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Europa

Verbraucherpreise Deutschland im Juli: Abgerutscht in die Deflation!

Claudio Kummerfeld

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Löffel mit Geld und Kartoffel als Smyole für Verbraucherpreise

Soeben wurden die deutschen Verbraucherpreise für den Monat Juli als Vorabschätzung veröffentlicht. Sie sinken im Jahresvergleich um 0,1 Prozent nach +0,9 Prozent im Juni (Erwartung für heute lag bei +0,2 Prozent). Im Monatsvergleich ist es ein Minus von 0,5 Prozent. Die Jahresrate ist im Minus. Ein Abrutschen in die Deflation, das ist eine echte Überraschung! Eine Bewegung von satten 1,2 Prozentpunkten nach unten in nur einem Monat! Die Details zeigen, woher dieser Rutsch kommt. Die Energiepreise tendieren nach -6,2 Prozent im Vormonat jetzt mit -6,7 Prozent weiter dick im Negativbereich. Aber bislang konnten die gut steigenden Nahrungsmittelpreise (+4,4 Prozent im Juni) dagegen halten und den Schnitt der Verbraucherpreise im positiven Bereich halten. Aber der Zuwachs bei den Nahrungsmittelpreisen liegt im Juli nur noch bei 1,2 Prozent! Das reicht nicht mehr für einen positiven Gesamtschnitt. Die endgültigen Details werden am 13. August veröffentlicht.

Deutsche Verbraucherpreise für Juli im Detail

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Europa

Industrie: Zwischen Ist-Zustand und Erwartungshaltung klafft große Lücke!

Claudio Kummerfeld

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Industrie im Aufschwung?

Das Statistische Bundesamt hat soeben Juni-Daten zur Industrieproduktion in Deutschland veröffentlicht. Im Monatsvergleich ist es ein Plus von 8,9 Prozent (erwartet 8,1 Prozent). Im nach unserer Meinung weit wichtigeren Jahresvergleich zu Juni 2019 liegt die Industrie mit ihrem Produktionsvolumen immer noch 11,7 Prozent im Minus. Im Chart sieht man, dass der Indexstand zu Ende Juni bei 90,4 lag. Im Februar direkt vor der Krise lag er noch bei 102,9 Indexpunkten. In der Automobilindustrie ist die Produktion im Juni mit 54,7 % zum Vormonat weiter stark angestiegen. Sie liegt aber noch gut 20 % niedriger als im Februar 2020.

Produktion noch weit hinter Vorkrisenniveau

Laut ifo ist die Erwartung der Industrie schon wieder bestens!

Während die staatlichen Statistiker die aktuell noch miese Lage präsentieren, zeigt das ifo-Institut heute früh die große Euphorie in der Industrie. Der Chart zeigt es überdeutlich. Der Absturz der Coronakrise ist schon wieder voll aufgeholt worden, zumindest wenn es um die Erwartungen der Unternehmen geht! Die deutsche Industrie erwarte in den kommenden drei Monaten eine Zunahme ihrer Produktion. Die Stimmung habe sich im Juli das dritte Mal in Folge verbessert. Der ifo-Produktionsindikator stieg auf plus 14,7 Punkte, nach plus 4,4 im Juni. Die Industrie arbeitet sich weiter aus ihrem Produktionstal, so ifo. Im Chart sieht man das Tief bei einem Indexwert von -50 Punkten. Vor allem der Maschinenbau bereitet weiterhin Sorgen mit einem deutlich negativen Indexwert. Was sagt uns das, wenn man die aktuellen Statistikdaten und die ifo-Daten zur Erwartung der Industrie vergleicht? Wie schon jüngst Daten aus der Autoindustrie zeigten: Zwischen dem schlechten Ist-Zustand und der Erwartungshaltung an die nächsten Monate klafft noch eine sehr große Lücke!

ifo zeigt euphorische Erwartungen der Industrie

Hier weitere Details von ifo im Wortlaut:

Die Autoindustrie plant die Produktion nur geringfügig auszuweiten: Der Index stieg leicht auf 51 Punkte von 49 im Juni. Die Getränkehersteller planen eine deutlichere Steigerung. Der Index erreichte 31 Punkte, nach 19 im Juni. Ähnlich positiv sieht es bei den Pharma-Unternehmen aus: Der Index stieg hier auf 23 Punkte, nach 12 im Juni. Auch in der Chemie und bei den Nahrungsmittelherstellern haben sich die Erwartungen verbessert: Der Index stieg im Juli jeweils auf 19 Punkte von 9 (Chemie) und 17 (Nahrung).

In anderen Branchen haben sich die Erwartungen hingegen eingetrübt: Bei den Möbelherstellern fiel der Index im Juli auf sechs Punkte, bei den Herstellern von Gummi- und Kunststoffwaren auf fünf Punkte, bei den Herstellern von Druckerzeugnissen auf einen Punkt und bei den Herstellern von Leder, Lederwaren und Schuhen auf minus 10 Punkte.

Die Maschinenbauer bleiben pessimistisch gestimmt. Der Index bleibt negativ, stieg aber auf minus 12 Punkte, nach minus 25 im Juni. Auch die Metallerzeuger und -bearbeiter bleiben zurückhaltend, der Index stieg im Juli auf minus 9 Punkte, nach minus 22 im Juni.

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Europa

Kurzarbeit geht in Deutschland weiter zurück – aber es gibt Unterschiede

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Wer sich die aktuellen Zahlen zur Kurzarbeit in Deutschland ansieht, bekommt einen guten Überblick über die Lage verschiedener Branchen: wer ist nach wie vor stark von der Coronakrise betroffen – und in welchen Branchen geht es schneller bergauf als in anderen? Und wie sieht es mit der “viel besungenen” V-Erholung der deutschen Wirtschaft aus?

Sehen wir uns einmal die aktuellen Daten des ifo Instituts an, die heute veröffentlicht worden sind. Hier ist eine klare Tendenz zu erkennen: in den Bereichen, die zuvor am stärksten von der Coronakrise betroffen waren, geht die Kurzarbeit derzeit am stärksten zurück – also im Dienstleistungssektor und im Handel. Kaum Rückgänge dagegen verzeichnet die Industrie.

Hier die Aussagen des ifo im Wortlaut:

“Die Zahl der Kurzarbeiter in Deutschland ist im Juli auf 5,6 Millionen Menschen gesunken. Im Juni waren es 6,7 Millionen, im Mai 7,3 Millionen. Das haben exklusive Berechnungen und Schätzungen des ifo Instituts auf Basis seiner Konjunkturumfrage ergeben. Der Anteil an den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten schrumpfte damit von 20 auf 17 Prozent. „Der Rückgang hat sich zwar insgesamt beschleunigt, aber in einigen Branchen nimmt die Kurzarbeit sogar noch zu“, sagt ifo-Arbeitsmarkt-Experte Sebastian Link.

Nach der ifo-Schätzung sank die Zahl der Kurzarbeiter in der Industrie nur leicht von 2,3 auf 2,1 Millionen Menschen, also von 33 auf 30 Prozent der Beschäftigten. Zum Beispiel waren in der Metallindustrie im Juli noch schätzungsweise 509.000 Menschen auf Kurzarbeit, nach 542.000 im Juni. Der Anteil schrumpfte von 48 auf 45 Prozent der Beschäftigten. In der Autobranche sank die Zahl von 516.000 auf 423.000, der Anteil von 46 auf 38 Prozent. Im Gegensatz hierzu hat die Zahl der Kurzarbeiter im Maschinenbau weiter von 354.000 auf 378.000 zugenommen. Der Anteil wuchs von 33 auf 35 Prozent. In der Elektrobranche sind nun 271.000 Personen in Kurzarbeit nach 260.000 im Juni. Der Anteil an der Beschäftigung betrug im Juli 34 Prozent, ein Prozentpunkt mehr als im Juni.

Wesentlich stärker ging die Kurzarbeit bei den Dienstleistern zurück. Im Gastgewerbe sank die Zahl der Kurzarbeiter weiter von 672.000 auf 465.000 Menschen, was noch 42 Prozent sind. Im Juni waren es 61 Prozent und im Mai 72 Prozent. In Verkehr und Lagerei sank sie von 308.000 auf 256.000, also von 17 auf 14 Prozent. Bei sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen gab es einen Rückgang von 672.000 auf 603.000, also von 29 auf 26 Prozent der Beschäftigten.

Auch im Handel ist die Zahl der Kurzarbeiter weiter kräftig zurückgegangen, von 963.000 auf 637.000. Im Einzelhandel sank die Zahl von 417.000 auf 240.000 Mitarbeiter, was einem Rückgang von 17 auf 10 Prozent entspricht. Im Großhandel schrumpfte die Zahl von 331.000 auf 257.000 Menschen, also von 24 Prozent auf 18 Prozent. Im Autohandel waren im Juli 140.000 Menschen in Kurzarbeit, nach 215.000 im Juni. Das ist ein Rückgang von 32 auf 21 Prozent.”

 

Die Kurzarbeit nach Branchen

Kurzarbeit im Dienstleistungssektor

Kurzarbeit in anderen Sektoren

 

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Europa

Auftragseingänge der Industrie: Neue Daten – Erholung in V-Form?

Claudio Kummerfeld

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Fliegende Funken in der Industrie

Das Statistische Bundesamt hat heute früh die Auftragseingänge der Industrie (Verarbeitendes Gewerbe) für den Monat Juni veröffentlicht. Liegt hier eine Erholung in V-Form vor? Auf die Idee könnte man kommen bei Betrachtung des Charts, der die Daten als Indexwert seit dem Jahr 2012 anzeigt. Erst der große Absturz der Aufträge in der Coronakrise, und jetzt die Erholung. Im Monatsvergleich von Mai auf Juni steigen die Auftragseingänge schon wieder kräftig an, nämlich um 27,9 Prozent. Im Jahresvergleich zu Juni 2019 gibt es immer noch ein Minus von 11,3 Prozent.

Verlauf der Auftragseingänge seit dem Jahr 2012

Hier einige Detailaussagen der Statistiker im Wortlaut:

Die Corona-Krise prägt seit einigen Monaten die Entwicklungen im Verarbeitenden Gewerbe. Im Vergleich zu Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland, war der Auftragseingang im Juni 2020 saison- und kalenderbereinigt um 11,3 % niedriger.

Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Aufträge aus dem Inland im Juni 2020 um 35,3 %, die Auslandsaufträge erhöhten sich um 22,0 %. Dabei nahmen die Auftragseingänge aus der Eurozone um 22,3 % zu. Die Auftragseingänge aus dem restlichen Ausland stiegen um 21,7 % gegenüber Mai 2020.

Bei den Herstellern von Vorleistungsgütern lag der Auftragseingang im Juni 2020 mit 10,6 % über dem Vormonat. Bei den Herstellern von Investitionsgütern gab es einen Anstieg um 45,7 %. Im Bereich der Konsumgüter stiegen die Aufträge um 1,1 %.

In der Automobilindustrie ist der Auftragseingang im Juni 2020 wieder deutlich angestiegen (+66,5 % zum Vormonat). Er liegt aber noch um 12,2 % niedriger als im Februar 2020.

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