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Aktien

Videoausblick: Das Beste ist eingepreist!

So ziemlich die Beste aller Welten ist an den Aktienmärkten jetzt eingepreist – der Dax jetzt an der oberen Begrenzung des langfristigen Aufwärtstrends seit dem Jahr 2000, die Chance für eine Konsolidierung in dieser Woche ist gut..

Markus Fugmann

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Markus Fugmann

Von Markus Fugmann

So ziemlich die Beste aller Welten ist an den Aktienmärkten jetzt eingepreist: eine EZB, die wirklich in der Lage sei, einfach mit dem QE ziemlich endlos weiter zu machen (dass sie das nicht kann, wird von den Märkten bisher nicht hinterfragt, weil man noch an Draghis Bluff glaubt). Eine US-Berichtssaison, die wohl ihren Hochpunkt erreicht hat und man bei den Zahlen von Amazon nicht so genau hinschaut. Und eine Fed, bei der man davon ausgeht, dass Jerome Powell als „eingepreister“ neuer Fed-Chef der Wall Street schon nicht weh tun wird. Viel besser kann es eigentlich nicht kommen – der Dax jetzt an der oberen Begrenzung des langfristigen Aufwärtstrends seit dem Jahr 2000, die Chance für eine Konsolidierung in dieser Woche ist gut..

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22 Kommentare

22 Comments

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      Gerd

      30. Oktober 2017 11:12 at 11:12

      In der dunklen Winterzeit beschleicht mich in den Straßen immer häufiger so ein ungutes Gefühl. Ich glaube das Deflationsgespenst geht um. Manchmal direkt hinter mir. Aber das ist noch erträglich.
      Wenn ich mir vorstelle es könnte so ein hirnloser Typ sein, wie Jan Smets einer zu sein scheint, überkäme mich die wilde Panik.

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    Columbo

    30. Oktober 2017 11:19 at 11:19

    Sollte er öfters so dreinschauen, würde ich eine „Blickdiagnose“ wagen.

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      Gerd

      30. Oktober 2017 12:34 at 12:34

      Das Foto ist natürlich auch ein übler Schnappschuss.
      Aber ich glaube Sie wissen – oder auch nicht – dass sich meine Aussage mehr darauf bezog, dass der Typ immer noch nicht genug Inflation hat und sogar vor Deflation warnt.

      Gegen höhere Löhne, die er erwähnt, habe ich ja nichts. Aber wenn er das wirklich meint, soll er doch bitte den Arbeitgebern ins Gewissen reden statt ständig noch mehr Spielgeld zu drucken.

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        Columbo

        30. Oktober 2017 13:06 at 13:06

        Sie kennen sicher diesen alten Börsenwitz: Während einer großen Finanzkrise steht einer auf dem Dach eines Hochhauses und will sich herabstürzen. Ein anderer ruft ihm zu: „Warte doch um zu hören, was Alan Greespan sagt“. Der Selbstmörder: „Ich bin Alan Greenspan“.

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          Gerd

          30. Oktober 2017 14:24 at 14:24

          Also mit der Pointe habe ich mal wieder nicht gerechnet.
          Bin hoch erfreut, dass ich den Witz noch nicht kannte – das brachte mir wieder einen wohltuenden Lacher ein.

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    Marko

    30. Oktober 2017 13:38 at 13:38

    Rückenwind für die Bullen ?!

    Ein weiter fallender EUR, weil der Markt sich darauf einstellen wird, dass die FED im Dezember mit hoher Wahrscheinlichkeit die Zinsen zu 0,25 % erhöhen wird. Und jetzt wird der EUR/USD auf jene Zinsdifferenz zwischen EUR und USD reagieren.
    Dazu kommt „hier“ in Europa das „Theaterstück“ Katalonien…

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    Marko

    30. Oktober 2017 13:49 at 13:49

    Und man schaue auf den USD/YEN, da ist noch Platz nach oben.

    Die „beste aller Welten“ könnte man in überteuerten US-Märkten sehen, aber, in Europa nicht…
    Na klar, der Dax folgt dem S&P „Herrchen“, nur könnten wir eine gewisse Abkopplung Europas von den US-Märkten sehen, wegen EUR/USD und auch wegen der allgemeinen Bewertung. Aber natürlich, eine Korrektur wäre jederzeit möglich, na ja , aber dann ist der BUFU als (fast) automatisches Stoppschild für eine größere Korrektur da, von einem Crash wage ich kann nicht zu reden…

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    Marko

    30. Oktober 2017 14:02 at 14:02

    Was ich damit sagen will : sollte die EZB und auch die FED nach „Schema-F“ weitermachen ( Fed Zinserhöhungen zu 0,25 %, die EZB „schläft“) , so sollte der EUR/USD unter die 1,10 – Marke fallen, nächstes Jahr, also den EUR unter Druck setzen.

    Der USD/YEN stand im Jahr 2015 bei ca 125 – EUR / YEN ca 150, als der Dax die 12500 Punkte erreichte, im April.

  5. Avatar

    Marko

    30. Oktober 2017 14:45 at 14:45

    Gerade beim EUR/USD , deutet sich mit dem Abprall an der 1,20 eine umgekehrte
    S-K-S an, der EUR war doch sowieso viel zu lange zu stark, ich rechne nicht mit einem Unterschreiten der 1,04 – Marke….
    Wieso sollte der EUR überhaupt stark sein, bei den Zinserhöhungen der FED, den Spaniern usw…

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      PK

      30. Oktober 2017 15:09 at 15:09

      die umgekehrte SKS, die wirklich von jedem Euro Trader die letzten Tage thematisiert wurde sieht aktuell nach Bärenfalle aus, es gibt kein follow through !
      Wenn jeder das gleiche handelt kommt es oft genau anders.
      Es gibt jetzt sehr viele short positionen im Markt nach dem Bruch der SKS
      Die andere Richtung (Euro up) würde jetzt viel mehr Schmerzen verursachen und wird von mir favorisiert.

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        Marko

        30. Oktober 2017 16:38 at 16:38

        Einen EUR -Up ?

        Na, dann von mir aus ! Nur wird das, auch wenn es jetzt „viele Schmerzen“ verursachen sollte (Der USD steigt) , nichts an der grundlegenden Situation ändern ! Und bitte an das Jahr 2018 denken !
        Eben weil die FED wohl weiter machen und die EZB nicht reagieren wird, da träge wie ein Wal..

        So wird das im Endeffekt, einen Downtrend beim EUR/USD erzeugen.
        Was aber auch natürlich ist, weil der Zinsabstand zwischen EUR und USD immer weiter ansteigt ! Der Eur hat lange genug „unnatürlich“ reagiert ?

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          PK

          30. Oktober 2017 17:06 at 17:06

          das mit der Zinsdifferenz ist fraglos richtig.
          Aber wo ist denn der faire Wert des Euro ?
          Ist möglicherweise der Euro nicht jetzt schon massiv unterbewertet (durch entspreched mangelndes Vertrauen in die Euro Zone ?)

          Es gibt doch den berühmte Big-Mac Index.
          https://de.statista.com/statistik/daten/studie/199335/umfrage/big-mac-index–weltweiter-preis-fuer-einen-big-mac/

          danach ist der USD immer noch total überbewertet (33% im Vergleich zum Durchschnitt der Eurozone).
          Es hat seinen Grund, warum wir so spielend leicht in die USA exportieren können, der Wechselkurs passt nicht.

          Klar, wir haben Griechenland und so weiter, aber USA haben Trump.
          Falls ! wir die SKS wieder nach oben durchhandeln sind sehr sehr viele am falschen Fuss, wirst sehen.

  6. Avatar

    madsoul

    30. Oktober 2017 15:12 at 15:12

    Wenn man sich die Eröffnungskurse in US anschaut schwant einem für den Mittwoch ja schon der nächste Bullenlauf (fed day – profit day) oder gilt das auf einmal nicht mehr ?
    Das Washington Theater scheint wieder mal egal zu sein.

    • Avatar

      PK

      30. Oktober 2017 15:44 at 15:44

      es ist anzunehmen, daß die Powell Ernennung einen letzten Spike verursachen wird.
      Vorher will auch keiner Short gehen um dann bei der Powell Ernennung gesqueezed zu werden. Ich denke aber, das wird abverkauft. Wäre ein typischer Zeitpunkt für Gewinnmitnahmen.

      • Avatar

        Marko

        30. Oktober 2017 16:45 at 16:45

        Hallo PK,

        eine FED-Erneunnung ist für den Markt so oder so, nicht relevant. Ob Falke oder Taube ist derzeit uninteressant.

        Ich bitte Euch Bären einen riesengroßen Player im Markt in Erwägung zu ziehen, das ist die EZB.
        Bei allem nötigen Respekt, die Amis „feuren aus allen Rohren“, und die EZB ? – Schläft. :D

        Soviel zum Thema : Machtverhältnisse, das wird wohl nächstes Jahr wieder hoch gehen, aber meines Erachtens nicht mehr in dem Tempo, gerade von den Amis aus… Und den „Spike“ sehen wir dann, sollte die EZB reagieren ! Da sind die Amis schon längst im „Nirgendwo“ gelandet !

  7. Avatar

    madsoul

    30. Oktober 2017 16:06 at 16:06

    Sehe ich „bauchmässig“ ähnlich, die Frage ist nur wie hoch der Spike geht.
    Im nas100 fehlr mir jede Fantasie nach oben, die Fangs sibd ja schon alle auf ubd nahe ATH, im Russel, ok da könnten die 1525 fallen, aber 2600 im S&P znd 23700 im Dow ?

    Zusätzlich dann noch die spannende Frage, ob der Abverkauf dann mal nicht gleich wieder nach max 1% gleich reingeholt wird. ich würd mich ja schon freuen, wenn die Vola mal wieder in Gang kommen würde

    • Avatar

      PK

      30. Oktober 2017 16:26 at 16:26

      Russel aktuell der anfälligste Index !
      Ich habe hier (ich beginne mich aktuell dank Segler mit Stillhalter Optionsstragien zu beschäftigen) bereits Calls verkauft.
      Konkret Dec15 148’er call auf den IWM Russel 2000 ETF (aktuell bei 148,80).
      Der Call notiert bei 3,40
      Ich leg aber nach wenn der Powell Spike kommt, will aber mal die Finger drin haben.

      • Markus Fugmann

        Markus Fugmann

        30. Oktober 2017 16:29 at 16:29

        @PK, sehr gut erkannt! Der Russell ist die Achillesverse der Wall Street..und zeigt, dass da was im Busch sein könnte..

        • Avatar

          madsoul

          30. Oktober 2017 17:17 at 17:17

          Wär ja schön bei meinen shorts, aber sieht grade nach Bullenfahne aus.

  8. Avatar

    Ex-Bänker

    30. Oktober 2017 16:14 at 16:14

    Nachdem die Japaner u.die Europäer eine Runde im Wärungsrennen ( Währungskrieg ) gedreht haben sind jetzt die Amis wieder dran, ich glaube auch nicht ,dass die einen zu starken Dollar zulassen. Dann wäre noch die SNB als grösster Hedgefond der Welt ,die den Euro auch nicht zu schwach sehen möchte.Die Korrektur nach der EZB war ja auch weil Draghi einige auf dem falschen Fuss erwischte.Zudem gibt es anerkannte Oekonomen ,die fundamental gesehen ( Leistungsbilanz , Handelsbilanz ) den Euro mittelfristig höher sehen.

  9. Avatar

    Bademeister

    30. Oktober 2017 16:52 at 16:52

    Wenn Trump jetzt dezidiert für Donnerstag was ankündigt (Positives für die Märkte natürlich), kommen vorher noch „bad news“…diese Vorgehensweise ist ja seit langer Zeit System.

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Aktien

Aktien: Die Rally und die Cocktail-Theorie von Peter Lynch

Ibrahim Sonay

Veröffentlicht

am

Klar, Corona ist das Gesprächsthema Nummer-Eins, doch dicht auf den Fersen folgt derzeit schon das Thema Aktien!

Aktien: Woher stammt die Cocktail-Theorie?

Der berühmte Magellan-Fonds Manager Peter Lynch, ein Maestro der Investment-Welt aus den 80er-Jahren, stellte damals die Interessante Cocktail-Theorie auf, um die unterschiedlichen Marktprognosen darzulegen, die er über Jahre entwickelt hatte, während er auf Partys herumstand.

Phase Eins

Gar nicht über Aktien sprechen die Leute in der ersten Phase, eines leichten Marktanstiegs, nachdem sie längere Zeit am Boden lagen, ohne Bewegung und Beachtung. Fragte man Lynch auf der Party, was er denn so beruflich treibe, antwortete er, dass er einen Aktienfonds manage. Daraufhin nickten die Leute freundlich und gingen weiter, um sich mit dem Nächsten auf der Party über Belangloses zu unterhalten. War dies der Fall, so wusste Lynch, dass der Markt vor einer Erholung stand.

Phase Zwei

Nachdem Lynch seinen Beruf nannte, blieben die Partygäste meist etwas länger – aber auch nur so lange, um ihn klar zu machen, wie gefährlich doch Aktien seien. Danach sprachen die Partygäste wieder übere andere Themen. Auch dies beobachtete er und stellte somit fest, dass die Börse in der zweiten Phase steckt, denn die Aktien stiegen bereits, doch es interessierte (noch) niemanden.

Phase Drei

Der Markt war bereits um 30 % gestiegen und Lynch wusste, dass ihn auf der Party eine neugierige Schar von Menschen umringen würde. Viele euphorische Zeitgenossen nahmen ihn beiseite, um herauszufinden, in was sie denn nun investieren sollten und fast jeder sprach von Aktien. Damit war klar, Phase Drei ist erreicht.

Phase Vier

In der vierten Phase umzingelten ihn die Leute erneut, aber diesmal nicht um zu erfragen, worin sie investieren sollten, sondern um ihn Tipps und Ratschläge zu geben, welche Aktien er kaufen solle. Erfuhr er Tage später, dass die Empfehlungen der Partygäste aufgingen, so erkannte Lynch, dass der Markt in Phase Vier steckt: Das Hoch war erreicht – ein Rückschlag der Märkte stand kurz bevor.

Das aktive Zuhören kann sehr wertvoll sein. Halten Sie also ihre Augen und Ohren auf. Auf lange Sicht sollte jeder für sich selber entscheiden, worin er sein Geld investieren möchte – ob er dabei Prinzipien, Ethik oder Trends berücksichtigt. Eines zeigt uns die Vergangenheit der Aktienmärkte jedoch: wenn man Aktien von Qualitäts-Unternehmen findet und das zu einem guten Preis, erzielt man über Jahre Rendite.

Aktien und die Cocktail-Theorie

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Aktien

Aktien: Die 2020-er, wieder das Jahrzehnt der Aktie?

Die Jahre 2010 bis 2020 war ein Jahrzehnt für die Aktien – den Notenbanken sei Dank! Aber wie sieht es für die 2020er-Jahre aus?

Wolfgang Müller

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am

Die Jahre 2010 bis 2020 war ein Jahrzehnt für die Aktien – den Notenbanken sei Dank! Aber wie sieht es für die 2020er-Jahre aus?

Derzeit wird viel spekuliert über die Zukunft nach Corona. Ein Jahrzehnt hat begonnen, in dem die Schulden weltweit auf noch nie gesehene Höhen gestiegen sind. Für einen Dollar Wachstum mussten in den USA bisher bereits sieben Dollar neue Schulden aufgenommen werden, um dieses zu generieren – die Demographiefalle schlägt in vielen Industriestaaten unbarmherzig zu. Deshalb sollte es schwierig werden, das Potenzialwachstum der letzten Jahrzehnte überhaupt zu halten. Man kann sich vieles vorstellen und darüber diskutieren, es gibt aber ein paar fundamentale Gesetzmäßigkeiten in neuzeitlichen Gesellschaften. Auch wenn das durch Geldhäuser ausgerufene Jahrzehnt der Aktien recht interpretationsbedürftig ist.

Aktien: Die Wirtschaft ist der Ast, auf dem wir alle sitzen

Bei allen Dikussionen über das FIAT-Geld, über Schulden und einem Auseinanderdriften der Gesellschaften in der Einkommensverteilung, darf man eines nicht übersehen: Ohne eine funktionierende Wirtschaft, ohne Steuereinnahmen funktioniert kein Gemeinwesen. Die Aufwendungen für einen Staat mit seiner Regierung, seiner Verwaltung, seiner Justiz, seiner Polizei, seinem Militär, seinem Gesundheits- und Bildungssystem, können nicht durch die Druckerpresse der Notenbanken produziert werden, zumindest nicht für lange. Die Kosten müssen durch Steuereinnahmen der Unternehmen und bei den Bürgern erwirtschaftet werden.

Was passiert denn in einem Staat, in dem durch Krieg oder Aufstände Polizei und Militär ausgeschaltet werden? Eine erste Reaktion in einem solchen Land (beispielsweise nach den Umstürzen im Irak oder Lybien) sind stets sofort Plünderungen, aber auch Vergewaltigungen und andere Abscheulichkeiten.

Anleihen können auf null gesetzt und entwertet werden, Schulden durch Währungsreformen vernichtet, aber ein Teil der Wirtschaft bleibt immer erhalten und damit auch der Aktienmarkt und die Aktien.

Denn was stellt der Aktienmarkt dar? Die Beteiligung an Unternehmen, an der Volkswirtschaft, bei allen stets immer wieder zu korrigierenden Entgleisungen. Damit wird auch im Jahrzehnt nach Corona höchstwahrscheinlich der Spruch von Warren Buffett, aus den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts weiter gelten:

“Langfristig werden die Aktienmärkte für gute Nachrichten sorgen. Im 20. Jahrhundert durchlebten die USA zwei Weltkriege und weitere traumatische und teure militärische Konflikte. Eine Depression, mehrere Rezessionen, Börsenpaniken, Ölschocks, Virenpandemie und den Rücktritt eines Präsidenten. Dennoch stieg der Dow Jones von 66 auf 11.497.”

Sondersituation Deutschland

Deutschland wird im Anleihebereich als ein sicherer Hafen angesehen – mit fatalen Folgen für Sparer und Vorsorgesysteme. Denn wie sollen selbst bei leicht steigenden Zinsen Vorsorgeleistungen, Versicherungs- und Pensionsleistungen erwirtschaftet werden? Deutschland sitzt inmitten von Ländern, die sich keine höheren Zinsen leisten können. Der Zinseszinseffekt schafft erst ab einem Zinssatz von drei Prozent in überschau- und erlebbaren Zeiträumen einen Vermögensaufbaueffekt. Aber wie würden die Belastungen für die Staatshaushalte ausfallen, wenn die Renditen für Staatsanleihen in diese Regionen zurückkehren sollten. Die europäische Staatengemeinschaft mit ihrer Zentralbank wird also versuchen über die Zeit aus diesem Dilemma herauszukommen. Die Anleihelaufzeiten auf 30/50 Jahre plus verlängern, wie in Griechenland im Ansatz geschehen.

Die erzielbaren Renditen reichen nicht für das bisherige Vorsorgesystem. Wird man etwa den norwegischen Weg gehen und die Quote an Aktien erhöhen? Das Börsen-Urgestein Gottfried Heller (Partner von André Kostolany) hat auf einem Börsentag schon vor zwei Jahren die Prognose gewagt, dass Versicherer ihre Statuten ändern werden (müssen), um eine auskömmliche Rendite zu erwirtschaften und ihren ständigen Auszahlungsverpflichtungen nachzukommen. Die langlaufenden Anleihen im Bereich von 10 Jahren und mit ertragreichen Kupons, sind am Auslaufen. Allzu viele 30-jährige hat man sicher nicht in den Portfolios. Also wohin mit den Kundengeldern in Zukunft? In grüne Projekte, Private Equity u.ä.?

Was macht eine Allianz, eine der großen Dividendenzahler (4,8 Prozent aktuell), wenn es nicht einmal mehr am (nicht nutzbaren) Markt für Junk Bonds solche Renditen gibt? Der Zyklus der sinkenden Zinsen seit dem Jahr 1980 ist mit den großen Zinsschritten in den USA im März am Ende angelangt. Bis zuletzt konnte man wegen der Durationseffekte stets Gewinne mit den Anleihen erwirtschaften, so auch noch einmal im Jahr 2020. Aber wenn die Zinsen nicht unter null fallen, gibt es künftig kaum noch etwas – keine Kupons und keine Kursgewinne bei fallenden Zinsen.

Was machen Großfirmen mit ihren Betriebsrenten, Stiftungen mit ihren Anlagegeldern in den nächsten Jahren? Es spricht sehr viel für die Dividendentitel in diesem Jahrzehnt. Mit all ihren Schwankungen und vermutlich sind die jahrelangen Renditen von acht Prozent plus per annum auch bei Weitem nicht mehr realistisch. Aber wo sind die Alternativen?

Fazit

Obwohl ich absolut nichts davon halte, größere Zukunftsprognosen zu stellen – daran verbrennen sich schon ständig ganze Organisationen und Thinktanks die Finger, mit einer Heerschar von Professoren – so bin ich schon davon überzeugt, dass das jetzige Jahrzehnt wieder das Jahrzehnt der Aktien sein wird. Mit großen Schwankungen, Crashs, die Exzesse bereinigen werden, aber auch begründet in der Tatsache, dass man zwar Geldsysteme verändern und vernichten kann, aber nicht die Produktionsanlagen oder die Betriebe in einer Volkswirtschaft, ohne die es kein Überleben gibt, apokalyptische Szenarien einmal ausgenommen.

Es ist aber auch wahrscheinlich, dass es ein wesentlich langsameres Wachstum an den Börsen geben wird, nach Preisexzessen und deren Bereinigung, wie man es in Japan seit 31 Jahren nun schon beobachten kann. Aber selbst wenn Euro oder Kryptowährungen scheitern, wofür hat man nach 250 Staatsbankrotten seit 1800 (sowie 68 internen Pleiten) noch keinen Ersatz gefunden? Für Aktien..

Werden die 2020er-Jahre ein Jahrzehnt für Aktien?

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Aktien

JP Morgan-Quartalszahlen: Deutlich besser als erwartet – Milliarden-Rücklagen für faule Kredite aufgelöst

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Soeben wurden JP Morgan-Quartalszahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen. Der Umsatz liegt bei 30,16 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 29,2/Erwartungen 28,7). Der Gewinn liegt bei 3,79 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,57/Erwartungen 2,62).

In der Grafik unten sieht man es in der dritten Spalte. JP Morgan hat im letzten Quartal die Risikofürsorge für faule Kredite um 1,9 Milliarden Dollar reduziert, wodurch natürlich der Gewinn erhöht wird. JPM ist der Meinung, dass sich das wirtschaftliche Umfeld (im Sinne der Zahlungsmoral der Kunden) bessert, und vor allem dass Firmenkunden nach wie vor frisches Geld am Kapitalmarkt aufnehmen können. Insgesamt spricht die Bank davon, dass sogar 2,9 Milliarden Dollar an Kreditreserven umgewandelt und in den Gewinn von 12,1 Milliarden Dollar verschoben wurden. Ohne diese Buchung wären es nicht 3,79, sondern nur 3,09 Dollar Gewinn pro Aktie, so die Headline-Aussage der Bank.

Zitat aus dem aktuellen Bericht von JPM:

The provision for credit losses was a net benefit of $1.9 billion, compared to an expense of $1.4 billion in the prior year driven by reserve releases in the current quarter. The Wholesale reserve release was $2.0 billion, reflecting an improvement in the macro-economic scenarios and the continued ability of clients to access liquidity and capital markets. The Consumer reserve release was $0.9 billion, in Home Lending, primarily due to improvements in HPI expectations and portfolio run-off. The prior year included a net reserve release in the Consumer portfolio and a net reserve build in the Wholesale portfolio. Net charge-offs of $1.1 billion were down $444 million from the prior year, driven by Card.

Die Aktie notiert vorbörslich mit +0,7 Prozent.

Hier das Headline-Statement von JPM-CEO Jamie Dimon:

Jamie Dimon, Chairman and CEO, commented on the financial results: “JPMorgan Chase reported strong results in the fourth quarter of 2020, concluding a challenging year where we generated record revenue, benefiting from our diversified business model and dedicated employees. While we reported record profits of $12.1 billion, we do not consider the reserve takedown of $2.9 billion to represent core or recurring profits – essentially reserve calculations, while done extremely diligently and carefully, now involve multiple, multi-year hypothetical probability-adjusted scenarios, which may or may not occur and which can be expected to introduce quarterly volatility in our reserves. While positive vaccine and stimulus developments contributed to these reserve releases this quarter, our credit reserves of over $30 billion continue to reflect significant near-term economic uncertainty and will allow us to withstand an economic environment far worse than the current base forecasts by most economists.”

Dimon added: “In Consumer & Community Banking, deposits grew 30% or over $200 billion driven primarily by growth in the Federal Reserve’s balance sheet and the continuation of modest market share gains. Within our consumer lending franchise, auto and retail mortgage originations were both up more than 20%. Consumer spending continued to recover, as reflected in combined debit and credit card spend being up for the full quarter. The Corporate & Investment Bank delivered another impressive quarter with growth in Global Investment Banking fees of 34% and Markets revenue of 20%. With a record quarter, Commercial Banking earned $3.3 billion of investment banking revenue in 2020, surpassing its previous $3 billion long-term target. In Asset & Wealth Management, AUM grew 17% due to higher asset values and net inflows of over $190 billion into long-term and liquidity products over the last twelve months.”

Dimon concluded: “We ended the year with a CET1 ratio of 13.1% (vs. 12.4% at the beginning of the year) and capital above $200 billion, providing us with meaningful capacity to further invest in our business and communities, while returning capital to
our shareholders. This increase in capital was after raising over $2 trillion of credit and capital for our consumer and institutional clients around the world, which includes nonprofits and U.S. government entities, including states, municipalities, hospitals and universities and adding net $12 billion to credit reserves. We also hold $1.4 trillion of cash and marketable securities, which is currently over $450 billion in excess of what is required. We opened branches in new markets, improved our digital capabilities, and made acquisitions that will enhance our product offerings and deepen our engagement with our customers. We also continued to invest in our communities – for example, through our initial commitments to support those most impacted by the pandemic and our longer-term commitment to advance racial equality and promote economic growth. Our earnings power and healthy capital position also provide us the flexibility to pay dividends and return excess capital to shareholders through share repurchases. I want to end by thanking our frontline colleagues and those working from home who quickly adapted to the pandemic and safely helped our clients, customers, communities and governments.”

Grafik zeigt aktuelle JP Morgan-Quartalszahlen

JP Morgan-Quartalszahlen - Jamie Dimon
Jamie Dimon. Foto: Steve Jurvetson Creative Commons Attribution 2.0

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