Europa

Verbraucherpreise +1,7 Prozent – der große Knall kommt noch!

Verbraucherpreise Symbolbild

Das Statistische Bundesamt hat heute die endgültigen Daten für die Verbraucherpreise im Monat Februar veröffentlicht. Wie erwartet sind es +1,7 Prozent im Vergleich zu Februar 2019. Also, alles eitel Sonnenschein bei den Preisen? Denn der Ölpreis ist kollabiert, und trotzdem steigen die Verbraucherpreise für Kraftstoffe im Februar immer noch um 3,3 Prozent! Den Schnitt auch noch kräftig hoch halten tun die Lebensmittelpreise mit +3,1 Prozent!

Der Knall für die Verbraucherpreise kommt noch

Aber der große Knall, der kommt vielleicht schon in zwei Wochen, wenn für den Monat März die deutschen Verbraucherpreise veröffentlicht werden. Zumindest nach menschlichem Ermessen! Wenn sich nämlich dann der Ölpreis-Absturz am Terminmarkt schon in den Benzinpreisen abgebildet hat, dürfte sich auch die Teuerungsrate bei den Verbraucherpreisen deutlich abschwächen. Oder dauert es noch bis zum Monat April, bis die Terminmarktpreise (seit Januar halbiert!) voll auf die Benzinpreise und somit die endgültigen Verbraucherpreise durchschlagen?

Von 1,42 Euro am 24. Februar ist der Benzinpreis laut benzinpreis-aktuell auf jetzt 1,33 Euro gefallen. Noch hält sich der Absturz an der Tankstelle also in Grenzen. Sehen wir erst in den nächsten Wochen, wie sich der Absturz am Weltmarkt auf die Benzinpreise auswirkt, und wir gehen deutlich Richtung 1 Euro, wie man es munkelt? Sogar EZB-Chefin Christine Lagarde sagte gestern in ihrer PK, dass der fallende Ölpreis ein Problem für die Inflation darstellen werde. Denn man muss es erwähnen – die EZB hat ja (noch) ein Inflationsziel von 2,0 Prozent bei aktuell 1,2 Prozent in der Eurozone. Ob das noch zu halten sein wird, wenn der Öl-Crash den Gesamtschnitt noch weiter nach unten ziehen wird?

Hier einige aktuelle Details zu den Februar-Verbraucherpreisen von den Statistikern im Wortlaut:

Deutlich teurer waren Obst (+9,0 %) sowie Fleisch und Fleischwaren (+8,0 %). Der Preisauftrieb bei Fleisch zeigte sich auch in den vorgelagerten Wirtschaftsstufen. Rückläufig unter den Nahrungsmitteln waren die Preise bei Speisefetten und Speiseölen (-6,5 %). Die Energieprodukte verteuerten sich binnen Jahresfrist um 2,0 %. Im Einzelnen stand den Preiserhöhungen bei Strom (+4,4 %) und Kraftstoffen (+3,0 %) ein deutlicher Preisrückgang beim Heizöl (-10,1 %) gegenüber. Weniger bedeutsam, aber merklich teurer wurden zudem Tabakwaren (+4,3 %) sowie Druckerzeugnisse (+3,6 %).

Inflationsrate ohne Energie und Nahrungsmittel bei +1,5 %

Die Preisentwicklungen bei Nahrungsmitteln und bei Energie wirkten sich im Februar 2020 erhöhend auf die Inflationsrate aus: Ohne Berücksichtigung der Preise für Nahrungsmittel und Energie hätte die Inflationsrate im Februar 2020 nur bei +1,5 % gelegen.

Dienstleistungen verteuerten sich binnen Jahresfrist um 1,6 %

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt erhöhten sich im Februar 2020 gegenüber dem Vorjahresmonat mit +1,6 % etwas schwächer als die der Waren. Die aufgrund des großen Anteils an den Konsumausgaben der privaten Haushalte bedeutsamen Nettokaltmieten verteuerten sich um 1,5 %. Überdurchschnittlich verteuerten sich zum Beispiel Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+4,4 %) sowie die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+3,8 %). Hingegen wirkten sich die Preisentwicklungen im Bildungswesen (-2,3 %) und bei der Telekommunikation (-0,5 %) leicht dämpfend auf die Teuerungsrate aus.



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