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Giovannie Cicivelli Tradingchancen

Europa

Verarbeitendes Gewerbe: Anstieg ist doch kein Anstieg

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Laut Statistischem Bundesamt sind die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Oktober um 0,3% gestiegen im Vergleich zum Vormonat. So lautet auch die Headline der Nachricht, und so läuft sie auch heute früh über die Ticker. Für den Vormonat gibt es ein Plus von 0,1%. So weit, so gut.

Oder doch nicht? Wir haben diese Praxis der Statistiker schon mal angeprangert, und tun es heute erneut. Auch im Detailtext der Nachricht gehen sie nur auf die positiven Zahlen im Monatsvergleich ein. Interessant hierbei ist zum Beispiel, dass das Plus nur durch die Auslandsnachfrage zustande kommt, die um 2,9% höher ausfällt. Die Aufträge aus dem Inland sinken um 3,2%.

Aber kommen wir doch mal zum Problem. Ob die Konjunktur tendenziell nach oben oder nach unten zeigt, kann man in Vergleichen von einem auf den nächsten Monat fast unmöglich erkennen, da es immer wieder starke saisonale Schwankungen gibt (Übergänge der Jahreszeiten, Ferienzeiten etc). Wirklich sinnvoll sind nur Vergleiche mit dem selben Monat im Vorjahr, also Oktober 2017 zu Oktober 2018.

Hier spielen nämlich saisonale Schwankungen keine Rolle. Der Vergleich ist sinnvoll. Und siehe da, die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe sind im Jahresvergleich im Oktober um 2,7% rückläufig. Im September waren es im Jahresvergleich -2,6%. Möchte da jemand beim Statistikamt die Lage etwas „rosiger“ darstellen als sie es in Wirklichkeit ist? Nein, wir wollen an dieser Stelle keine billige Verschwörungstheorie aufstellen. Denn schließlich wurde der Rückgang im Jahresvergleich ja auch erwähnt.

Aber nur sehr passiv. Headline und der gesamte Detailtext der Meldung drehen sich nur um den Monatsvergleich. Etwas komisch wirkt diese Fixierung auf relativ nutzlose Vergleichszeiträume schon. Die folgende Grafik reicht zurück bis ins Jahr 2010. Am Ende sieht man in hellblau die Auslandsaufträge, die den Schnitt (rot) noch akzeptabel da stehen lassen. Die Inlandsaufträge in dunkelblau gehen schon klar nach unten.

Verarbeitendes Gewerbe

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Europa

Schreckgespenst Rezession – müssen wir uns Sorgen machen?

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Die Hiobsbotschaften für die deutsche Konjunktur hören nicht auf – heute wieder ein schwacher ifo Index, der Rezessionssorgen schürt. An welchem Punkt des Konjunkturzyklus stehen wir tatsächlich, wie funktioniert das System? Einschätzungen von Michael Bloss:

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Europa

Aktuell: ifo Index schwächer als erwartet, Talfahrt der Industrie geht weiter, „Wirtschaft verliert weiter an Kraft“

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Der ifo Index (April) ist mit 99,2 etwas schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war 99,9; Vormonat war 99,6, das war damals der erste Anstieg seit sechs Monaten!).

Schwach wieder die Industrie, Dienstleistugn dagegen verbessert (allerdings wird der Dienstleistungssektor erst seit April 2018 in die Berechnung mit einbezogen!)

Dazu das ifo: „Wirtschaft verliert weiter an Kraft“

 

 

Die Geschäftserwartungen liegen bei 95,2  (Prognose war 96,0; Vormonat war 95,6)

Die Einschätzung der aktuellen Lage liegt bei 103,3  (Prognose war 103,6; Vormonat war 103,9).

 

ifo-Chef Clemens Fuest
Von Institut der deutschen Wirtschaft Köln – Flickr: Wissenschaftliche Round-Table-Jahrestagung 2012, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=32259341

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Europa

Italien: Industrieaufträge brechen weiter deutlich ein

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Aus Italien hört man derzeit wenig gute Nachrichten. Gestern hörte man zum Beispiel, dass die Nachfrage der Konsumenten nach Autos bei unseren südlichen Nachbarn deutlich nachlässt. Heute nun gibt es mal wieder schlechte Nachrichten zur italienischen Industrie.

Erneut liegen die Aufträge für die Industrie in Italien deutlich im Minus. Die aktuellsten Daten von heute stammen aus Februar. Laut der offiziellen Statistikbehörde ISTAT ist es im Jahresvergleich ein Rückgang um 2,9%. Bei Aufträgen aus dem Inland ist es ein Plus von 0,6%, bei Aufträgen für die italienische Industrie aus dem Ausland sind es -7,7%. Selbst im Monatsvergleich von Januar zu Februar sind es kräftige -2,7% bei den Gesamtaufträgen, wobei Monatsvergleiche aufgrund saisonaler Schwankungen immer mit Vorsicht zu genießen sind.

Die Industrieproduktion steigt noch um 1,3%, aber davon kann man sich schon nichts mehr kaufen als Börsianer oder Ökonom. Denn es geht um die Zukunft, und da sehen die nächsten Monate düster aus für die Industrie, wie auch in Deutschland.

Der Chart zeigt die Industrieaufträge in Italien seit 2012. Daher wirken die Abstürze der letzten Monate am Ende des Charts nicht so gravierend. Sie sind es aber!

Italien Industrieaufträge

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