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Venezuela ist pleite – und nun?

Venezuela ist pleite. Eine Zinszahlung in Höhe von 200 Millionen US-Dollar konnte das Land nicht leisten. Eine nach dem Zahlungsstichtag folgende 30-tĂ€gige Verzugsfrist endete nun ebenfalls. Somit ist man per Definition…

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FMW-Redaktion

Venezuela ist pleite. Eine Zinszahlung in Höhe von 200 Millionen US-Dollar konnte das Land nicht leisten. Eine nach dem Zahlungsstichtag folgende 30-tĂ€gige Verzugsfrist endete nun ebenfalls. Somit ist man per Definition pleite, weil man Schulden nicht bedienen kann – auch wenn in einigen Medien davon die Rede ist, dass Venezuela nur beinahe oder fast pleite ist – es ist jetzt schon eine richtige Pleite. So stufte S&P Venezuela auch auf den Quasi-Pleitestatus „SD“ herab.

Die Agentur Fitch erklĂ€rte gestern eine Default (Zahlungsausfall) bei der staatlichen Ölgesellschaft PDVSA, die quasi Teil des Staatsapparats ist. Jahrelang hatte Venezuela seinen Schuldendienst immer peinlichst genau beglichen. Damit ist jetzt aber Schluss. Anscheinend ist nun wirklich die Puste ausgegangen! Insgesamt soll das Land mit 150 Milliarden Dollar in der Kreide stehen. Man kann noch so viele Bolivars von der Notenbank drucken lassen – wer im Ausland wĂŒrde seine Dollars, Euros oder Franken schon in eine WĂ€hrung umtauschen, wo das dahinter stehende Land eine nicht mehr messbare Inflationsrate aufweist?

Also kommt man nicht an Devisen. Game Over. Jetzt geht es nur noch darum, ob das Land die totale Pleite von sich aus erklĂ€rt – oder ob die GlĂ€ubiger erst mal schön ihren Mund halten mit ihren offenen Forderungen, in der Hoffnung auf eine Umschuldung oder Ähnliches. Diese Hoffnung hatten wohl zahlreiche der 100 GlĂ€ubiger, die gestern in Caracas erschienen.

Laut Finanzkreisen soll das Treffen eine Farce gewesen sein. Nur eine halbe Stunde soll es gedauert haben, ohne jegliche konkreten Angebote oder Aussagen der venezuelanischen Vertreter fĂŒr eine Umschuldung von einem Teil der Schulden, nĂ€mlich um die 60 Milliarden Dollar. Nichts. Ein Mitglied der Regierung erklĂ€rte aber, dass die Zahlungsschwierigkeiten des Landes auf die US-Sanktionen zurĂŒckzufĂŒhren seien. Und PrĂ€sident Maduro hatte unlĂ€ngst eh schon angekĂŒndigt, Schulden „nicht wie vereinbart“ zurĂŒckzahlen zu wollen.

Die Devisenreserven sind mit ca 10 Milliarden US-Dollar fast bei 0 angekommen. Es ist schon bizarr, dass gerade dieses Land mehr Ölreserven hat als Saudi-Arabien. Wie kann es sein, dass in so einem Land die Supermarktregale leer sind? Auch das am schlechtesten wirtschaftende Regime sollte es doch hinbekommen mit so viel Öl das Land zu ernĂ€hren, oder? Anscheinend ist das keine SelbstverstĂ€ndlichkeit. Die Misswirtschaft hat das Land jahrelang dort hingebracht, wo man heute ist. Aber als SĂŒndenbock mĂŒssen die USA herhalten.

Mit Russland hat man sich ĂŒbrigens darauf geeinigt, dass Venezuela umschuldet und zehn Jahre Zeit bekommt 3 Milliarden Dollar abzubezahlen. Den grĂ¶ĂŸten Teil davon muss das Land erst am Ende der Laufzeit begleichen. Das Abkommen hierzu soll morgen unterzeichnet werden. Ein Wink an andere GlĂ€ubiger? Schaut her, lasst euch besser auch auf so einen Deal ein, bevor eure Forderungen ganz wertlos werden? Wie immer bei solchen Staatspleiten gibt es keinen Musterablauf.

Es wird spannend. Wer hat die besseren Nerven? In der Regel haben zahlreiche Profi-GlĂ€ubiger verdammt gute Nerven, und viel Zeit. Venezuela hat gar keine Zeit. Aber nochmal: Wieso bekommt man es dort nicht hin aus dem Ölreichtum etwas zu machen? Die Saudis haben es ja auch hinbekommen. Was nun? Infos haben die GlĂ€ubiger aktuell ja keine bekommen, wie Venezuela sich den weiteren Ablauf vorstellt. Möglich sind wie gesagt Ă€hnlich wie bei Russland VorschlĂ€ge an GlĂ€ubiger, Zahlungsziele zu verlĂ€ngern, Zinszahlungen zu stunden etc.


PrÀsident Nicolås Maduro. Foto: Tasnim News Agency / Wikipedia (CC BY 4.0)

12 Kommentare

12 Comments

  1. Rainer Köhler

    14. November 2017 17:50 at 17:50

    Was genau können die Profi-GlĂ€ubiger ausrichten? Ich denke eher, dass die sich gewaltig verzockt haben. Venezuela wird allem voran aus ideologischen GrĂŒnden versuchen US-GlĂ€ubiger zu prellen. Weiterhin stand China bisher immer hinter Venezuela, was mglw. der Grund ist, warum sich das politische System hĂ€lt. Staatspleiten mĂŒssen nicht immer wie in Argentinien ablaufen.

    • Schröder

      15. November 2017 09:00 at 09:00

      Was genau können die Profi-GlÀubiger ausrichten?
      Das studieren Sie mal am Beispiel Argentinien! Ein Profi-GlÀubiger wie Paul Singer, der Argentinien in die Ecke getrieben hat, verzockt sich auch nicht! Er verfolgt seine Interessen, sicher nicht immer erfolgreich, aber oft.
      Ich bin auch GlĂ€ubiger Venezuelas! Ich kann nur sagen, die am 2.11 fĂ€llige Tilgung fĂŒr die PDVSA-Anleihe wurde geleistet. Das Geld ist auf meinem Konto, wenn auch mit 14 Tagen VerspĂ€tung. Was jetzt noch aussteht, sind vergleichsweise geringe Zinsen fĂŒr einige Anleihen.

  2. Columbo

    14. November 2017 18:12 at 18:12

    Meine geheimen Quellen sagen, daß Janet Yellen😍Notenbankchefin von Venezuela wird.😊

    • Michael

      14. November 2017 19:48 at 19:48

      Mit @Gerd als engstem Berater… 😉

  3. frank

    14. November 2017 19:00 at 19:00

    super, vielen Dank fĂŒr den Beitrag. Sehr spannend gerade was dort statt findet. Ich darf folgendes ergĂ€nzen:

    Venezuela hat sehr viele USD-Bonds, fast alle Schulden laufen in USD. Die kann man kaufen, sogar als Kleinanleger. Es gibt direkte Staatsanleihen und Anleihen vom Ölkonzern PDVSA, also Unternehmensanleihen mit Staatsanleihencharakter, da PDVSA ein reiner Staatskonzern ist. Goldman Sachs hat u.a. PDVSA Anleihen gekauft, damals zu einem Kurs von 30. In den letzten Tagen geht die Post ab bei den Kursen. Letzten Freitag, stĂŒrzten die Anleihen auf nur mehr 20, dann gab es eine kurze Erholung auf 30 und heute wieder ein Absturz. Jetzt kann man fĂŒr 20 bis 25 kaufen.

    Ich bin der Meinung, dass das Risiko bei solchen Kursen ĂŒberschaubar ist. Selbst bei einer Pleite, wird es irgendwann Restquoten fĂŒr die GlĂ€ubiger geben. Auch Argentinien Bonds hatten noch einen gewissen Wert. Zumal Venezuela die grĂ¶ĂŸten Ölreserven der Welt hat und somit locker in der Lage wĂ€re seine Schulden zu bezahlen. Einfach unglaublich, wie der Sozialismus ein eigentlich sehr reiches Land dahinrafft. Das sollten sich alle linken Utopisten genau anschauen, die immer noch glauben dass Sozialismus und Kommunismus funktionieren könnten, aber das nur nebenbei…

    Anbei ein paar Anleihen, kann man bei jedem Anleihen-Finder leicht finden:
    USP97475AP55
    USP97475AN08
    USP7807HAV70
    USP7807HAT25
    USP7807HAP03
    USP7807HAR68
    USP7807HAQ85
    USP7807HAM71
    XS0217249126

    • Gerd

      14. November 2017 19:31 at 19:31

      Jetzt könnte ich ja klugscheißerisch empfehlen, die sollen doch einfach ein paar FĂ€sser Öl mehr raushauen – drĂŒckt zwar vorĂŒbergehend auf den Preis, aber egal – und mit den Zusatzerlösen ihre eigenen Anleihen zum Kurs von
      um die 30% zurĂŒckkaufen.
      Auf die Art und Weise winden sie sich aus dem Prozess des Insolventseins heraus, werden von den Ratingagenturen wieder hochgestuft und können alsdann neue Anleihen rausgeben zu 100%.

    • jora

      14. November 2017 19:42 at 19:42

      Der Fehler im System ist nicht der Sozialismus oder der Kommunismus!
      Sondern der von SĂŒnde (Egoismus, Gier, Neid, Streitlust usw. ) durchtrĂ€nkte Mensch.

    • Lausi

      14. November 2017 19:43 at 19:43

      Das hat doch nichts mit Sozialismus oder Kommunismus zu tun, eher mit Korruption und fehlender Demokratie! Der Kapitalismus ist fĂŒr mich nun auch nicht das Gelbe vom Ei, insbesondere in seiner heutigen AusprĂ€gung. FrĂŒher oder spĂ€ter wird auch dieser gegen die Wand fahren, und dann ist es Zeit fĂŒr neue Utopien 🙂

  4. frank

    14. November 2017 19:10 at 19:10

    Neben der sehr spannenden Zeit fĂŒr Investoren, hat Venezuela natĂŒrlich auch eine weltpolitische Dimension und fĂŒr die Bevölkerung geht es ums nackte Überleben. Das ist einfach nur traurig. Es mag sein, dass Venezuela aktuell den USA den schwarzen Peter zuschiebt, aber so ganz unrecht haben sie damit auch nicht. Die Rolle die die USA in SĂŒdamerika und insbesondere in Venezuela spielt, sollte nicht unterschĂ€tzt werden. Seit jeher mischt die USA krĂ€ftig in SĂŒdamerika mit und hat schon zahlreiche Regierungen weggeputscht die nicht ins Weltbild passten und schlimmste Diktaturen unterstĂŒtzt. Massaker und dutzende Morde an politischen Gegnern an politischen Gegnern, all das spielt hier mit eine Rolle. Auch Russland und China spielen hier mit und unterstĂŒtzen das ehemalige sozialistische Brudervolk.

  5. frank

    14. November 2017 19:18 at 19:18

    fmw, wie schÀtzt ihr das Risiko bei den Bonds ein?

  6. Steve

    14. November 2017 23:08 at 23:08

    Der Punkt „amerikanische Sanktion“ kommt zu kurz . schon denkbar das auch der reichste ölstaat durch gezielte Aktionen in Schwierigkeiten zu geraten

  7. Billy

    2. Dezember 2017 11:36 at 11:36

    default status. Finger weg !
    Totalverlustrisiko.

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Mr. Dax Dirk MĂŒller: Es geht nicht um Zölle, es geht zwischen den USA und China um die Voherrschaft in der Welt!

Eine alte Weisheit unter Historikern lautet: der Handelskrieg ist stets ein Vorbote fĂŒr den „echten“ Krieg..

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Eine alte Weisheit unter Historikern lautet: der Handelskrieg ist stets ein Vorbote fĂŒr den „echten“ Krieg. Faktisch werden sich die beiden WeltmĂ€chte einen „echten“ Krieg nicht leisten können angesichts des jeweiligen Vernichtungspotentials – aber eines wird immer klarer: der Trump-Administration geht es zwar auch um Zölle, aber es geht ihr vielmehr darum zu verhindern, dass China zur dominanten Weltmacht aufsteigt!

Daher die immense Erhöhung des US-MiliĂ€rbudgets, dessen Mittel vorwiegend dort eingesetzt werden, wo es gilt, China strategisch in Schach zu halten. China wolle, so ein vorgerstern vorgelegtes Papier des Weißen Hauses, zur dominanten Weltmacht aufsteigen und bediene sich dabei krimineller Methoden. Dieses Papier ist die theoretische Grundlage dafĂŒr, wie die USA dieses Streben zur Vormacht Chinas unterbinden mĂŒssen – und können.

Daher sind Zölle nur der Auftakt fĂŒr einen Kampf um die Vormachtstellung in der Welt – und die Amerikaner wissen, dass ihnen fĂŒr diesen Kampf die Zeit weglĂ€uft, weswegen sie schon jetzt militĂ€rische Tatsachen schaffen mĂŒssen, indem sie ihre strategische Dominanz im sĂŒdpazifischen Raum ausbauen und damit die Versorgungswege Chinas (vor allem durch die Straße von Malakka, ĂŒber die ca. 80% des chinesischen Energiebedrafs transportiert wird) kontrollieren können.

Aus unserer Sicht liegt daher „Mr. Dax“ Dirk MĂŒller mit seiner EinschĂ€tzung völlig richtig – wĂ€hrend die FinanzmĂ€rkte noch von einer schon irgendwie möglichen Vereinbarung zwischen den USA und China trĂ€umen:

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Aktuell: Trump kĂŒndigt 20% Zoll auf alle europĂ€ischen Autoimporte an – Dax und Autotitel verlieren

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Donald Trump macht weiter im Handelskrieg. Ganz frisch droht er via Twitter: Die EU habe die großartigen Firmen und Arbeiter in den USA schon zu lange belastet mit Zöllen und Handelsschranken. Wenn diese nicht beseitigt wĂŒrden, werden die USA 20% Importzoll einfĂŒhren auf alle Autoimporte aus der EU. Und am Ende noch seine Aufforderung an die EuropĂ€er: Baut eure Autos hier bei uns in den USA! So einfach ist also die Lösung. Machen wir doch unsere Fabriken dicht, und produzieren alles in den USA, was die Amerikaner benötigen. Das Leben kann so einfach sein!

Der Dax (Auto-lastiger Index) fÀllt aktuell um 67 Punkte auf 12.500. Der Euro fÀllt um 20 Pips. Die Aktie von Volkswagen rutscht auf einen Schlag um 2 Euro auf 148 Euro. Daimler verliert 70 Cents auf 57,06 Euro. BMW verliert 1 Euro auf 79,50 Euro.

Donald Trump
Donald Trump. Foto: whitehouse.gov

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Griechenland kriegt zum Abschied vom ESM nochmal ordentlich Bares auf die Hand

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Griechenland verlĂ€sst wie erwartet planmĂ€ĂŸig das Hilfsprogramm der Eurogruppe und des Rettungsschirms „ESM“. Die letzte Rate von fĂ€lligen 15 Milliarden Euro wird von dort aus an Griechenland ausgeschĂŒttet. Damit hat Athen die gesamten 86 Milliarden Euro des „Rettungsprogramms“ erhalten. Es floss immer nur in Tranchen, weil die Europartner immer erst sehen wollten, ob Griechenland auch wirklich die vereinbarten Reformen umsetzt.

Und offenbar ist man mit der Umsetzung von Reformen zufrieden. Von den jetzt zu ĂŒberweisenden 15 Milliarden Euro sollen 5,5 Milliarden Euro direkt benutzt werden um Altschulden zurĂŒckzuzahlen (also die klassische Dauer-Umschuldung). 9,5 Milliarden Euro sollen auf ein Sonder-Konto fließen, wo die griechische Regierung eine weitere Cash-Reserve (fĂŒr schlechte Zeiten) anlegen soll. Insgesamt verlasse Griechenland jetzt den Rettungsschirm der Europartner mit einem (so die Eurogruppe im Wortlaut) „beachtlichen Cash-Polster“ in Höhe von insgesamt 24,1 Milliarden Euro.

Mit diesem Polster sei es der griechischen Regierung möglich auch nach Ende des Hilfsprogramms ab August alle finanziellen Notwendigkeiten (immer wieder auslaufende Schulden zurĂŒckzahlen) fĂŒr die nĂ€chsten 22 Monate zu stemmen. Dies bedeute eine immense Sicherheit gegen jedwede Risiken, so die Eurogruppe in ihrer heutigen Veröffentlichung.

Damit ist klar: Man entlĂ€sst Griechenland nicht einfach nur aus dem Programm. Nein, man weiß auch: Selbst wenn die Griechen ab August am freien Kapitalmarkt wenig bis gar nichts alleine hinbekommen, haben sie immer noch die nĂ€chsten zwei Jahre genug Luft (Cash), so dass erst einmal aus finanzieller Sicht Ruhe in Athen ist – also bis Sommer 2020. Aber wer weiß schon, was in den nĂ€chsten Monaten passiert? Kommen die Griechen auf die Idee mit diesem Geldberg Wohltaten zu verteilen? Spontane Rentenerhöhung, Wiederanhebung der GehĂ€lter im Staatsdienst? Da ist ja alles möglich!

Erwartungen an Griechenland

Damit ist die ganze Sache aber nicht erledigt. EU-Finanzkommissar Pierre Moscovici sagte gestern Abend doch allen Ernstes, dass die griechische Krise ab sofort vorbei sei. Die Schulden hat Griechenland jetzt erst einmal, und es geht darum, ob und wie Schuldenerleichterungen umgesetzt werden. Dazu gibt es aktuell konkretere Aussagen. Es wird zehn Jahre spĂ€tere RĂŒckzahlungen bei Zins und Tilgung Ă€lterer Kredite geben. Und Griechenland wird Zinsgewinne, welche die Europartner durch griechische Schulden machten, von ihnen zurĂŒckĂŒberwiesen bekommen. Alleine Deutschland hatte (so die Auskunft der Bundesregierung an die GrĂŒnen) seit 2010 fast 3 Milliarden Euro Zinsgewinn mit Griechenland gemacht. Olaf Scholz zeigte sich jetzt bereit einen Teil der Gewinne abzufĂŒhren – ob nur zukĂŒnftige oder auch alte, ist unklar.

Eurogruppe sowie IWF bestĂ€tigen, dass seitens des IWF keine Beteiligung an GeldflĂŒssen Richtung Athen stattfindet (das klang von Wolfgang SchĂ€uble Richtung Bundestag doch mal anders?). Laut EU-Kommission hat Griechenland allein in den vergangenen drei Jahren 450 Einzelmaßnahmen umgesetzt (Reformprozess). NatĂŒrlich erhoffen sich die Kreditgeber, dass das Land sich weiter modernisiert. Ob das ohne Kontrolle der Partner wirklich funktioniert?

Probleme nicht gelöst

Die Grundprobleme sind nicht gelöst. Eurogruppe, Griechenland und EU-Offizielle klopfen sich aktuell gegenseitig auf die Schulter. Griechenland habe es geschafft, das Land verlasse das Programm. Das bedeutet konkret aber nur, dass Griechenland aktuell keine weiteren Kredite von der Eurogruppe aufnimmt (bisher flossen 250 Milliarden Euro). Die frischen Kredite kommen ab August vom freien Kapitalmarkt. Das Land hat Schulden in Höhe von 180% zum Bruttoinlandsprodukt. Die griechischen Banken haben fast 50% notleidender Kredite in ihren BĂŒchern – also Kredite, deren Raten nicht bezahlt werden. Wie man sich davon strukturell erholen soll, ist unklar. Und man bedenke: Wir (die EuropĂ€er) befinden uns derzeit womöglich im absoluten Höhepunkt des Konjunkturzyklus. Geht es bergab, wird auch Griechenland das zu spĂŒren bekommen. Aber man hat ja erstmal ein „kleines“ Cash-Polster.

Flaggen von Griechenland und EU
© European Union, 2017 / Source: EC – Audiovisual Service / Photo: Mauro Bottaro

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