Europa

Verbraucherpreise in Deutschland im August +0,3% – das ist nichts lieber Mario

Das Statistische Bundesamt hat heute früh die endgültigen Daten für die August-Verbraucherpreise für Deutschland bekanntgegeben. Wichtig dabei sind immer nur die Veränderungen zum selben...

FMW-Redaktion

Das Statistische Bundesamt hat heute früh die endgültigen Daten für die August-Verbraucherpreise für Deutschland bekanntgegeben. Wichtig dabei sind immer nur die Veränderungen zum selben Monat des Vorjahres. Die Verbraucherpreise stiegen demnach um 0,4%. Der für europäische Zwecke berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) für Deutschland lag im August 2016 0,3% höher als im August 2015. Damit geht der Zuwachs auf Jahresbasis im Vergleich zum Juli um 0,1% zurück.

Das bedeutet: Weiterhin ist kein wirkliches Wachstum bei der Inflationsrate in Sicht. Rot markiert haben wir in der ersten Grafik die Energiepreise auf Jahresbasis – nach wie vor kräftige Minuszeichen. Mario Draghi muss also weiterhin auf ein Wunder hoffen, denn seine bisherigen Maßnahmen wirken einfach nicht – auch wenn er das immer wieder betont. Das Umsatzvolumen im Einzelhandel steigt kräftig an, aber zum Beispiel die Preise für Nahrungsmittel nur um 0,9%. Viel zu wenig bei den stark fallenden Energiepreisen auf Jahresbasis.

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Das Statistische Bundesamt im Wortlaut:

Die niedrige Inflationsrate im August 2016 war maßgeblich − wie bereits in den Vormonaten – auf gesunkene Energiepreise (− 5,9 %) zurückzuführen. Im Vergleich zum letzten Monat hat sich der Rückgang der Energiepreise binnen Jahresfrist abgeschwächt, im Juli 2016 hatte er noch bei – 7,0 % gelegen. Im August 2016 waren insbesondere Mineralölprodukte (− 10,4 %, davon leichtes Heizöl: − 15,0 % und Kraftstoffe: − 9,1 %) für die Verbraucher günstiger als ein Jahr zuvor. Auch die Preise für andere Energieprodukte lagen unter dem Vorjahresniveau (zum Beispiel Umlagen für Zentralheizung und Fernwärme: − 8,6 %; Gas: − 3,1 %). Lediglich Strom verteuerte sich binnen Jahresfrist (+ 0,7 %). Ohne Berücksichtigung der Energie hätte die Inflationsrate im August 2016 bei + 1,1 % gelegen.

Die Preise für Nahrungsmittel insgesamt lagen im August 2016 um 0,9 % höher als im August 2015. Teurer als ein Jahr zuvor waren vor allem Obst (+ 4,2 %) und Gemüse (+ 5,3 %, darunter Kartoffeln: + 10,9 %) sowie Speisefette und Speiseöle (+ 5,5 %, darunter Butter: + 7,8 % und Olivenöl: + 8,3 %). Deutliche Preiserhöhungen gab es auch bei Fisch und Fischwaren (+ 3,4 %). Weniger bezahlen mussten die Verbraucher insbesondere für Molkereiprodukte (− 6,4 %).

Die Preise für Waren insgesamt sanken im August 2016 im Vergleich zum August 2015 um 0,6 %, maßgeblich durch den Preisrückgang bei der Energie (− 5,9 %). Deutlich billiger wurden auch Kaffee, Tee und Kakao (− 4,1 %). Günstiger für die Verbraucher waren zudem Schuhe und Schuhzubehör (− 2,0 %) sowie Bekleidungsartikel (− 1,8 %). Hingegen verteuerten sich im Vergleich zum Vorjahr neben den Nahrungsmitteln insgesamt auch einige Waren erheblich, zum Beispiel Tabakwaren (+ 3,3 %) sowie Zeitungen und Zeitschriften (+ 4,1 %).

Im Gegensatz zum Preisrückgang bei Waren erhöhten sich im August 2016 die Preise für Dienstleistungen insgesamt im Vergleich zum August 2015 um 1,3 %. Diese Entwicklung wurde entscheidend durch die Erhöhung der Nettokaltmieten bestimmt (+ 1,2 % gegenüber August 2015), da private Haushalte etwa ein Fünftel ihrer Konsumausgaben dafür aufwenden. Einige Dienstleistungen verteuerten sich binnen Jahresfrist deutlicher, unter anderem Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+ 4,1 %), Dienstleistungen für Versicherungen (+ 2,8 %) sowie Verpflegungsdienstleistungen (+ 2,0 %). Verbraucherfreundlich war hingegen die Preisentwicklung zum Beispiel bei Telekommunikation (− 1,5 %) und Pauschalreisen (− 0,5 %).



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