Aktien

Videoausblick: Der Albtraum der Wall Street

Von Markus Fugmann

Gestern schlossen die drei großen US-Indizes im Plus, aber zwischendurch gab es zwei Schreck-Momente: der erste waren die Aussagen von Donald Trump über die viel zu hohen Medikamentenpreise in den USA (daraufhin Pharma-Aktien nach unten), der zweite die Aussagen Trumps, wonach er beeindruckt gewesen sei von einem Treffen mit John Taylor, dem Erfinder der Taylor Regel und einer der Kandidaten für die Nachfolge Yellens als Fed-Chef. Ginge es nach der Taylor Regel, stünden die Leitzinsen in den USA knapp unter 6% – und bei solchen Zinssätzen wären vor allem die Aktienkurse nicht da, wo sie derzeit sind! In Asien wieder überwiegend freundliche Vorgaben, der Dax dürfte an der 13.000er-Marke starten..



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18 Kommentare

  1. Nordkorea: Good cop, bad cop:Tillerson,Trump.

  2. Sehr geehrter Hr. Fugman,
    Ich finde ja im generellen Ihre Kommentare sehr hilfreich und gut! Jedoch ich war schon beim Crash 1987 in London dabei, daher weiss ich wovon ich spreche……, das war ein Crash!
    Also mit Ihrer Meinung es müsste doch mal nach unten werben Sie schon seit Jahren. Die Börse hat Korrekturen, jedoch sind die meisten Leute immer optimistisch eingestellt, daher geht es weiter steil nach oben!!!
    Es ist eben so, dass viele US Firmen massiv Aktien zurück gekauft haben, über Jahre und daher auch viel weniger Free-Float besteht. Die letzten IPOs in der Welt waren auch nicht sehr gross, daher immer weiter nach OBEN!! gehen Sie doch LONG und dann sind Sie nicht WRONG und können ausserdem viel verdienen. Die Shorties werden über Jahrzehnte platt gemacht.
    Hochachtungsvoll,

    Trader

  3. @P.Bigger, komisch Sie haben den 87 er Crash u.seither noch etwa 3 grössere Korrekturen erlebt u.jetzt nach der längsten u.grössten Hausse aller Zeiten meinen Sie es gehe nur immer weiter aufwärts,
    Der dumme Mensch hat noch nie aus der Vergangenheit gelernt.

    1. @P.Bigger:

      Danke, den Gedanken hatte ich auch.
      So langsam schreiben auch die Privatanleger auf Foren und Infoseiten wie diese hier, Godmode-Trader und anderen Webseiten, sie seien Long. Wir sehen also, die Werbung der Wall Street Gangster funktioniert. Der kleine Mann springt auf die letzten Meter des Zuges auf.
      Ich bleibe daher auf Fugmanns Seite: Jetzt erst Recht „Bär“!

    2. „Der dumme Mensch hat noch nie aus der Vergangenheit gelernt.“
      OK, dieser Satz würde aber auch prima auf die Leute passen, die seit 3 Jahren gegen diesen Trend shorten in der Meinung sie seien so viel schlauer als die „dummen Lemminge“.
      Die Leute, die mal voll investiert in einen Crash stolpern haben in der Regel immer noch deutlich mehr Geld gemacht als alle, die gar keine Aktien haben.
      Und auch wenns langsam langweilig wird – die Dauer eines Trends ist KEIN geeigneter Indikator für dessen baldiges Ende.
      Übrigens zeigt der COT im SP500 eindeutig, daß es die small Speculators sind, die deutlich short sind, während die Commercials auf der long Seite stehen.
      Dessen ungeachtet ist es natürlich in der aktuellen Situation klar, daß man einen schnellen 5% Rutsch jetzt jederzeit bekommen kann, weil da zu viele enge Stops in diesem smoothen Aufwärtstrend der letzten Wochen vorliegen dürften die „engmaschig“ hinterhergezogen wurden.
      Aber dazu braucht es einen Trigger, ansonsten grinden wir uns noch bis Weihnachten so weiter. Die meisten Player haben kein Interesse, dieses Jahr nicht mit Höchstkursen zu beenden (Boni). Auf der anderen Seite haben sie aber das Problem, daß sie die Rally etwas früh angezogen haben, das ist wie ein zu früh angesetzter Endspurt im Marathon. Einen Haken nach unten dürfte deshalb demnächst dennoch anstehen. Das wäre OK und die Bullen hätten noch genug Zeit wieder die Kontrolle zu übernehmen.
      Aber viel Hoffnung für die Bären besteht danach mittelfristig weiterhin nicht.

      1. Korrektur:
        Small Speculators sind short (wie schon seit April 2017), aber die Commercials auch. Nur die large specs sind long.

      2. Der Gedanke, entgangene Gewinne seien Verluste, zeigt wie absurd wir denken. Wenn ich vor einem Monat eine Million geerbt hätte, käme mir nie in den Sinn, Geld verloren zu haben, weil ich nichts damit gemacht habe, die Freude über die Erbschaft würde überwiegen. Hätte ich vor zehn Jahren eine Million geerbt und hätte nichts gemacht, würde ich und jeder andere mir einreden, ich hätte genau das Geld verloren, um das der Aktien-oder Immobilienmarkt gestiegen sind. In Wirklichkeit ist das Geld aber nur um die Inflationsrate weniger geworden und da ich es geerbt habe, ist es immer noch ein Riesengewinn. Aber nein, das „Anlegerhirn“ gaukelt mir vor, ich würde seit meiner Erbschaft dauernd viel Geld verlieren, falls ich beim steigenden Aktienmarkt nicht dabei bin und so steige ich dann womöglich irgendwann im ungünstigsten Moment ein, weil ich es nicht mehr ertrage und verliere dann wirklich. Es wäre wohl besser, sich mehr mit Psychologie und weniger mit Technik zu beschäftigen.

        1. Aber das ist doch der menschentypische Wettbewerbs- und Wertschöpfungsgedanke. Ohne diesen Gedanken würde es salopp ausgedrückt viel weniger Menschen geben, die überhaupt was erben. Da ich nie was Nennenswertes erben werde, ärgere ich mich auch über entgangene Gewinne. Denn meine Kinder sollen zumindest die Wahl haben, ob sie die Erbschaft vermehren oder passiv und philosophisch vermeintlich überlegen abschmelzen lassen.

          1. Entgangene Gewinne gibt es nicht, sie sind ist ein Konstrukt unseres Gehirns. Wir ärgern uns, wie so oft, über etwas Irreales.

        2. @Columbo
          Das ist nicht absurd.
          Ich muss das, was ich in meinem Leben erarbeitet habe (geerbt habe ich wenig und da ich nie angestellt war habe ich ansonsten keine Altersvorsorge) ja irgendwie anlegen und idealerweise vermehren.
          Das steurere ich seit >20 Jahren über meine Investitionsquote am Aktienmarkt, die zwischen 50% und 80% schwankt.
          Wenn ich auf 50% zurück gehe, dann besteht das Risiko, daß ein Aufwärtstrend eben doch weiter läuft. Belasse ich die auf 80% gehe ich das Risiko ein, voll investiert in einen Crash zu stolpern.
          In beiden Fällen kostet es mich Geld.
          Wo ist da der Unterschied ?
          Einige hier finden es aber eben viel viel schlimmer Geld zu verlieren als es von vorneherein nicht vermehren zu können.
          Diese Assymmetrie im Anlegerverhalten ist übrigens eine in allen Psychologiebüchern gut dokumentierte Heuristik. Fast jeder findet es viel schlimmer wenn man 100 Euro weggenommen bekommt als die entsprechend positiven Emotionen wenn ich sie geschenkt bekomme.

          Denkt man aber so, wird man niemals am an sich positiven Erwartungswert der Aktienanlage partizipieren können, da das Risiko eben nicht Null ist.

          Da Verluste etwas so schlimmes für unsere Psyche sind, weigern wir uns ja oft so hartnäckig Verluste zu realisieren.

          1. @ PK, Verluste und entgangene Gewinne gleichsetzen kann man nicht. Im ersten Fall hat man weniger, im zweiten gleich viel. Entgangene Gewinne als realen Verlust zu sehen, ist was Virtuelles, ein Trugbild. Man ärgert sich über etwas Irreales, macht Fehler und verliert dann wirklich.

          2. @Columbo
            „@ PK, Verluste und entgangene Gewinne gleichsetzen kann man nicht. Im ersten Fall hat man weniger, im zweiten gleich viel. “
            Eben schon.
            Wenn ich nach 20 Jahren auf mein Kapital schaue kann ich nicht mehr erkennen ob ich irgendwann mal Geld durch zu geringe Aktienquote an einem Tief oder durch zu hohe am Top liegen gelassen habe.
            Ich gehe ja nicht von einer Anlageentscheidung aus, sondern von vielleicht 20 wichtigen Anlageentscheidungen in einem Börsenleben.

        3. So wie Sie die Situation aufgezeigt haben, kann ich das nachvollziehen.

          Etwas anderes Konstrukt:
          Jemand hat im Sommer Geld geerbt. Ausgeben kommt nicht in Frage, es soll in jedem Fall angelegt werden. Durchaus bevorzugt am Aktienmarkt.
          Doch Aktien sind evtl. immer noch teuer, selbst wenn der DAX schon von 12900 auf 12000 gefallen ist. Oder vielleicht auch doch nicht zu teuer. Wer weiß?
          Also grübel, grübel und studier, damit er ja kein Geld verlier.
          Jetzt steigt er schließlich bei 13000 statt bei 12000 ein.
          Ich frage, würde derjenige die 1000Punkte entgangenen Gewinn einfach so abtun können oder in gewisser Weise doch als eine Art Verlust empfinden? Nebenbei, er hat Glück – anders als in Ihrem Szenario soll der DAX nicht fallen.

          1. Also ich freue mich tagtäglich über meine entgangenen Verluste, aus psychohygienischen Gründen.

          2. Columbo, ich hatte mir erlaubt zwecks Aufpäppelung meiner eigenen Psychohygiene zwei Kommentarausschnitte der letzten Zeit zu kopieren.
            Mindestens einer, wenn nicht gar beide sind von Ihnen.
            Dafür schon mal Danke.

            „Eine verpasste Chance ist schade aber nicht teuer“
            „Die Zeit zurückdrehen geht nicht, entgangene Gewinne muss man aushalten, sind aber immer noch besser als Verluste.“

            Mich daran zu halten fällt mir aber besonders dann sehr schwer, wenn ich zuvor echte Verluste realisiert hatte, z.B mit Puts. Und wenn ich anschließend meine gedrehte, im Gewinn befindliche, Position (Calls) viel zu früh verkaufe. Weil ich mir in dem Moment den erhofften vollständigen „Verlustausgleich“ voreilig selbst „kaputtgemacht“ habe und auf den ursprünglich (Put)-Verlusten zum Teil sitzen bleibe.
            Fazit: Ich muss an meiner Psyche arbeiten – mehr als an der Börse.

      3. Lieber PK, welche Quelle nutzen Sie für die verschiedenen COT Reports?
        Viele Grüße

          1. Super ? Danke schön

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