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Verbot von CFDs und Forex in Belgien? Staatliche Heuchelei?

Belgien will den Handel von CFDs und Forex für Privatkunden verbieten! Zum Schutz der Kunden? Eher nicht – es geht um handfeste finanzielle Interessen!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Von Stefan Kasper-Behrs

Wer hätte gedacht, dass es so schnell gehen kann!
Male ein Gespenst (den bösen Börsenzocker) an die Wand, dazu einen schlimmen Finanzausbeuter (den raffgierigen Broker/Banken die OTC-Geschäfte anbieten) – und schon ist die Angst der Bevölkerung so groß, dass man diese Geschäfte für den Privatkunden durch den Staat einschränken kann.

So geschehen in Belgien. Ab dem 18 August darf keinem belgischen Bürger mehr Forex oder CFDs im OTC-Markt (over the counter) angeboten werden. Der angebliche Sinn dahinter: Schutz des Kunden.
Futures darf der Kunde natürlich weiterhandeln, obwohl hier in der Regel über 90% der Privatkunden kein Geld gewinnen, sondern verlieren. Wo ist da die Logik?

Um den Zusammenhang zu verdeutlichen, hier ein Beispiel aus der Vergangenheit, die sich jetzt offenkundig wiederholt:
Ich kann mich noch gut daran erinnern als 2008 der Verkauf von Real Madrid-Trikots in einigen Karstadt-Filialen in Deutschland wegen der darauf stehenden Bwin Werbung verboten wurde.
Hier mal eine Begründung vom 08.02.2008 des damaligen Pressesprecher Lotto Berlin, Thomas Dumke, in der Welt. Dumke sagte in der damaligen Stellungnahme, dass die Bürger vor der Spielsucht geschützt werden müssten (Spielsucht-Prävention) und dass der Staatsvertrag zu diesem Schutz beitrage. Hier das Interview:http://www.welt.de/regionales/berlin/article1650363/Wer-Toto-spielt-muss-sich-ausweisen.html

Es gibt noch viele solcher Angstmacher-Darstellungen. Was absolut klar ist, dass die Spielsucht eine schreckliche Krankheit ist und dass man diese Krankheit nicht von der Politik für andere Zwecke missbrauchen sollte!

2006 konnte ich noch problemlos eine Sportwette abgeben. Wie z.B. FC Bayern München gegen einen Viertligisten. Ein klares Ergebnis, welches sehr risikoarm war. Damals habe ich für einen Sieg auf die Bayern bei einer Quote von 1,02 für 1000 EUR = 1020 Euro bekommen. 2% Rendite in 90 Minuten ohne großes Risiko und dazu noch steuerfrei! Ich hätte aber auch von meinem Gewinn ohne Murren Steuern gezahlt!

Am 09.08.2016 möchte ich nun eine Wette platzieren. Ich suche mir eine möglichst risikoarme Wette aus. Olympische Spiele Rio 2016
Australien gegen Simbabwe um 21.00 Uhr, Frauenfußball. Quote 1,02, klarer Favorit ist Australien. Aber dann bekomme ich die Meldung:
„Diese Wette wird heute nicht mehr angenommen“. Ich solle bitte mehr Risiko eingehen! Wie bitte?

Aber was ist denn mit dem Staat, der mich doch angeblich vor Spielsucht schützen soll? Am Ende nämlich ist es jetzt der Staat, der mich in eine riskantere Wette drängt! Wieso? Weil der Staat durch die Regulierung nun vorab eine Steuer von 5% auf den Wetteinsatz vereinnahmt und deshalb risikoarme Wetten nicht mehr funktionieren.

In meinem Fall hätte ich damals 2% gewonnen und heute bei der gleichen Wette ein Verlust von 3,1%. Dank an die deutschen Politiker!
Kommen wir zurück zu unseren belgischen Freunden, wo ab dem 18.08.2016 keine CFD’s oder Forex- Banken/Broker mehr Werbung für diese Produkte machen dürfen.

Übrigens ist das aus meiner Sicht nur der Anfang! Es wird vermutlich in naher Zukunft Frankreich nachziehen! Aber was ist mit Deutschland? Am 11.08.2016 rufe bei der BaFin an und frage wegen einem drohenden Werbeverbot nach. Ich wurde an das Referat Wa 26 (ist unter anderem für OTC-Geschäfte zuständig) weitergeleitet. Ein freundlicher Mitarbeiter der BaFin begrüßte mich. Ich erklärte ihm mein Anliegen, doch zu meinem Erstaunen wusste dieser Mitarbeiter von nichts. Er versicherte mir dass solch ein Verbot, seines Wissens nach, von der BaFin nicht geplant ist. Am Ende des Gesprächs bat er mich, ob ich ihm dieses Schreiben der belgischen Aufsicht zukommen lassen könnte. Was ich natürlich tat, denn ich helfe dem BaFin immer gern..

Wie sehen das die Broker und Banken?

Am 11.8.2016 kontaktierte ich eine Bank, die auch CFD’s und Forex anbietet, und fragte nach, wie sie die belgische Verordnung interpretieren. Man teilte mir mit, dass die Rechtsabteilung der Bank zurzeit mit der belgischen Aufsicht in Kontakt stehe und aktuell keine konkrete Stellungnahme abgeben könne. So wie es auf den ersten Blick aussieht, ist der Vertrieb verboten, aber das könnte man schnell auch als generelles Verbot interpretieren. Wums! Generelles Verbot von OTC-Geschäften in Belgien? Das wäre in der Tat der Hammer! Denn viele Leute sichern so ihre Fremdwährungskredite und Aktiendepots ab – auch in Belgien.
Es tummeln sich viele schwarze Scharfe am Markt, die trotz Europäischer Finanzlizenz ihr Unwesen treiben können. Da stellt sich die Frage, ob es mehr Sinn macht, einfach bestimmte Produkte zu verbieten – oder ob es nicht eher ratsam wäre, die anbietenden Unternehmen strenger zu kontrollieren bzw. deren Lizenz einzuziehen!

Worum geht es wirklich? Das zeigt ein Blick auf Frankreich und Belgien:

a) Frankreich

Finanzsteuer geringer als erwartet: Der französische Staat nimmt mit der Finanztransaktionssteuer über 60% weniger ein als erwartet, weil viele Anleger die Belastung durch CFD’s vermeiden können. Seit 2012 erhebt der Französische Staat eine Steuer auf alle Aktienkäufe von französischen Gesellschaften, die einen Börsenwert von mindestens einer Milliarde Euro aufweisen. Dies betrifft ca. 130 Wertpapiere derzeit. Die Steuer liegt bei 0,2% des Aktienwertes. Durch diese Steuereinführung ist das Volumen dieser Aktien bereits im ersten Jahr nach Einführung der Steuer mit über 25% deutlich zurückgegangen – und das ging Jahr für Jahr so weiter!

b) Belgien

Der belgische Staat verlangt eine Börsenumsatzsteuer von 0,17 % bei Kauf/Verkauf belgischer oder ausländischer, börsennotierter Aktien, Anleihen und anderer Wertpapiere. Auch hier kann man mit Aktien-CFD’s die Steuer legal einsparen.

Also liegt das Interesse des Staats klar auf der Hand: Es geht hier nicht um den Schutz der Kunden, sondern vielmehr um die dringend benötigten Mehreinnahmen des Staates! Leider wieder zu Lasten der normalen Bürger, denn die Oberschicht wird Mittel und Wege finden, auch diese Steuer zu umgehen.

Offizielle Bekanntmachung des Verbots in Belgien: http://www.fsma.be/en/Site/Repository/press/div/2016/08-08_banning.aspx

11 Kommentare

11 Comments

  1. Avatar

    KSchubert

    12. August 2016 13:05 at 13:05

    Sehr interessanter Artikel – Vielen Dank!

    Ich bin mal so dreist und trete – vermutlich – eine kleine Lawine los: Also ich würde mich dafür stark machen, dass Binäre Optionen verboten oder stark eingeschränkt werden, weil in diesem Bereich Versprechungen gemacht und Illusionen erzeugt werden, die

    a.) vollkommen an der Realität vorbeigehen (Verhältnis von Rendite und Aufwand)

    b.) es ein Zockerprodukt ist, welches ungleich mehr als CFD/Forex einem Glücksspiel gleicht.

    Na, da bin ich ja mal gespannt, ob es darauf Reaktionen gibt :-)

    • Avatar

      stock2double

      12. August 2016 13:58 at 13:58

      Meine volle Zustimmung in beiden Punkten.

    • Avatar

      traderX

      13. August 2016 21:13 at 21:13

      interessant , interessant..
      ich habe ein interessantes spektakel gewagt und mich bei einem CS job eines binary brokers zu bewerben.. haelfte des teams shady israelies und der job hoelle .. cold calling und agressiv deposit pushing fuer viele ziellaender.. in prag neues buero naehe museum ….

      • Avatar

        Signaltrader

        14. August 2016 09:17 at 09:17

        Drehen Sie ein Video undercover und dokumentieren alles mit Ross & Reiter.
        Die Tarnnamen und realen Identitäten der Telefondrücker … sorry „Account Mananger“ nicht vergessen. Diese Leutchen selber sind meist arme Würstchen – werden aber als Zeugen gebraucht. Alle verfügbaren Daten und IP-Adressen ect. von deren Servern sicher stellen.
        Damit kommen Sie entweder als Bestsellerautor groß raus oder lassen sich Ihr wohlwollendes Schweigen bezahlen. Die von Ihnen geschilderten Zustände sind bei 95% aller Broker – egal wo „reguliert“ – mehr oder weniger Alltag und Realität.

  2. Avatar

    Gordon Buffett

    12. August 2016 15:01 at 15:01

    Mal wieder ein klasse Artikel. Liest man sonst nirgends! Finanzmarkt-Team Hut ab!

    Binäre Option sind wirklich abzocke, aber wie im Bericht schon geschrieben, sollte man diesen Unternehmen den Garaus machen!
    Bald wird her Schäuble auch auf die Idee kommen, weil die Transaktionssteuer macht aus seiner Sicht ja nur Sinn wenn CFD’s verboten werden.
    Ab dann nur noch Long und bei der Hausbank für 1% Gebühren.

  3. Avatar

    Signaltrader

    12. August 2016 17:06 at 17:06

    ENDLICH WIRD HIER MAL ERMITTELT UND VERHAFTET – 4xp & co.
    Auf Betreiben und init den französischen Behörden geht die Justiz in Israel erstmalig gegen Brokerfirmen vor. Dabei wird in dem unten zitierten Beitrag klar von Geldwäsche und organisierter Kriminalität und internationalen Strukturen gesprochen. Erste Verhaftungen sind erfolgt.
    Für Geschädigte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das von besonderem Interesse.

    Wurden doch auch die ehemaligen Drahtzieher und Hintermänner der Firma 4xp ermittelt und teilweise festgesetzt. Der Broker 4xp ist in 2014 mit geschätzt – mind. 12 Millionen Euro Kundengeld aus den DACH-Staaten schlicht „verschwunden“. Webseite und Support eingestellt – und weg.

    Die Daten der betreffenden Betrüger von 4xp (ausnahmslos Israelis mit russischer Abstammung) sind in Deutschland bereits in 2013 von Geschädigten an die Behörden übermittelt worden.

    Statt – wie aktuell die Franzosen – in Israel direkt aktiv mit den dortigen Behörden – gegen diese Kriminellen vorzugehen – bleibt Justitzia in Deutschland diesbezüglich Jahre komplett inaktiv?
    Möglicherweise hat Justitzia in Deutschland Probleme weil es sich um Israelische Staatsbürger handelt? Political Correctness ohne jedes Maß scheint auch hier eine Rolle zu spielen?

    Stattdessen werden Webmaster, Affiliates und Entwicker von Tradingtools – die genau so von 4xp geschädigt und betrogen wurden – mit aberwitzigen Begründungen und sinnlosen Kosten für den Steuerzahler verklagt.

    Spannend ist nunmehr wie sich Geschädigte aus Deutschland als Zeugen, Nebenkläger usw. einbringen können? Welche Rechtsmittel im Rahmen der Europäischen Verträge gibt es um die Initiative der französischen Behörden mit zu nutzen und zu unterstützen? Das sollte zeitnah geschehen. So lange pfändbares Privat und Firmenvermögen noch nicht verschoben wurde. Die betreffenden Betrüger sind nicht mittellos, im Gegenteil, und aktuell in weitere Firmen investiert. Die gleiche Masche als Pseudobroker und Binary Porions – im neuen Gewand unter verschiedenen Labels.

    Auch zu genau zu beleuchten wäre die Rolle der Commerzbank die für 4xp als Zahlstelle in Deutschland agierte und die Kundengelder in Empfang nahm. Es sollte erklärt werden warum die 2. größte Geschäftsbank in Deutschland nichts „gemerkt“ haben will – zum Beispiel von gefälschter Regulierung von 4xp – angeblich nach englischem Recht, in GB? Oder – warum NACH dem Betrug von 4xp – die Commerzbank heute immer noch als Zahlstelle für dubiose Auslandsfirmen, Broker und Binary Options-Plattformen fungiert und Geschäftskonten für selbige „Unternehmen“ führt? „Gerettet“ wurde die CoBa nicht zuletzt anteilig auch von den 4xp-Geschädigten.

    Neben den juristischen Möglichkeiten wäre auch zu bedenken die Medien wirksam einzubeziehen um auch in Deutschland den Blick der Behörden nachhaltig auf diesen Sachverhalt zu lenken und ausreichend verweilen zu lassen?

    http://financefeeds.com/israeli-police-collaborate-with-french-regulator-15-fx-company-directors-under-criminal-investigation/

    (den Link ggfls. in Bwowser kopieren und bei Bedarf Übersetzungstool nutzen)

    Beste Grüße & gute Trades

  4. Avatar

    Hallo, interessanter Beitrag.

    Ich handel selbst seit vielen Jahren aktiv Futures. CfD’s und vor allem Binäre Optionen werden tatsächlich in den meisten Fällen vermarktet, um die Eintrittsschwelle ins vermeintliche Tradingglück so niedrig wie möglich zu gestalten und Kunden abzuzocken.

    Jeder halbwegs vernünftige Mensch kommt heute sehr schnell an die Infos, die er braucht, um sich in diese Richtung zu schützen. Einfach mal die eigene Faulheit, Naivität und Gier ausschalten und losgoogeln. Das Internet raubt den Leuten die Ausreden.

    Auf alle Fälle ist es in meinen Augen tatsächlich mal wieder die totale Heuchelei der Politik. Denn der Schutz des Bürgers ist hier zu 99% nicht das wahre Anliegen des Hohen Hauses. Schon eher die entgangenen Gewinne aus der Börsensteuer. Dieser Behauptung des Autors schließe ich mich ohne mit der Wimper zu zucken an.

    Wieso ist es eigentlich in Europa erlaubt, dass eine einzelne Person über 80 Mio in einer Lotterie gewinnen darf?

    Vielleicht wäre es vernünftiger, hier anzusetzen, wenn es der Politik wirklich nach dem Schutze ihrer Bürger dürstet…oder EU Außengrenzen vernünftig sichern, wäre auch ein guter Ansatzpunkt.

    Einen schonen Grüß vom Binären Optionen Trader…

    ALter 4 Jahre, Nettorendite p.a. über die letzten 10 Jahre 860% und dein Enkel kann das auch lernen, und zwar in nur 2 Tagen! Jetzt sofort kostenloses Konto und 500 Euro Funding Gutschein bei deinem Binären Optionen ‚Broker‘ des ‚Vertrauens‘ sichern ;)

    Danke und Tschüss

  5. Avatar

    Alexander Icke

    30. September 2016 21:09 at 21:09

    Das kommt davon wenn Idioten Politik machen … :(

    • Avatar

      FR

      1. Oktober 2016 08:17 at 08:17

      Es wird auch im Falle von Einschränkungen legale Lösungen geben.
      Was kommen wird ist die sicher die Steuer um die es ausschließlich geht. Ein, eher unwahrscheinliches, komplettes Verbot bleibt abzuwarten.
      ´Binäre Optionen haben mit Börse wenig und mit systematisch anlegen Null zu tun.
      Betreiber, Programmierer und Gestaltung entstammen dem so genannten Gamingbereich und bedienen Hartgeldtrader.

      Beste Grüße & gute Trades

  6. Avatar

    Claywalker

    18. Oktober 2016 18:12 at 18:12

    Wenn der Staat CFDs verbieten tut, dann schiessen die sich ins eigene Knie, und wäre unfair gegenüber den seriösen Brokern.

    Dem Staat entgehen keine Einnahmen, weil klare Regeln definiert sind. 25% Abgeltungssteuer. Am Jahresende bekommt mein Steuerberater die Unterlagen, und wenn ich tatsächlich Gewinne hatte, der Staat das was ihm zusteht, Punkt.

    Was wollen die den noch mehr?

    • Avatar

      Forex Reporter

      18. Oktober 2016 19:06 at 19:06

      Was sie mehr wollen? – zeitnahe, monatl. Besteuerung und die 100 % Kontrolle wo/wie viel der Schlafmichel die Brötchen hat. Unartige Bürger ohne Geld sind ein kleines Problemchen – mit Geld eine Gefahr.

      Beste Grüße & gute Trades

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Aktien

Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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