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Vermiest China-Absturz uns die ganze Party?

Von Claudio Kummerfeld

Die KP in Peking wollte doch eigentlich alles mit Geld und Verboten ersticken, damit der Aktienmarkt in China sich endlich stabilisiert. Aber ein Markt lässt sich nicht „stabilisieren“. Fehlen in großem Volumen die Kaufwilligen, fehlt das Vertrauen, passiert genau das, was heute in Shanghai passiert ist. Der Aktienindex fiel um 8,5% (stärkster Einbruch seit 2007) und droht uns die ganze Börsenwoche so richtig zu vermiesen. Nachdem Aktien und Rohstoffe letzte Woche schon auf breiter Front gelitten haben, kann dieser Absturz nun zur zweiten Welle einer kräftigen Abwärtsbewegung werden.

Nachdem privat veröffentlichte Daten zur Industrieproduktion am Freitag schlecht ausfielen, folgten jetzt staatliche Daten bzgl. eines Rückgangs bei den Gewinnen der Industrieunternehmen. Nur -0,3% im Vergleich zum Vorjahr, aber der heutige Absturz zeigt, wie angespannt die Situation ist. Ermittlungen gegen Verkäufer von Aktien einzuleiten oder nach einem Schuldigen für den Absturz zu suchen, beseitigt nicht die Ursache des Problems (Überhitzung des Marktes, Animierung der Bürger in Aktien zu gehen).

Das Entscheidende ist: Das Vertrauen „des Marktes“ ist nicht da, dass es wieder bergauf geht. Sieht so aus als müsste sich dieser Crash austoben, bis er wie ein Tornado irgendwann seine Kraft verliert. Dann, von einem tiefen Niveau aus, könnte man neu starten, aber wann ist das Tief erreicht? Die Antwort hierauf hat wohl niemand. Wichtig für die Aktienmärkte in Europa und Nordamerika ist, dass sich dieser Crash wie ein Verzögerungszünder auswirken kann. Chinesen ziehen Gelder bei uns ab und kaufen auch unsere Produkte nicht mehr. Dementsprechend nimmt die Börse bei uns eine Anpassung auf kommende negative Unternehmensdaten vor – die Aktienkurse fallen. Crash in China = weniger Rohstoffnachfrage in China. Dies sieht man derzeit vor allem beim Ölpreis.



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