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Verliert Nvidia den Fokus auf das Wesentliche?

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PC und Grafikkarte Beispielbild - Probleme bei Nvidia?

Es war eine geniale Idee, die eigenen Grafikchips auch als Rechenbeschleuniger für z.B. KI-Anwendungen anzubieten und zum mehrfachen Preis einer gleichartigen Spieler-Grafikkarte anzubieten. Doch die Umsätze im Gaming-Bereich sind noch immer größer als die aus der Datacenter-Branche und sie wachsen in absoluten Beträgen auch noch schneller. Nvidia muss aufpassen, sich nicht mit einem zu großen Fokus auf Server-Chips zu verzetteln.

Nvidia hat bereits den Konsolenmarkt an AMD verloren. Steckten 2002 und 2006 noch in der XBox und PlayStation 3 Chips von Nvidia, ist der Markt seit eineinhalb Jahrzehnten fast vollständig in der Hand von AMD. PlayStation 4 und 5 sowie Nintendo Wii und Wii U wurden und werden von AMD ausgestattet. Die XBox 360, One und Series X wurden und werden ebenfalls mit AMD Grafikchips bestückt. Lediglich im aktuellen Nintendo Switch steckt noch ein Chip von Nvidia. Auch Apple setzt inzwischen exklusiv auf AMD. Die Dominanz von AMD bei Konsolen und Apple steht in auffallendem Gegensatz zum Markt für PC-Grafikkarten. Da kommt Nvidia auf 73% Marktanteil, AMD nur auf 27%. Vor zehn Jahren betrug das Verhältnis noch 60:40.

Nvidias Margen im Profi-Bereich sind bedeutend höher als bei Spielern

Umso wichtiger ist es für Nvidia, den Markt für PC-Grafikkarten nun nicht zu vernachlässigen. Sicherlich sind die Margen im Servergeschäft bedeutend größer. Während die teuerste PC-Grafikkarte für 2.750 Euro den Besitzer wechselt , kostet das Server-Pendant 9.000 bis 22.500 Euro. Dabei steckt in beiden Karten der gleiche Chip. Das Server-Modell ist lediglich noch ein wenig stärker selektiert und hat ein paar mehr aktivierte Funktionseinheiten. Die Rohmarge der Server-Karten dürfte daher traumhaft sein und aus Nvidias Sicht ist jeder an Spieler statt an Server-Betreiber verkaufte Chip eine Verschwendung im Umfange von tausenden bis zehntausenden US-Dollar.

Doch so leicht kann es sich Nvidia nicht machen. Trotz stark gesunkener Nachfrage nach Grafikkarten für das Kryptowährungs-Mining ist der Umsatz der Gaming-Sparte noch immer doppelt so groß wie der der Data Center Sparte. Selbst wenn wir Data Center und Professional Visualization zusammenfassen, liegt der Umsatz noch immer 30% unter dem der Gaming-Sparte. Im Geschäftsbericht liegt der Fokus jedoch klar auf dem Profi-Bereich. Während der Umsatz-Spitzenreiter „Gaming“ nur 23 Mal erwähnt wird, kommen Data Center auf 35 Erwähnungen und die Professional Visualization auf neun.

Gefährlich wird es, wenn sich diese Fokussierung auf den Profi-Bereich nicht nur im Geschäftsbericht finden sollte, sondern irgendwann auch in der Produktentwicklung. Schon heute entwickelt Nvidia zwei parallele Chip-Linien. Die Volta-Chips sind auf den Profi-Einsatz zugeschnitten, die Turing-Chips auf Gamer. Obwohl der Volta-Chip auf dem Papier mächtiger ist als Turing, zeigte sich in Tests, dass der nominell leistungsschwächere Chip in Spielen schneller ist. Denn auf Spiele wurde er optimiert. Für Nvidia hätte es Vorteile, künftig wieder nur noch eine Chiplinie entwickeln und herstellen zu müssen. Das senkt die Entwicklungskosten und ermöglicht es, die besten Chips auf den profitableren Profi-Karten und den Rest auf den günstigeren Spieler-Karten einzusetzen. Doch wenn darunter die Spiele-Leistung sinkt, könnte sich eine Angriffsfläche für AMD bieten.

Nvidia schafft sich einen eigenen Markt für die Data Center Sparte

Ein neuer Trend wird eventuell mit dem gerade gestarteten Streaming-Dienst GeForce Now etabliert. Dabei kaufen sich die Spieler nur noch das Spiel, nicht aber die für das Spielen nötige Hardware. Vielmehr läuft das Spiel auf einem Server von Nvidia, bestückt natürlich mit Nvidia-Grafikkarten. Die von der Grafikkarte gerenderten Bilder werden anschließend als Video-Stream auf den Computer des Spielers geschickt. Vergleichbare Services werden auch schon von anderen Anbietern angeboten. Der Vorteil für die Spieler besteht darin, dass sie sich nicht mehr in regelmäßigen Abständen teure Grafikkarten anschaffen müssen, um die neusten Spiele spielen zu können. Ob die Dienstleistung auch für Nvidia ein gutes Geschäft wird, bleibt abzuwarten.

Derzeit kostet GeForce Now 5,49 Euro pro Monat. Genutzt werden darf der Service sechs Stunden pro Tag. Eine Grafikkarte kann also maximal vier Nutzer am Tag bedienen, die jeweils 5,49 Euro für die Nutzung der Hardware und den für das Streaming erzeugten Traffic bezahlen. Macht pro Grafikkarte 263,52 Euro Jahresumsatz. Nach spätestens zwei bis drei Jahren ist die Hardware veraltet und muss ersetzt werden. Kaum vorstellbar, dass das mit den aktuellen Preisen ein profitables Geschäftsmodell ist, selbst wenn ein Grafikchip zwei oder drei Spieler gleichzeitig bedienen könnte.

Sollte Nvidia jedoch nach der Einführungsphase den Preis erhöhen und sich neue Käuferschichten erschließen können, die sich bisher keine hochpreisigen Grafikkarten kauften, könnten Umsatz und Gewinn in völlig neue Höhen katapultiert werden. Denn die Hardcore-Gamer werden wahrscheinlich nicht auf den Streaming-Dienst wechseln, da er verglichen mit der eigenen Grafikkarte mit einigen unabänderlichen Nachteilen verbunden ist. Im besten Fall erhält sich Nvidia also den Markt für hochpreisige Grafikkarten und erschließt sich gleichzeitig neue Kundenkreise.

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  1. Avatar

    GpuCpu

    18. Februar 2020 13:53 at 13:53

    Auch wenn man es nicht in absoluten Zahlen messen kann, glaub ich, dass Nvidia einen massiven Imageschaden erlitten hat. Nvidia kratzt(e?) die letzten Jahre den absolut letzten Cent aus deren Zielgruppe.

    Auch wenn ich derzeit (noch) ein Nvidia-Karte habe, wird die nächste definitiv eine AMD.

    Dasselbe gilt übrigens auch für Intel Cpu’s.

    Schön abzulesen auch an den Verkaufszahlen von Mindfactory. Einer der beliebtesten Händler der Szene und (ich glaube) der einzige der seine Verkaufszahlen veröffentlicht. Und Gforce-Now – pffffff. Wie im Artikel richtig beschrieben.

    AMD macht derzeit alles richtig! Keine Ahnung wie Nvidia hier das Ruder rumreißen will. Außer mit massiven Preis(/Leistungs)-Senkungen – und diese sind für einen Nasdaq-Konzern wohl ausgeschlossen.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – „Ob gut oder schlecht – Sell the News!“

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Auch wenn es wie bei Microsoft gute Zahlen gab – der Markt ist derzeit negativ eingestellt.

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Boeing-Quartalszahlen: Desaster, aber der Verlust ist kleiner als erwartet

Claudio Kummerfeld

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Die Boeing-Quartalszahlen wurden soeben veröffentlicht. Boeing ist als Industrieunternehmen mit seiner gigantischen Zuliefererkette derart wichtig für die US-Volkswirtschaft, dass man mit starken Absatzrückgängen sogar das US-BIP in spürbare Bewegung bringen kann. Aber nun zu den wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 14,14 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,98/erwartet für heute 14,5). Laut Boeing sinken die Umsätze bei den zivilen Maschinen wegen der 737-Probleme, was teilweise durch höhere Umsätze in der Militärsparte ausgeglichen werde. Der Ergebnis liegt bei -1,39Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 1,45/erwartet für heute -2,32).

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Gegenüber Airbus ist Boeing doppelt hart getroffen. Nicht nur Corona trifft die Geschäfte des Flugzeugbauers, sondern immer noch das 737 Max-Desaster mit den zwei Abstürzen.

Der operative Cash Flow liegt bei -4,8 Milliarden Dollar.

Die Aktie notiert vorbörslich mit +1,0 Prozent – wohl weil der Verlust nicht so schlimm ausfiel wie erwartet.

Boeing betont, dass man noch in den Büchern noch Aufträge habe für 4.300 kommerzielle Flugzeuge im Volumen von 393 Milliarden Dollar.

Boeing soll Ende 2021 noch 130.000 Mitarbeiter haben, wo es Anfang 2020 noch 160.000 waren.

CEO-Statement:

“The global pandemic continued to add pressure to our business this quarter, and we’re aligning to this new reality by closely managing our liquidity and transforming our enterprise to be sharper, more resilient and more sustainable for the long term,” said Boeing President and Chief Executive Officer Dave Calhoun. “Our diverse portfolio, including our government services, defense and space programs, continues to provide some stability for us as we adapt and rebuild for the other side of the pandemic. We remain focused on the health and safety of our employees and their communities. I’m proud of the dedication and commitment our teams have demonstrated as they continued to deliver for our customers in this challenging environment. Despite the near-term headwinds, we remain confident in our long term future and are focused on sustaining critical investments in our business and the meaningful actions we are taking to strengthen our safety culture, improve transparency and rebuild trust.”

Grafik zeigt Detaildaten zu den aktuellen Quartalszahlen von Boeing

Hauptwerk nahe Seattle - Boeing-Quartalszahlen veröffentlicht
Das Boeing-Hauptwerk nördlich von Seattle. Foto: Jeremy Elson CC BY-SA 3.0

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So sichern Sie in unruhigen Marktphasen Ihr Depot ab – Werbung

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Lieber Börsianer,

es ist wieder soweit. Deutschland fährt erneut runter und geht in einen moderaten Lockdown. Voraussichtlich noch im Verlauf des Tages werden Bund und Länder entsprechende Maßnahmen beschließen. In der Diskussion sind unter anderem: Verbot von Verwandtenbesuchen, Aufenthalt in der Öffentlichkeit mit maximal einer Person eines anderen Haushaltes, die Gastronomie soll wieder komplett heruntergefahren werden, touristische Übernachtungen im Inland sollen jetzt auch ausbleiben.

Zwischen den Zeilen lese ich heraus, dass die Maßnahmen bis weit in die Adventszeit aufrecht erhalten werden sollen. Die Politik konzentriert sich offenbar auf das Weihnachtsfest. Am Weihnachtsbaum sollen wir also wieder Verwandte treffen dürfen und dabei möglicherweise auch wieder ein Restaurant besuchen dürfen. Es überrascht also nicht, dass der DAX bereits seit Tagen butterweich ist. Zuletzt sackte der deutsche Leitindex mit großer Dynamik unter die Marke von 12.000 Punkten ab. Noch hält sich der US-Markt wacker und hat noch kein Verkaufssignal generiert.

Es gibt folglich zwei Optionen. Die optimistische Variante: Der US-Markt wird die europäischen Börsen stützen, sodass die Korrektur bei DAX und Co. rasch auslaufen wird. Die pessimistische Variante: Die US-Märkte kippen nächstens „hinterher“ und leiten damit eine globale Korrekturphase ein.

Vor diesem Hintergrund fragen sich jetzt natürlich viele Investoren, wie kann ich mein Depot einmal absichern, wie kann ich meine schönen Gewinne der vergangenen Monate und Jahre kurzfristig festmachen.

Es gibt hier zwei anerkannte Methoden: So können Sie nun die Aktienpositionen Ihres Depots einfach vollständig oder weitgehend abverkaufen. Diese Lösung ist einfach, hat aber in der Praxis ihre Tücken. Zunächst kann diese Maßnahme vor allem bei etwas größeren Depots durchaus zeitaufwändig sein. Außerdem produzieren Sie dadurch für Ihr Depot eine gewisse Spesenbelastung, die sich am Ende, wenn Sie die Titel wieder zurückkaufen, quasi verdoppelt.

Außerdem dürfen wir getrost davon ausgehen, dass uns der Wiedereinstieg in der Praxis kaum optimal gelingen wird. Denn wenn dann die Börse plötzlich dreht, sind wir eben erst einmal nicht dabei. Und oftmals sind die Kursgewinne der ersten Erholungsphase, die auf eine Korrektur folgen, besonders großzügig. So zeigen alle Studien, dass man mit einem Totalverkauf langfristig Rendite verliert, selbst wenn Aus- und Wiedereinstieg halbwegs gut bewerkstelligt werden.

Machen Sie keine halben Sachen, sondern sichern Sie proaktiv ab

Sinnvoller ist in unruhigen Marktphasen die sog. aktive Absicherung. Bei diesem Verfahren halten Sie im Wesentlichen an Ihren bestehenden Aktienpositionen fest, stellen allerdings vorübergehend sog. Shorts oder Puts gegen diese Aktienpositionen.

Wie funktioniert die proaktive Absicherung in der Praxis? Die Deutsche Börse berechnet nicht nur den DAX, sondern auch den sog. Short-DAX. Dieser Index verhält sich exakt spiegelverkehrt oder invers zum „echten“ DAX. Zu Deutsch: Wenn der DAX an einem Tag um 1 % fällt, dann steigt der Short-DAX exakt um 1 %. Wenn Sie also DAX-Aktien im…..

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