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Europa

Verbraucherpreise im Detail: Corona vs Ölpreis-Crash

Claudio Kummerfeld

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Illustration für Verbraucherpreise

Die deutschen Verbraucherpreise für den Monat März wurden heute früh in ihrer endgültigen und ausführlichen Fassung vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht. Im Jahresvergleich steigen sie um immer noch erstaunliche 1,4 Prozent. Dabei hätte man doch eigentlich denken müssen, dass der Ölpreis-Crash die Verbraucherpreise für Benzin und Heizöl derart runterzieht, dass der gesamte Preisschnitt sogar Richtung Null-Linie läuft? Aber nein. Der Gesamtschnitt wird durch steigende Nahrungsmittelpreise „gerettet“, wenn man es so nennen will.

Verbraucherpreise für Nahrungsmittel „retten“ vor dem Ölpreis-Schock

Die Verbraucherpreise für Nahrungsmittel steigen im März im Jahresvergleich um 3,7 Prozent. Hier stiegen insbesondere die Preise für Fleisch und Fleischwaren sowie Obst, jeweils um 8,8 Prozent. Man kann sich jetzt einbilden, dass diese Preissteigerungen für Nahrungsmittel etwas mit der Coronakrise zu tun haben könnten. Aber vorher der Krise gab es in diesem Sektor auch schon anständige Preissteigerungen. Und auf der Gegenseite, bei dem brutal gefallenen Ölpreis der letzten Monate, da hätte man annehmen können, dass die Verbraucherpreise für Ölprodukte deutlich tiefer fallen. Aber kommt das noch im April? Im März jedenfalls fallen die Endkundenpreise für Heizöl im Jahresvergleich um 19,6 Prozent, Kraftstoffe um 3,3 Prozent. Da die Industrie in Deutschland stark runtergefahren wurde, waren jüngst auch die Strompreise deutlich gefallen.

Von daher ist es schon der Hammer, dass die Verbraucherpreise für Strom im März 4,5 Prozent höher liegen als im März 2019. Deswegen sinken die „Energieprodukte“ im Schnitt nur um 0,9 Prozent. Also, der Energiesektor wirkt insgesamt leicht dämpfend auf die Verbraucherpreise, und die Nahrungsmittel halten den Schnitt oben! Und dann schauen wir noch auf Preisfaktoren wie die Pauschalreisen. Sie sinken im Preis um 3,4 Prozent. Kommt es hier in den nächsten Monaten zu weiteren deutlichen Einbrüchen für die Verbraucherpreise, wenn die Reiseveranstalter nach dem großen Neustart der Volkswirtschaften mit Rabatten die Urlauber anlocken wollen? Gut denkbar. Auch sollte man wie gesagt die Möglichkeit im Auge behalten, dass die Benzinpreise im April doch noch weiter fallen, was den Gesamtschnitt im April weiter schwächen könnte.

Verbraucherpreise März im Detail

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Europa

Exporte: Die Stimmung ist prächtig! Alles eitel Sonnenschein?

Claudio Kummerfeld

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Viele deutsche Exporte laufen über den Hamburger Hafen

Die deutschen Exporte sind ein Hort der Glückseligkeit, zumindest wenn man nach den aktuellen Exporterwartungen der deutschen Industrie geht. Heute ganz frisch für den Monat September veröffentlichte Umfragedaten vom ifo-Institut (2.300 befragte Unternehmen) zeigen, dass der Index der Exporterwartungen aktuell bei einem Wert von +10,4 liegt, nach +5,5 im August. Im absoluten Tief der Coronakrise im April war es ein Wert von -49,6. Der Chart, der bis 2014 zurückreicht, zeigt den Verlauf der Erwartungen an die Exporte sehr gut. Das Tal ist in V-Form durchschritten, und die Erwartungen steigen weiter an. Die Stimmung ist so gut wie seit Oktober 2018 nicht mehr. Der Aufschwung der Industrieproduktion in vielen wichtigen Abnehmerländern kommt der deutschen Exportwirtschaft dabei zu Gute, so das ifo-Institut.

Diese prima Stimmung bei den Erwartungen an die Exporte ist schon erstaunlich, so möchten wir anmerken, bei den aktuellen Massenentlassungen bei den Auto-Zulieferern (hier eine kleine Übersicht). Und auch die großen Autohersteller selbst bauen weiter ab, siehe aktuell MAN und Daimler. Hier weitere aktuelle Detailaussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

In der Chemischen Industrie erwarten deutlich mehr Unternehmen im vierten Quartal, dass ihre Exporte zunehmen. Gleiches gilt für die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen. Auch die Automobilbranche rechnet mit Umsatzzuwächsen beim Auslandsgeschäft. Der Maschinenbau hingegen erwartet vorerst keine größeren Sprünge, dort zeigen sich die Unternehmen eher zurückhaltend. Mit deutlichen Einbußen beim Export rechnen die Hersteller von Bekleidung, Lederwaren und Schuhen.

Chart zeigt Erwartungen an die deutschen Exporte

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Europa

ifo Index etwas schwächer als erwartet, aber fünfter Anstieg in Folge

Markus Fugmann

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Soeben hat das ifo Institut den ifo Index für September veröffentlicht:

– ifo Geschäftsklimaindex 93,4 (Prognose war 93,8; Voromonat August war 92,6)

– aktuelle Lage 89,2 (Prognose war 89,5; August war 87,9)

– Erwartungen: 97,7 (Prognose war 98,0; Voromonat war 97,5)

Fünfter Anstieg in Folge beim ifo Index

Dazu ifo in einer Pressemitteilung:

 

„Die Stimmung in den deutschen Chefetagen hat sich erneut verbessert. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im September auf 93,4 Punkte gestiegen, nach 92,5 Punkten im August. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Situation abermals positiver als im Vormonat. Zudem erwarten sie eine weitere Erholung ihrer Geschäfte. Die deutsche Wirtschaft stabilisiert sich trotz steigender Infektionszahlen.

Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Geschäftsklimaindikator merklich gestiegen. Deutlich weniger Unternehmen schätzten ihre aktuelle Geschäftslage schlecht ein. Zudem erwarteten mehr Industriefirmen, dass sich ihre wirtschaftliche Lage weiter verbessern wird. Insbesondere die Elektroindustrie ist optimistisch.

Im Dienstleistungssektor ging der Index hingegen zurück, nach zuletzt vier Anstiegen in Folge. Dies war auf weniger optimistische Erwartungen zurückzuführen. Die aktuelle Lage beurteilten die Unternehmen jedoch als minimal besser.

Im Handel hat sich das Geschäftsklima deutlich aufgehellt. Die Händler waren merklich zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Zusätzlich gehen viele von ihnen von einer weiteren Belebung in den kommenden Monaten aus.

Im Bauhauptgewerbe ist der Index erneut gestiegen. Der Indikator zur aktuellen Lage kletterte auf den höchsten Wert seit März dieses Jahres. Der Ausblick ist weiterhin pessimistisch, aber etwas weniger als im August.“

 

Der ifo Index ist das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer

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Europa

Deutsche Wirtschaft: Einkaufsmanagerindex – Dienstleister schrumpfen, Gewerbe stark

Markus Fugmann

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Soeben wurde der Einkaufsmanagerindex für deutsche Wirtschaft (Markit PMI; erste Veröffentlichung für September) veröffentlicht – einer der zentralen Indikatoren für die deutsche Wirtschaft:

Gesamtindex: 53,7 (Prognose war 54,1; Vormonat war 54,4)

Verarbeitendes Gewerbe: 56,6 (Prognose war 52,5; Vormonat war 52,2)

Dienstleistung: 49,1 (Prognose war 53,0; Vormonat war 52,5)

Kurz zuvor war der Einkaufsmanagerindex aus Frankreich mit 48,5 schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war 51,9)

Dazu kommentiert Phil Smith von Markit, das die Daten erhebt:

 

„Während die aktuellen PMI-Daten zeigen, dass die deutsche Wirtschaft im September insgesamt auf Wachstumskurs geblieben ist, liefen die Trends auf Sektorenebene jedoch zunehmend auseinander. So vermeldete der Dienstleistungssektor erstmals seit drei Monaten wieder Geschäftseinbußen, was bedeuten könnte, dass die Erholung hier wegen der weiter geltenden Abstandsregeln, der starken Verunsicherung in der Wirtschaft und der Ungewissheit der Beschäftigten hinsichtlich der weiteren Jobentwicklung ihren Höhepunkt bereits überschritten haben dürfte. Im Gegensatz dazu erholte sich die Industrie – nicht zuletzt dank der wieder anziehenden Exportnachfrage – weiter im Eiltempo. Produktion und Auftragseingang wiesen hier abermals starke Zuwächse aus, was mit dazu beitrug, dass sich der Stellenabbau verlangsamte. Die steigenden Infektionszahlen decken sich mit der etwas weniger optimistischeren Stimmung im Servicesektor. Demgegenüber konnten die Industrieunternehmen scheinbar jegliche Sorgen hinsichtlich potenzieller Restriktionen im In- oder Ausland abschütteln, sodass die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist hier wieder so positiv ausfielen wie zuletzt vor über zweieinhalb Jahren.”

 

Die deutsche Wirtschaft mit mühsamer Erholung

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