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Europa

Verbraucherpreise im August 1,8%: Wichtige Preise für viele Alltagsprodukte steigen viel deutlicher

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Die Verbraucherpreise in Deutschland steigen im August wie bereits vorab gemeldet auf Jahresbasis um 1,8%, genau wie auch der Harmonisierte Verbraucherpreisindex, der für EU-Zwecke wichtiger ist. Damit steigt der Wert nun den dritten Monat in Folge leicht an. Wer sich die Details betrachtet, könnte sagen: Mario Draghi, heb doch bitte die Zinsen für Deutschland schon mal an – aber das geht ja natürlich nicht.

Denn bei uns in Deutschland brummt die Inflation, und die Spanne zwischen Geldentwertung und gleichzeitig nicht vorhandenen Sparzinsen wird immer größer. Denn 1,8% ist nur der Durchschnittswert der Preissteigerungen. Die Grafik zeigt anschaulich, wie stark die Preise in einzelnen Teilsegmenten ansteigen. Nahrungsmittel +2,8%, Alkohol und Tabak +2,8%, Bekleidung +2,7%, Verkehr +2,7%, Energie +2,3%, Gaststätten +2,3%.

Wie kann man da zum Teufel noch mal davon reden, dass die Preise noch nicht stark genug steigen, damit die Zinswende eingeleitet werden kann? Ach ja, wir vergessen erneut, dass wir nicht alleine in der Eurozone sind! Bereiche wie „Möbel“ und „Nachrichtenübermittlung“ ziehen die hohen Preise im Schnitt runter auf 1,8% Steigerung. Soll das ein Trost sein im alltäglichen Einkauf? Der Preis für Butter steigt zum Beispiel binnen Jahresfrist um 59%.

Hier weitere Details vom Statistischen Bundesamt:

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich von August 2016 bis August 2017 um 3,0 %. Im Juli 2017 hatte die Teuerungsrate für Nahrungsmittel gegenüber dem Vorjahresmonat bereits bei + 2,7 % gelegen. Damit liegt der Preisanstieg für Nahrungsmittel im August 2017 weiterhin deutlich über der Gesamtteuerung. Teurer als ein Jahr zuvor waren im August 2017 vor allem Speisefette und Speiseöle (+ 28,1 %), insbesondere kostete Butter (+ 59,7 %) erheblich mehr. Auch für Molkereiprodukte (+ 14,3 %) mussten die Verbraucher durchweg deutlich mehr bezahlen. Weitere Preiserhöhungen gab es unter anderem bei Fisch und Fischwaren (+ 3,3 %) sowie Fleisch und Fleischwaren (+ 2,6 %). Hingegen gingen binnen Jahresfrist die Preise für Gemüse insgesamt zurück (− 4,5 %). Ohne Berücksichtigung der Preise für Energie und Nahrungsmittel hätte die Inflationsrate im August 2017 bei + 1,6 % gelegen.

Die Preise für Waren insgesamt erhöhten sich von August 2016 bis August 2017 um 2,0 %. Unter den Waren verteuerten sich neben Nahrungsmitteln und den Energieprodukten unter anderem Zeitungen und Zeitschriften (+ 4,8 %), Tabakwaren (+ 4,6 %) sowie pharmazeutische Erzeugnisse (+ 2,7 %) deutlich.
Die Preise für Dienstleistungen insgesamt stiegen im August 2017 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,6 % und damit etwas weniger stark als die Preise für Waren. Bedeutsam für die Preiserhöhung der Dienstleistungen waren die Nettokaltmieten (+ 1,7 % gegenüber August 2016), da private Haushalte einen großen Teil ihrer Konsumausgaben dafür aufwenden. Noch stärker verteuerten sich zum Beispiel Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+ 3,5 %), stationäre Gesundheitsdienstleistungen (+ 3,5 %) und Verpflegungsdienstleistungen (+ 2,4 %). Einige Dienstleistungen waren hingegen auch günstiger, insbesondere Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (− 7,2 %) in Folge der Umsetzung des Pflegestärkungsgesetzes II im Januar 2017. Zudem gingen die Preise binnen Jahresfrist für Telekommunikationsdienstleistungen (− 0,8 %) sowie für Bildungsdienstleistungen des Elementar- und Primarbereichs (− 0,2 %) leicht zurück.


Monat für Monat deutlich steigende Preise für die Verbraucher im Jahresvergleich.

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Dreistein

    13. September 2017 09:17 at 09:17

    Mario Draghi, heb doch bitte die Zinsen für Deutschland schon mal an – aber das geht ja natürlich nicht. Draghi setzt sich seine rote Perücke mit den Zöpfen auf und sagt: dann mach ich mir die Welt wie sie mir gefällt! Schon haben wir kaum noch Inflation, bei Wiedersprüchen setzt er sich die Afrolook Perücke auf und sagt: nein, nein, nein diese Soße glaub ich nicht. Also halten wir die Beatmung von Schneewittchen aufrecht, da Mario meint er sei der Prinz. Sein wir ehrlich wenn er dann mal küssen sollte stirbt Schneewittchen und die 7 Zwerge lassen die Hölle los.

  2. Avatar

    asisi1

    13. September 2017 09:36 at 09:36

    für die berliner affen in der „Fata Morgana“, genannt bundestag, wird es zeit für die hölle. aber ich glaube selbst der Teufel will sie nicht haben, da nach einigen tagen das feuer weg wäre!

  3. Avatar

    Wolfgang M.

    13. September 2017 10:25 at 10:25

    Finanzielle Repression 2.0 Wer ist der Gewinner?
    Der dt. Finanzminister, denn bei steigender Inflation und bei 0 liegenden Anleihezinsen steigt das Buttoinlandsprodukt weiter an, die Schulden bleiben derzeit gleich hoch (schwarze 0) und das Verhältnis Schulden zu BIP nähert sich der 60%-Marke. Damit wäre Deutschland konform mit allen Maastrichtkriterien und könnte Disziplin einfordern. Deshalb kommen die niedrigen Zinsen Schäuble zumindest eine zeitlang gar nicht so ungelegen. Verlierer sind die Sparer in allen Geld-Formen, außer Immos, Aktien.
    Dasselbe sollte auch in den südlichen Ländern funktionieren, nur wächst Italien viel zu schwach und das Schuldenmachen läuft in vielen Ländern weiter (über 3%).

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Europa

Deutsche Wirtschaft „auf schwachem Fuß gestartet“: Einkaufsmanager

Markus Fugmann

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Soeben wurde der Einkaufsmanagerindex für deutsche Wirtschaft (Markit PMI; erste Veröffentlichung für Januar) veröffentlicht – einer der zentralen Indikatoren für die deutsche Konjunktur:

Gesamtindex: 50,8 (Prognose war 50,3; Vormonat war 52,0)

Verarbeitendes Gewerbe: 57,0 (Prognose war 57,5; Vormonat war 58,3)

Dienstleistung: 46,8 (Prognose war 45,3; Vormonat war 47,0)

Kurz zuvor war der Einkaufsmanagerindex aus Frankreich mit 51,5 für Gewerbe (Prognose war 50,5; Vormonat war 51,1) und mit 46,5 für Dienstleistung (Prognose war 48,5; Vormonat war 49,1) veröffentlicht worden.

Zu den Daten aus Deutschland kommentiert Phil Smith von Markit, das die Umfrage ausgeführt hat:

„Die deutschen Januar-Flashes sind keine große Überraschung. So lieferte die Industrie trotz leichter Abschwächung wieder starke Zahlen, während die Geschäftstätigkeit im Servicesektor infolge des Mitte Dezember eingeführten Lockdowns erneut rückläufig war. Alles in allem ist Deutschland auf schwachem Fuß ins neue Jahr gestartet und die Verlängerung der jüngsten Eindämmungsmaßnahmen bis mindestens Mitte Februar bedeutet, dass sich daran auch in den kommenden Wochen nicht viel ändern dürfte. Die Industrie ist weiter der Lichtblick, unterstützt vom nachhaltigen Wachstum der Exporte. Die Hersteller strotzen nur so vor Zuversicht, wie der Rekordwert bei den Geschäftsaussichten zeigt. Anscheinend lassen sie sich dabei auch nicht von den zunehmenden Unterbrechungen in den Lieferketten abschrecken, die im Januar zu einer beispiellosen Verlängerung der Lieferzeiten führte. Wir sehen jedoch bereits einen entsprechend kräftigen Anstieg der Kosten, wenngleich es angesichts stagnierender Verkaufspreise momentan keine Anzeichen für einen generell steigenden Inflationsdruck gibt.“

 

 

Die EInkaufsmanagerindizes als Parameter für die deutsche Wirtschaft

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Europa

Aktuell: EZB-Entscheidung veröffentlicht

Claudio Kummerfeld

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EZB-Tower in Frankfurt

Die EZB hat soeben ihre Entscheidung veröffentlicht.

Der EZB-Leitzins (Refinanzierungssatz) bleibt unverändert bei 0,00 Prozent. Der extrem wichtige Banken-Einlagenzins, auf den sich Banken bzgl. der Negativzinsen berufen, bleibt ebenfalls unverändert bei -0,50 Prozent. Die Marginal Lending Facility bleibt ebenfalls unverändert bei 0,25 Prozent.

Die Aufkaufprogramme für Anleihen und Liquiditätsspritzen für die Banken werden wie bisher fortgesetzt.

Um 14:30 Uhr folgt die PK von Christine Lagarde. Wir berichten dann umgehend über alle interessanten Aussagen. Hier das offizielle Statement der EZB zur jetzigen Entscheidung:

Zweitens wird der EZB-Rat die Ankäufe im Rahmen des Pandemie-Notfallankaufprogramms (Pandemic Emergency Purchase Programme – PEPP) fortsetzen. Dies hat einen Gesamtumfang von 1 850 Mrd €. Der EZB-Rat wird die Nettoankäufe im Rahmen des PEPP mindestens bis Ende März 2022 und in jedem Fall so lange durchführen, bis die Phase der Coronavirus-Krise seiner Einschätzung nach überstanden ist. Die Ankäufe im Rahmen des PEPP werden durchgeführt, um während der Pandemie die günstigen Finanzierungsbedingungen aufrechtzuerhalten. Wenn mit Ankäufen, die den Gesamtumfang des PEPP über den Zeithorizont der Nettoankäufe hinweg nicht voll ausschöpfen, günstige Finanzierungsbedingungen aufrechterhalten werden können, muss dieser Gesamtumfang nicht vollständig genutzt werden. Genauso kann der Umfang erforderlichenfalls auch rekalibriert werden, um günstige Finanzierungsbedingungen aufrechtzuerhalten und so dem negativen Schock der Pandemie auf die Inflationsentwicklung entgegenzuwirken.

Der EZB-Rat wird die Tilgungsbeträge der im Rahmen des PEPP erworbenen Wertpapiere mindestens bis Ende 2023 weiterhin bei Fälligkeit wieder anlegen. Das zukünftige Auslaufen des PEPP-Portfolios wird in jedem Fall so gesteuert, dass eine Beeinträchtigung des angemessenen geldpolitischen Kurses vermieden wird.

Drittens werden die Nettoankäufe im Rahmen des Programms zum Ankauf von Vermögenswerten (Asset Purchase Programme – APP) in einem monatlichen Umfang von 20 Mrd € fortgesetzt. Der EZB-Rat geht weiterhin davon aus, dass die monatlichen Nettoankäufe von Vermögenswerten im Rahmen des APP so lange fortgesetzt werden, wie dies für die Verstärkung der akkommodierenden Wirkung seiner Leitzinsen erforderlich ist, und dass sie beendet werden, kurz bevor er mit der Erhöhung der EZB-Leitzinsen beginnt.

Der EZB-Rat beabsichtigt, die Tilgungsbeträge der im Rahmen des APP erworbenen Wertpapiere weiterhin bei Fälligkeit für längere Zeit über den Zeitpunkt hinaus, zu dem er mit der Erhöhung der Leitzinsen beginnt, vollumfänglich wieder anzulegen und in jedem Fall so lange wie erforderlich, um günstige Liquiditätsbedingungen und eine umfangreiche geldpolitische Akkommodierung aufrechtzuerhalten.

Schließlich wird der EZB-Rat weiterhin reichlich Liquidität über seine Refinanzierungsgeschäfte zur Verfügung stellen. Insbesondere stellt die dritte Serie gezielter längerfristiger Refinanzierungsgeschäfte (TLTRO III) nach wie vor eine attraktive Finanzierungsquelle für Banken dar, wodurch deren Kreditvergabe an Unternehmen und private Haushalte unterstützt wird.

Der EZB-Rat ist nach wie vor bereit, alle seine Instrumente gegebenenfalls anzupassen, um sicherzustellen, dass sich die Teuerungsrate – im Einklang mit seiner Verpflichtung auf Symmetrie – auf nachhaltige Weise seinem Ziel annähert.

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone: Fünfter Monat Deflation – Osteuropa koppelt sich ab

Claudio Kummerfeld

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Taschenrechner und Münzen

Die Verbraucherpreise in der Eurozone für Dezember wurden soeben endgültig bestätigt mit -0,3 Prozent. Damit hängt man nun den fünften Monat in Folge in der Deflation. Die Energiepreise fallen weniger stark mit „nur noch“ -6,9 Prozent im Jahresvergleich nach -8,3 Prozent im November. Die Preissteigerung bei Lebensmitteln fiel mit +1,3 Prozent geringer aus als in den Vormonaten mit +1,9 Prozent. Auffällig bleibt wie in den Vormonaten, dass Osteuropa ganz klar nicht in der Deflation hängst, sondern ganz klar positive Preisentwicklungen hinlegt. Dadurch ist der Schnitt für die gesamte EU bei +0,3 Prozent. Gut sichtbar ist der Unterschied zwischen West- und Osteuropa in der ersten Grafik.

Verbraucherpreise je nach Ländern im Detail

Grafik zeigt Dezember-Verbraucherpreise im Detail

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