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Vermögen – die Schere zwischen Arm und Reich

„Der Zinseszins ist das achte Weltwunder!“

Wolfgang Müller

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am

Zur Zeit wird wieder heftig darüber diskutiert, warum es solch große Unterschiede im Vermögen zwischen den oberen zehn Prozent und der unteren Hälfte in vielen Volkswirtschaften gibt. Für die USA könnte man das noch extremer erfragen, allein wegen Jeff Bezos, Bill Gates, Warren Buffett und Co. Ein gerüttelt Maß an Schuld trägt hier die Finanzmathematik oder der berühmte Zinseszinseffekt.

Von Albert Einstein stammen (vermutlich) nicht nur sarkastisch-zynische Sprüche wie „Das Weltall und die Dummheit der Menschen sind unendlich. Bei Ersterem bin ich mir nicht so sicher!“, sondern aber auch die Aussage: „Der Zinseszins ist das achte Weltwunder!“ Dies aus dem Munde eines begnadeten Physikers und Mathematikers, der damit einen Teil der gewaltigen gegenwärtigen Unterschiede im Vermögen erklärt. Ich betone, einen Teil, denn schließlich spielen Gesellschaftssystem und Besteuerung auch eine gewaltige Rolle.

Als ich kürzlich in der Kommentarspalte den Hinweis eines „Foristen“ gelesen habe, dass wir seit über 70 Jahren keinen Krieg oder eine echte Wirtschaftskrise erlebt hätten und unser Geldsystem in seiner heutigen Ausprägung deshalb nicht kollabiert ist, kam es mir in den Sinn, darüber einen Artikel zu verfassen. Denn der Hinweis trifft das Problem des Zinseszinseffekts in seinem Kern. Dazu ein paar Beispiele:

Der Bankrott von Staaten und das Vermögen

Betrachtet man sich die Historie der Staatspleiten seit dem Jahr 1800, so fällt unter den über 250 Beispielen auf, dass auch europäische Staaten und auch Deutschland oft davon betroffen waren.

Hauptgründe waren natürlich die Kriegskosten, die die Staaten in kürzester Zeit immer wieder in die Pleite trieben (Deutschland: Napoleonische Kriege, Weltkriege, Hyperinflation). Damit war der jetzige Sparmeister 7-mal mit von der Partie, genau wie Österreich, knapp hinter Spanien (8) und noch vor Griechenland (6). Wenn man die Kriege außen vor lässt, so haben Schulden oder auch der Aufbau von Vermögen eine natürliche Grenze und kollabieren in der Regel nach einem langen Menschenleben. Oftmals ist der Auslöser eine Bankenkrise, die in der Folge zu einer Staatskrise mutiert (2007?).

Warum Staatsschulden und Vermögen nicht ewig wachsen können, zeigt das mathematische Beispiel. Bei einem Zinssatz von sieben Prozent (extremes Beispiel, aber an der Börse war es seit dem Krieg die Durchschnittsrendite) verdoppelt sich der Betrag alle 10 Jahre, nach 30 Jahren verachtfacht er sich und in der Periode von hundert Jahre würde er sich vertausendfachen. Bei einem Satz von 4 % käme es nach 116 Jahren „nur“ zu einer Verhundertfachung. Dies erklärt, wieso Stabilitätskriterien (3 % Neuverschuldung und Inflationsrate von 2 %) gar keine so unsinnige Idee sind. Zwar ist die 100-Jahr-Frist eine Dauer außerhalb eines Menschenlebens, aber es zeigt warum der Zinseszinseffekt nach langer Dauer unerbittlich zuschlägt – und zwar in beide Richtungen.

Unternehmensentwicklungen und Privatvermögen

Aktuell zeigen gerade die Entwicklungen der FAANG-Aktien, dass wir wieder in eine solche Entwicklung hineinlaufen. Exemplarisch dazu die bisherige Historie von Amazon. Die Aktie hatte nach der Dotcom-Blase 2002 ein Tief von 12 Euro erreicht und stieg anschließend in einer unglaublichen Expansion bis ins Jahr 2019 auf den Höchstwert von 1807 Euro. Resultat: die unglaubliche Marktkapitalisierung von einer Billion Dollar und ein Faktor von 147 in nicht einmal zwei Jahrzehnten. Diese Entwicklung ist nie und nimmer auch nur ansatzweise fortzusetzen und eine Zerschlagung aufgrund der Marktgesetze wahrscheinlich. Dafür gibt es historische Beispiele, wie die Zerschlagung der Standard Oil Company, der Firma von John D. Rockefeller 1911, in 34 Gesellschaften oder die des Telefonmonopolisten AT&T im Jahre 1982.

Spannend wird auch die Weiterentwicklung von Berkshire Hathaway sein, der Firma von Warren Buffett. Bei deren Kursentwicklung wird der mathematische Effekt erst richtig deutlich. Eine durchschnittliche Rendite von 20 Prozent per annum machten aus 18 Dollar in 65 Jahren 320 000 Dollar und eine Gesamtrendite von über zwei Millionen Prozent. Buffett wurde mit 90 Milliarden Dollar Vermögen zum drittreichsten Menschen der Welt. Auch hier ist keine Vervielfachung mehr möglich, der Wunderinvestor ist auch schon 89 Jahre alt.

 

Die Situation in den letzten Jahren

Gehen wir einmal von einem einfachen Rechenbeispiel aus. Ein Anleger hätte sich Ende der 1980-er-Jahre umgerechnet 10 000 Euro erspart, ein anderer eine Million geerbt. Beide legten dies in einen Aktienfonds mit einer Rendite von 7 Prozent an. Das Vermögen des Kleinanlegers hätte sich ohne weiteres Zutun nach 30 Jahren verachtfacht auf ca. 80 Tsd. Euro, jenes des Millionenerben auf acht Millionen. Hier wird die Schere, ganz vereinfacht dargestellt, deutlich. Unser sparsamer Normalbürger hätte die Anzahlung für ein Häuschen zusammen gehabt, der Erbe sich mehrere Reihenhäuser davon kaufen können.

 

Fazit – Schere zwischen Arm und Reich im Vermögen mathematisch erklärt

Aus den oben angeführten Beispielen, wird ersichtlich, dass sowohl Schulden als auch Vermögen keine ewige Wachstums- und Lebensdauer haben können. Die Verbindlichkeiten würden ins Exponentielle explodieren, bei Vermögen entstünden über viele Generationen monopolartige Besitzverhältnisse. Durch den Zinseszinseffekt muss es deshalb zumindest in großen Zeitabständen zu einem Reset kommen. Staaten und Firmen würden zu mächtig, Reiche unendlich reich und Arme im Verhältnis immer arm bleiben. Eine kleine Betrachtungsweise aus der Mathematik, die das Thema arm und reich aus dieser Sicht beleuchtet – Faktoren wie Erbschafts- und Vermögenssteuer einmal außer Acht gelassen.

Dies wirft auch einen globalen Blick auf die Verschuldung der Welt (Staaten, Unternehmen, Konsumenten), die seit der Finanzkrise noch einmal extrem angestiegen ist. Die globale Staatsverschuldung ist auf rund 250 Billionen US-Dollar angeschwollen, das entspricht in etwa dem Dreifachen der Wirtschaftsleistung aller Staaten der Erde. Im Jahre 2000 lag die Gesamtverschuldung noch unter 150 Prozent und jetzt will man in vielen Volkswirtschaften der Welt mittels Konjunkturprogrammen, billigen Zinsen und weiterer Schuldenaufnahme die anstehende Rezession verhindern. Wie lange kann das gutgehen?

Jedenfalls ist die Schere zwischen Arm und Reich damit auch mathematisch begründet extrem auseinandergelaufen. Sie wird sich in vielen Bereichen wieder schließen, die Frage ist nur, was der Auslöser sein wird.

Der Zinseszinseffekt hat einen großen Einfluß auf die Vermögen zwischen arm und reich

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    heldheiko

    23. September 2019 12:27 at 12:27

    hm, dann sind die negativzinsen ja gar nicht so doof. jedenfalls wenn man relativ ausgeglichen ist oder auf der schuldnerseite. als gläubiger verliert man halt pro jahr. ob das mal im bundestag angesprochen wurde? mein steuergeld wird ja ganz ordentlich verblasen…

  2. Avatar

    Chris

    23. September 2019 23:32 at 23:32

    Das wirkt auch bei Renten und Pensionen, insbesondere da es Fixpreise gibt, die Rundfunkgebühr zum Beispiel.

    Hier aus unserem Land

    Rentenberechtigte Frauen bekamen in den alten Bundesländern hingegen eine durchschnittliche Rente von 622 Euro, während der Rentendurchschnitt der Rentnerinnen in den neuen Bundesländern bei 928 Euro lag. Hierbei handelt es sich um statistische Mittelwerte der brutto-Rentenbezüge vom 31.12.2017.

    Ab Juli 2019 soll die Rente ansteigen. In den alten Bundesländern bekommen Rentner dann eine 3,18 Prozent höhere Rente, während Rentner in den neuen Bundesländern einen Rentenanstieg von 3,91 Prozent erwarten können. Wer also eine Rente von 622 Euro erhalten hat, bekommt im Westen dann rund 19,78 Euro mehr pro Monat, im Osten sind es 36,28 Euro.

    Nun, beide werden von der Bruttorente kaum leben können, aber die Spanne geht immer weiter auseinander.

  3. Avatar

    Gixxer

    25. September 2019 11:29 at 11:29

    Leider gibt es hier keinen „Gefällt mir“-Button und wenn einer da wäre müsste ich ihn gleich mehrmals drücken.
    Vielen Dank, für den Beitrag!

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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – das Problem mit den aktuellen Zockereien

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Er bespricht die Zockereien der letzten Tage, und warum dies im großen Bild gesehen ein Problem für die Börse ist.

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Aktien

GameStop: Symptom für Entgleisung der Märkte – wie war das möglich?

Wie war ein Phänomen wie bei der Aktie von GameStop möglich? Eine Spurensuche nach den Ursachen eines erstaunlichen Exzesses!

Wolfgang Müller

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Die Anlegerwelt blickt bestürzt und fasziniert in die USA, auf die Kapriolen von Aktie wie GameStop – dazu auf Small Caps, auf exorbitante Call-Spekulation, auf Schieflagen von Leerverkäufern und Brokern. Ausgelöst nicht durch Big Money, sondern durch viele junge Anleger, die eine unregulierte Seite der Aktienmärkte ausnutzen. Eine Spurensuche nach den Ursachen, was Entwicklungen wie bei der Aktie von GameStop möglich gemacht hat..

Wie war GameStop möglich?

Die Notenbanken

Klar ist die Entwicklung an den Aktienmärkten zunächst einmal den Notenbanken geschuldet. Mit der Eliminierung der Anlageklasse Anleihen, der Verlängerung der Aktienhausse, weil mit sinkenden Zinsen Aktienbewertungen immer mehr relativiert wurden. Vor allem aber durch die besondere Situation einer Pandemie, in der alle Notenbanken an einem Strang ziehen, um eine wirtschaftliche Katastrophe zu verhindern.

Dabei ist doch Fed-Chef Jerome Powell noch einer der Vernünftigeren. Hatte er nicht 2018 viermal die Zinsen angehoben, um Exzesse zu unterbinden – und wie ist er für seinen Kommunikationsgau gemaßregelt worden, als er für 2019 von weiteren Zinsanhebungen und Bilanzreduzierung gesprochen hatte? Wurde er nicht von Donald Trump monatelang in der Öffentlichkeit vorgeführt, als „Dummkopf“ beschimpft, weil er partout nicht die Zinsen stärker senken wollte. Der Ex-Präsident hatte stets ins Felde geführt, dass Deutschland sich verschulden könne und dabei noch Geld verdienen würde. Kurzum: Die Marktteilnehmer haben die Ausnahmesituation an den Kapitalmärkten erkannt und den Aktienboom immer weiter befördert. Es gibt einen „Ocean of Liquidity“. Das ist die erste Voraussetzung für das Phänomen GameStop!

Die kostenlosen Neobroker

Eine sehr wesentliche Ursache für den verstärkten Boom an den Aktienmärkten, speziell durch neue Anlegergruppen, war der Preiskampf der Broker um die Kunden, der schließlich zur Abschaffung der Gebühren geführt hat. Es war die Meldung im Oktober 2019, die die Gebührenschmelze brachte: Charles Schwab hatte als Branchenführer angekündigt, in Zukunft auf Kommissionen für das Geschäft mit US-Aktien, börsengehandelten Fonds (ETFs) und Optionsscheinen zu verzichten. Es folgten weitere Broker wie TD Ameritrade und E-Trade und selbst Fidelity zog für seine 22 Millionen Konten nach. Eine Reaktion auf den Aufstieg von RobinHood, der Boden für das grenzenlose Zocken war bereitet. Wenn ich für kleine Trades keine Gebühren bezahlen muss, kann ich das x-mal am Tag wiederholen.

Einen weiteren Schub gab es für die Retail Investors durch die Möglichkeit, Bruchstücke von Aktien zu kaufen – also die Möglichkeit durch den Broker, Teile einer Amazon-Aktie zu handeln, weil ich keine 3000 Dollar für eine einzelne Aktie aufbringen kann. Dazu noch das Angebot der Depotbeleihung, um auf Kredit zu spekulieren. Ein brutaler Preiskrieg um jeden Kunden hat die Situation eskalieren lassen – die Entwicklung um GameStop ist die Folge solcher Entwicklungen!

Die Pandemie und der Teillockdown

Ich habe bereits am 7. Juli 2020 in einem Artikel geschrieben: Der Lockdown und die damit verbundene häusliche Quarantäne hat eine zweifelhafte Entwicklung losgetreten: Die pandemiebedingte Unterbrechung des US-Profisports und der Ausfall an Sportwetten hat viele Sportzocker zur Börse gebracht. Dazu jene, die früher mit Kryptowährungen gehandelt haben. Man spricht daher von einer „Gamification“ der Geldanlage. Die Börse wurde als Ersatz für Fußball-Wetten oder das Glücksspiel in den geschlossenen Casino ansehen. Das beste Beispiel dafür ist der aus der Sportwettenbranche kommende David Portnoy, der „Anführer“ der RobinHooder. Nun ruft auch er zum „Sturm auf das Kapital“ auf – GameStop sei nur der Auftakt gewesen, so Portnoy.

Ein Teil dieser Entwicklung war auch der staatlichen Unterstützung in der Pandemie geschuldet. Die vielen Schecks, die eigentlich für die Versorgung während der Arbeitslosigkeit gedacht war, wurden von nicht wenigen teilweise zum Zocken genutzt. Unterstützungen von Bundesstaat zu Bundesstaat verschieden, aber der Gesamtbetrag konnte bis über 4000 Dollar pro Monat ausmachen und damit höher, als es mancher mit seiner reellen Arbeit bringen konnte. Zuletzt waren es die 600 Dollar Schecks, die im Februar noch auf 2000 Dollar aufgestockt werden sollen. Es ist dieses Helikoptergeld, das in Aktien oder Optionen von GameStop fließt.

Die Plattform der sozialen Medien

Wer hätte das gedacht? Dass soziale Medien einmal genutzt werden, um die Großen an der Wall Street zu attackieren.

Wallstreetbets ist so ein Subreddit, auf dem sich Marktteilnehmer austauschen und sich auch zu gemeinsamen Wetten am Kapitalmarkt organisieren. Es laufen auch viele Fehlinformationen, wie eine mehr oder weniger koordinierte Aktion von Trollen auf der Social-Media-Plattform Reddit, die durch ihre Spekulation den direkten Angriff auf die Hedgefonds der Wall Street zum Ziel haben. GameStop war vermutlich erst der Anfang!

Das ist auch ein großer Unterschied zur Dotcom-Blase im Jahr 1999/2000: Die Verfügbarkeit von Informationen und die Vernetzung auf Millionen Geräten, wo sich blitzschnell ein Finanzmob organisieren lässt. Das Smartphone mit all seinen Möglichkeiten war damals noch nicht auf dem Markt. Wenn die Geschichte mit GameStop erledigt ist, kommen dann weitere Angriffe auf Aktien, die sehr „leerverkauft“ sind? Diese Frage hat sich nach den letzten Short Squeezes schon erübrigt. Auch wenn mit einer Firma richtig etwas faul ist und man den Kurs trotzdem nach oben treiben kann. Hatten wir denn in Deutschland nicht eine Firma, die im Visier der Leerverkäufer war und zunächst von der BaFin noch geschützt wurde (Wirecard)?

Die De-Regulierung

Ganz im Gegensatz zur Obama-Regierung, der nach der Finanzkrise eine Reform zur Regulierung der Finanzmärkte veranlasst hatte, wurden die Regularien in der Trump-Ära schrittweise wieder gelockert. Trump sprach ständig von vier Prozent Wachstum, dafür wurden die Steuern radikal gesenkt, Auslandskapital repatriiert, Aktienrückkäufe in großem Maße toleriert und alles gefördert, faktisch und verbal, was die Aktienmärkte befeuerte. So wurde der Boden bereitet für eine Aktienrally, an deren Ende immer Gier einzieht, jeder versucht an der wundersamen Geldvermehrung zu partizipieren, eine Phase für die es viele Namen gibt: Hausfrauenrally, Milchmädchenhausse und weitere.

Ein Thema an den Märkten ist beim Short Selling auch der nackte Leerverkauf, der dazu führen kann, dass die Short Quote auch über 100 Prozent der frei verfügbaren Aktien hinausgehen kann – so wie bei GameStop. Man hatte diese gefährliche Variante der Kurssicherung/Spekulation im Zuge der Finanzkrise zwar verboten, aber nie richtig überwacht, wie es sich in den jetzigen Fällen als Falle erweist.

Fazit

Es ist zweifelsohne ein ganzes Bündel von Ursachen, die zu dieser Spekulationsorgie geführt haben. Auch wenn die Notenbanken mit ihrer Marginalisierung der Zinslandschaft erst die Grundlage für eine lange Börsenphase steigender Notierungen gesorgt haben, wurde die Situation erst dadurch möglich, dass Broker und Marktteilnehmer das Laissez-Faire der Behörden ausgenutzt haben, um Geld zu scheffeln.

Wie kann es sein, dass sich Tausende von Kleinanlegern in Foren verabreden können, um Attacken an den Märkten durch Zocks mit Aktien wie GameStop zu organisieren? Man stelle sich vor JP Morgan, Bank of America und Goldman Sachs würden sich zu konzertierten Aktionen und zu einem bestimmten Zeitpunkt verabreden. Mit ihrer Finanzkraft könnte die Giganten reihenweise Aktien mit niedrigen Nominalwerten zu Pennystocks machen, was extreme Folgen zeitigen würde: Auschluss bei Kapitalsammelstellen, die nicht in Pennystocks investieren dürfen, Abstufungen im Kredit-Rating, kein Zugang zum Kapitalmarkt, Entlassungen, Pleite. Verbotene Marktmanipulationen stehen stark unter Strafe.

Ist es bei Privaten „uncharted territory“? Nicht mehr lange, denn das dürfte Schule machen, sich die Volumen erhöhen und auch im Ausland probiert werden. Auch wenn sich zunächst einige darüber freuen, wenn es der Hedgefonds-Branche etwas ans Leder geht, sie mit gleichen Waffen geschlagen werden. Aber es ist organisiertes Frontrunning, Pump&Dump – und damit Marktmanipulation. Ein Fall für die Regulierungsbehörden, für die SEC. Diese hat mit Gary Gensler einen neuen Chef, anscheinend ein „harter Hund“. It’s your job, Mister Gensler!

Wie war ein Phänomen wie bei der Aktie von GameStop möglich?

By BentleyMall – Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=25399096

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Aktien

Aktienmärkte: Alle Gewinne futsch – heute neuer Short-Squeeze? Videoausblick

Markus Fugmann

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Die Gewinne der amerikanischen Aktienmärkte (S&P 500, Dow Jones) seit Jahresbeginn sind durch den gestrigen Abverkauf futsch! Auslöser des Abverkaufs der amerikanischen Indizes wiederum war ein durch die Bubble-Boomer ausgelöster Short-Squeeze, der Hedgefunds zum Verkauf bestehender Long-Positionen zwang. Es ist schon paradox: durch einen Short-Squeeze kommen Long-Positionen und damit die Aktienmärtke insgesamt unter Druck – und für heute haben die Buuble-Boomer die nächste Attacke auf die Hedgefunds angekündigt! Kommt heute eine Erholung, weil die Zahlen vor allem von Apple doch eigentlich gut waren? Kurzfristig sind die Märkte überverkauft – aber es dürfte ziemlich volatil zugehen. Der Fokus wieder auf Aktien wie Gamestop, Nokia und anderen „Kursraketen“..

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