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„Verzweiflungstat“? Buffett denkt über 100 Milliarden Dollar Aktienrückkauf nach

Mehrmals in den letzten Jahren hatte Warren Buffett öffentlich über sein Luxusproblem gejammert. Bei Gott, wer hätte nicht gerne dieses Problem. Zu viel Geld, und man weiß einfach nicht wohin damit. Für Buffett sind interessante Unternehmen, die er eigentlich gerne aufkaufen würde, schon seit geraumer Zeit zu teuer bewertet. Daher wächst die Cash-Halde bei Berkshire Hathaway immer weiter an, weil er abwartet. Aber die Bewertungen werden aus seiner Sicht nicht günstiger.

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Nun bahnt sich eine Lösung an, die man eigentlich kaum Warren Buffett zurechnen würde, dem so fundamental orientierten bodenständigen Investor. Aktienrückkäufe pushen tendenziell den Aktienkurs, da weniger Aktien am freien Markt zirkulieren, und jede verbleibende Aktie wertvoller wird – denn der Gewinn muss durch weniger Aktien geteilt werden.

Seit Jahren, während die Zinsen auch in den USA quasi auf Null waren, haben sich unzählige Konzerne (Grusel-Beispiel General Electric) in obszönen Orgien sogar Geld geliehen, und damit eigene Aktien zurückgekauft. Hierfür verpulverte Gewinne und/oder Kredite sorgen dafür, dass die Unternehmen kein Geld mehr haben für Zukunftsinvestitionen.

Aber bei Warren Buffett ist die Lage nun wirklich anders. Seine Holding stapelt quasi die Jahresgewinne, die aus den Beteiligungen zufließen (Coca Cola, Bahnlinien uvm). Hier geht es wirklich nur darum, dass er nicht weiß wohin mit dem ganzen Geld. Also könnten die Aktionäre sich nun womöglich auf deutlich steigende Aktienkurse bei Berkshire einstellen? Denn laut Interview mit der „Financial Times“ erwägt er für Berkshire sogar bis zu 100 Milliarden Dollar in Aktienrückkäufe zu stecken.

Warren Buffett weiß nicht wohin mit all dem Cash

112 Milliarden Dollar habe man derzeit in Cash oder Cash-ähnlichen Geldanlagen, so Buffett. Man bedenke: Berkshire Hathaway zahlt absichtlich keine Dividenden, sondern stapelt das Geld, und kauft ständig neue Unternehmen. Erst 2014 lehnten die Aktionäre es ab, nun doch mal mit jährlichen Dividendenzahlungen zu beginnen. Die Alternative wäre nur der Rückkauf der eigenen Aktien. Und dazu sagt Buffett aktuell, dass die Zeit kommen könne, dass man eigene Aktien für bis zu 100 Milliarden Dollar zurückkaufe (letztes Jahr 1,3 Milliarden Dollar).

Also kann er damit 1 Jahr meinen, oder auch 10 Jahre, bis es soweit ist. Auch macht er klar, dass er immer noch hoffe, dass die Konditionen wieder attraktiver würden, und es wieder neue Gelegenheiten gebe Unternehmen zu kaufen. Die Zeiten würden wieder kommen, wenn Unternehmen Geld brauchen und bei Berkshire nachfragen – zu den Bedingungen von Berkshire, so Buffett.

Sollte man also jetzt die Berkshire-Aktie kaufen? Einerseits pushen Aktienrückkäufe nicht immer die Aktie, weil die Käufe oft über lange Zeit gestreckt werden, und bei schlechtem Börsenumfeld zu viele Verkaufswillige gegenüber stehen. Und andererseits hat Buffett ja nicht konkret davon gesprochen, dass es demnächst los geht mit Aktienrückkäufen. Das Desaster um die Beteiligung bei Kraft Heinz hatte der Aktie zuletzt erst mal einen Rückschlag versetzt. Aber sie notiert derzeit nur 5% unter ihrem Allzeithoch aus Oktober 2018. Stumpf einsteigen sollte man wegen dieser Aussage nicht, aber es ist zumindest ein Argument dafür.

Warren Buffett



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