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Verbraucherpreise: Pfingsten, Pauschalreisen und Flugtickets blockieren Draghi

Die deutschen Verbraucherpreise für den Monat Mai wurden heute früh im Detail vorgestellt. Wie vorab Anfang des Monats gemeldet, steigen sie im Jahresvergleich um 1,4% nach 2,0% im April. Mit 4,2% lagen die Energiepreise weit über dem Schnitt. Also, was sorgte dafür, dass von April auf Mai ein so starker Rückgang der Teuerung zu erkennen ist in der größten Volkswirtschaft der Eurozone? Tja, Pauschalreisen, Flug- und Bahntickets machen Mario Draghi einen Strich durch die Rechnung. So polemisch es auch klingen mag, aber so ist es. Denn er will ja ganz dringlich den Leitzins anheben, wenn das Inflationsziel von 2,0% erreicht ist? (Satire). Die staatlichen Statistiker in Wiesbaden sind sich sicher bei den Gründen. Hier im Wortlaut:

Dämpfend auf die Inflationsrate für Mai 2019 wirkte vor allem der Preisrückgang bei Pauschalreisen (-9,0 %). Zudem schwächte sich der Preisauftrieb für Flugtickets (+1,4 %; April 2019: +6,1 %) und Bahntickets (+1,0 %; April 2019: +3,4 %) wieder deutlich ab. Diese Preisrückgänge sind in erster Linie auf den Kalendereffekt durch die im Vergleich zum Vorjahr späte Lage von Pfingsten in diesem Jahr zurückzuführen.

Nahrungsmittel steigen im Preis nur noch um 0,9%, und wirken somit sogar dämpfend für den Gesamtschnitt.

Verbraucherpreise Mai

Weitere Details der Statistiker im Wortlaut:

Erheblich teurer als ein Jahr zuvor war im Mai 2019 insbesondere Gemüse (+8,7 %, darunter Kartoffeln: +36,9 %). Weitere Preiserhöhungen gab es unter anderem bei Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchten (+2,9 %) sowie bei Brot und Getreideerzeugnissen (+2,3 %). Diesen Preisanstiegen standen starke Preisrückgänge bei Obst (-7,6 %) sowie Speiseölen und Speisefetten (-4,9, %) gegenüber.

Die Preise für Waren insgesamt lagen im Mai 2019 um 1,8 % höher als im entsprechenden Vorjahresmonat. Neben den deutlichen Preisanstiegen bei den Energieprodukten (+4,2 %) verteuerten sich auch Zeitungen und Zeitschriften (+4,9 %) sowie Tabakwaren (+3,8 %). Einige Waren wurden demgegenüber auch deutlich günstiger (zum Beispiel Mobiltelefone: -9,6 %, Geräte der Unterhaltungselektronik: -6,9 %).

Im Vergleich zu den Waren erhöhten sich die Preise für Dienstleistungen insgesamt im Mai 2019 gegenüber dem Vorjahr mit +1,2 % weniger stark, maßgeblich bestimmt durch den Preisrückgang bei den Pauschalreisen. Unter anderem verteuerten sich die Fahrt mit dem Fernbus (+19,0 %), Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+5,1 %), Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+4,7 %) sowie Gaststättendienstleistungen (+2,8 %). Bedeutsam für die Preisentwicklung der Dienstleistungen war auch die Preiserhöhung bei Nettokaltmieten (+1,4 %), da private Haushalte einen großen Teil ihrer Konsumausgaben dafür aufwenden.



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1 Kommentar

  1. Die EZB hat doch so ziemlich überall ihre schmutzig-manipulativen Finger drin!Dadurch sollte doch genügend Expertise entstanden sein um diesen verdammten Inflationswarenkorb „auf Linie“zu bringen!Beispiel:Wenn die niedrigen Pauschalreisepreise nerven,dann einfach ein TLTRO auf ebendiese der Bevölkerung zukommen lassen.Die freut sich ähnlich der Banken(0-Zinsgeld) über’s Reisen for nothing und übt dadurch Marktwirtschaft(schon mal gehört?),aus.Steigende Nachfrage=Preissteigerung=Inflationswunschhöhe!Tutto bene,signore!

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