Europa

Verbraucherpreise Januar +4,9 Prozent – große „Mehrwertsteuer-Entlastung“ entfällt

Geldbörse im Schraubstock

Die deutschen Verbraucherpreise für den Monat Januar wurden soeben vom Statistischen Bundesamt für den Monat Januar veröffentlicht. Im Jahresvergleich steigen sie um 4,9 Prozent nach 5,3 Prozent im Dezember. Für heute wurde eine Steigerung von „nur“ 4,3 Prozent erwartet. Denn der Januar 2022 ist der erste Monat nach Auslaufen des „Mehrwertsteuereffekts“. Von Juni-Dezember 2020 hatte die Bundesregierung die Mehrwertsteuersätze gesenkt. Daher gab es einen Schub für die Verbraucherpreise im Zeitraum Juni-Dezember 2021, weil da die Mehrwertsteuersätze ja wieder höher lagen, und man die Preise immer mit dem selben Monat im Vorjahr vergleicht. Jetzt für Januar 2022 vergleichen wir also die Preise mit Januar 2021, wo die Verzerrung durch Änderungen in der Mehrwertsteuer nicht mehr zum Tragen kamen. Von daher sind die aktuell vermeldeten 4,9 Prozent Inflation bei 4,3 Prozent Erwartung ein hoher Wert. Diese von manchen Beobachtern erwartete große „Mehrwertsteuer-Entlastung“ bei der Teuerung entfällt also. Hierzu äußern sich aktuell auch die staatlichen Statistiker. Im Wortlaut:

Obwohl die Basiseffekte aus dem Jahr 2021 durch die temporäre Mehrwertsteuersenkung und den Preisverfall der Mineralölprodukte im Jahr 2020 entfallen, bleibt die Inflationsrate hoch. Einen Einfluss haben hier weiterhin krisenbedingte Effekte, wie Lieferengpässe und deutliche Preisanstiege auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen und bei den Energiepreisen.

Hierzu auch auf die Schnelle Dr. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank:

Grafik zeigt Detail der deutschen Verbraucherpreise



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2 Kommentare

  1. „Die unerwartet hohe Januar-Inflation …“

    Aufhören! Aufhören! Mein Zwerchfell droht zu platzen. Wieder mal ein Beispiel für kompetenzentkernte Führungsschichten.

  2. Naja, wenn die Entschuldung zumindest versucht werden soll, dann wird eine hohe Inflation der sicherlich einzige machbare Weg sein. Bei etwa 7 Billionen Sparvermögem der Deutschen, sind ja schon mal die ersten etwa 350 Milliarden Schulden weg.
    Es funktioniert. Mal sehen wie lange der Sparer weiter die Ruhe behält, bzw. sich weiter einlullen läßt.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

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