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Venezuela: Offizielle Inflation in 2015 bei 180%, Wirtschaftsleistung -5,7%

FMW-Redaktion

Endlich mal offizielle Zahlen aus Venezuela (ob sie stimmen?). Laut der „BANCO CENTRAL DE VENEZUELA“ lag die Inflation 2015 bei 180,9%. Gleichzeitig verkündet man die Entwicklung der Wirtschaftsleistung in 2015 mit -5,7%. Der IWF erwartete für 2015 eine Inflation von 275% und einen BIP-Einbruch von 10%. Also eine tolle Leistung? Nein natürlich nicht, denn es handelt sich bei den jetzt veröffentlichten Daten ja um die offiziellen Daten, und die dürften dramatisch geschönt sein.

Erst gestern hatten wir über die drastische Abwertung des (offiziellen) Bolivar-Wechselkurses berichtet sowie die massive Anhebung der staatlich subventionierten Benzinpreise.

Neben Benzin würgen die grassierenden Preise bei alltäglichen Einkäufen den Menschen die Luft zum Atmen ab. Laut Notenbank sind letztes Jahr Lebensmittel und Getränke um 315% teurer geworden, Medikamente um 110% und Transportmittel um 130%. Man rechne noch satte Aufschläge oben drauf, da staatliche Stellen ja egal ob in Venezuela, Deutschland oder den USA immer nach unten „abrunden“. Laut Notenbank lagen diese Inflationswerte 2012 noch unter 50% und 2014 immer noch unter 100%. Die massive Spirale von Inflation, die sich selbst hochschraubt, ist in vollem Gange und kann durch normale Gegenmaßnahmen nicht mehr gestoppt werden – das darf man bei solchen Zahlen wohl so klar zum Ausdruck bringen.

Und ob das BIP-Minus wirklich nur bei -5,7% lag, sei auch mal dahingestellt. Aber eines ist klar. Ob die offizielle Inflation jetzt bei 180% lag, bei 220 oder bei 300%, das ist in diesen Größenordnungen schon fast egal. Eine „funktionierende Volkswirtschaft“ ist in diesem Dimensionen nicht mehr zu machen.

Der IWF prognostizierte vor Kurzem eine Inflationsrate für Venezuela von 720% für dieses Jahr. Eigentlich kann man da nur sagen: Es wird Zeit für eine Veränderung. Währungsreform? Den Präsidenten aus seinem Amtssitz jagen? Radikale Öffnung zurück „zum Markt“ so wie Argentinien es in den letzten Wochen getan hat? Das Leiden der Bevölkerung würde dadurch nicht über Nacht gelindert, aber zumindest bestünde die Möglichkeit (vor allem durch eine Währungsreform) für einen Neustart.



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1 Kommentar

  1. Nix wie rein in die EU mit Venezuela.
    Das wäre eine Freude für Herrn Draghi.

    Die gewichtete Inflationsrate hätte dann garantiert wieder genügend Abstand vom (angeblichen) Null-Linien-Bereich.

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