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Verschuldungsquote: Banken weiter mit Ausnahmeregel bis 2022

Hochhäuser von Banken in Frankfurt

Die EZB beaufsichtigt die größten Banken in der Eurozone, und die BaFin ist für Deutschland für alle mittelgroßen und kleineren Institute zuständig. Nachdem die EZB bereits letzten Freitag eine Ausnahmeregel für Banken verlängert hatte, folgt heute die BaFin. Es wird ein Ausnahmefall fortgeführt, der den Banken in der Coronakrise eine Erleichterung verschafft hat. Es geht um die Verschuldungsquote der Institute („Leverage Ratio“). Die Geschäfte der Banken werden (unabhängig vom Risikogehalt) pauschal in Relation zum Eigenkapital gesetzt. Erlaubt man den Banken bestimmte Risikopositionen bei der Berechnung der Verschuldungsquote wegzulassen, wird ihnen eine höhere Quote ermöglicht. Sie haben dann mehr finanziellen Spielraum.

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Die neue Regelung gilt ab dem 28. Juni 2021 und ist befristet bis zum 31. März 2022. Gemäß Artikel 429a (1) (n) der Europäischen Eigenmittelverordnung (Capital Requirements Regulation – CRR) können gewisse Risikopositionen gegenüber der Zentralbank unter bestimmten Bedingungen durch die Banken aus der Berechnung der Verschuldungsquote ausgenommen werden. Und die BaFin nutzt diese Möglichkeit erneut. Folgende Risikopositionen gegenüber Zentralbanken des Eurosystems dürfen demnach im benannten Zeitraum bei der Berechnung der Verschuldungsquote aus der Gesamtrisikopositionsmessgröße ausgenommen werden:

a) Münzen und Banknoten in Euro
b) Aktiva in Form von Forderungen gegenüber Zentralbanken des Eurosystems, die in Zusammenhang mit der Durchführung geldpolitischer Maßnahmen stehen, nämlich Risikopositionen, die in Zusammenhang mit Einlagen in der Einlagefazilität stehen sowie bei der Zentralbank auf Mindestreservekonten gehaltene Einlagen, einschließlich Einlagen, die zur Erfüllung der Mindestreservepflicht gehalten werden.
Risikopositionen gegenüber der Zentralbank, die nicht im Zusammenhang mit der Durchführung geldpolitischer Maßnahmen stehen, dürfen nicht ausgenommen werden.

Es ist laut BaFin von den Banken eine angepasste Verschuldungsquote zu erfüllen. Diese Ausnahme diene der Erleichterung der Durchführung geldpolitischer Maßnahmen. Demnach erklärt die BaFin hiermit, dass außergewöhnliche Umstände vorliegen, die diesen Ausschluss rechtfertigen. Diese außergewöhnlichen Umstände würden bereits seit dem 31. Dezember 2019 vorliegen. Im Sinne der Gleichbehandlung im Einheitlichen Aufsichtsmechanismus sei diese Erleichterung analog zu der entsprechenden Erleichterung der EZB für signifikante Institute gefasst worden.



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9 Kommentare

  1. Da freuen sich die Krall-Kritiker genüsslich, dass die unschöne Realität weiter in die Zukunft verschoben wird. Verschiebe auf morgen was du nie willst besorgen!
    Lieber morgen den Knall hören als heute auf Krall hören.

    1. @Problemschieber, das ist Lyrik zur Krall-Hörigkeit auf ganz hohem Niveau.
      Sie klingen bei jedem Kommentar so, als hätten Sie ein Poster von Krall über dem Bett hängen, Teller und Tassen mit seinem Konterfei in der Küche, einen MK-Bildschirmhintergrund auf allen Geräten und den Mann ständig präsent in Ihren geheimsten Gedanken. Der Typ scheint Ihr Denken und Handeln so sehr zu beeinflussen, dass Sie sogar schon den Genuss von Kritikern antizipieren und diese bereits prophylaktisch durch den Kakao ziehen, lange bevor auch nur einer seine Meinung zum Thema Banken und Verschuldungsquote kundgetan hat. Was übrigens mit Krall nur peripher zu tun hat.

      Zu den von Ihnen verwendeten Begriffen „Besorgen und Schieben“ will ich in dem Zusammenhang gar nicht weiter nachdenken, um ebenso prophylaktisch Ihre Krall-Fantasien aus meinem Denken fern zu halten. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich bin dahingehend wesentlich toleranter und bunter, als die UEFA.

  2. @Reinschieber, auch unter anderem Namen verraten sie sich als alter Krall- Verhöhner.Was sie mir vorwerfen, Krallhörig zu sein ,sind sie auf gegensätzliche Art und reagieren immer auf jede Aussage, die die Kralltheorie nur im leisesten unterstützen.
    Sehr komisch vom grossen Prediger der Demokratie und freien Meinunungsbilding.

    1. @Problemschieber, wen und was immer Sie unter „grossen“ und „Meinungsbilding“ und „Prediger“ auch verstehen, bitte erklären Sie uns Lesern diesen Kauderwelsch. Klären Sie uns auf, lassen Sie uns teilhaben. Niemand außer Ihnen kann hinter die wirren Worte blicken, die Sie Tag für Tag für Tag so unverdaulich wie unvermeidlich absondern. Oder gehen Sie wieder einsam und frustriert spielen, zurück in die Schlammpfütze, aus der Sie Ihre kruden Weisheiten beziehen.

  3. @Problemschieber

    Hab da eine Grafik von Markus Krall, nach der wir jetzt mitten in der „Bankenpleitenwelle“ und schon länger in der „Zombiepleitenspirale“ stecken müßten.
    Warum läßt sich ein Profi wie er auf quartalsgenaue Prognosen ein? Als besonders profunder Bankenkenner!
    Er kann sich nicht herausreden, er hätte nicht mit diesem oder jenem gerechnet. ER ist schließlich der Experte.

  4. @Columbo, haben sie denn nicht mitbekommen, dass das ungeliebte Ereignis von Gesetzes wegen weiter in die Zukunft verschoben wurde? Übrigens auch in Frankreich läuft es super, dort gibt es so wenig Konkurse wie nie zuvor. Als Arzt wissen sie natürlich, dass ein Herausschieben des Handelns ( nach eindeutiger Diagnose) noch immer geholfen hat.Übrigens hat Herr Krall immer gesagt, dass die Manipulatoren alles mögliche tun werden um das Desaster abzuwenden oder zu verzögern.Dies mit der quartalsgenauen Prognose ist ihre Erfindung und passt zu ihrem Hang zu Statistiken.

    1. @Statisti

      Die quartalsgenauen Prognosen des Markus Krall habe ich schwarz auf weiss. Eine Grafik, die er in seinen Vorträgen benutzt hat.
      Aus Copyright-Gründen stelle ich sie nicht herein.

  5. Die Krallthese stimmt zu 100 % ,nur seine Schlussfolgerung nicht !! Es endet nicht mit einem Knall,sondern
    wie im „Hollow men“ von T.S. Eliot mit “ Gewimmer “ .
    Absolut top als Erkenntniserweiterung ,hier der Speak von Dr. Lacy Hunt. (Highlight, Min. 31:00)

    https://www.youtube.com/watch?v=qa5aloy_ays

    Das geht Hand in Hand mit der versuchten „östrogenisierung“ des entwickelten Westens.
    Der letzte Ausweg wäre die „rationale Schärfe“ aus dem
    sozialen Konstrukt zu eliminieren . Als Beispiel,das ständige politische Framing von der Heinecken/EM-Fussballbandenwerbung „Support Responsibly“ oder Formel 1 „Social Responsibilty“: Es gibt nur ein Problem ,das was man versucht ist im menschlichen
    Genom von Mutter Natur festgeschrieben. Aber ?!vielleicht!? hatte ja Jemand schon ne Idee.
    Ich weiss ,kann man aus mathematischer Sicht überhaupt nicht eindeutig definieren(ergo nicht beweisbar).Der Zettel ist mir aber vor
    Wochen mal übern Schreibtisch geflogen.Wer weiss ?
    Die zu ca. 60 % erhöhte reaktionsfreudigkeit in bezug auf Dehydrotestosteron ist schon signifikant für ein kleines Fledermäuschen,kann aber auch immernoch Zufall sein !!
    Der Teufel würde wohl denken,wäre ja nitt so schlecht ,wenn ein paar alte weisse Männer mehr „Problemchen“ haben.
    Aber mindestens a bissel seltsam ist es schon,bleibt auf „Beobachten“
    Guckst du hier:
    https://www.cell.com/cell-stem-cell/pdf/S1934-5909(20)30547-6.pdf

  6. @Statisti

    Das ärztliche „Hinausschieben des Handelns“ hilft tatsächlich oft. Stichwort: Selbstheilungskräfte.
    Die Beurteilung, ob eine Gesellschaft oder ein Wirtschaftssystem solche Selbstheilungskräfte entwickeln kann, überlasse ich gerne Experten von Ihrem Kaliber.

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