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Endspiel der "Eliten"? Vernunft vs. Bunker-Golf

Während die Bevölkerung emotional zwischen Abstiegsängsten und Promi-TV, realer Armut und politischen Aufbruchsparolen, Hoffnung und Weltuntergangsstimmung, Selbstmotivation und Resignation hin- und hergerissen ist, spielt die Elite Golf. Noch.

Bild: ShortPixel AI

Dieser Samstagmorgen fühlt sich an wie der letzte Tag vor einem Finale der Fußball-Nationalmannschaft – jenes Teams, das man heute neudeutsch und angenehm unverbindlich auch „Team D“ nennt. Von Dänemark bis Dschibuti ist damit sprachlich für jeden etwas dabei. Dieses eigentümliche Gefühl gespannter Erwartung hatte ich jedenfalls lange nicht mehr. Vielleicht ist auch das einer der Gründe, weshalb es hierzulande inzwischen wieder einen neuen Fusball-Bundestrainer gibt.


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Der Blick aus dem Badezimmer-Fenster liefert dazu die passende Kulisse. Meteorologen würden vermutlich von „unbeständigem Wetter“ sprechen. Auf der Straße liegt ein vom Wind gefällter Apfelbaum, der dort sein botanisches Ende erwartet und demnächst den örtlichen Bauhof beschäftigen dürfte – in diesen Breiten bisweilen auch liebevoll „Faultierfarm“ genannt.

Im Radio läuft „Wake Me Up Before You Go-Go“. Zwischen dem Song erinnert die Moderatorin daran, dass morgen die „wichtigste Landtagswahl der Welt“ stattfindet. Von dieser bemerkenswerten Einordnung noch leicht irritiert, fahre ich meinen Computer hoch.


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Auch dort wartet bereits die nächste kleine Irritation: Der Startbildschirm begrüßt mich mit einem in voller Pracht blühenden Kirschbaum im Green Mountain National Forest in Vermont und fragt höflich, ob mir dieses Bild gefällt.

Es ist der 5. September.

Nach Frühling fühlt sich dieser Morgen nun wirklich nicht mehr an.

Kann die künstliche Intelligenz inzwischen alles – nur noch keine Jahreszeiten unterscheiden?

Vielleicht ist es aber auch schlicht das passende Bild für unsere Zeit: Während uns auf den Bildschirmen noch die Blüten des Frühlings entgegenleuchten, kündigt sich draußen längst der Herbst an.

Und nicht nur beim Wetter.

Aufbruch oder Untergang

Eigentlich müsste die Menschheit vor Selbstbewusstsein strotzen.

Rund 300.000 Jahre, nachdem der Homo sapiens die Bühne der Evolution betreten hat, verfügen wir über einen technologischen Entwicklungsstand, der selbst unseren Urgroßeltern wie Zauberei erschienen wäre. Wir unterhalten uns mit Maschinen, die in Sekundenbruchteilen auf einen beträchtlichen Teil des menschlichen Wissens zugreifen können. Wir entschlüsseln Genome, landen wiederverwendbare Raketen, operieren mit Robotern und lassen künstliche Intelligenz ganze Welten erschaffen, Krankheiten diagnostizieren, Bilder kreieren, Aktien-Research betreiben und zunehmend auch Entscheidungen vorbereiten, die sogar über Leben und Tod entscheiden.

Gleichzeitig bauen wir Hyperschallwaffen, die das Potenzial der Selbstauslöschung besitzen.

Das beschreibt das Dilemma unserer Epoche möglicherweise besser als jeder Zukunftskongress.

Technologisch ist die Menschheit erwachsen geworden. Emotional wirkt sie bisweilen, als hätte man einem pubertierenden Primaten den Atomkoffer überlassen.

Wir können inzwischen beinahe alles. Nur mit dem, was wir können, vernünftig umzugehen, fällt uns erstaunlich schwer.

Auch ökonomisch scheint uns ausgerechnet auf dem bisherigen Höhepunkt unserer Entwicklung die Vorstellungskraft abhandengekommen zu sein. Wo sind die großen Zukunftsentwürfe? Wo ist das Versprechen, dass technologischer Fortschritt das Leben der Mehrheit tatsächlich sicherer, freier und lebenswerter macht? Stattdessen erleben wir eine Gesellschaft, die mit jeder neuen Innovation gleichzeitig neue Abstiegsängste produziert. Künstliche Intelligenz soll die Produktivität revolutionieren. Doch Millionen Menschen fragen sich, ob sie damit ihren eigenen Arbeitsplatz abschaffen. Roboter sollen uns von monotoner Arbeit befreien. Doch Beschäftigte überlegen, wovon sie leben sollen, wenn die Befreiung tatsächlich gelingt.

Selten war so vieles möglich

Wahrscheinlich ie zuvor herrschte so große Unsicherheit darüber, was aus uns werden soll.

Darin liegt der eigentliche Widerspruch unserer Zeit: Die Menschheit steht in nahezu allen materiellen und technologischen Dimensionen auf einem historischen Höhepunkt und wirkt zugleich mental erschöpft, politisch zerrissen und zunehmend auf Krawall gebürstet.

Eine toxische Mischung.

Dabei ließe sich manches von dem, was wir täglich erleben, vielleicht sogar etwas gelassener betrachten, wenn wir ein sehr altes Prinzip der Macht schlicht beim Namen nennen würden:

Teile und herrsche

„Divide et impera“ lässt sich zwar keinem römischen Caesar zweifelsfrei als Urheber zuschreiben. Das dahinterstehende Prinzip ist jedoch uralt: Wer Macht sichern will, verhindert am besten, dass sich diejenigen unterhalb der Machtpyramide über ihre gemeinsamen Interessen verständigen. Die Römer beherrschten diese Kunst, lange bevor politische Berater Fokusgruppen erfanden. Machiavelli hat sie später in einer derart nüchternen Weise analysiert, dass sein Name bis heute stellvertretend für eine Politik steht, bei der Moral spätestens dort endet, wo Machtinteressen beginnen.

Und vielleicht erklärt dieses Prinzip auch einen Teil unserer merkwürdigen Gegenwart.

Während der überwiegende Teil der Bevölkerung mit Dingen beschäftigt ist, die für das eigene Leben durchaus existenziell sind: Miete, Energiepreise, Arbeitsplatz, Vermögensverlust, Altersvorsorge, gesellschaftlicher Status, politische Gesinnung, Ideologische Borniertheit, findet darüber ein immer unerbittlicher geführter Verteilungskampf statt.

Links gegen rechts.

Alt gegen jung.

Stadt gegen Land.

Arm gegen reich.

Ost gegen West.

Verbrenner gegen Elektroauto.

Fleischesser gegen Veganer.

Boomer gegen Generation Z.

Und wenn das alles für einen Donnerstagabend noch nicht reicht, findet sich garantiert irgendwo ein Fernsehstudio, in dem sechs Erwachsene darüber diskutieren, ob ein siebter Erwachsener vor acht Jahren einen problematischen Satz gesagt hat.

Beschäftigung ist schließlich auch eine Form der Stabilität.

Der Weiße Elefant bleibt unsichtbar

Währenddessen geschieht auf der eigentlichen Weltbühne etwas wesentlich Beunruhigenderes: Diejenigen, die über Atomwaffen, globale Finanzströme, Daten, künstliche Intelligenz und militärische Macht verfügen, spielen wieder Weltpolitik wie ein Brettspiel.

Nur dass die Spielfiguren diesmal acht Milliarden Menschen sind.

Man könnte darüber lachen, wäre der Einsatz nicht so hoch.

Einer, der das schon sehr früh verstand, war Albert Einstein. Sein Sommerhaus in Caputh bei Potsdam und seine ebenso schlichten wie entwaffnenden Gedanken haben mich schon als Heranwachsenden fasziniert. Dieser Mann konnte die kompliziertesten Strukturen des Universums mathematisch beschreiben und gleichzeitig politische Zusammenhänge in Sätze gießen, die ein Kind verstand.

Einstein, jener freundliche Herr mit den zerzausten Haaren, der der Welt zu seinem 72. Geburtstag genüsslich die Zunge herausstreckte, warnte bereits 1949 in der Sprache seiner Fluchtheimat vor der Konsequenz eines weiteren Weltkriegs:

„I know not with what weapons World War III will be fought, but World War IV will be fought with sticks and stones.“

Es ist einer jener Sätze, die mit zunehmendem Alter nicht antiquiert, sondern unheimlicher werden.

Denn schaut man heute auf das Handeln und Streben mancher Akteure aus Politik, Technologie, Finanzwelt und Militär, entsteht zuweilen der Eindruck, als beschäftigten sie sich intensiver mit der Frage, wie man den Untergang überlebt, als damit, wie man ihn verhindert.

Das Wort „Elite“ verwende ich dabei bewusst in Anführungszeichen.

Denn ich meine damit nicht automatisch Minister, Abgeordnete oder Menschen mit einem großen Bankkonto. Ich meine jene überschaubare Gruppe von Personen, die aufgrund von Kapital, Daten, Technologie, Netzwerken oder militärischer Macht Einfluss ausüben kann, den demokratische Wahlzettel allein kaum noch abbilden.

Und hier beginnt das Absurde

Nehmen wir als Gedankenexperiment einen gebürtigen Frankfurter Milliardär wie Peter Thiel, Mitgründer und Chairman von Palantir Technologies. Stellen wir uns vor, die Welt ginge tatsächlich zum Teufel und irgendein Luxusbunker tief unter der Erde hielte, was seine Prospekte versprechen.

Champagnerlager: voll.

Luftfilter: aktiv.

Notstromaggregat: läuft.

Golf-Simulator: selbstverständlich vorhanden.

Und nun steht dort, hundert Meter unter einer radioaktiv kontaminierten Erdoberfläche, einer der reichsten Menschen der ehemaligen Zivilisation und verbessert beim virtuellen Abschlag sein Handicap.

Neuer Highscore.

Herzlichen Glückwunsch.

Nur interessiert es niemanden mehr.

Nicht die Milliarden Menschen, die nicht mehr leben.

Nicht die Gesellschaft, deren Statussymbole seinen Reichtum überhaupt erst definierten.

Nicht die Märkte.

Nicht die Medien.

Nicht einmal die Projektionswand.

Macht braucht Menschen, die sie anerkennen. Reichtum braucht eine Gesellschaft, in der er etwas bedeutet. Und Elite braucht eine Welt, über die sie sich erheben kann.

Wer diese Welt zerstört, schafft deshalb nicht den ultimativen Triumph der Mächtigen.

Er schafft ihre endgültige Bedeutungslosigkeit.

Dazu passt ein Satz, der häufig Nikita Chruschtschow zugeschrieben wird, dessen authentische Herkunft allerdings nicht zweifelsfrei belegt ist:

„Die Lebenden werden die Toten beneiden.“

Vielleicht ist das die treffendste Beschreibung einer von wenigen herbeigesehnten Apokalypse überhaupt.

Denn spätestens nach einigen Jahren unter der Erde dürfte selbst dem raffiniertesten Machtstrategen dämmern, dass hundert Milliarden Dollar Vermögen erstaunlich wenig helfen, wenn draußen niemand mehr existiert, dem man damit imponieren könnte. Und radioaktive Isotope zeigen sich gegenüber Vermögensverhältnissen bemerkenswert unbeeindruckt.

Dabei wäre die Alternative so viel interessanter.

Wir könnten versuchen, von der dunklen Seite des technologischen Fortschritts wieder auf seine helle Seite zu wechseln.

Nützliche Werkzeuge

Noch nie in der Geschichte hatten so viele Menschen Zugang zu so viel Wissen. Ein Smartphone genügt, um innerhalb von Minuten Informationen abzurufen, für die frühere Generationen Bibliotheken, Universitäten und jahrelange Recherche benötigt hätten. Ein Schüler in einem abgelegenen Dorf kann heute theoretisch auf dieselben wissenschaftlichen Veröffentlichungen, Vorlesungen und historischen Quellen zugreifen wie ein Student an einer Eliteuniversität in Nw York mitten in einer Vorlesung von Frau Professor Annalena Baerbock (die vom Völkerrecht).

Aufklärung war noch nie so einfach.

und vielleicht war sie gesellschaftlich noch nie so notwendig.

Und noch gibt es ein historisches Zeitfenster: Noch beantwortet uns künstliche Intelligenz erstaunlich offen die Fragen, die wir über uns selbst, unsere Geschichte und unsere Machtstrukturen stellen.

Das muss nicht so bleiben.

Möglicherweise wird dieselbe künstliche Intelligenz eines Tages mehr Geheimnisse vor uns hüten als ein Ehepaar im Trennungsjahr.

Umso mehr sollten wir die Zeit nutzen.

Nicht für die nächste ideologische Stammesfehde. Nicht für den nächsten digitalen Pranger. Nicht für einen weiteren Stellvertreterkrieg zwischen Menschen, die einander nie begegnet sind.

Sondern für etwas, das erstaunlich radikal geworden ist:

selbst denken.

Zwischen Manipulation und Aufklärung

Vielleicht besteht der große Konflikt unserer Zeit deshalb gar nicht zwischen links und rechts, Ost und West oder Kapitalismus und Sozialismus.

Vielleicht verläuft die entscheidende Grenze längst woanders:

zwischen Aufklärung und Manipulation.

Zwischen Vernunft und Machtwahn.

Zwischen Aufbruch und Untergang.

Und wenn eine Gesellschaft merkt, dass sie nur noch Zuschauer eines Spiels ist, dessen Einsatz ihre eigene Zukunft ist, darf sie irgendwann durchaus aufstehen.

Oder, frei nach Heidi Reichinnek, einer Politikerin, der ich politisch nun wirklich nicht in jeder Hinsicht nahestehe:

„Auf die Barrikaden!“.

Bevor dort oben jemand den nächsten Abschlag macht.

 

Transparenz-Hinweis: Dieser Beitrag wurde von einer Künstlichen Intelligenz (KI) erstellt, unter Zuhilfenahme eines „Ossis“ (der gern in einer wahrhaftigen Demokratie ohne Wahlbetrug der „Demokraten“ leben möchte).



Über den RedakteurHannes Zipfel
Tiefgründige Recherchen und Analysen zu international wichtigen Kapitalmarktthemen.
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16 Kommentare

  1. Ein tiefsinniger Beitrag. Man würde sich wünschen, dass sich der eine oder andere Leser hinterfragt, ob er sich seine Meinung wirklich selbst und unter Ausschöpfung aller Perspektiven gemacht hat.

    Die Geschichte lehrt leider, dass der Mensch zwar lernen kann, das Erlernte aber nicht automatisch auf die folgenden Generationen überspringt. Selbst eine stark verankerte Erinnerungskultur entwickelt sich mit der Zeit ins Formelhafte.

    Seit Corona frage ich mich immer wieder, was uns die vielfache Beschäftigung mit dem Totalitarismus des 20. Jahrhunderts, seinen Methoden und Auswirkungen, überhaupt gebracht hat? Damals war die Mehrheit innerhalb kürzester Zeit bereit, die Menschenrechte einzuschränken. Das Motiv war stark – Angst vor dem Tod. Das konnte man zunächst noch menschlich verstehen. Aber mehr und mehr tritt ein Verhalten in fast allen Regierungen der Welt an den Tag, dass offensichtlich nicht im Einklang mit dem Grundtenor aller westlichen Verfassungen steht. Das große Teile der Bevölkerung das richtig finden, muss beunruhigen. Und zwar viel mehr, als das Mächtige tun, was sie immer getan haben.

    1. @Felix
      Solange Sie sich weiterhin selbst als eine Art elitärer Erleuchteter über die große Masse der „Schlafschafe“ erheben, ohne deren Motive, Anschauungen und Befürchtungen möglichst ideologiefrei und empathisch zu ergründen und schlussendlich zu akzeptieren – solange Sie keine Gelegenheit verstreichen lassen, die damaligen Maßnahmen gegen eine bis dahin unbekannte Pandemiesituation als weltweit faschistoides Experiment zur Einschränkung von Grund- und Menschenrechten abzustempeln, darf durchaus bezweifelt werden, ob tatsächlich Sie sich Ihre Meinung unter Ausschöpfung aller Perspektiven gebildet haben.

      Dieser Punkt bietet sich als Überleitung zu den Inhalten des Artikels an:
      „Emotional wirkt sie [die Menschheit] bisweilen, als hätte man einem pubertierenden Primaten den Atomkoffer überlassen.“
      Angesichts der Tatsache, wer auf diesem Planeten die Kontrolle über Atomwaffen besitzt, könnte man den Ernst der Lage kaum besser beschreiben.

      Und genau an der Stelle kocht sogleich die nächste Gefahr an die Oberfläche: Es sind vor allem die Versteher und Anhänger solch persistent pubertierender Ü-70-Primaten, die „Auf die Barrikaden!“ gehen – und das leider zunehmend unter Anwendung verbaler und physischer Gewalt.

      Insofern ist es wenig hilfreich und noch weniger glaubwürdig, unmittelbar vor einer womöglich richtungsweisenden Wahl implizit im Schlusssatz irgendwelchen Wahlbetrug durch „Demokraten“ zu suggerieren. Dem bis dahin durchaus bemerkenswerten Artikel haftet damit am Ende leider ein fader Beigeschmack an.

  2. Danke KI! Schöner Text. Nur das mit 5.9. und Donnerstag Abend hat mich verwirrt.

    1. Der Donnerstagabend bezog sich auf Talk-Shows, die im ÖRR nur von Dienstag- bis Donnerstag-Abend laufen. Der Tag war also exemplarisch herausgegriffen.

  3. Ein sehr guter Beitrag. Dem gibt es nichts hinzuzufügen.

  4. Es kommen Außerirdische auf die Erde und sind uns daher technisch weit überlegen.
    Sie fangen einige von uns weg und analysieren uns.
    Etwa 70 % Wasser, wie eine Gurke.
    Können an zig tausend Krankheiten leiden und sterben.
    Fallen einmal am Tag in eine Art von Ohnmacht, in der wir hilflos sind.
    Bauen Maschinen, mit denen wir uns gegeseitig umbringen.
    Glauben an einen Gott, der alles (also auch die Außerirdischen) geschaffen hat.
    Glauben aber uns als Krönung.
    Glauben, wenn wir nach den Regeln dieses Gottes gelebt haben, kommen wir zu ihm ins Paradies.
    Einige glauben, zu 72 Jungfrauen, wenn sie sich selber opfern, und dadurch möglichst viele Mitmenschen umbringen

    Ich glaube, da werden die Außerirdischen uns alle augenblicklich hinschicken.

    Viele Grüße aus Andalusien
    Helmut

  5. die gefährlichste brut aktuell sind nicht die putins, trumps und kim jong uns dieser welt, sondern jene die sie korrumpieren und mit machtmitteln der it ausrüsten. das für politiker mit entsprechender disposition höchst attraktive endziel – kontrolle bis in den letzten winkel der existenz des einzelnen ausüben – ist neben geld der ultimative motivator.

    die unschwer als schwerst sozial und psychisch gestört erkennbaren tech-faschisten sind jene die diese spaltungen und polarisationen vorantreiben, um möglichst wenig widerständ für diese kontrollwahn und massenmanipulations-instrumente erwarten zu müssen. man darf annehmen, dass das nicht in friede freude eierkuchen endet. der zweite sektor der noch wächst ist rüstung….

    aber vollkommen richtig. diese dystopie hat ihre haken.

  6. Lieber Herr Zipfel,

    vielen Dank für dieses herrlich geschriebene Stück Zeitgeistbetrachtung am Sonntagmorgen!

    Um Ihren Text um einen weiteren Gedanken Einsteins zu ergänzen: „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“

    Während heute gebannt nach Sachsen-Anhalt geschaut wird, wo der „Bessere“ gewinnen soll, bleibt die nüchterne Gewissheit, dass ein Kreuz auf dem Zettel die Spielregeln des Brettspiels kaum berührt.

    Herzliche Grüße aus der Autoren- und Leserecke!

  7. Es geht immer weiter Bergab. Eine Dystopische Zukunft wartet auf uns. Wenn auf eine Pizza Schachtel drauf steht man solle die Schachtel öffnen bevor man die Pizza essen kann. Dann ist schon alles gesagt.

  8. Ein sehr feiner Artikel. Vielen Dank für diese Sonntagsinspiration. Manche dieser unterirdischen Golfer haben nun mal mehr als eine psychiatrische Diagnose. Das verändert dann auch den Blick auf die Unterwelt.

    Und die Wahl heute…. keine Partei, kein Politiker lässt Manna vom Himmel regnen und beschert den Weltfrieden. Wer allerdings die eigene Unfähigkeit unter Beweis gestellt hat, darf jetzt Pause machen und in sich gehen. Auch dabei sollen sich manche schon verlaufen haben.
    Grüße aus Rhein-Main

  9. Genau, und Wasser ist Vegan. oh, my god.
    Herzlichen Dank an Johannes Zipfel für die am Sonntag gelesenen Predigt.
    Da wär aber die Hoffnung das die Spieler ihre Zuschauer behalten wollen. Sie ihre Entscheidungen über uns in letzter Sekunde in eine neue Richtung lenken.
    Und wenn nicht dann liegt es an uns ihnen ihr Spielzeug wegzunehmen und einen Kompromiss zu finden. Die Masse machts.
    Jedoch erst müssen wir uns ändern und uns bewegen. Die Macht wird auf dem Forum entschieden werden. Sichtbar. Alles andere ist Unsichtbar. Danke.

  10. Wegen Wahlbetrugs „durch Demokraten“ würde ich mir weniger Sorgen machen. Selbsternannte Rekruten der neu zu schaffenden „Bürgerwacht“ patrouillieren bereits ungefragt und einschüchternd durch die Wahllokale, um „ganz genau hinzuschauen, dass hart erkämpfte patriotische Stimmen“ sicher vor Betrug und Manipulation sind – wahrhafte Demokraten, die ihre tief empfundene Bürgerpflicht als vertrauensbildende Maßnahme demonstrieren, um Verschwörungstheorien, Misstrauen und einer weitere Spaltung der Gesellschaft vorzubeugen. In westdeutschen Wahllokalen fällt diese Aufgabe noch immer völlig naiv und blauäugig den freiwilligen Wahlhelfern aller Parteien zu – vom links-diktatorischen „Kartell“ bis hin zur einzig wahrhaftigen Alternative 😉

    1. Hallo Katie, es ging mir eher um die Gerüchte um mutmapliche Ungereimtheiten bei der Briefwahl.

      1. Mutmaßliche Ungereimtheiten, die Herrn Chrupalla in drei oder vier Fällen durch ominöse und nicht weiter spezifizierte Quellen aus Pflegeheimen „zugetragen“ wurden? Er selbst weiß davon zwar – wie immer – gar nichts, aber gehört hat er davon.

        1. Scheuklappen helfen immer gut vor der Realität.
          Ich habe genau diesen Missbrauch mit Briefwahlunterlagen bereits vor vielen Jahren als Zivi in einem Wohnheim erlebt.
          Zudem gibt es konkrete Anschuldigungen, das sollte man zur Kenntnis nehmen, auch wenn man mit der AfD nichts am Hut hat.

          https://www.berliner-zeitung.de/article/neue-zweifel-an-briefwahl-in-seniorenheim-weitere-angehoerige-berichten-von-unregelmaessigkeiten-10359140

  11. Sehr geehrter Herr Zipfel,
    der Kommentar gefällt mir sehr gut. Ausgerechnet auf einer Börsenseite so etwas Grundsätzliches, das deutlich über den von der kapitalistischen Geldbewegung begrenzten Horizont hinausreicht! Vielleicht macht Ihnen die Lektüre eines Artikels aus dem Jahre 2009 Vergnügen, in dem ich einen Unterschied zwischen den Notwendigkeiten der Kapitalverwertuung und denen der menschlichen Existenz setze. Hier der Mensch in einer historisch bestimmten gesellschaftlichen Form: das Ware-Geld-Individuum, dort die menschlichen Bedürfnisse, die in dieser Form nicht aufgehen, von dieser Form bedrängt und vergewaltigt werden. Man denke nur an das elementare Bedürfnis des Wohnens. Aber auch Essen und Trinken sind in einer der Kapitalverwertung unterworfenen Welt nicht gewährleistet. Der Titel des Aufsatzes lautet „Die Herrschaft der Beliebigkeit – Eine Demokratiekritik.“ Ob es mir technisch gelingt, ihn hierher zu setzen, weiß ich nicht. Für alle Fälle hier die Webseite, wo Sie ihn finden können: info@streifzuege.org, Verfassername: Peter Klein (Streifzüge 2009-46). Ein Auszug gefällig? Bitte sehr:
    Eine Kritik der grundlegenden Elemente der Demokratie scheint mir aber dringend erforderlich zu sein. Die Krise des kapitalistischen Weltsystems, die spätestens seit den spektakulären Bankenzu-sammenbrüchen der Jahre 2007 und 2008 für jedermann sichtbar geworden ist, wird selbstver-ständlich auch den demokratisch organisierten Staat in Mitleidenschaft ziehen. Kaum dass sich der Zeitgeist von der bis auf die Knochen blamierten Privatisierungsideologie des Neoliberalismus zu-rückgeflüchtet hat in die ach so starken Arme des Staates, funkt dieser bereits SOS. Von Überfor-derung, Überlastung und Überdehnung ist die Rede. In den aus dem Weltmarkt ausgeschiedenen Elendsregionen dieser Erde ist der Prozess der Entstaatlichung schon seit längerem in Gang, inzwi-schen mehren sich die Zeichen der Verwahrlosung aber auch in den kapitalistischen Zentren. Die Summen, die im internationalen Finanzsystem als vermeintliches Kapital gebucht sind, sind schon seit einiger Zeit nicht mehr werthaltig. In dem Maße, in dem diese Tatsache ins Massenbewusstsein dringt, in dem der Glaube an die staatlichen Bürgschaften und Rettungspakete schwindet, dürfte sich auch der Trend zur Verwahrlosung und sozialen Desintegration verstärken. Das Gerüst von rechtsgültigen Verträgen und Institutionen, in dem sich die Menschen bei ihrem privaten pursuit of happiness soeben noch sicher bewegten, wird dann nicht mehr viel taugen. Die harmlosesten Ge-wohnheiten werden plötzlich in der Luft hängen. Die Planung der Berufskarriere, der Bausparver-trag mit Aussicht auf ein Häuschen im Grünen, Postkartenansichten aus dem Urlaub, traute und weniger traute Familienfeiern – kaum etwas von dem, was im Horizont des bürgerlichen Lebens auch heute noch zum Üblichen zählt, dürfte Bestand haben. Es ist klar, dass eine solche krisenhafte Situation umso mehr die Züge einer Katastrophe annehmen muss, je weniger die Menschen darauf vorbereitet sind, je weniger sie sich zu den gewohnten Strukturen eine Alternative vorzustellen vermögen.

    „Krise ohne Alternative“ – das Wort stammt von dem Althistoriker Christian Meier, der es auf die Situation der späten Römischen Republik zur Zeit Julius Caesars angewendet hat. Eine ganze Epo-che von Bürgerkriegen brauchte es, bis die Einrichtungen und Wertvorstellungen der res publica hinlänglich zerschlissen waren und sich mit dem Prinzipat des Augustus endlich eine neue politi-sche Organisationsform von einiger Stabilität etabliert hatte. Genauso passt das Wort aber auf die Krise des mittelalterlichen Weltbildes im 16. und 17. Jahrhundert, die in das entsetzliche Gemetzel der Religionskriege mündete. Der in Glaubensdingen neutrale Staat des Absolutismus, die Vorform des modernen Rechts- und Verfassungsstaates, erwies sich schließlich als die Lösung des histori-schen Problems. Und nicht zuletzt wird man bei dem Wort von der „Krise ohne Alternative“ an die beiden Weltkriege des Zwanzigsten Jahrhunderts denken. Auch diese Umbruchzeit hat uns ein-drucksvoll vor Augen geführt, welche Folgen es haben kann, wenn Millionen Menschen den Bo-den unter den Füßen verlieren und die Welt nicht mehr verstehen. Zig Millionen Opfer, niederge-metzelt in einem Anfall nationalistischen und rassistischen Wahnsinns – und der historische „Sinn“ der ganzen Veranstaltung lag möglicherweise nur darin, dass der ständisch und national beschränk-te Kapitalismus des 19. Jahrhunderts für die von ihm selbst hervorgetriebenen Produktivkräfte zu eng geworden war, und dass an seine Stelle die moderne Massendemokratie zu treten hatte – mit ihrem flexiblen, im globalen Kapitalismus überall einsetzbaren Individuum, das für Geld, ohne groß zu fragen, so ziemlich alles macht.
    War das nötig? Im Nachhinein drängt sich das Nein als Antwort geradezu auf. Das Resultat einer Epoche sieht immer sehr viel weniger spektakulär aus als die Leidenschaften und Glaubenssätze, die die Menschen bei seiner Herstellung bewegten. Erst hinterher, wenn die ehedem gültigen Glau-benssätze sich hinlänglich blamiert haben, wenn die Gläubigen sich oft genug die Köpfe eingerannt haben, wenn die unumstößlich feststehende Wahrheit umgestoßen worden ist, lichtet sich der Ne-bel. Und die späteren Generationen können sich über die vorangegangenen erhaben dünken und sich wundern über die dogmatische Enge und Verbohrtheit, mit welcher das, was inzwischen ein Aberglaube geworden ist, seinerzeit für die Wahrheit gehalten wurde.
    Wenn das Nein zur Abwechslung einmal etwas früher auftreten und sich obendrein auch noch Ge-hör verschaffen könnte, wäre dies in Anbetracht der historischen Erfahrungen sicher von Vorteil. In diesem Sinne möchte ich den hier vorliegenden Versuch einer Demokratiekritik verstanden wis-sen. Die Krise, mit der wir konfrontiert sind, besitzt nach meiner Auffassung fundamentalen Cha-rakter, das Ende einer ganzen Epoche zeichnet sich ab. Es geht nicht mehr um die Modernisierung des Kapitalismus in der Auseinandersetzung mit vormodernen Strukturen und Mentalitäten, der Kapitalismus ist für sich selbst zur Grenze geworden. Ein System, das menschliche Bedürfnisse nur in Abhängigkeit von den immerzu steigenden Wertsummen befriedigen kann, die bei diesem „Geschäft“ erzeugt werden müssen, ist bei dem heute erreichten Stand der Produktivkräfte nicht mehr zu halten. Weltweit ist die Zahl der kapitalproduktiven Arbeiter gesunken, und mit sinkenden Arbeitsmengen lassen sich beim besten Willen keine steigenden Wertsummen darstellen. Je deutli-cher wir uns diese Situation bewusst machen, je besser wir mental darauf eingestellt sind, desto weniger Schmerzen wird uns der Übergang in die postkapitalistische Ära bereiten. Hinter den im-mergleichen Formeln und Floskeln wie hinter den Gitterstäben eines Käfigs hin- und herzustreifen, ist das letzte, was uns nottut. Es kommt im Gegenteil darauf an, diese Gitterstäbe als solche zu durchschauen und zu überwinden. Der Abschied von der kapitalistischen Epoche fällt in dem Maße leicht, in dem sich die Einsicht verbreitet, dass das zu Verabschiedende überflüssig ist wie ein Kropf, dass es gut und nützlich ist, wenn man es hinter sich lassen kann. Der Abschied wird zur Qual ohne Ende, wenn man sich an den gewohnten Maßstäben und Denkformen um jeden Preis festzukrallen versucht.

    Freundliche Grüße aus Nürnberg

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