Europa

Verbraucherpreise Deutschland im Oktober: Offenbarung der Hilflosigkeit der EZB

Inflation Beispielfoto Geldbörse

Die Verbraucherpreise für den Monat Oktober wurden vor zwei Wochen vorab mit +1,1% vermeldet, und heute wurden sie in ihrer ausführlichen Endfassung auch bei 1,1% bestätigt, nach +1,2% für September. Der für die EZB entscheidende und leicht anders berechnete „Harmonisierte Verbraucherpreisindex“ (HVPI) liegt nur noch bei 0,9%. Diese schwachen Zahlen wirken sich natürlich auch auf den Gesamtschnitt der Eurozone aus! Aber was zeigt diese aktuelle Veröffentlichung des Statistischen Bundesamts einmal mehr sehr deutlich?

Die EZB ist relativ hilflos mit ihrer Geldpolitik. Wir berichten ja ständig über Zinsänderungen, Anleihekäufe, Aussagen von EZB-Mitgliedern etc. Dies ist wichtig, weil der Markt es für wichtig hält, und somit Börsenkurse bewegt werden. Aber beeinflusst die EZB mit ihrer Geldpolitik denn tatsächlich die Inflation? Denn immerhin hat man es nicht mal ansatzweise geschafft die Inflation auf die gewünschten 2% zu ziehen, und das nach jahrelangen Nullzinsen und 2,6 Billionen gedruckten Euros. Wir zitieren hier die aktuelle Aussage der deutschen Statistiker, danach unser Kurzkommentar:

Energieprodukte verbilligten sich von Oktober 2018 bis Oktober 2019 um 2,1 %. Der Preisrückgang bei Energie hat sich damit verstärkt (September2019: -1,1 %). Vor allem die Preisentwicklung bei Mineralölprodukten wirkte sich im Oktober 2019 dämpfend auf die Inflationsrate aus: Sowohl die Preise für leichtes Heizöl (-15,8 %) als auch für Kraftstoffe ( -7,5 %) gingen erheblich zurück. Einige Energieprodukte verteuerten sich binnen Jahresfrist hingegen deutlich (zum Beispiel Erdgas: +5,1 %; Strom: +3,9 %). Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Inflationsrate im Oktober 2019 bei +1,4 % gelegen, ohne Berücksichtigung der Mineralölprodukte sogar bei +1,6 %.

Also, die Verbraucherpreise (Inflation) steigen nur um 1,1%. Rechnet man die Preisveränderung bei Ölprodukten heraus, läge der Schnitt bei +1,6%, also 0,5% höher. Das wäre ein gigantischer Sprung in die richtige Richtung, welche die EZB sehen möchte. Aber der Ölpreis, der wird nun mal nicht von der EZB in Frankfurt festgelegt, sondern an den Terminmärkten in UK und USA, durch Angebot und Nachfrage von tausenden und Abertausenden Terminhändlern. Und daraus resultieren dann letztlich auch die realen Rohöl- und Benzinpreise. Aber die EZB spielt weiter ihr Spiel, und der Markt schaut weiter auf ihre Aussagen und Entscheidungen.

Wenn wir schon auf die aktuellen Verbraucherpreise schauen, hier noch ein paar Ergänzungen der Statistiker im Wortlaut:

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich im Oktober 2019 gegenüber dem Vorjahresmonat um +1,1 %. Teurer als ein Jahr zuvor waren unter anderem Fleisch und Fleischwaren (+4,9 %), Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchte (+3,3 %) sowie Brot und Getreideerzeugnisse (+2,6 %). Die Preise für Speiseöle und Speisefette (-11,6 %) gingen hingegen auffällig stark zurück. Auch für Gemüse (-2,8 %) mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher binnen Jahresfrist weniger bezahlen.

Die Preise für Waren insgesamt lagen im Oktober 2019 um 0,4 % höher als im Vorjahresmonat. Neben der eher moderaten Preiserhöhung bei Nahrungsmitteln (+1,1 %) verteuerten sich unter anderem Zeitungen und Zeitschriften (+5,1 %) sowie Tabakwaren (+4,1 %). Günstiger wurden neben den Mineralölprodukten (-9,1%) insbesondere Geräte der Informationsverarbeitung (-7,1 %), der Unterhaltungselektronik (-5,4 %) und Telefone (-5,1 %).

Verbraucherpreise im Oktober Grafik



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