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Video: Die genial-komisch-merkwürdige Mitarbeitersuche der BayernLB

Claudio Kummerfeld

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am

Wer möchte heutzutage überhaupt noch neu anfangen in der Finanzindustrie? Banken und Versicherungen bauen tendenziell nur noch Jobs ab. Und dann soll man noch bei einer Landesbank anfangen? Noch staubiger, gruseliger und rückwärtsgewandter geht es ja wohl kaum? Steht die bajuwarische Landesbank „BayernLB“ eventuell genau vor dieser Art von Imageproblem? Musste deswegen der folgende Imagefilm her, um darauf aufmerksam zu machen, was die BayernLB neuen Mitarbeitern jede Menge zu bieten hat? Zum Beispiel eine tolle Work Life-Balance, Überstunden abbummeln, Fitness-Center uvm? Das Video kann manchem Zuschauer böse aufstoßen. Wie kann man nur Kinder vor die Kamera zerren für sowas, und überhaupt, was sind das für böse Eltern, die sowas zulassen? Andererseits ist es eine genial-komische Art und Weise auf sich aufmerksam zu machen.

Bei uns hat es zumindest dafür gereicht, dass wir dieses Video publizieren. Und immerhin: der YouTube-Channel der BayernLB hat ganze 19 Abonnenten. Ja, richtig gelesen. Nicht 19.000, sondern nur 19 Abonnenten, also nichts! Und die Videos der letzten Monate haben mal nur 18 oder nur 6 Aufrufe erhalten, also auch nichts. Aber dieses Video wurde nun innerhalb nicht mal einer Woche 8962 Mal angeschaut. Von daher ein Erfolg in Sachen Aufmerksamkeit für die BayernLB. Nur die YouTube-Community scheint offenbar die Verwendung von Kindern in diesem Zusammenhang nicht zu mögen. So hat das Video 116 Likes kassiert, aber 305 Dislikes. Aber schauen Sie selbst.

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BayernLB
Löwenstatue vor dem Hauptsitz der BayernLB in der Brienner Straße, München. Foto: Andreas Praefcke CC BY 3.0

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    isntit

    7. Mai 2019 19:27 at 19:27

    Seit wann so humorlos, FMW? Ich finde das Video wirklich gelungen, witzig, erfrischend ungewöhnlich, selbstironisch, hat einen Like von mir bekommen. Träume aufgeben für Geld und Sicherheit: Das wurde wohl noch nie so offen thematisiert in einem Werbespot für eine Bank. Wem soll das „böse aufstoßen“ und warum?
    Verwunderlich nur, dass die BayernLB Mitarbeiter suchen muss. Ist doch quasi öffentlicher Dienst mit lebenslanger Jobgarantie, etwas besseres gibt es doch gar nicht für Banker in Zeiten der Krise … zahlt sie so viel schlechter als wirklich private Banken?

  2. Avatar

    Michael

    8. Mai 2019 00:17 at 00:17

    Ich finde das Video auch ganz gut. Witzig, selbstironisch und mal ganz anders als der übliche langweilige Bankenschmarrn im Werbesektor.
    Kinder muss man nicht vor die Kamera zerren, die kommen gerne und freiwillig. Und sie wurden ja zu nichts gezwungen, sie durften und sollten im Gegenteil genau ihr Unverständnis zur Schau bringen.

    Und wenn ich schon wieder was von der „likenden und dislikenden Community“, von der „Verwendung von Kindern“ höre, wird mir schlecht. Werbung soll Aufmerksamkeit und Einprägsamkeit erzeugen. In diesem Fall ist es gut gelungen, indem die Kinder genau sein durften, wie sie sind. Ohne sie medial zu missbrauchen, wie es im Artikel unterschwellig unterstellt wird.

    Ich kann mir aus beruflicher und privater Erfahrung lebhaft und sehr konkrert vorstellen, welche Art von Eltern die Mehrzahl der „Disliker“ stellen.

  3. Avatar

    Kellermann

    8. Mai 2019 15:45 at 15:45

    @isntit:
    Wenn Sie bei der BayernLB arbeiten würden, wüssten Sie, warum man dort Mitarbeiter suchen muss …
    Die BayernLB ist NICHT „quasi öffentlicher Dienst mit lebenslanger Jobgarantie“. Die sogenannten beamtenähnlichen Versorgungsverträge, die Sie hier wohl meinen, gibt es für neu eingetretene Mitarbeiter schon seit 2001 nicht mehr. Und die Mitarbeiter, die einen Anspruch auf einen solchen „Versorger“ hatten, mussten 2012 erst bis vor das Bundesarbeitsgericht ziehen (Klage wurde stattgegeben), um Ihre vertraglichen zugesicherten Rechte gegenüber ihrem Arbeitgeber durchzusetzen.
    Und was die tollen Werbeaussagen für zukünftige Mitarbeiter betrifft:
    Der Ausgleich für Überstunden z.B. ist gesetzlich vorgegeben und keine Sonderleistung der BayernLB. Bei Gleittagen aus Überstunden achtet die Bank (oder zumindest wohl die meisten Vorgesetzten) darauf, dass nicht mehrere auf einmal genommen werden, auch wenn man vorher ja die Überstunden durch Mehrarbeit aufgebaut hat und auch wenn es die Arbeitsbelastung eigentlich zulassen würde. Oder die im Video aufgeführte Möglichkeit zur Heimarbeit: Diese zugestanden zu bekommen ist alles andere als selbstverständlich. Oft sperren sich Vorgesetzte dagegen, weil sie den Mitarbeitern wohl nicht zutrauen, dass sie tatsächlich zu Hause wie in der Bank arbeiten. Die Heimarbeit wird im Video wie selbstverständlich möglich angepriesen, was dann aber eben durch rückständige Vorgesetzte in der Hierarchie scheitert. Soviel als Beispiel zur „tollen Work Life-Balance“ (wie Herr Kummerfeld das nennt).
    Und Fragen Sie mal einen BayernLB-Mitarbeiter nach wirklichen Karriere-Chancen, speziell den Aufstieg in der Hierarchie. Angesichts des Personalabbaus in den vorangegangenen Jahren und zunehmend flacher Hierarchien kann man Leistung und Qualifikation zeigen, wie man will. Eine Beförderung ist eher ein Glücksfall und ohne „Vitamin B“ nur sehr schwer zu erreichen.
    Und die Bezahlung: Für – wie zuletzt – gute Geschäftsjahre gibt es einen Lob-Rundbrief des Vorstandes, immer verbunden mit dem Hinweis, dass alles schwierig bleibt und die Bank letztlich von Sonderfaktoren (Verkäufe von Aktiva, Auflösung von Rückstellungen, …) profitiert, weniger vom eigentlichen operativen Geschäft. Entsprechend werden die Töpfe für die variablen Gehaltsbestandteile (nicht verwechseln mit Boni) nur beschränkt gefüllt (Ausnahme natürlich Bereichsleiter und Vorstände).
    Ein Problem hat die Bank auch in weiten Teilen mit der Führungskultur. Zu oft sitzen da schlichtweg Choleriker, die gerne nach unten treten und ihren Umgangston nicht im Griff haben. Es gibt zwar alle paar Jahre eine Mitarbeiterbefragung zum Thema Zufriedenheit mit der Bank als Arbeitgeber. Aber das Ergebnis lässt sich ja durch das Stellen der richtigen Fragen bzw. Weglassen bestimmter Fragen gut steuern. Interessant wäre einmal eine Umfrage „Bis zu welchem Grad haben Sie bereits innerlich gekündigt?“ Aber das geht natürlich nicht. Vor einigen Jahren gab es einmal die Möglichkeit, sich in einem internen Forum zu äußern (speziell zu Fragen der Personalpolitik). Dieses Forum wurde aber aufgrund von zu viel Kritik wieder geschlossen.
    „Traumjob“ bei der BayernLB …?

    • Avatar

      isntit

      8. Mai 2019 18:29 at 18:29

      Hallo Kellermann,
      vielen Dank für die Info, sehr interessant … da hatte ich wohl ein zu rosiges Bild vom BayernLB-Mitarbeiter-Dasein.

  4. Avatar

    sabine

    3. Juni 2019 16:59 at 16:59

    Herr Kummerfeld hat meiner Ansicht nach immer ausgewogene, manchmal etwas freche, aber immer gut fundierte Beiträge. Ich mag sie sehr.
    Nur hier kann ich ihm bezgl. „ach die armen Kinder“ und „Video nicht gelungen“ nicht zustimmen.
    Einer meiner Verwandten ist beim Kinderfernsehen und die arbeiten genau so. Jedes Kind darf sagen, was es will. Es werden kindgerechte Fragen gestellt und außer daß die Kinder etwas fremdeln und somit etwas unsicher wirken, gefällt es ihnen summasummarum. Es ist aufregend, mal was anderes, und man wird ernstgenommen. Sollten die dislikenden Eltern doch mal auf ihr neues Handy oder E-Auto verzichten und/oder gegen Kinderarbeit in diesem Bereich kämpfen. Die seltenen Erden werden zu 60% im Kongo abgebaut.
    https://www.srf.ch/news/wirtschaft/dreckiges-geschaeft-mit-seltenen-erden
    https://www.aktiv-gegen-kinderarbeit.de/2018/09/elektroautos-aus-kinderarbeit-kobaltabbau-im-kongo/
    oder auf hippe Kleidung, denn die wird auch in Bangladesh unter Umweltverschmutzung und krasser Kinderarbeit hergestellt.
    https://www.contra-magazin.com/2017/03/64-stundenwochen-in-bangladesh-kinderarbeit-in-der-textilindustrie/
    Die Moderatorin ist megagut. Sie nimmt die Kinder ernst, hat aber auch eine väterliche Ironie, die nie beleidigend ist, sondern immer wohlwollend und mit Respekt und Caritas.
    Würde man sich hier im Forum auch mal wünschen.

    • Avatar

      Michael

      3. Juni 2019 22:55 at 22:55

      @Liebe Sabine, ich wusste es schon immer, wir beide haben mehr gemeinsam, als so mancher glauben möchte. Wir harmonieren in fast allen Punkten, fast wie die hübschen und hochintelligenten Menschen bei elitepartner.de

      Eine Winzigkeit noch, die Sie vielleicht bedenken sollten:
      Die dislikenden Eltern sollten vielleicht nicht unbedingt nur ihr E-Auto überdenken, sondern auch ihren Privatpanzer auf deutschen Straßen und Autobahnen.

      Denn: Unsere unantastbaren, göttlichen Autokonzerne haben den Finger nicht nur auf den Austrittsöffnungen politisch alternativer Messinstrumente der derzeitigen Verbrennerboliden, sondern planen offensichtlich laut Ihren Angaben, nichts gegen die Missstände im Kongo zu unternehmen. Rohstoffe schon, aber doch nicht grün abgebaut!

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Aktien

Aber CFDs sind Termingeschäfte? Verbände für steuerliche Bevorzugung von Optionsscheinen

Claudio Kummerfeld

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Aktives Trading mit CFDs und Optionsscheinen könnte problematisch werden

Was sind CFDs? Die „Contracts for Difference“ erlauben gehebelte Wetten auf steigende und fallende Kurse. Die CFDs können Anleger zeitlich unbefristet lange halten. Und Optionsscheine? Die haben einen fest definierten Ablaufzeitpunkt. Und wie definiert man Termingeschäfte? In Kurzform: Dies sind Börsengeschäfte, bei denen die Erfüllung des Vertrags (Abnahme und Lieferung der Ware) zu einem späteren Termin erfolgt. Also sind Optionsscheine doch Termingeschäfte, und CFDs irgendwie nicht so richtig?

Egal. Wenn der Gesetzgeber eine Feststellung trifft, dann ist das eben so – weil es nun mal der Gesetzgeber ist? So wurde vor Kurzem die seit Anfang Januar gültige Novellierung des Einkommensteuergesetzes beschlossen, wonach Verluste aus „Termingeschäften“ nur noch bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden dürfen. Dadurch wird die bizarre Realität entstehen, dass Anleger Steuern auf Gewinne zahlen müssen, obwohl sie effektiv in einem Börsenjahr im Handel keinen Gewinn erzielt haben (wir berichteten schon mehrmals). Danke Olaf Scholz, darf man da schon mal im Voraus sagen.

Klar zu sein scheint, dass die CFDs in die Kategorie der Termingeschäfte fallen im Sinne dieser Novelle des Einkommenssteuergesetzes – wohl ganz einfach, weil der Gesetzgeber es so will. Aber auch Optionsscheine, die per Definition doch viel eher Termingeschäfte sind? Wie man derzeit munkelt, wird das Bundesfinanzministerium noch eine Klarstellung für die ausführenden Steuerbehörden veröffentlichen, aus welcher hervorgehen könnte, dass auch Optionsscheine als Termingeschäfte zu betrachten wären. Das würde den Kreis der betroffenen Anleger deutlich erweitern.

Lobbyarbeit für Optionsscheine – von CFDs ist keine Rede

Aber halt. CFDs werden fast komplett von angelsächsischen und Offshore-Anbietern angeboten. Optionsscheine sind die Kinder der deutschen Bankenbranche. Und drei Mal darf man raten, wer den besseren Draht zu BaFin, Bundesfinanzministerium, Staatssekretären etc haben könnte? Diese Woche sieht man vom Deutschen Derivate-Verband, der Börse Stuttgart und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) einen offiziellen Appell an das Bundesfinanzministerium (siehe hier), worin man eindringlich dazu auffordert Optionsscheine bezüglich dieser Neuregelung nicht als Termingeschäfte einzustufen. Man möchte also erreichen, dass Anleger auch weiterhin unbegrenzt Verluste aus Optionsscheinen mit Gewinnen aus Optionsscheinen verrechnen dürfen.

Gibt der Gesetzgeber dem nach, wäre dies ein glasklarer Vorteil für die Anbieter von Optionsscheinen, und ein riesiger Nachteil für die ausländischen CFD-Anbieter. Und wer ist denn Mitglied im Deutschen Derivate-Verband? Eben nicht die CFD-Anbieter, sondern so ziemlich alle deutschen Anbieter von Zertifikaten und Optionsscheinen, wie Deutsche Bank, Deka, Hypo, LBBW, DZ, Baader usw. Für CFDs bitten sie nicht um eine Ausnahme, sondern nur für Optionsscheine. Und die DSW? Hat sie die CFDs schon aufgegeben, und hofft nun noch darauf, wenigstens noch die Optionsscheine vor diesem Steuerirrsinn retten zu können? Aus dem Appell zitieren wir hier auszugsweise im Wortlaut:

Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die Börse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) appellieren an das Bundesfinanzministerium, die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingeschäfte einzuordnen. Im Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom Juni 2020 wurden Optionsscheine nicht als Termingeschäfte klassifiziert und damit eine klare, angemessene Abgrenzung erreicht. Damit wird vermieden, dass Anleger in der Depotgestaltung beeinträchtigt werden und zudem aufwendige individuelle Veranlagungen vornehmen müssen. Anderenfalls drohen schwere steuerliche Nachteile, nachträgliche Steuerzahlungen und Unsicherheiten für hunderttausende von Anlegern. Für Termingeschäfte sieht das Jahressteuergesetz, das seit Jahresbeginn gilt, eine begrenzte Verlustverrechnungsmöglichkeit nur mit anderen Termingeschäften und Erträgen aus Stillhaltegeschäften vor.

Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer: „Die steuerliche Neuregelung der Verlustverrechnung ist ein weiterer herber Schlag für Privatanleger und führt zu massiven Verunsicherungen. Vom Grundsatz her halten wir die Regelung insgesamt für verfassungswidrig. Der Entwurf des BMF-Schreibens war immerhin ein fairer Vorschlag, wie die Anwendung zumindest in Bezug auf Optionsscheine zu regeln ist, und würde betroffenen Anlegern eine Perspektive geben. Wenn das BMF jetzt von diesem ursprünglichen Entwurf abweicht, weckt das Unverständnis und offenbart einmal mehr die feindliche Gesinnung gegenüber Privatanlegern.“

Würden Optionsscheine jetzt durch das Anwendungsschreiben des BMF den Termingeschäften zugerechnet, wird die neugeschaffene Unwucht im Steuerrecht weiter dramatisch verschärft.

Es gibt gute sachliche Argumente dafür, warum Optionsscheine steuerlich als sonstige Finanzinstrumente und nicht als Termingeschäfte zu klassifizieren sind. Die Klassifizierung sollte anhand der Erfüllungsweise von Optionsgeschäften vorgenommen werden. Diese ist bei Optionsscheinen „Zug-um-Zug“, sie sind daher bei der steuerlichen Behandlung den Kassageschäften zuzurechnen, und nicht den Termingeschäften. Diese Einschätzung wird auch von Wissenschaftlern geteilt.

Eine Studie der WHU aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass hunderttausende von Privatanlegern von einer solchen Klassifizierung betroffen wären. Zudem stellt die Studie der WHU fest, dass 68,8 Prozent der Nutzer von Hebelprodukten wie Optionsscheinen diese zur Absicherung einsetzen. Die Beschränkung der Verlustverrechnung erschwert es Anlegern von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

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Ölpreis: Aufwärtstrend geht weiter? Was macht Biden? API-Daten lassen aufhorchen

Claudio Kummerfeld

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Eine Öl-Pumpe in der Wüste

Der Ölpreis war seit dem 5. Januar im Aufwärtstrend. Nach einer Mini-Pause ging es Anfang dieser Woche weiter nach oben, von unter 48 Dollar im WTI-Öl am 5. Januar bis auf derzeit knapp unter 53 Dollar. Zahlreiche Gründe für die jüngst gestiegenen Preise und womöglich auch weiter anziehenden Preise hatten wir die letzten Tage genannt.

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Positiv für den Ölpreis zu werten waren die inzwischen seit fünf Wochen fallenden Lagerbestände für Öl in den USA, die großen Stimulus-Hoffnungen an den neuen US-Präsidenten, und vor allem die zusätzlichen freiwilligen Kürzungen der Öl-Fördermenge durch Saudi-Arabien (minus 1 Million Barrels pro Tag für Februar und März).

Gestern Abend wurden die privat ermittelten API-Lagerbestände für Öl veröffentlicht mit einer Wochenveränderung von +2,6 Millionen Barrels. Die API-Daten gelten stets als Vorschau auf die am folgenden Tag vermeldeten offiziellen Lagerdaten. Diese Woche verschieben sich viele Konjunkturdaten in den USA um einen Tag nach hinten, weil am Montag Feiertag war. Die offiziellen Lagerdaten aber verschieben sich aufgrund der gestrigen Amtseinführung von Joe Biden um noch einen weiteren Tag nach hinten auf Freitag Nachmittag. Bis dahin könnte der Ölpreis also zittrig bleiben, in der Vorschau auf möglicherweise steigende Lagerbestände in den USA.

Was bringt Joe Biden für den Ölpreis?

Positiv für die Öl-Bullen ist zu werten, dass Joe Biden gestern im Rahmen diverser präsidialer Dekrete die Keystone XL Pipeline gestoppt hat, deren Bau in den USA noch nicht begonnen hat. Damit wird zukünftig nicht noch mehr Öl aus Kanada in Texas ankommen. Grundsätzlich ist dies vorsichtig positiv für den Ölpreis zu werten, da die Angebotsmenge geringer ausfallen dürfte. Aber na ja… werden die Kanadier ihr Öl dann nicht anderweitig auf dem Weltmarkt anbieten?

Also, bringt Joe Biden tendenziell für die nächsten Jahre dank dem Pipeline-Stop und sicherlich diversen schärferen Umweltgesetzen die Öl-Förderung in den USA zu einem Wachstumsstop, oder sogar zu einer Schrumpfung? Das wäre gut für alle Trader, die einen höheren Ölpreis sehen wollen. Aber da gibt es noch die andere Seite der Medaille. Man darf annehmen, dass sich die Beziehung zwischen den USA und dem Iran unter dem neuen US-Präsidenten entspannt. Sollten die US-Sanktionen gelockert werden, dürfte der Iran wohl zügig mehr Öl fördern und auf dem Weltmarkt verkaufen. Denn das Land braucht wohl jeden Petro-Dollar. Dies wäre folglich schlecht für den Ölpreis. Also ist es nicht so einfach zu beantworten, ob Joe Biden nun gut oder schlecht für einen potenziell weiter steigenden Ölpreis zu betrachten ist. Schaut man auf den Chart 30 Tage zurück, dann ist der Ölmarkt noch im Aufwärtstrend. Die Grundstimmung ist vor allem wegen dem möglichen anstehenden Mega-Stimulus in den USA positiv.

Chart zeigt Kursverlauf im Ölpreis in den letzten 30 Tagen
Chart zeigt Ölpreis-Verlauf in den letzten 30 Tagen.

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Christine Lagarde: Headlines der PK der EZB: entscheidende Fragen unbeantwortet

Markus Fugmann

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Hier die wichtigsten Aussagen von Christine Lagarde auf der heutigen Pressekonferenz der EZB – im offiziellen Statement bislang wenig Neues:

– Lagarde beginnt mit warmen Wünschen für 2021

– Impfungen wichtiger Meilentstein

– Industrie weiter robust, Dienstleistung weiter schwach, wenngleich weniger schwach als in der ersten Corona-Welle

– Inflation bleibt niedrig

– Kurzfristig überwiegen die Risiken

– Wirtschaft der Eurozone dürfte auch im 4.Quartal geschrumpft sein

– Pandemie wird auch 1.Quartal 2021 belasten

– es wird trotz Impfungen noch dauern, bis Herdenimmunität erreicht ist

– Impfungen und Brexit-Deal sind ermutigend, aber übergeordnet bleiben die Risiken bestehen

– Headline-Inflation dürfte bald ansteigen, auch wegen deutscher Wieder-Anhebung der Mehrwertsteuer

– Inflation dürfte mittelfristig anziehen, Inflationserwartungen sind gestiegen

– Kreditvergabe: Banken etwas vorsichtiger geworden

– Europäische Länder sollen schnell beschlossene EU-Hilfsmaßnahmen in ihren Parlamenten beschließen, um Erholung anzuschieben

– Lagarde „hat fertig“, jetzt Fragen

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– Lagarde: positiv sind Impfungen, dass der Brexit-Dealk zustande gekommen ist, dazu bessere Aussichten auf Kooperation mit der neuen US-Regierung

– schärfere Lockdowns wegen Mutationen durchaus möglich

– Frage nach Zombiefirmen: bislang weicht Lagarde einer Antwort aus – da redet sie minutenlang herum, aber die Frage zielte letztlich auf die negativen Konsequenzen der EZB-Politik, und das ließ sie (wieder einmal!) unbeantwortet!

– Frage nach (unausgesprochener) yield curve control der EZB (Berichte darüber, dass EZB versucht, die Renditen für Anleihen vor allem italienischer Anleohen nicht zu stark gegenüber deutschen Anleihen als Benchmark steigen zu lassen:: wieder keine konkrete Antwort von Lagarde!

– Frage nach digitalem Euro: was soll der für die Menschen bringen? Lagarde: ein digitaler Euro würde das Bargeld nicht ersetzen (FMW: echt??)
Lagarde: wir wollen in Sachen Digitaleuro sehr transparent sein (FMW: wohl eher pseudo-transparent..)
Lagarde:Einführung des digitalen Euros würde noch Jahre dauern; viele Fragen darüber noch offen und schwierig, wenn er käme, wäre er für alle gut, nicht nur für Elite

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