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Vergessen oder bisher ignoriert? Bitte denken Sie an die Frankreich-Wahl

Aber man bedenke bitte, dass auch vor der Trump-Wahl und vor der Brexit-Wahl die Lage bei Presse und Börsianern ruhig und entspannt war, weil man die allgemeine Meinung vertrat, dass „die vernünftige große Masse“ der Bevölkerung…

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Ja, liebe Leser, bitte denken Sie an die Frankreich-Wahl am jetzigen Wochenende, sofern sie an der Börse aktiv sind. Vor der Trump-Wahl und anderen Ereignissen hatten wir ähnliche Hinweise ausgesprochen. Wir haben auch keine besseren Umfrage-Informationen als andere Portale. Aber man bedenke bitte, dass auch vor der Trump-Wahl und vor der Brexit-Wahl die Lage bei Presse und Börsianern ruhig und entspannt war, weil man die allgemeine Meinung vertrat, dass „die vernünftige große Masse“ der Bevölkerung schon „die richtige“ Entscheidung treffen werde (jüngste Umfragen zeigen Macron mit 62% vorne).

Man kann die Szenarien vor diesen Wahlen fast 1:1 auf diese Wahl in Frankreich kopieren. Jetzt steht die Stichwahl an. Es kann also nur einer gewinnen, Macron oder LePen. Selbst Linke sagen sie würden dazu raten lieber den wirtschaftsliberalen Macron zu wählen, auch wenn der später für Arbeitsplatzabbau und Sozialkürzungen stehe. Denn sein Plus besteht für sehr viele Wähler nur darin, dass er nicht Le Pen ist! Von daher denkt man jetzt: Ja, alles wird gut, denn die kluge vernünftige Masse der Franzosen wird es doch nicht zulassen diese Verrückte zu wählen.

Wie gesagt: Genau so dachte die Masse der Beobachter auch bei Trump und Brexit. Vor allem Brokerfirmen, die ihren Kunden den Handel mit hohen Hebelwirkungen anbieten, haben diese Woche und auch heute noch kurzfristig die Margin-Anforderungen drastisch erhöht. Oft haben sich die Margin-Auslastungen der Kundenkonten durch die Anhebungen sogar verdoppelt, oder noch mehr. Das ist von Broker zu Broker unterschiedlich, da es bei synthetischen außerbörslichen Produkten im Ermessen des Brokers liegt, der diese Produkte anbietet, wie viel Risiko er seinen Kunden und seinen eigenen Büchern vor so einem Ereignis zumuten will.

Für Broker-Kunden mit offenen Positionen bedeutet das: Leute, Leute, achtet darauf, ihr könnt heute noch oder am Montag schnell aus dem Markt fliegen, weil euer Broker euch zwangsweise glattstellen könnte, wenn die Marginauslastung (der Hebel) alle vorgegebenen Grenzen sprengt. Traden Sie den Euro, den Dollar, das Pfund, oder vielleicht Dax, CAC40 etc? Jetzt haben sie noch ein paar Minuten um zu überlegen: Im Markt bleiben übers Wochenende? ALL IN? Oder sind sie abgesichert mit Optionen? Oder ganz draußen bleiben? Wir kennen den Wahlausgang auch erst nach der Wahl, von daher sehen wir es nicht als unsere Aufgabe an Ihnen Vorschläge zu unterbreiten, was sie tun sollen.

Es geht nur darum: Augen auf, und darüber nachdenken wie man sich positionieren will, oder ob man sich besser ganz vorher verabschiedet aus offenen Positionen. Es geht um Ihr Geld! Das kann am Montag bei gehebelten Positionen böse ins Auge gehen – oder auch das Konto mit guten Gewinnen voll machen, je nachdem, wie die Wahl ausgeht, und wie sie sich positionieren. So, genug gequatscht. Nachdenken, entscheiden!



25 Kommentare

25 Comments

  1. Avatar

    gerd

    5. Mai 2017 16:57 at 16:57

    Ob es da wohl hinsichtlich der Umfrageergebnisse gewaltige Unterschiede gab?
    Jetzt 62 zu 38! Und bei den von FMW erwähnten?
    Da bietet ja die Wahl in Schleswig-Holstein noch mehr Überraschungspotential.

    Ich hoffe auf einen fetten Wahlsieg Macrons und einen dicken Hüpfer beim DAX.
    Dann werde ich als Aktienanbeter wieder mal Fremdgehen und einen weiteren Seitensprung auf die Shortseite machen.

    • Avatar

      PK

      5. Mai 2017 17:34 at 17:34

      der Wahlsieg Macrons ist längst antizipiert. Es wird Montag nichtmal einen Hüpfer geben. Wenn man das shorten will, dann heute.

      • Avatar

        gerd

        5. Mai 2017 17:52 at 17:52

        Sehr gut. Sie haben in einem Satz geschrieben, wozu ich eine halbe Stunde brauche. Siehe meinen Folgebeitrag.

    • Avatar

      verinet

      5. Mai 2017 18:04 at 18:04

      Macron wird gewinnen das weiß mittlerweile aber auch jeder und setzen auf den fetten Hüpfer am Montag….ich würde raten bis 10:00 aus dem Markt zu sein und den kleinen Hüpfer mitzunehmen

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    gerd

    5. Mai 2017 17:53 at 17:53

    FMW:
    „…denn die kluge vernünftige Masse“
    Die Masse ist aber nicht klug und vernünftig – denn sonst wäre die Masse reich. Und gerade und genau deshalb erwarte ich ohne den geringsten Zweifel einen Sieg Macrons. Aus Unvernunft wählen die meisten Menschen den Weg, der ihnen langfristig überhaupt nicht gut bekommt.

    Da ich glaube, dass auch die Masse der Börsianer (fälschlicherweise) Herrn Macron als für die Mehrheit der Franzosen beste Wahl ansehen – so wie die Umfragen es tun, und ich auch, und FMW auch – haben sich die Börsianer „natürlich“ long positioniert.
    FMW gibt zu bedenken, dass es eine böse Wahlüberraschung geben könnte. Ich glaube das nicht. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass die Kurse aufgrund der auf long getrimmten Erwartungshaltung anschließend trotzdem fallen.

    Deshalb habe ich gerade schon einen Seitensprung vollzogen. Kann sein, dass ich meine Affaire am Montag noch vertiefe. Ich hoffe, es wird keine verhängnisvolle Affaire.

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      columbo

      5. Mai 2017 18:37 at 18:37

      Genau, die Börsianermasse ist nicht klug, sonst wäre sie reich. Der Dax ist gerade bei 12.780. Wer steigt denn da eigentlich long ein? Das wär mir so zu blöd(als Nichtrader), da ich mich noch mehr ärgern würde, daß ich nicht bei 10.000 eingestiegen bin.

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        gerd

        5. Mai 2017 18:54 at 18:54

        Und wie wärs dann mal mit ner kurzen Affaire mit ner Verkaufsoption?

        „Na Puppe, wie wärs mit uns beiden?“
        „Zisch ab, du Knilch!“
        Ich glaub, dass kam damals von Woody Allen.

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      Michael

      5. Mai 2017 20:41 at 20:41

      @gerd
      Für diesen tiefschürfenden Artikel haben Sie eine halbe Stunde benötigt?
      Fazit: Die Masse der Menschen ist unklug und unvernünftig, ebenso die der Börsianer. Einige Wenige sind also klug und vernünftig.
      Da schreibt meine 12-jährige Tochter bessere Aufsätze auf höherem Niveau.

      Gewinnt Macron klar, ist das bereits eingepreist, und es kann nur zu stagnierenden bis fallenden Kursen kommen.
      Gewinnt Macron nur knapp, oder gewinnt sogar Le Pennerin, kommt der freie Kursfall.
      Das ist der Unterschied von Europa zu Wonderland. Dort werden z. B. Zinserhöhungen jahrelang eingepreist, ständige Enttäuschungen dahingehend ignoriert, jeder Strohhalm zum weiteren Aufblasen der Heißluftblase benutzt.

      • Avatar

        Mulinski

        5. Mai 2017 21:55 at 21:55

        „gewinnt sogar Le Pennerin“ Die arme 12 jährige Tochter, bei einem Vater der mit wie viel Jahren stehen geblieben ist?

        • Avatar

          Michael

          9. Mai 2017 22:32 at 22:32

          @Mulinski
          Den Begriff hat meine arme Tochter ohne mein Zutun selbst geprägt und aus der Schule mit nach Hause geschleppt. Ich bin dennoch stolz, dass sie mich bereits mit ihren zarten 12 Jahren geistig überholt hat, wie auch so manchen Kommentator hier in diesem Forum.

  3. Avatar

    PK

    5. Mai 2017 18:26 at 18:26

    Gerd, ich bin ja selten short, aber heut bin ichs auch.
    Werde aber den größten Teil der Shorts heute mit der Schlussglocke 22Uhr am Fdax plazieren, da kann es nochmal einen Panikspike der shorts geben.
    Die Stimmung ist nun eindeutig desolat auf der Shortseite und man geht am besten dann rein, wenn die Schmerzen dieser Seite maximal geworden sind.

    • Avatar

      gerd

      5. Mai 2017 18:36 at 18:36

      Jetzt bitte für mich zum Verstehen:

      Shorts zum Handeslschluss/Panikspike der shorts
      Da steckt welche Erwartung hinter?
      Heute Abend x-Punkte tiefer als jetzt?

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      Wolfgang M.

      6. Mai 2017 08:17 at 08:17

      Da werden Sie wohl Recht bekommen. Aus Angst vor einer montäglichen Short Squeeze, sind bestimmt viele Shorties noch kurz vor dem Wochenende ausgestiegen und der Markt stieg, wie es kaum einer für möglich gehalten hätte. Ich bin auch sehr ungern short (aus leidiger Erfahrung (2000, 2015, jeweils zu früh, bis das Pulver verschossen war) aber jetzt scheint sich das Szenario in Richtung Korrektur zu bewegen. Auch wenn es im Herbst noch in weitere Höhen gehen könnte: Aus einem einfachen Grund. Der Dax hat sich ziemlich rasch von der 200-Tagelinie entfernt (über 15 %). Wenn man die Historie des Dax bis 1987 verfolgt, hat er so einen Abstand stets korrigiert -auch, wenn es dann noch einmal hoch ging. Ich glaube nämlich nicht, dass die großen Investoren (BlackRock, Vanguard, Fidelity) noch lange in Märkte investieren, die eine solche Divergenz aufweisen, das wissen deren Algorithmen auch. Deshalb scheint mir aus technischer Gründen der Dax langsam reif für eine Korrektur, immer unter Berücksichtigung des Spruches von Isaac Newton…..! Gruß

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    PK

    5. Mai 2017 18:51 at 18:51

    ich meinte, daß die Angst der Shorts vor dem Wahlausgang nochmal verstärkt zu einem Glattstellen der Positionen im Fdax führen könnte. = Aufwärtsdruck in den letzten Minuten.
    Aktuell hab ich den Eindruck, daß da einige große Positionen am Terminmarkt falsch liegen. Und die werden wahrscheinlich vor dem WE covern müssen.
    Aber sicher ist nichts, darum wart ich nicht mit der kompletten Position bis zum Schluss. Ich möchte jedenfalls short ins WE gehen.
    Schönes WE !

    • Avatar

      gerd

      7. Mai 2017 09:44 at 09:44

      Das hat ja gut funktioniert, PK, kurz vor 22Uhr.
      Und doch beschleicht mich das Gefühl, dass es morgen nicht nur einen Hüpfer geben könnte sondern sich der DAX im Wochenverlauf jenseits der 13000 festsetzt.
      Oder es gibt nicht mal einen Hüpfer. Oder … wir warten einfach ab.

      • Avatar

        PK

        7. Mai 2017 11:17 at 11:17

        „Das hat ja gut funktioniert, PK, kurz vor 22Uhr.“
        ist wie gesagt ein absolut typisches Verhalten für einen Trend-Tag im FDax, wenn eine der Seiten schon den ganzen Tag am bluten ist, dann werden sie in den letzten Minuten geschlachtet. Die Shorts warten den ganzen Tag auf ein Wunder, und am Ende, wenn die Margin auf Overnight umgestellt wird werden sie einfach rausgekickt. Und das waren auch durchaus große Player, die da geblutet haben.

      • Avatar

        PK

        7. Mai 2017 11:19 at 11:19

        P.S. Man muss lernen an den Schmerzen der anderen zu verdienen.
        Ich weiss auch nicht, wie die Wahlen ausgehen, aber rein vom Sentiment her denke ich passt Short schon auf Sicht 1 Woche.

      • Avatar

        vogel

        7. Mai 2017 13:13 at 13:13

        @Gerd&PK
        Hat zwar nicht direkt mit der Frankreich-Wahl zu tun haben, dieses bekannte Muster läßt aber aufhorchen:
        „Die nächste Krise?
        Kanada erlebt Subprime-Moment“… http://www.n-tv.de/wirtschaft/Kanada-erlebt-Subprime-Moment-article19825735.html

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    karibik

    6. Mai 2017 10:54 at 10:54

    Was glauben Sie wen die Menschen in der französischen Karibik wählen? Hat das einen großen Einfluss auf die Wahlen? Spannend wird es sicher. Wenn die Börse mitspielt kann ich mir sicher bald diesen Urlaub dann leisten : http://www.karibikreisen24.de/franzoesischen-antilleninseln/reiseinformation/die-franzoesischen-antilleninseln.html

    Ab auf die französischen Antillen…..

    LG

  6. Avatar

    gerd

    7. Mai 2017 20:04 at 20:04

    Na bitte, 65 zu 35 laut 1. Hochrechnung.
    Kommt doch alles, wie erwartet. Oder sogar noch krasser.
    Das Schicksal nimmt jetzt seinen Lauf.

    • Avatar

      gerd

      7. Mai 2017 20:18 at 20:18

      Lang und Schwarz hatte um 19Uhr den DAX schon mit 12.870 berechnet. Gegen 17Uhr stellten sie ihn sogar schon bei 12900.
      Da kommt morgen demnach doch noch ein zusätzlicher Freudenhüpfer wegen Frankreich auf.
      Und schon drohen meine guten Vorsätze von heute Nachmittag – angesichts der guten Kommentarratschläge – in Vergessenheit zu geraten.

      • Avatar

        gerry

        7. Mai 2017 21:59 at 21:59

        Kannst du mir sagen, wo man den L&S-DAX nachschauen kann (19 Uhr bei 12.870) ? Auf der Internetseite von L&S kann ich da jedenfalls nichts finden…
        Danke im voraus für die Antwort !

      • Avatar

        Robert14021984

        7. Mai 2017 23:32 at 23:32

        servus Gerd,

        woher hast du denn diese Infos dass der dax bei mindestens 12900 punkte eröffnet ?

        • Avatar

          gerd

          8. Mai 2017 07:37 at 07:37

          Hatte ich erst auf die
          „falsche“ Seite gestellt:
          Die DAX-Indikation von L u. S sehe ich mir hier an:

          https://www.comdirect.de/inf/aktien/detail/chart.html?timeSpan=1D&ID_NOTATION=14734849

          Sonntags von 17 -19 Uhr Kurse werden dort Kurse auch für die Einzelaktien gestellt. DAX war da gestern um 17Uhr bei 12913 (also noch vor der ersten o f f i z i e l l e n Hochrechnung), um 19Uhr bei 12871. Heute Morgen etwas tiefer.

          • Avatar

            klack

            8. Mai 2017 08:01 at 08:01

            Auf http://www.ig.com kann man die Dax-Indikationen ab 9°° früh am Sonntagmorgen sehen ,ich schau mir immer zuerst deren Dax-Indikation an und such ich mir dann die Presseinformationen ,die zu der jeweiligen Kursentwicklungen passen.

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Aktien

Aktien: Die Rally und die Cocktail-Theorie von Peter Lynch

Ibrahim Sonay

Veröffentlicht

am

Klar, Corona ist das Gesprächsthema Nummer-Eins, doch dicht auf den Fersen folgt derzeit schon das Thema Aktien!

Aktien: Woher stammt die Cocktail-Theorie?

Der berühmte Magellan-Fonds Manager Peter Lynch, ein Maestro der Investment-Welt aus den 80er-Jahren, stellte damals die Interessante Cocktail-Theorie auf, um die unterschiedlichen Marktprognosen darzulegen, die er über Jahre entwickelt hatte, während er auf Partys herumstand.

Phase Eins

Gar nicht über Aktien sprechen die Leute in der ersten Phase, eines leichten Marktanstiegs, nachdem sie längere Zeit am Boden lagen, ohne Bewegung und Beachtung. Fragte man Lynch auf der Party, was er denn so beruflich treibe, antwortete er, dass er einen Aktienfonds manage. Daraufhin nickten die Leute freundlich und gingen weiter, um sich mit dem Nächsten auf der Party über Belangloses zu unterhalten. War dies der Fall, so wusste Lynch, dass der Markt vor einer Erholung stand.

Phase Zwei

Nachdem Lynch seinen Beruf nannte, blieben die Partygäste meist etwas länger – aber auch nur so lange, um ihn klar zu machen, wie gefährlich doch Aktien seien. Danach sprachen die Partygäste wieder übere andere Themen. Auch dies beobachtete er und stellte somit fest, dass die Börse in der zweiten Phase steckt, denn die Aktien stiegen bereits, doch es interessierte (noch) niemanden.

Phase Drei

Der Markt war bereits um 30 % gestiegen und Lynch wusste, dass ihn auf der Party eine neugierige Schar von Menschen umringen würde. Viele euphorische Zeitgenossen nahmen ihn beiseite, um herauszufinden, in was sie denn nun investieren sollten und fast jeder sprach von Aktien. Damit war klar, Phase Drei ist erreicht.

Phase Vier

In der vierten Phase umzingelten ihn die Leute erneut, aber diesmal nicht um zu erfragen, worin sie investieren sollten, sondern um ihn Tipps und Ratschläge zu geben, welche Aktien er kaufen solle. Erfuhr er Tage später, dass die Empfehlungen der Partygäste aufgingen, so erkannte Lynch, dass der Markt in Phase Vier steckt: Das Hoch war erreicht – ein Rückschlag der Märkte stand kurz bevor.

Das aktive Zuhören kann sehr wertvoll sein. Halten Sie also ihre Augen und Ohren auf. Auf lange Sicht sollte jeder für sich selber entscheiden, worin er sein Geld investieren möchte – ob er dabei Prinzipien, Ethik oder Trends berücksichtigt. Eines zeigt uns die Vergangenheit der Aktienmärkte jedoch: wenn man Aktien von Qualitäts-Unternehmen findet und das zu einem guten Preis, erzielt man über Jahre Rendite.

Aktien und die Cocktail-Theorie

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Aktien

Aktien: Die 2020-er, wieder das Jahrzehnt der Aktie?

Die Jahre 2010 bis 2020 war ein Jahrzehnt für die Aktien – den Notenbanken sei Dank! Aber wie sieht es für die 2020er-Jahre aus?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Die Jahre 2010 bis 2020 war ein Jahrzehnt für die Aktien – den Notenbanken sei Dank! Aber wie sieht es für die 2020er-Jahre aus?

Derzeit wird viel spekuliert über die Zukunft nach Corona. Ein Jahrzehnt hat begonnen, in dem die Schulden weltweit auf noch nie gesehene Höhen gestiegen sind. Für einen Dollar Wachstum mussten in den USA bisher bereits sieben Dollar neue Schulden aufgenommen werden, um dieses zu generieren – die Demographiefalle schlägt in vielen Industriestaaten unbarmherzig zu. Deshalb sollte es schwierig werden, das Potenzialwachstum der letzten Jahrzehnte überhaupt zu halten. Man kann sich vieles vorstellen und darüber diskutieren, es gibt aber ein paar fundamentale Gesetzmäßigkeiten in neuzeitlichen Gesellschaften. Auch wenn das durch Geldhäuser ausgerufene Jahrzehnt der Aktien recht interpretationsbedürftig ist.

Aktien: Die Wirtschaft ist der Ast, auf dem wir alle sitzen

Bei allen Dikussionen über das FIAT-Geld, über Schulden und einem Auseinanderdriften der Gesellschaften in der Einkommensverteilung, darf man eines nicht übersehen: Ohne eine funktionierende Wirtschaft, ohne Steuereinnahmen funktioniert kein Gemeinwesen. Die Aufwendungen für einen Staat mit seiner Regierung, seiner Verwaltung, seiner Justiz, seiner Polizei, seinem Militär, seinem Gesundheits- und Bildungssystem, können nicht durch die Druckerpresse der Notenbanken produziert werden, zumindest nicht für lange. Die Kosten müssen durch Steuereinnahmen der Unternehmen und bei den Bürgern erwirtschaftet werden.

Was passiert denn in einem Staat, in dem durch Krieg oder Aufstände Polizei und Militär ausgeschaltet werden? Eine erste Reaktion in einem solchen Land (beispielsweise nach den Umstürzen im Irak oder Lybien) sind stets sofort Plünderungen, aber auch Vergewaltigungen und andere Abscheulichkeiten.

Anleihen können auf null gesetzt und entwertet werden, Schulden durch Währungsreformen vernichtet, aber ein Teil der Wirtschaft bleibt immer erhalten und damit auch der Aktienmarkt und die Aktien.

Denn was stellt der Aktienmarkt dar? Die Beteiligung an Unternehmen, an der Volkswirtschaft, bei allen stets immer wieder zu korrigierenden Entgleisungen. Damit wird auch im Jahrzehnt nach Corona höchstwahrscheinlich der Spruch von Warren Buffett, aus den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts weiter gelten:

“Langfristig werden die Aktienmärkte für gute Nachrichten sorgen. Im 20. Jahrhundert durchlebten die USA zwei Weltkriege und weitere traumatische und teure militärische Konflikte. Eine Depression, mehrere Rezessionen, Börsenpaniken, Ölschocks, Virenpandemie und den Rücktritt eines Präsidenten. Dennoch stieg der Dow Jones von 66 auf 11.497.”

Sondersituation Deutschland

Deutschland wird im Anleihebereich als ein sicherer Hafen angesehen – mit fatalen Folgen für Sparer und Vorsorgesysteme. Denn wie sollen selbst bei leicht steigenden Zinsen Vorsorgeleistungen, Versicherungs- und Pensionsleistungen erwirtschaftet werden? Deutschland sitzt inmitten von Ländern, die sich keine höheren Zinsen leisten können. Der Zinseszinseffekt schafft erst ab einem Zinssatz von drei Prozent in überschau- und erlebbaren Zeiträumen einen Vermögensaufbaueffekt. Aber wie würden die Belastungen für die Staatshaushalte ausfallen, wenn die Renditen für Staatsanleihen in diese Regionen zurückkehren sollten. Die europäische Staatengemeinschaft mit ihrer Zentralbank wird also versuchen über die Zeit aus diesem Dilemma herauszukommen. Die Anleihelaufzeiten auf 30/50 Jahre plus verlängern, wie in Griechenland im Ansatz geschehen.

Die erzielbaren Renditen reichen nicht für das bisherige Vorsorgesystem. Wird man etwa den norwegischen Weg gehen und die Quote an Aktien erhöhen? Das Börsen-Urgestein Gottfried Heller (Partner von André Kostolany) hat auf einem Börsentag schon vor zwei Jahren die Prognose gewagt, dass Versicherer ihre Statuten ändern werden (müssen), um eine auskömmliche Rendite zu erwirtschaften und ihren ständigen Auszahlungsverpflichtungen nachzukommen. Die langlaufenden Anleihen im Bereich von 10 Jahren und mit ertragreichen Kupons, sind am Auslaufen. Allzu viele 30-jährige hat man sicher nicht in den Portfolios. Also wohin mit den Kundengeldern in Zukunft? In grüne Projekte, Private Equity u.ä.?

Was macht eine Allianz, eine der großen Dividendenzahler (4,8 Prozent aktuell), wenn es nicht einmal mehr am (nicht nutzbaren) Markt für Junk Bonds solche Renditen gibt? Der Zyklus der sinkenden Zinsen seit dem Jahr 1980 ist mit den großen Zinsschritten in den USA im März am Ende angelangt. Bis zuletzt konnte man wegen der Durationseffekte stets Gewinne mit den Anleihen erwirtschaften, so auch noch einmal im Jahr 2020. Aber wenn die Zinsen nicht unter null fallen, gibt es künftig kaum noch etwas – keine Kupons und keine Kursgewinne bei fallenden Zinsen.

Was machen Großfirmen mit ihren Betriebsrenten, Stiftungen mit ihren Anlagegeldern in den nächsten Jahren? Es spricht sehr viel für die Dividendentitel in diesem Jahrzehnt. Mit all ihren Schwankungen und vermutlich sind die jahrelangen Renditen von acht Prozent plus per annum auch bei Weitem nicht mehr realistisch. Aber wo sind die Alternativen?

Fazit

Obwohl ich absolut nichts davon halte, größere Zukunftsprognosen zu stellen – daran verbrennen sich schon ständig ganze Organisationen und Thinktanks die Finger, mit einer Heerschar von Professoren – so bin ich schon davon überzeugt, dass das jetzige Jahrzehnt wieder das Jahrzehnt der Aktien sein wird. Mit großen Schwankungen, Crashs, die Exzesse bereinigen werden, aber auch begründet in der Tatsache, dass man zwar Geldsysteme verändern und vernichten kann, aber nicht die Produktionsanlagen oder die Betriebe in einer Volkswirtschaft, ohne die es kein Überleben gibt, apokalyptische Szenarien einmal ausgenommen.

Es ist aber auch wahrscheinlich, dass es ein wesentlich langsameres Wachstum an den Börsen geben wird, nach Preisexzessen und deren Bereinigung, wie man es in Japan seit 31 Jahren nun schon beobachten kann. Aber selbst wenn Euro oder Kryptowährungen scheitern, wofür hat man nach 250 Staatsbankrotten seit 1800 (sowie 68 internen Pleiten) noch keinen Ersatz gefunden? Für Aktien..

Werden die 2020er-Jahre ein Jahrzehnt für Aktien?

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Aktien

JP Morgan-Quartalszahlen: Deutlich besser als erwartet – Milliarden-Rücklagen für faule Kredite aufgelöst

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Soeben wurden JP Morgan-Quartalszahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen. Der Umsatz liegt bei 30,16 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 29,2/Erwartungen 28,7). Der Gewinn liegt bei 3,79 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,57/Erwartungen 2,62).

In der Grafik unten sieht man es in der dritten Spalte. JP Morgan hat im letzten Quartal die Risikofürsorge für faule Kredite um 1,9 Milliarden Dollar reduziert, wodurch natürlich der Gewinn erhöht wird. JPM ist der Meinung, dass sich das wirtschaftliche Umfeld (im Sinne der Zahlungsmoral der Kunden) bessert, und vor allem dass Firmenkunden nach wie vor frisches Geld am Kapitalmarkt aufnehmen können. Insgesamt spricht die Bank davon, dass sogar 2,9 Milliarden Dollar an Kreditreserven umgewandelt und in den Gewinn von 12,1 Milliarden Dollar verschoben wurden. Ohne diese Buchung wären es nicht 3,79, sondern nur 3,09 Dollar Gewinn pro Aktie, so die Headline-Aussage der Bank.

Zitat aus dem aktuellen Bericht von JPM:

The provision for credit losses was a net benefit of $1.9 billion, compared to an expense of $1.4 billion in the prior year driven by reserve releases in the current quarter. The Wholesale reserve release was $2.0 billion, reflecting an improvement in the macro-economic scenarios and the continued ability of clients to access liquidity and capital markets. The Consumer reserve release was $0.9 billion, in Home Lending, primarily due to improvements in HPI expectations and portfolio run-off. The prior year included a net reserve release in the Consumer portfolio and a net reserve build in the Wholesale portfolio. Net charge-offs of $1.1 billion were down $444 million from the prior year, driven by Card.

Die Aktie notiert vorbörslich mit +0,7 Prozent.

Hier das Headline-Statement von JPM-CEO Jamie Dimon:

Jamie Dimon, Chairman and CEO, commented on the financial results: “JPMorgan Chase reported strong results in the fourth quarter of 2020, concluding a challenging year where we generated record revenue, benefiting from our diversified business model and dedicated employees. While we reported record profits of $12.1 billion, we do not consider the reserve takedown of $2.9 billion to represent core or recurring profits – essentially reserve calculations, while done extremely diligently and carefully, now involve multiple, multi-year hypothetical probability-adjusted scenarios, which may or may not occur and which can be expected to introduce quarterly volatility in our reserves. While positive vaccine and stimulus developments contributed to these reserve releases this quarter, our credit reserves of over $30 billion continue to reflect significant near-term economic uncertainty and will allow us to withstand an economic environment far worse than the current base forecasts by most economists.”

Dimon added: “In Consumer & Community Banking, deposits grew 30% or over $200 billion driven primarily by growth in the Federal Reserve’s balance sheet and the continuation of modest market share gains. Within our consumer lending franchise, auto and retail mortgage originations were both up more than 20%. Consumer spending continued to recover, as reflected in combined debit and credit card spend being up for the full quarter. The Corporate & Investment Bank delivered another impressive quarter with growth in Global Investment Banking fees of 34% and Markets revenue of 20%. With a record quarter, Commercial Banking earned $3.3 billion of investment banking revenue in 2020, surpassing its previous $3 billion long-term target. In Asset & Wealth Management, AUM grew 17% due to higher asset values and net inflows of over $190 billion into long-term and liquidity products over the last twelve months.”

Dimon concluded: “We ended the year with a CET1 ratio of 13.1% (vs. 12.4% at the beginning of the year) and capital above $200 billion, providing us with meaningful capacity to further invest in our business and communities, while returning capital to
our shareholders. This increase in capital was after raising over $2 trillion of credit and capital for our consumer and institutional clients around the world, which includes nonprofits and U.S. government entities, including states, municipalities, hospitals and universities and adding net $12 billion to credit reserves. We also hold $1.4 trillion of cash and marketable securities, which is currently over $450 billion in excess of what is required. We opened branches in new markets, improved our digital capabilities, and made acquisitions that will enhance our product offerings and deepen our engagement with our customers. We also continued to invest in our communities – for example, through our initial commitments to support those most impacted by the pandemic and our longer-term commitment to advance racial equality and promote economic growth. Our earnings power and healthy capital position also provide us the flexibility to pay dividends and return excess capital to shareholders through share repurchases. I want to end by thanking our frontline colleagues and those working from home who quickly adapted to the pandemic and safely helped our clients, customers, communities and governments.”

Grafik zeigt aktuelle JP Morgan-Quartalszahlen

JP Morgan-Quartalszahlen - Jamie Dimon
Jamie Dimon. Foto: Steve Jurvetson Creative Commons Attribution 2.0

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