Europa

Verliert Frankreich seine treuesten Gläubiger?

Von Markus Fugmann

Man kann nicht wirklich behaupten, dass die Dinge in Frankreich rund laufen: auch heute wieder ein enttäuschender Einkaufsmanagerindex – 47,6 im verarbeitenden Gewerbe, deutlich unter der 50er-Marke, also Schrumpfung. Dennoch: die Renditen (=Risikoprämien) der 10-jährigen Staatsanleihen Frankreichs schlossen gestern auf einem Allzeittief bei 1,542%. Faktisch entkoppeln sich also die Finanzmärkte weiter von der Realwirtschaft.

Aber vielleicht ist es bald zu Ende mit den rekordniedrigen Renditen, die es Frankreich erlauben, sich extrem günstig zu verschulden. Denn die wichtigsten Anleihegläubiger Frankreichs, japanische Investoren, werden langsam nervös und beklagen die zu geringe Renditen bei französischen Staatsanleihen. Und das könnte für Frankreich perspektivisch ein Problem werden, angesichts der zentralen Bedeutung japanischer Investoren für Frankreich:

FrankreichJapan

Mehrere japanische Großinvestoren aber scheinen sich nun umzuorientieren – und wollen offenkundig in die höherrentierlichen spanischen und italienischen Staatsanleihen umswitchen. Diese rentieren ca. 1% höher – und die Perspektiven für die Wirtschaft sehen in diesen Ländern eher besser aus als in Frankreich. Gerade Spanien erlebt aktuell eine (Schein?)Blüte: das BIP dürfte im 2.Quartal um 0,5% steigen, auch die Arbeitslosigkeit kommt deutlich zurück, wie heutige Zahlen zeigen (24,47%).

Damit springen japanische Investoren auf einen fahrenden Zug auf: auch US-Investoren schichten derzeit stark in die Euro-Peripherie um..



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