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Video: Die genial-komisch-merkwürdige Mitarbeitersuche der BayernLB

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Wer möchte heutzutage überhaupt noch neu anfangen in der Finanzindustrie? Banken und Versicherungen bauen tendenziell nur noch Jobs ab. Und dann soll man noch bei einer Landesbank anfangen? Noch staubiger, gruseliger und rückwärtsgewandter geht es ja wohl kaum? Steht die bajuwarische Landesbank „BayernLB“ eventuell genau vor dieser Art von Imageproblem? Musste deswegen der folgende Imagefilm her, um darauf aufmerksam zu machen, was die BayernLB neuen Mitarbeitern jede Menge zu bieten hat? Zum Beispiel eine tolle Work Life-Balance, Überstunden abbummeln, Fitness-Center uvm? Das Video kann manchem Zuschauer böse aufstoßen. Wie kann man nur Kinder vor die Kamera zerren für sowas, und überhaupt, was sind das für böse Eltern, die sowas zulassen? Andererseits ist es eine genial-komische Art und Weise auf sich aufmerksam zu machen.

Bei uns hat es zumindest dafür gereicht, dass wir dieses Video publizieren. Und immerhin: der YouTube-Channel der BayernLB hat ganze 19 Abonnenten. Ja, richtig gelesen. Nicht 19.000, sondern nur 19 Abonnenten, also nichts! Und die Videos der letzten Monate haben mal nur 18 oder nur 6 Aufrufe erhalten, also auch nichts. Aber dieses Video wurde nun innerhalb nicht mal einer Woche 8962 Mal angeschaut. Von daher ein Erfolg in Sachen Aufmerksamkeit für die BayernLB. Nur die YouTube-Community scheint offenbar die Verwendung von Kindern in diesem Zusammenhang nicht zu mögen. So hat das Video 116 Likes kassiert, aber 305 Dislikes. Aber schauen Sie selbst.

BayernLB
Löwenstatue vor dem Hauptsitz der BayernLB in der Brienner Straße, München. Foto: Andreas Praefcke CC BY 3.0

6 Kommentare

6 Comments

  1. isntit

    7. Mai 2019 19:27 at 19:27

    Seit wann so humorlos, FMW? Ich finde das Video wirklich gelungen, witzig, erfrischend ungewöhnlich, selbstironisch, hat einen Like von mir bekommen. Träume aufgeben für Geld und Sicherheit: Das wurde wohl noch nie so offen thematisiert in einem Werbespot für eine Bank. Wem soll das „böse aufstoßen“ und warum?
    Verwunderlich nur, dass die BayernLB Mitarbeiter suchen muss. Ist doch quasi öffentlicher Dienst mit lebenslanger Jobgarantie, etwas besseres gibt es doch gar nicht für Banker in Zeiten der Krise … zahlt sie so viel schlechter als wirklich private Banken?

  2. Michael

    8. Mai 2019 00:17 at 00:17

    Ich finde das Video auch ganz gut. Witzig, selbstironisch und mal ganz anders als der übliche langweilige Bankenschmarrn im Werbesektor.
    Kinder muss man nicht vor die Kamera zerren, die kommen gerne und freiwillig. Und sie wurden ja zu nichts gezwungen, sie durften und sollten im Gegenteil genau ihr Unverständnis zur Schau bringen.

    Und wenn ich schon wieder was von der „likenden und dislikenden Community“, von der „Verwendung von Kindern“ höre, wird mir schlecht. Werbung soll Aufmerksamkeit und Einprägsamkeit erzeugen. In diesem Fall ist es gut gelungen, indem die Kinder genau sein durften, wie sie sind. Ohne sie medial zu missbrauchen, wie es im Artikel unterschwellig unterstellt wird.

    Ich kann mir aus beruflicher und privater Erfahrung lebhaft und sehr konkrert vorstellen, welche Art von Eltern die Mehrzahl der „Disliker“ stellen.

  3. Kellermann

    8. Mai 2019 15:45 at 15:45

    @isntit:
    Wenn Sie bei der BayernLB arbeiten würden, wüssten Sie, warum man dort Mitarbeiter suchen muss …
    Die BayernLB ist NICHT „quasi öffentlicher Dienst mit lebenslanger Jobgarantie“. Die sogenannten beamtenähnlichen Versorgungsverträge, die Sie hier wohl meinen, gibt es für neu eingetretene Mitarbeiter schon seit 2001 nicht mehr. Und die Mitarbeiter, die einen Anspruch auf einen solchen „Versorger“ hatten, mussten 2012 erst bis vor das Bundesarbeitsgericht ziehen (Klage wurde stattgegeben), um Ihre vertraglichen zugesicherten Rechte gegenüber ihrem Arbeitgeber durchzusetzen.
    Und was die tollen Werbeaussagen für zukünftige Mitarbeiter betrifft:
    Der Ausgleich für Überstunden z.B. ist gesetzlich vorgegeben und keine Sonderleistung der BayernLB. Bei Gleittagen aus Überstunden achtet die Bank (oder zumindest wohl die meisten Vorgesetzten) darauf, dass nicht mehrere auf einmal genommen werden, auch wenn man vorher ja die Überstunden durch Mehrarbeit aufgebaut hat und auch wenn es die Arbeitsbelastung eigentlich zulassen würde. Oder die im Video aufgeführte Möglichkeit zur Heimarbeit: Diese zugestanden zu bekommen ist alles andere als selbstverständlich. Oft sperren sich Vorgesetzte dagegen, weil sie den Mitarbeitern wohl nicht zutrauen, dass sie tatsächlich zu Hause wie in der Bank arbeiten. Die Heimarbeit wird im Video wie selbstverständlich möglich angepriesen, was dann aber eben durch rückständige Vorgesetzte in der Hierarchie scheitert. Soviel als Beispiel zur „tollen Work Life-Balance“ (wie Herr Kummerfeld das nennt).
    Und Fragen Sie mal einen BayernLB-Mitarbeiter nach wirklichen Karriere-Chancen, speziell den Aufstieg in der Hierarchie. Angesichts des Personalabbaus in den vorangegangenen Jahren und zunehmend flacher Hierarchien kann man Leistung und Qualifikation zeigen, wie man will. Eine Beförderung ist eher ein Glücksfall und ohne „Vitamin B“ nur sehr schwer zu erreichen.
    Und die Bezahlung: Für – wie zuletzt – gute Geschäftsjahre gibt es einen Lob-Rundbrief des Vorstandes, immer verbunden mit dem Hinweis, dass alles schwierig bleibt und die Bank letztlich von Sonderfaktoren (Verkäufe von Aktiva, Auflösung von Rückstellungen, …) profitiert, weniger vom eigentlichen operativen Geschäft. Entsprechend werden die Töpfe für die variablen Gehaltsbestandteile (nicht verwechseln mit Boni) nur beschränkt gefüllt (Ausnahme natürlich Bereichsleiter und Vorstände).
    Ein Problem hat die Bank auch in weiten Teilen mit der Führungskultur. Zu oft sitzen da schlichtweg Choleriker, die gerne nach unten treten und ihren Umgangston nicht im Griff haben. Es gibt zwar alle paar Jahre eine Mitarbeiterbefragung zum Thema Zufriedenheit mit der Bank als Arbeitgeber. Aber das Ergebnis lässt sich ja durch das Stellen der richtigen Fragen bzw. Weglassen bestimmter Fragen gut steuern. Interessant wäre einmal eine Umfrage „Bis zu welchem Grad haben Sie bereits innerlich gekündigt?“ Aber das geht natürlich nicht. Vor einigen Jahren gab es einmal die Möglichkeit, sich in einem internen Forum zu äußern (speziell zu Fragen der Personalpolitik). Dieses Forum wurde aber aufgrund von zu viel Kritik wieder geschlossen.
    „Traumjob“ bei der BayernLB …?

    • isntit

      8. Mai 2019 18:29 at 18:29

      Hallo Kellermann,
      vielen Dank für die Info, sehr interessant … da hatte ich wohl ein zu rosiges Bild vom BayernLB-Mitarbeiter-Dasein.

  4. sabine

    3. Juni 2019 16:59 at 16:59

    Herr Kummerfeld hat meiner Ansicht nach immer ausgewogene, manchmal etwas freche, aber immer gut fundierte Beiträge. Ich mag sie sehr.
    Nur hier kann ich ihm bezgl. „ach die armen Kinder“ und „Video nicht gelungen“ nicht zustimmen.
    Einer meiner Verwandten ist beim Kinderfernsehen und die arbeiten genau so. Jedes Kind darf sagen, was es will. Es werden kindgerechte Fragen gestellt und außer daß die Kinder etwas fremdeln und somit etwas unsicher wirken, gefällt es ihnen summasummarum. Es ist aufregend, mal was anderes, und man wird ernstgenommen. Sollten die dislikenden Eltern doch mal auf ihr neues Handy oder E-Auto verzichten und/oder gegen Kinderarbeit in diesem Bereich kämpfen. Die seltenen Erden werden zu 60% im Kongo abgebaut.
    https://www.srf.ch/news/wirtschaft/dreckiges-geschaeft-mit-seltenen-erden
    https://www.aktiv-gegen-kinderarbeit.de/2018/09/elektroautos-aus-kinderarbeit-kobaltabbau-im-kongo/
    oder auf hippe Kleidung, denn die wird auch in Bangladesh unter Umweltverschmutzung und krasser Kinderarbeit hergestellt.
    https://www.contra-magazin.com/2017/03/64-stundenwochen-in-bangladesh-kinderarbeit-in-der-textilindustrie/
    Die Moderatorin ist megagut. Sie nimmt die Kinder ernst, hat aber auch eine väterliche Ironie, die nie beleidigend ist, sondern immer wohlwollend und mit Respekt und Caritas.
    Würde man sich hier im Forum auch mal wünschen.

    • Michael

      3. Juni 2019 22:55 at 22:55

      @Liebe Sabine, ich wusste es schon immer, wir beide haben mehr gemeinsam, als so mancher glauben möchte. Wir harmonieren in fast allen Punkten, fast wie die hübschen und hochintelligenten Menschen bei elitepartner.de

      Eine Winzigkeit noch, die Sie vielleicht bedenken sollten:
      Die dislikenden Eltern sollten vielleicht nicht unbedingt nur ihr E-Auto überdenken, sondern auch ihren Privatpanzer auf deutschen Straßen und Autobahnen.

      Denn: Unsere unantastbaren, göttlichen Autokonzerne haben den Finger nicht nur auf den Austrittsöffnungen politisch alternativer Messinstrumente der derzeitigen Verbrennerboliden, sondern planen offensichtlich laut Ihren Angaben, nichts gegen die Missstände im Kongo zu unternehmen. Rohstoffe schon, aber doch nicht grün abgebaut!

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EZB – bis zum bitteren Ende

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Es gibt dieses schöne Zitat: „Wahnsinn ist, wenn man immer wieder das Gleiche tut, aber andere Resultate erwartet.“ Exakt dies scheint seit der Finanzkrise 2008 das Motto der EZB zu sein. Anders kann man sich die immer gleiche und doch nicht wirkende Medikation der Notenbank nicht erklären. Denn die letzte Krise entstand auf Grund zu niedriger Zinsen und zu viel billigen Geldes. Nichtsdestotrotz lautet die Devise der Europäischen Zentralbank (EZB): noch niedrigere Zinsen und noch mehr billiges Geld. Diese irrsinnige Politik wird gnadenlos scheitern. Man kann Probleme mit der Druckpresse in die Zukunft verschieben, jedoch keinesfalls lösen.

Friedrich und Weik über die Politik der EZB
Marc Friedrich und Matthias Weik.

Im Gegensatz zu den US-Kollegen der FED hat die EZB die Zinsen nach der Krise nicht wieder erhöht. Ganz im Gegenteil. Draghi wird in die Geschichtsbücher eingehen als der erste EZB Chef, der die Zinsen nie erhöht, sondern immer nur gesenkt hat. Somit haben wir seit 2016 den Nullzins, und die Banken zahlen sogar Strafzinsen für ihre Einlagen bei der EZB. Die Auswirkungen sind seit Jahren zu spüren. Viele Banken haben Kontoführungsgebühren eingeführt, Filialen werden geschlossen, Bankautomaten abgebaut, der Service eingedampft und Fusionen finden statt. Zuletzt sogar zwischen einer Sparkasse und einer Volksbank! Und jetzt hat der Italiener Mario Draghi, wie von uns prognostiziert, uns ein bitteres Abschiedsgeschenk bzw. seiner Nachfolgerin Christine Lagarde ein Willkommensgeschenk gemacht. Er hat den Einlagenzins abermals gesenkt auf -0,5 Prozent, und ab November beginnt das neue Aufkaufprogramm im Volumen von 20 Milliarden pro Monat. Das letzte Aufkaufprogramm hatte ein Volumen von 2,59 Billionen Euro und wurde erst Ende 2018 beendet. Keine neun Monate später sieht man sich schon wieder gezwungen, ein neues Programm zu starten. Wie viele Beweise benötigen unsere Politiker noch für die Einsicht, dass der Euro sterbenskrank ist? Ab dem 1. November wird die Europäische Zentralbank dann, unter ihrer neuen Herrscherin Christine Lagarde, mit per Computer selbst erschaffenem Geld noch mehr Anleihen von faktisch bankrotten Staaten wie beispielsweise Italien oder Griechenland sowie Anleihen von sogenannten Zombieunternehmen, welche längst pleite sein müssten, kaufen. Kurzum, die EZB wird alles unternehmen, um die Insolvenzverschleppung weiter voranzutreiben und das zum Scheitern verurteilte Währungsexperiment Euro am Leben zu erhalten.

Der Euro zerstört Europa, unseren Wohlstand und unsere Banken

Fakt ist: Der Euro trennt Europa, anstatt es zu einen. Der Euro ist viel zu schwach für Deutschland und viel zu stark für die Länder Südeuropas. Während Deutschland einen Zinssatz im positiven Bereich benötigt (3-4 Prozent), benötigen die Länder Südeuropas einen Zinssatz von minus 5 Prozent und mehr. Damit die Länder Südeuropas wieder Wettbewerbsfähigkeit erlangen können, müssten sie ihre eigenen Währungen kräftig abwerten können. Dies ist im Zins- und Währungskorsett der Eurozone jedoch unmöglich. Folglich werden die Länder Südeuropas unter dem Euro volkswirtschaftlich niemals auf die Beine kommen. Es ist also vollkommen egal, wie viel Geld noch von Nord- in Richtung Südeuropa transferiert wird.

Der Euro ist alles andere als eine stabile Währung. Seit seiner Einführung hat er bereits 30 Prozent seiner Kaufkraft verloren. Auf Grund der Niedrigzinsphase bluten nicht nur Sparbuchbesitzer, Lebensversicherer, sondern auch Kranken-, Renten- und Pensionskassen.

Die EZB erkauft sich lediglich teuer Zeit auf Kosten der Bürger und der Banken. Die Mehrbelastung durch die 0,1% Zinssenkung wird die deutschen Banken 600 Millionen Euro im Jahr kosten. Aktuell liegen bei der EZB ca. 600 Milliarden Euro, und die Kosten der Banken belaufen sich somit auf 2,4 Milliarden Euro im Jahr. Zukünftig müssen die Banken der EZB 3 Milliarden überweisen. Wie lange das noch stemmbar ist, steht in den Sternen. Wir gehen von weiteren Gebühren, Fusionen und einem breiten Bankensterben aus. Unsere Hauptkandidaten sind immer noch die Commerzbank und Deutsche Bank.

Der Sparer ist dank der EZB der Dumme – Altersarmut vorprogrammiert

Die Folgen der EZB-Politik sind schwerwiegend. Wer spart wird bestraft. Wer Schulden macht wird belohnt. Sollten die Menschen in Deutschland tatsächlich anfangen, nicht nur ihr Erspartes zu verkonsumieren, sondern auch noch Schulden zu machen und folglich nichts mehr für das Alter zurückzulegen, dann wird eine Altersarmutswelle auf uns zukommen, die jegliche Vorstellungskraft übersteigt. Wer das in Kauf nimmt, um den zum Scheitern verurteilten Euro am Leben zu erhalten, der handelt nicht nur unvorstellbar unverantwortlich, sondern hochgradig unsozial.

Aktien- und Immobilienpreise werden weiter nach oben getrieben

Mehr denn je werden die Banken gezwungen sein, noch großzügiger bei der Kreditvergabe zu sein. Folglich werden sich noch mehr Bürger vollkommen überteuerte Immobilien kaufen, die sie sich überhaupt nicht leisten können, mit Geld, das sie eigentlich gar nicht haben und auch niemals bekommen dürften. Die Preise für Eigentumswohnungen haben sich bereits in den sieben größten Städten seit 2009 beinahe verdoppelt. Dieser Trend wird weiterhin anhalten, bis die Blase platzt. Die gravierenden Folgen einer geplatzten Immobilienblase mussten viele Menschen insbesondere in den USA, Irland, Spanien… am eigenen Leibe erfahren. Parteien die sich einerseits über steigende Mieten beschweren und den Mietpreisdeckel fordern und andererseits den Euro unterstützen, haben jegliche Glaubwürdigkeit verloren. Böse Zungen würden diese sogar als Heuchler bezeichnen. Auch an den Aktienmärkten wird das viele billige Geld für eine noch größere Blase sorgen. Die ETF-Fonds haben sich seit der Finanzkrise sogar verfünfeinhalbfacht (von 716 Milliarden auf über 4,68 Billionen Dollar). Das Platzen der Blase an den Aktienmärkten wird 2009 bei weitem in den Schatten stellen.

Drastische Negativzinsen, Aufkauf von Aktien und Bankenunion werden kommen

Anstatt das Währungsexperiment Euro zu beenden, müssen wir uns auf weitere drakonische Maßnahmen gefasst machen. Die EZB und die EU werden alles unternehmen, um den Euro um jeden Preis, so lange wie möglich am Leben zu erhalten und ihr eigenes Scheitern soweit wie möglich in die Zukunft hinauszuschieben. Es ist lediglich eine Frage der Zeit, bis die Zinsen kontinuierlich weiter gesenkt werden und die Aufkaufprogramme weiter nach oben gefahren werden. Wir gehen von einem Negativzinssatz von bis zu minus 5 Prozent aus. Dies ist jedoch ausschließlich möglich, wenn Bargeld massiv begrenzt wird. Bargeldabhebungsbeschränkungen werden die Folge sein. Mit Sicherheit wird das Aufkaufprogramm weiter nach oben gefahren. Die EZB wird zukünftig nicht nur Anleihen, sondern so wie die Schweizer Nationalbank (SNB) auch noch Aktien kaufen.

Die SNB besitzt mittlerweile Aktien von 6600 Unternehmen. Allein der Wert des Bestands an US-Aktien beläuft sich auf knapp 90 Milliarden Dollar. Spätestens dann sind dem Wahnsinn Tor und Tür geöffnet und wir leben endgültig im Zeitalter der Planwirtschaft der Notenbanken. Ferner wird die deutsche Politik die Bankenunion in Zukunft nicht mehr aufhalten. Dies bedeutet, dass wir Sparer in Zukunft auch für die maroden Banken Südeuropas haften werden. Spätestens dann ist es unabdingbar, sein Erspartes von der Bank zu nehmen. Vorausgesetzt, dass dies zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch möglich sein sollte.

Unsere Prognosen:

Sobald die Rezession in der Eurozone voll einschlägt, werden die Zinsen weiter erheblich gesenkt

die Aufkaufprogramme werden drastisch nach oben gefahren

die Target2 Verbindlichkeiten Deutschlands werden die 1 Billionenmarke reißen

Immer mehr Banken werden in Europa von der Bildfläche verschwinden und die Großbanken Europas werden vollkommen den Anschluss an die Weltspitze verlieren

Die Finanzmarktblasen werden weiter aufgepumpt – Aktien, Anleihen, ETF´s und Immobilien

Der Euro wird scheitern bis spätestens 2023

Dexit langfristig weniger teuer

Offenkundig wird bis zum bitteren Ende am Euro festgehalten. Wie lange wird es noch dauern, bis die Politiker erkennen, dass das Währungsexperiment Euro zum Scheitern verurteilt ist? Wir gehen nur noch von wenigen Jahren aus. Bis spätestens 2023 ist das Spiel ausgereizt. Allerdings wird es weitaus schneller gehen, wenn die Politik so weiter macht wie bisher. Eine zweite Rezession wird der Euro nicht überleben und die EZB nicht auffangen können. Wann werden die Politiker endlich erkennen, dass der Euro Europa trennt, anstatt es zu einen? Wie lange wird die volkswirtschaftliche Schadensmaximierung noch vorangetrieben? Wann wird sich die Erkenntnis durchsetzen, dass der Dexit aus der Eurozone die langfristig definitiv weniger teure Lösung sein wird. Es ist jetzt an der Zeit, den Euro kontrolliert abzuwickeln, denn kollabiert der Euro unkontrolliert, werden die Kosten – gesellschaftlich wie monetär – um ein Vielfaches höher. Zweifellos wird uns ein Dexit viele eisenharte und verlorene Jahre bescheren. Ein unkontrollierter Zusammenbruch der Eurozone jedoch Chaos und weit mehr als eine verlorene Dekade. Es ist an der Zeit, der Realität ins Auge zu blicken und noch größeren Schaden von Deutschland und Europa abzuwenden. Wie lange werden die Bürger dieses Landes das Experiment Euro noch mittragen, oder besser gesagt: Wie lange sind sie noch gewillt, für den Irrsinn zu bezahlen?

Anlegertipps

Jetzt heißt die Devise: Absichern, Gegengewichte aufbauen und Diversifikation! Raus aus festverzinslichen Wertpapieren und rein in Sachwerte. Solange es noch möglich ist Geldmetalle (Gold und Silber) kaufen, denn die EZB kann unendlich viele Euros aber kein Gramm Gold oder Silber drucken. Solange Geld gedruckt wird, werden die Aktienmärkte weiter steigen. Dennoch kann das Platzen der Blase nicht auf Ewigkeit in die Zukunft gedruckt werden. Dasselbe gilt für Immobilien. Wer jetzt noch kauft, der muss sich überlegen, ob er in Zukunft noch einen dummen Käufer findet, der noch mehr dafür bezahlt.

Marc Friedrich & Matthias Weik
Unser neues Buch „Der größte Crash aller Zeiten“ ist vorbestellbar.

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Deutscher Michel, bitte privat vorsorgen? Die unfassbaren Aktien-Steuerideen des Olaf Scholz

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Wie oft hat man es gehört in den letzten Jahren aus der hohen deutschen Politik? Der deutsche Rentenanspruchsberechtigte solle doch bitte aufgrund zu erwartender geringer Renten privat vorsorgen. Also, alles rein in Aktien und Aktienfonds? Grundsätzlich spräche doch nichts dagegen? Unser Bundesfinanzminister Olaf Scholz schießt derzeit aber den Vogel ab. Seit Wochen mehren sich die Anzeichen für immer absurdere Steuerpläne, die gerade den Kleinsparer massiv treffen werden, der wie von der Politik gefordert seine Altersvorsorge selbst in die Hand nimmt, und zum Beispiel Aktien oder Aktienfonds kauft.

Derzeit ist es ganz normal bei Aktienanlagen. Verluste können steuerlich geltend gemacht werden. Was als Gewinn übrig bleibt, wird letztlich versteuert. Aber die Beamten des lieben Olaf haben sich da was Geniales ausgedacht. Wenn Aktiengesellschaften ganz pleite gehen, und der Anleger also einen 100% Totalverlust erleidet, soll er diese Verluste nicht mehr von Gewinnen aus anderen Aktienanlagen abziehen können (Referentenentwurf zum sogenannten Jahressteuergesetz 2019). Das Gleiche soll auch für Anleihen gelten, wo die Gläubiger die Rückzahlung der Anleihe bei Fälligkeit nicht mehr leisten können. Wie absurd! Unfassbar! Wer also noch kurz vor der Insolvenz eines Unternehmens davon Wind bekommt, schnell verkauft und mit seiner Geldanlage „nur“ 99% Verlust macht, kann diesen Verlust steuerlich geltend machen. Aber derjenige, der es zu spät merkt und 100% Verlust macht, kann diesen Verlust nicht mehr geltend machen? Einfach unfassbar!

Finanztransaktionssteuer

Aber das ist nur eine Kleinigkeit im Vergleich zur geplanten Finanztransaktionssteuer. Wie es das Wort schon sagt, sollen Aktientransaktionen besteuert werden. Also eine Umsatzsteuer. Aber Derivate sollen nicht besteuert werden. Der „brave“ deutsche Michel, der langfristig Geld anlegen will fürs Alter, zahlt also eine Steuer. Der Zocker, der Optionen, Futures und Sonstiges handelt, bleibt von der Steuer unberührt. Noch absurder geht es nicht Olaf Scholz! Und das wäre ja noch was. Die Fondsgesellschaften, die für den Kleinsparer Aktien kaufen, müssen diese Steuer dann ja folglich auch zahlen. Somit würden sich die Renditen sehr langfristig orientierter Sparer spürbar vermindern. Wer also fürs Alter anlegen will, indem er in Fonds geht, ist der Dumme. Tja, die EZB hat die Zinsen auf dem guten alten Sparbuch abgeschafft. Also rein in Aktien? Nein, da wartet schon Olaf Scholz.

Die Folge könnte sein, dass der Deutsche, der ohnehin eher ein Aktienmuffel ist, sich noch mehr aus Geldanlagen in Aktien oder Aktienfonds verabschiedet. Die Folge: Der Anteil ausländischer Investoren in deutschen Aktiengesellschaften steigt noch weiter, und somit können Entscheidungen über deutsche Unternehmen noch stärker von zum Beispiel Hedgefonds an weit entlegenen Orten getroffen werden, welche wohl kaum das Gemeinwohl hier vor Ort im Sinn haben. Schauen Sie hier zu dem Thema ab Minute 1:00 auch das folgende interessante Video von Mission Money an.

Finden Sie auch hier gerne weitere Infos zu dem Thema.

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Handelskrieg – darum darf er niemals enden

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Die Hoffnung, mit einer Befriedung im Handelskrieg würden die konjunkturellen Sorgen verschwinden und die Märkte weiter haussieren, ist ein Irrglaube. Schaut man sich die jüngste Entwicklung an den Rentenmärkten an, versteht man warum.

Handelskrieg und naive Vorstellungen

Mit den zunehmenden Entspannungssignalen aus Beijing und Washington, D.C schießen neben den Aktienmärkten auch die Zinsen wieder nach oben und im Gegenzug fallen die Kurse der Anleihen. Am 3. September dieses Jahres markierten die Zinsen für zehnjährige US-Staatsanleihen ein neues Rekordtief bei 1,43 Prozent. Seitdem stieg der Zins im Zuge der Hoffnungen auf einen Handelsdeal (die Konjunkturdaten waren dagegen eher gemischt) wieder auf 1,9 Prozent an:

Handelskrieg Grafik

Die Kurse der Rentenpapiere fielen im Gegenzug dynamisch ab:

Die im Chart dargestellten prozentualen Verluste der langlaufenden US-Staatsanleihen sehen zwar auf den ersten Blick unspektakulär aus, man muss sich aber die Dimension dieses Marktes vergegenwärtigen: Die weltweit ausstehenden Schulden erreichten im 1. Quartal 2019 ein Volumen von 246,5 Billionen USD (Total Debt Outstanding). Der weltweite Markt für börsengehandelte Schuldpapiere ist dreimal größer als der für Aktien. Die Staatsschulden der USA belaufen sich auf aktuell 22,56 Billionen US-Dollar, das entspricht 106 Prozent des BIP. Die Gesamtverschuldung Amerikas liegt aktuell bei schwindelerregenden 74,2 Billionen US-Dollar oder 325 Prozent des US-BIP. Diese Schuldenlast kostet jährlich 3,5 Billionen US-Dollar an Zinsen, mit weiter steigender Tendenz. Da tut jeder minimale Zinsanstieg weh, nicht nur in Amerika. Bekommt der Anleihemarkt also einen Schnupfen, kriegt die Wirtschaft eine Grippe.

It´s the debts, stupid

In der nächsten Zeitreihe sieht man, dass sobald die Zinsen leicht rückläufig sind, der Trend zum Schuldenaufbau wieder anspringt. Dies ist auch notwendig, da ohne neue Schulden kein Wachstum mehr möglich ist. Das bedeutet aber auch, dass die Zinssensitivität der Weltwirtschaft sukzessive ansteigt.

Globale Schulden und Handelskrieg

Das wiederum ruft böse Erinnerungen an das zweite Halbjahr 2018 wach, wo nicht etwa der Handelskrieg zu dem enormen Stress an den Märkten und bei US-Verbrauchern führte, sondern steigende Leitzinsen der Fed und steigendende Anleihezinsen an den Kapitalmärkten.
Fakt ist, dass der Handelskrieg erst ab Mai dieses Jahres zum Problem wurde, vorher waren nur marginale Zölle in Kraft und ein Deal zwischen den beiden Handelsmächten war realistisch (dachte man). Außerdem träumten die Märkte, speziell in den USA, damals noch von zweistelligen Gewinnsteigerungen bei den S&P 500 Konzernen.

Der hauptsächlich durch den Zinsanstieg bedingte Einbruch an den Aktienmärkten zwang die Fed kurz vor Weihnachten schlussendlich dazu, ihren Versuch der Zinsnormalisierung abzubrechen und die Bilanzreduzierung auf den Prüfstand zu stellen. Vom 19. Juni bis zum 7. November 2018 stiegen die Zinsen zehnjähriger US-Staatsanleihen von 2,8 Prozent auf in der Spitze 3,25 Prozent an – zu viel für die Märkte. Erst danach, im Zuge wieder deutlich sinkender Anleihezinsen, konnte sich der Aktienmarkt erholen.

Im übergeordneten Bild bleibt es dabei: über das Wohl und Wehe der Weltwirtschaft entscheiden die Zinsen – wegen der historisch einmaligen Rekordverschuldung im Verhältnis zum Welt-BIP. Schießen die Zinsen durch das Ende des Handelskriegs nach oben, so wie man es aktuell schon ansatzweise beobachten kann, wäre die anschließende Erholung der Konjunktur von sehr kurzer Dauer.
Steigen nämlich die Zinsen relativ zu ihren Tiefstständen im Zuge eines Handelsfriedens zwischen China und den USA wieder an, wird das weitere Schuldenwachstum gebremst und damit das Wirtschaftswachstum erneut stark belastet. Damit wären die Kosten durch ansteigende Zinsen und Verluste durch sinkende Anleihekurse größer als der Nutzen eines wieder freieren Welthandels.

Fazit

Setzt sich der jüngst gesehene Trend fort, bei dem das übervolle Boot der Anleihemärkte sich zügig leert und die Zinsen am Kapitalmarkt in der Folge eines Handelsfriedens wieder ansteigen, wäre das für das Wachstum der überschuldeten Weltwirtschaft der Sargnagel. Daher wäre es unter diesem Aspekt besser, man ließe die Luft aus dem Rentenmarkt nicht heraus und der reale Handelskrieg jenseits versöhnlicher Gesten würde andauern.

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