung sitzen.

Venezuela Präsident Maduro
Venezuela´s Präsident Nicolas Maduro. Foto: Government of Venezuela (CC BY 3.0)

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    tm

    24. Juli 2018 15:54 at 15:54

    Die deutsche Hyperinflation von 1923 dauerte allerdings nur ca. 5 Monate und danach begannen die Goldenen Zwanziger – da sollten die Venezulaner eher nicht auf eine Parallele hoffen.

    • Avatar

      Eisenhut

      25. Juli 2018 09:24 at 09:24

      Die goldenen 20 er?? was war den das? In den 20 er Jahren hatten die meisten nicht genug zum Leben, währen eine dekadente Minderheit in die Geschichtsbücher einging.

  2. Avatar

    frank

    24. Juli 2018 16:09 at 16:09

    Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Venezuela komplett boykottiert wird. Die USA unterbinden jeglichen Handel. Ausländische Firmen dürfen keine Ersatzteile mehr an die Ölunternehmen liefern. Somit führt das eine zum anderen.

    • Avatar

      tm

      24. Juli 2018 16:57 at 16:57

      Wieso liefern denn keine russischen oder chinesischen Unternehmen Ersatzteile?

      Und Venezuela mag die größten Ölreserven haben, eine wesentliche Frage ist, wieviel davon profitabel förderbar ist. Es handelt sich zum Großteil um Schweröl und dazu noch im schwer zugänglichen Orinoco-Gebiet.

      • Avatar

        Steven

        24. Juli 2018 19:38 at 19:38

        Warum liefert Russland nicht ?
        Oh ein schweres Rätzel.

        Vielleicht weil die dadurch den eigenen Absatz sichern?!?könnte es evt daran liegen?

        • Avatar

          tm

          25. Juli 2018 09:50 at 09:50

          ah ok, aber die bösen Amis sind dennoch schuld, dass Venezuela keine Erstazteile bekommt?

  3. Avatar

    frank

    24. Juli 2018 16:13 at 16:13

    Staatspleite ist unausweichlich. Ich hab mir trotzdem Venezulanische Staatsanleihen gekauft für Kurse um 20, allesamt USD-Anleihen. Mein Kalkül dahinter ist dass nach Staatspleite und mit neuer Regierung die Anleihen zurückgezahlt werden. Venezuela ist immerhin das Land mit den größten Ölreserven der Welt. Bei Kursen um 20 ist das Risiko zudem überschaubar.

  4. Avatar

    Steven

    24. Juli 2018 19:47 at 19:47

    Der IWF will in venezuela einsteigen aka Kontrolle ausüben via Kredite.

    Venezuela will das nicht.
    Absolut berechtigt.

    Erzählt doch nicht immer nur die Halbe Story?!
    Der IWF ist USA gesteuert und da wo der IWF aktiv wird , steigt die Wirtschaftsdiktatur ala Nestlé , Google und die ganze Pharmaindustrie.

    Falls Hintergrundwissen zum IWF fehlt, Hr Wolf, als ehemaliger IWFmitarbeiter, gibt da in etlichen Interviews Auskunft.

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Marcel Fratzscher im Interview: Marktversagen, Börse, Staatshilfen, Globalisierung uvm

Redaktion

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Marcel Fratzscher als Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) wurde von der FAZ schon mal als Claqueur der SPD bezeichnet. Wer den Begriff nicht kennt: Ein Claqueur ist jemand, der auf Kommando Beifall klatscht. Und so hat Herr Fratzscher den Ruf, vor allem bei wirtschaftspolitischen Meinungen und Inhalten der SPD jede Menge Lob zu verteilen und die Thesen auch mit seinen fachkundigen Aussagen zu untermauern. Man munkelt in Berlin und Frankfurt schon seit geraumer Zeit, dass der gute Herr Fratzscher eine Karriere als Notenbanker oder in einem Ministerium anstrebt. Aber sind das nur Gerüchte? In den politischen Zeitgeist würde er sicher gut passen.

Marcel Fratzscher wurde schon von vielen anderen Kommentatoren sehr kritisch beäugt, aber auch von unserer Redaktion. Zum Beispiel sagte er im September, dass er keine Zombieunternehmen in Deutschland entdecken könne. Nur um wenige Tage später vom Problem der Zombieunternehmen zu reden. Generell ist er dem Lager der „Experten“ zugehörig, die der Meinung sind, dass man mit genug neuen Schulden so ziemlich alles regeln kann. Gibt es nur genug Nachfrage, lösen sich alle Probleme von selbst? Und die zusätzlichen Staatsschulden, die sind ja sowieso kein Problem bei den Nullzinsen? So einfach kann die Welt sein.

Aktuell hat Marcel Fratzscher dem auf YouTube bestens bekannten Interview-Format „Jung und Naiv“ ein 145 Minuten langes Interview gegeben. Die Leitlinie kommt relativ weit am Anfang des Interviews. Der Markt hat versagt. Also, wohin soll es seiner Meinung nach gehen? Mehr Regulierung, mehr Planwirtschaft? Thilo Jung spricht mit Marcel Fratzscher über Themen wie die Aktienmärkte und ob sie sich von der Realwirtschaft abgekoppelt haben, über die Coronakrise, Staatshilfen, die Klimakatastrophe, Autoindustrie, Konsumverzicht, Globalisierung, die Ungleichheit von Vermögen, Steuern uvm.

Wir können Ihnen an dieser Stelle nicht knallhart empfehlen 145 Minuten Marcel Fratzscher am Stück anzuschauen. Diese Entscheidung müssen Sie schon selbst treffen. Aber auch bei „Experten“, die wir kritischer sehen wie einen Herrn Fratzscher, gilt das selbe wie bei Hans-Werner Sinn, Markus Krall oder Clemens Fuest. Auch wenn man als Zuhörer die Meinung des Interviewten nicht teilt, so erweitert das Zuhören doch den Horizont.

Marcel Fratzscher
DIW-Chef Marcel Fratzscher. Foto: SPÖ Presse und Kommunikation – ExpertInnen Austausch anlässlich der Kurt Rothschild Preisverleihung, 27.09.2017 CC BY-SA 2.0

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Unser Wohlstand kommt übers Meer – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Welt ist so vernetzt wie nie zuvor. Auch wenn es in vielen Ländern protektionistische Tendenzen gibt, hat die weltweite Vernetzung ein Ausmaß erreicht, das in der Menschheitsgeschichte einmalig ist. Die Welt ist zusammengerückt. Viele Produkte, die Sie täglich nutzen, werden komplett oder in Teilen rund um den Globus verschifft, bevor Sie sie in Händen halten.

Die globalen Wertschöpfungsketten wären undenkbar ohne den regen Seehandel, der die Welt verbindet. Tausende Containerschiffe fahren von Kontinent zu Kontinent und bringen uns Waren vom anderen Ende der Welt.

Ich schreibe hier vorrangig über Zukunftstechnologien, die unsere Welt tiefgreifend verändern werden. Doch nichts hat unseren Wohlstand so sehr befeuert, wie der weitgehend freie Welthandel.

Deutschland ist Exportweltmeister

Unser Land ist erfolgreich, weil wir so stark in den Welthandel eingebunden sind. Maschinen und Autos aus Deutschland genießen international einen guten Ruf. Von den Erträgen aus dem Exportgeschäft kaufen wir beispielsweise Elektronik, chemische Erzeugnisse und Bekleidung. Das meiste davon wird übers Meer transportiert.

Die Lebensadern unserer Wirtschaft liegen im Wasser

Wenn Sie schon einmal in Hamburg am Hafen standen, haben Sie einen Eindruck, welche Mengen an Gütern täglich über den Seeweg nach Europa kommen. Rund 90% aller weltweit gehandelten Waren werden übers Meer befördert.

Unternehmen wie Hapag-Lloyd, Costamare oder Euronav betreiben riesige Flotten, um Waren rund um die Welt zu verschiffen. Sind die Aktien deshalb einen Blick wert? Das Geschäft ist lukrativ, aber hart umkämpft. Triton ist da schon eher interessant, denn das Unternehmen vermietet die…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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Hotels und Restaurants: Wachstum ja, aber noch keine V-Erholung

Claudio Kummerfeld

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Restaurant-Tische mit Gläsern

Der Umsatz bei Hotels und Restaurants ist im August gegenüber Juli um 5,5 Prozent gestiegen. Aber im Vergleich zu August 2019 liegt er immer noch mit 22,2 Prozent im Minus. Die Grafik, die bis zum Jahr 2013 zurückreicht, zeigt es: Eine V-förmige Erholung ist noch nicht abgeschlossen. Der Indexwert der Umsätze von Hotels und Restaurants lag vor dem Start der Coronakrise im Februar bei 105,5 Indexpunkten, und im August waren es 80,9 Punkte. Da ist noch einiges an Lücke vorhanden. Innerhalb der Gastronomie lag der reale Umsatz der Caterer im August 2020 sogar um 32,9 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats.

Gut, diese heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Daten sind aus August. Inzwischen haben wir Oktober, und die V-förmige Erholung könnte bis jetzt schon fast geschafft sein. Könnte, nicht muss. Aber selbst wenn…. ein halbes Jahr lang gigantische Verdienstausfälle machen einer Branche zu schaffen, die darauf angewiesen ist konstant Umsatz zu machen. Viele Betreiber und Hotels und Restaurants überleben vielleicht aktuell, aber nur dank staatlicher Kredite. Man hat also nach der Krise deutlich mehr Schulden als vorher, dazu kommen oft noch vermutlich Mietschulden, weil der Vermieter monatelang die Restaurantmiete stundete, die nun nachgezahlt werden muss. Hat man die Krise auf den ersten Blick überlebt, und hat wieder „normale“ Umsätze, so türmen sich die Schulden auf. Zeitlich verzögert könnten also viele Insolvenzen folgen, auch wenn sich die Umsätze der Branche wieder normalisieren.

Chart zeigt Umsätze bei Hotels und Restaurants

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