Devisen

Verliert Chinas Notenbank die Kontrolle über den Yuan?

Chinas Notenbank PBOC versucht derzeit offenkundig, den Yuan zu stärken: sie senkte den offiziellen Währungskurs nun schon den fünften Handelstag in Folge von gestern 6.1195 auf nun 6.1153 zum US-Dollar. Die an den Devisenmärkten gehandelten Kurse können in einer definierten Spanne von der Festsetzung der Notenbank abweichen, und der Markt tendiert nach den schwachen Daten zu den Verbraucher- und Erzeugerpreisen vom Vortag derzeit klar dahin, von dieser Spanne auch Gebrauch zu machen. So liegt der heutige Schlusskurs mit 6.1886 deutlich über dem von der PBOC gesetzten Wert, sprich der Yuan wird faktisch deutlich schwächer gehandelt als von der Notenbank festgesetzt.

Am offshore-Markt in Hongkong, wo der Yuan frei gehandelt werden kann, liegt der Kurs des Yuan mit 6.1948 noch tiefer. Auch an den Offshore-Forward-Märkten wird der Yuan deutlich schwächer gehandelt, derzeit in der Spanne 6.3085/6.3115. Diese Forward-Kontrakte signalisieren, dass die Märkte für 2015 mit einem weiteren Wertverlust des Yuan zum US-Dollar von 1,9% rechnen (in 2014 verlor die chinesische Währung ebenfalls 1,9%).

In der Nacht zum Freitag kommen die Daten zur Industrieproduktion und Kreditvergabe aus dem Reich der Mitte – mit weiteren Enttäschungen ist zu rechnen. Aufgrund der Politik der EZB, vor allem aber auch der Bank of Japan dürfte Chinas Regierung früher oder später gezwungen sein, die Yuan auch offiziell weiter abzuwerten. Der Markt jedenfalls zeigt durch seine Abweichung vom offiziellen Kurs, dass er nicht an die von der Notenbank versuchten Stärkung des Yuan glaubt..



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